Schwieriger Text
Mußte das Ganze zweimal lesen, bis ich auf die Ironie draufgekommen bin.
Gut gemacht. Ein Blödsinn geschickt verpackt neben dem anderen gestellt.
Das Beste ist die Version vom jungen Facharbeiter:
" Somit entsteht Platz für junge und motivierte Fachkräfte, die mit frischen Schwung deren Platz an der Werkbank oder in der Entwicklung einnehmen und aufgrund ihrer Jugend und dem Streben nach einer Zukunft bessere Produkte in kürzerer Zeit herstellen werden."
Man könnte sich krank lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Würde mich wirklich interessieren, wo man denn die Facharbeiter zukünftig hernehmen will. Wahrscheinlich vom Südpol.
Wenn man aber über das Renteneintrittsalter ernsthaft diskutieren will, dann werden da irgendwo Welten aufeinanderprallen. Da diskutieren zumeist Leute darüber, die von irgendeiner politischen Vorstellung ausgehen, die mit aller Gewalt durchgesetzt werden muß. Dafür werden alle Gründe gesucht, - auf Teufel-komm-raus.
In einer Gesellschaft, die immer älter wird, wo über 60-Jährige noch einen Haufen Kinder bekommen, wo die Wenigsten in jungen Jahren sich binden und Kinder in die Welt setzen, sondern mal abwarten, bis sie 35 oder 40 sind, und dann - eventuell daran denken, - da muß man sich echt fragen, ab wann der Mensch in die Rente gehen soll. Von Volkswirtschaft verstehe ich nichts, - darauf will ich gar nicht erst eingehen.
Ich habe mich mit 22 Jahren schon fest gebunden, nachdem ich mich entschieden hatte, - mit 24 war ich zum ersten Male Vater. Allerdings wußte ich auch schon mit 14, welchen Beruf ich wählen wollte, - sehr zum Mißfallen meiner "Chefs". Im Frühjahr kommenden Jahres mache ich ein Faß auf, da bin ich - die Lehrzeit mit eingerechnet - 50 Jahre im Beruf.
Ich soll nächstes Jahr mit 65 in Rente gehen? Ich denke nicht daran. Bin ich ein Übermensch? Mitnichten. Ein ganz einfacher Mensch vom Bau, der auch heute noch manuell tätig ist und immer noch Freude an seinem Beruf hat. Wenn ich heute die Hände in den Schoß legen würde, könnte man mich wahrscheinlich morgen schon begraben.
Klar werde ich wenigstens bis 70 arbeiten, - das finanzielle "Zubrot" der Rente nehme ich aber dankend an. Wenn ich ehrlich bin, - es würde auch "ohne" gehen, - ich verdiene schon noch soviel, dass es reicht.
Da ich aber genau weiß,- dass ich eben kein Übermensch bin, sondern einer wie viele andere auch, - dadurch weiß ich, wieviele "Gleichgeartete" es neben mir gibt, für die es einfach nur den Tod bedeuten würde, so jetzt auf nachher aufzuhören.
Nun ja, - wahrscheinlich werden da viele Gegenargumente kommen, - aber hauptsächlich von denen, die ihren "way of life" nicht gefunden, aus Unwissen oder Unvernunft jahrzehntelang Raubbau an ihrem Körper getrieben und sich vertrauensvoll schon in jungen Jahren in die Hände der Weißkittel begeben haben. O.k., die muß es ja auch geben, sonst würde ja die weiße Zunft am Hungertuch nagen. Die Pharmaindustrie dazu.