Differenzierung
Insofern gehe ich nun davon aus, dass die Differenzierung der Zigeuner in
Sinti und Roma nicht auf irgendwelche deutsche Sprachgutmenschen zurück
geht, sondern auf die Sinti selbst.
Ist zu vermuten. Der Zigeuner adaptiert sich, er passt sich seinen Lebensumständen an. Logischerweise hat dann der Zigeuner auf der Westseite des ehemaligen Eisernen Vorhangs ein anderes Umfeld gehabt als der Zigeuner auf der anderen Seite.
Symptomatisch ist ja, dass die Roma alle aus den Warschauer Pakt-Staaten kommen, während die Sinti alle in den westlichen Staaten leben.
Der West-Zigeuner konnte seine Neigungen und Talente ausleben, - deswegen sind dort auch noch die musikalischen Elemente vorhanden. Er hatte auch das nötige Kleingeld dazu, - die haben einiges an Wiedergutmachung aufgrund des 3. Reiches abkassiert. Das alles gabs nicht im Osten, - dort gabs keine Entschädigung, dort mussten sie arbeiten. Der Zigeuner hatte die Wahl zwischen den zwei "A":
Arbeit oder Arrest.
Natürlich gabs auch im Osten genügend Leute mit Fähigkeiten, - sei es musischer oder handwerklicher Art (Goldschmiede, etc.). Das meiste ist aber dabei untergegangen, - sie selbst legen wenig Wert auf Tradition. Ausnahme macht da nur der Cortorar (Zeltzigeuner). Auf den Dörfern existieren da noch die alten Traditionen, die bis zum Brautraub gehen.
So gesehen ist es erklärlich, dass sich dann eben zwei unterschiedliche Gruppen etabliert haben, - die Sinti und die Roma. Wer auf die Idee gekommen ist, diese so zu benennen, weiß ich nicht. Mit Sicherheit hat auch die auseinanderdriftende Umgangs- und Erscheinungsform zwischen Sinti und Roma mitgespielt. Auch der Cortorar in Rumänien will mit den Roma nichts zu tun haben, - da gibt es keine Gemeinsamkeiten.
Fest steht aber, dass die sich in ihrem Dachverband auch nicht grün sind, da gibts andauernd Steitereien.