Bleib übrig!
Hallo in die Runde,
sicher ist es schwer und und undankbar, gegen den Mainstream zu leben, andererseits gewöhnt man sich mit der Zeit daran, auch wenn nur noch wenige Gleichgesinnte Gesprächsstoff für eine überlebenswichtige Qualität des Daseins liefern und dafür sorgen, dass man nicht völlig vereinsamt.
Zudem hat man keine andere Wahl, weil man eben so gepolt ist.
Bei der Verhandlung bzgl. meiner Kriegsdienstverweigerung vor genau 36 Jahren sagte damals der mir alles andere als wohl gesonnene Vorsitzende, der zähneknirschend meine Anerkennung verkünden musste (die Beisitzer hatten ihn überstimmt), sinngemäß, dass ich ein Leben lang ein Außenseiter bliebe, sofern ich meine Haltung nicht ändern würde. Ich entgegnete ihm, dass ich mit dieser aktuellen Außenseiter-Einstellung wunderbar zurecht käme.
Der Mann hätte Wahrsager werden sollen, denn kaum eine andere Voraussage über den Werdegang meines Erwachsenenlebens hat mehr ins Schwarze getroffen als jene Worte.
Das Ende von WK II jährt sich gerade zum 70. Mal.
Eine viel wiederholte Abschiedsformel der Zeitgenossen in den letzten Kriegsmonaten und -wochen lautete:
„Bleib(t) übrig!“
Gruß
Langmut