Polare Spaltung der Ukraine
Die Befriedung innerhalb der Ukraine ist eine schwere Aufgabe. Das muss man sehen.
Die West- und die Ostukraine haben historisch ganz unterschiedliche und vielfach feindliche Entwicklungen durchlaufen. Weil der Strom einer geschichtlichen Identität fehlt und die vielfach von Massengewalt westukrainischer Nationalisten wie ostukrainischer Sowjets beherrschte Geschichte des 20. Jahrhunderts auch nicht objektiv aufgearbeitet wird, wurden die eigenen verklärten Taten der Vergangenheit der Westukrainer einerseits und der Ostukrainer andererseits national heroisiert und zu Bestandteilen ukrainischer Identität erhoben, mit der Folge, dass dabei die polare Gegenseite immer bekämpft wurde.
Der polnische Historiker Grzegorz Rossoliński-Liebe weist aus seinen Forschungen in der Ukraine darauf hin:
"Um so einen Staat kulturpolitisch angemessen zu verwalten, muss man seine Vielfalt akzeptieren und mit ihr umgehen können. Man kann nicht von allen seinen Bürgern verlangen, dass sie sich mit einer nationalistischen Version der ukrainischen Geschichte identifizieren oder dass sie alle und in allen Situationen Ukrainisch sprechen. (…) Solche Verordnungen führen zu Frustrationen, ebenso wie ein künstlich-nationalistisches Geschichtsnarrativ, mit dem sich niemand wirklich identifizieren kann. Ein Staat, der die Vielfältigkeit und die Heterogenität einer Gesellschaft nicht akzeptiert und respektiert und die Gesellschaft in einen nationalen Monolith zu verwandeln versucht, ist unzeitgemäß."
Solange die prowestlichen Vertreter den staatlichen Machtapparat beherrschen und einen Gesamtvertretungsanspruch geltend machen, wird es keinen Frieden geben. Und dies wird von den Amis gefördert und für ihre geopolitischen Interessen instrumentalisiert.
Ich bin diesen Dingen etwas tiefer nachgegangen. Wer will und es noch nicht kennt, kann es hier nachlesen:
https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/03/16/die-polare-spaltung-der-ukraine-und-ih...