es sind unsere Tomaten und Gurken, die Wüsten hervorbringen
Nachdem die "barbarischen" Mauren Spainien erobert haben, legten sie weit
verzweigte Bewässerungssysteme in Andalusien an.
Nach der "Befreiung" durch die christlichen Könige verfielen diese und
das Land verödete.
Als es dann letztlich zu spät war, hat man Anfang des 20. Jahrhunderts
diese Bewässerungssysteme wieder versucht, zu reaktivieren.....
Hallo Xerxes,
Deren Bewässerungssystem wenden die Kleinbauern im Alentejo immer noch an. Wobei ich es persönlich wirklich nicht als zeitgemäß empfinde. Es gibt weitaus besseres!
Nun zu Andalusien:
Ansichten eines Folienmeeres
Satellitenbild 1975 und 2011, wie Tomaten und Gurken Wüsten erzeugen
die trockendste Gegend Europas, also Spaniens Wüste/Halbwüste um Almeria, ist gleichzeitig die am intensivsten bewässerte Region Europas. Das Problem beruht auf ein zu viel an Bewässerung, sodaß nicht nur die jährlichen Gesamtniederschläge für den Gemüseanbau unter Folie benutzt wird, sondern es wird zusätzlich noch die 4-5fache Menge der Jahresniederschläge dem jahrtausendaltem Grundwasser entnommen sowie den Reserven der umliegenden Gebirge. Die Probleme sind dann nicht nur die Ausdehnung der Steppen/Wüsten sondern zusätzlich Versalzung des Bodens (nachströmendes Meerwasser durch Grundwasserentzug) sowie extreme Belastungen durch Dünger/Pestizide/Fungizide.
Hinzu kommt noch die extreme Sonnenreflexion auf der Folie.
Wenn man mit dem Wagen von der Sierra Nevada abwärts fährt Richtung Meer erkennt man das riesige dem Gebirge vorgelagerte Flachland gar nicht. Man denkt es wäre Wasser/Mittelmeer. Erst wenn man näher rankommt, erkennt man, daß es nur Folie ist, die die Wolken spiegelt. Folie, Folie und nochmals Folie.
In der Region Murcia fing man ebenfalls vor ca. 15 Jahren an die Halbwüste zu roden (von Vegetation zu befreien), mit Großmaschinen die steinigen Flächen zu Ackerflächen für den Gemüseanbau unter Folie herzurichten und nun mit Hilfe des Grundwassers eine intensive Landwirtschaft dort ebenfalls zu betreiben (da alle Flächen in der Region Almeria verbraucht sind). In der regenreicheren Region Huelva (aber oftmals trockene sehr sandige leichte Böden) hilft die künstliche Bewässerung bei den intensiven Erdbeerkulturen.
z.B. Bio-Tomatenproduktion in der Region Almeria
Übrigens: Wenn es auf intensiven Tomatengeschmack ankommt, also z.B. bei Tomatenmark, dann kommen die Tomaten dafür nicht aus Spanien und werden auch nicht unter Folie produziert, sondern auf Feldern (wie bei uns Rüben oder Getreide).
Gruß Dieter