Meine Zeit beim Barras

Otto Lidenbrock, Nordseeküste, Freitag, 09.03.2018, 09:43 (vor 2932 Tagen) @ Socke3503 Views

Früher wurden die Kerls für mehrere Jahre eingezogen und gedrillt, dabei
körperlich stark gefordert, so dass sie abends ruhig waren und nur noch
wie die lieben Schäfchen schlafen wollten.

Das kann ich so bestätigen. Ich wurde 19-jährig für 15 Monate zum Wehrdienst in einer Kompanie eines Panzergrenadierbataillons eingezogen. Diese Zeit hatte es in sich, das kann ich Euch sagen! Vom ersten Tag an täglicher Drill auf dem Exerzierplatz und an den verschiedenen Nahkampfwaffen. Dazu nahezu täglich Schützenreihe und Schützenrudel üben auf dem Truppenübungsplatz. Wir mussten so oft aus dem Schützenpanzer Marder raus und Kampfformation einnehmen, bis wir uns kaum noch bewegen konnten. On top habe ich in dieser Zeit ein großes freilaufendes Manöver mitgemacht und insgesamt fünf Wochen auf fremden Truppenübungsplätzen in Lagern verbracht. Weiterhin gab es jede Menge Wachdienste als Torposten oder Streifendienst.

Abends bin ich beim Fernsehen ohne Essen eingeschlafen. Ist mir weder vorher noch danach jemals wieder passiert.

Heute, ohne Wehrpflicht, sind die überschüssigen Energien so stark, dass
man Bäume ausreisen muss.
Ich kenne das aus meiner Jugend, habe auch Unfug gemacht, zuviel Kraft,
Militärdienst war in meiner Stadt nicht.
Wenn ich mir das so alles ansehe, komme ich nur zu dem Schluss, der alte
Nachbar hatte vollkommen Recht.

Jo Mann, könnte wirklich gut sein!

--
"Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören."

Arthur Schopenhauer


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