Peter Tamm gestorben
Hi,
leider jetzt erst erfahren. Der langjährige Springer-Intimus und Chef des Springer-Verlages. Großer Sammler, sein "Maritimes Museum" (auch Stücke von mir erworben) in HH sehr sehenswert.
Erste Begegnung mit ihm verlief sehr knapp. Günter Prinz, damals BILD-Cehf wollte mit mir zu ihm nach Berlin und mich als Stellvertretenden Chefredakteur installieren. Tamm: "Was wollen Sie denn verdienen?" Ich: "Was bieten Sie denn? "Tamm: "So redet man nicht mit mir; das Gespräch ist beendet."
Als er als Erster Kontakt zu Schalck-Golodkowski (Ex-DDR-Devisenbeschaffer) in Rottach am Tegernsee aufnahm, ließ ich ihn beschatten und fotografieren, wie er Schalcks Haus verließ, woraus ein feiner Skandal entstand: ausgerechnet ein Springer-Mann macht sich mit dem Ex-SEDler gemein.
Für die Geschichte (später in "Forbes") fotografierte ich auch noch seine Villa in Blankenese, auf der Terrasse Kanonen von Admiral Nelsons Flaggschiff, die er in London von Axel Thorer (später BUNTE) hatte ersteigern lassen; dazu Veröffentlichung seines Gehalts, was einfach im Handelsregister rauszukriegen war, da er "Alleinvorstand" war. Er rief mich empört an und fragte: "Wollen Sie mich vernichten?" Dann erließ er ein Einstellungs-Verbot für mich im ASV, was Ewald Struwe von BAMS nicht hinderte mich dennoch zu beschäftigen.
Als ich davor schon von ihm zu Karl Schiller als Assistent geschickt wurde und eine rote Krawatte trug, fragte er mich, ob (ausgerechnet!) ich kommunistische Gesinnung hätte. Er war stramm rechts (Lieblingsspruch: "Schotten dicht!"), trug meist blaue Krawatten und zwei dicke Zigarren in der Jackett-Tasche oben.
Ein großer Hamburger ist von der Weltbühne abgetreten. R.I.P. - d.