Frage zu Krebsbehandlung eines Verwandten und Schmerzen im Knie

EM-Financial @, Deutschland, Freitag, 30.12.2016, 15:01 vor 3360 Tagen 6014 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 30.12.2016, 16:30

Liebe gelbe Foristen,

kaum glaubte ich, dass ich einige bürokratische Probleme in den Griff bekommen hätte, kommt nun der nächste Schicksalsschlag für einen nahen Verwandten, meinem Schwiegervater.

Es wurde eine Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Laut Ärzten befindet er sich sozusagen im Endstadium.

In >4 Wochen konnte man in einer russischen Klinik nicht diagnostizieren, um welche Krebsart es sich handelt. Sicher scheint bisher nur, dass er Metastasen hat. Zunächst ging man von Prostatakrebs aus, da er jedoch weitgehend symptomfrei ist, wäre auch ein Lungenkrebs möglich.

Bei der Behandlungsform möchte ich mich nicht einmischen, das organisiert mein Schwager. Aber er hat wohl sehr starke Schmerzen im Knie, was auf die Erkrankung zurückzuführen sei.

Alle Behandlungsarten gegen die Schmerzen schlagen nicht an.

Da ich gehört habe und selbst Erfahrungen mit der palliativen Behandlung von Krebs meines Vaters vor >10 Jahren habe, und zudem gehört habe, dass es schwer sein soll, bis man in Russland ein Opiat verschrieben bekommt, wollte ich einmal nachfragen, welche Schmerzmittel man da am ehesten mal austesten könnte.

Meine Vermutung ist jedoch leider die, dass Tramal oder Tramadol bzw. eine Morphin-Behandlung die richtige Richtung wäre?

Wenn dem nichts entgegen steht - Abhängigkeit ist in dem Stadium absolut zu vernachlässigen - so würde ich ihm gerne empfehlen bzw. mich selbst darum bemühen, ihm dieses Schmerzmittel zukommen zu lassen. Was evtl. nur ohne Rezept möglich ist, sofern der behandelnde Arzt in Russland sich weigert, ihm das zu verschreiben.

Gibt es auch alternative Behandlungsformen, gegen die Schmerzen? Evtl. Opium rauchen oder Cannabis? Wahrscheinlich besitzt letzteres keine Wirkung, nehme ich an.

Allen Lesern im Gelben Forum wünsche ich eine gute Gesundheit, das wichtigste Gut im Leben.

Allen einen guten Rutsch und vielen Dank für alle Ratschläge.

Gruß
EM-Financial

Ultimative Behandlungsmethode gegen Krebs

Leserzuschrift @, Freitag, 30.12.2016, 17:09 vor 3360 Tagen @ EM-Financial 6735 Views

Es gibt seit vielen Jahren die ultimative Behandlungsmethode gegen Krebs, nämlich durch intravenöses Laetril bzw. Vitamin B 17. Mit dieser Methode werden nicht nur Krebszellen direkt vernichtet, sondern der Patient wird sofort schmerzfrei, weil das dabei entstehende Abfallprodukt Formaldehyd die Nervenzellen betäubt. Ein nicht geringer Prozentsatz von austherapierten Menschen konnte und kann durch diese Therapie überleben.

http://b17-vitamin.de/wp-content/uploads/2014/11/B17-ErfolgeNaturheilpraxisRose.pdf

Es fragen sich viele Menschen, warum wird dann Laetril nicht in der Schulmedizin verwendet? Darum, weil die Pharmaindustrie daraus kein Patent machen kann und Krebs bringt weltweit ca 300 Milliarden $ Umsatz!

In DE darf dieses Präparat nur angewendet werden, wenn der Patient bereits vorher mit Schulmedizin-Methoden behandelt wurde. Alles klar?

H.H.

p.s.

An den Leiter des Forums:
Bitte geben Sie EM-Financial meine Mailadresse, damit ich ihm genaue Infos schicken kann, danke!

(Anmerkung vom Chef: kommt)

Mit freundlichen Grüßen und besten Neujahrswünschen!

Dazu: Information vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Leserzuschrift @, Freitag, 30.12.2016, 18:31 vor 3360 Tagen @ Leserzuschrift 5316 Views

Man sollte hier vielleicht ergänzend noch anfügen, dass Amygdalin (Vitamin B17) laut dem BfArM als Krebsmedikament unwirksam ist und schädliche Nebenwirkungen hat. Hier der Link dazu (Seite 7):

http://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Bulletin/2014...

D.h. ein Arzt, der das verschreibt, riskiert seine Zulassung. Das könnte wohl der Hauptgrund sein, warum das nicht eingesetzt wird.

MfG,

Matthias

Amoegdalein? Ist das nicht das Aprikosenkernextrakt was die Naturvölker einnehmen, die niemals Krebs bekommen?

ohne eisen @, Freitag, 30.12.2016, 22:59 vor 3360 Tagen @ Leserzuschrift 4807 Views

Jenes organisch-chemisch-gebundene Cyankali, was körpereigene Zellen völlig ignorieren, aber Tumorzellen vergiftet? Ich wusste nicht, dass das auch als Vitamin B17 bekannt ist. Muss ich mir merken.

Amoegdalein ist auch in in OPC, dem frei verkäuflichen, allerdings Apothekenpflichtigen Traubenkernextrakt enthalten, ich kann aber nicht sagen, in welcher Menge.

Das ist doch in Amaretto enthalten.

SevenSamurai @, Freitag, 30.12.2016, 23:59 vor 3360 Tagen @ ohne eisen 4498 Views

Amoegdalein ist auch in in OPC, dem frei verkäuflichen, allerdings
Apothekenpflichtigen Traubenkernextrakt enthalten, ich kann aber nicht
sagen, in welcher Menge.

Das ist doch in Amaretto enthalten. Fragt sich nur, in welcher Menge. Man kann es jedenfalls schmecken.

Oder enthält Amaretto nur Benzaldehyd?

--
Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

Betroffene müssen das selbst entscheiden

EM-Financial @, Deutschland, Samstag, 31.12.2016, 08:25 vor 3359 Tagen @ Leserzuschrift 4080 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 31.12.2016, 17:43

Es ist bei allen Therapien immer auch abzuwägen, welche Risiken es gibt. Wenn ein Arzt oder Studien darauf hinweisen, dass diese Behandlung ein Vergiftungsrisiko mit Cyanid besitzt, dann muss man bei der Dosierung sehr aufpassen. Einem Laien so etwas zu geben, ohne entsprechende Hinweise, wäre schon grob fahrlässig.

Dass man den Patienten die Behandlung nur ausredet, weil man Geld mit Krebsmedikamenten machen möchte, halte ich für Unsinn. Es gibt sicher solche Fälle. Nur in dem Falle sitzt der Schwiegervater in Russland und man hat dort aktuell gar keine Lust, ihn zeitnah zu behandeln. Zumal die Budgetierung nur maximale Behandlungsquoten pro Jahr erlaubt. Wer nicht in Moskau lebt oder im Einzugsgebiet einer guten Klinik, der hat automatisch schlechtere Karten.

Gruß

Lätrilzusammenfassung vom Herrn Krebs Jr.

eesti @, Schwedt und Cranz(Ostpreußen), Samstag, 31.12.2016, 10:26 vor 3359 Tagen @ EM-Financial 4095 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 31.12.2016, 10:31

Man sollte hier vielleicht ergänzend noch anfügen, dass Amygdalin
(Vitamin B17) laut dem BfArM als Krebsmedikament unwirksam ist und
schädliche Nebenwirkungen hat. Hier der Link dazu (Seite 7):

Hier mußte ich schon etwas schmunzeln (siehe Buch ganz unten).


D.h. ein Arzt, der das verschreibt, riskiert seine Zulassung. Das

könnte

wohl der Hauptgrund sein, warum das nicht eingesetzt wird.

Ja.

http://www.vitamin-b-17.info/Die%20Nitrile%20in%20Pflanzen%20und%20Tieren.pdf

Was das Paul-Ehrlich-Institut so von sich gibt, kann man durchaus als einseitige Sicht bezeichnen, denn viele Chemomittel werden ebenfalls außerhalb der regulären Zulassung angewandt.
Und die vielen Todesfälle dabei stören scheinbar niemanden.
Herr Peter Kern sagt ja auch, daß seine Lätril-Therapie bei vielen Patienten nichts brachte. Aber das ist wohl bei allen Therapien so, nicht nur beim Krebs. Man muß immer gucken, welche Wahrscheinlichkeit besteht, Erfolg zu haben und welche Nebenwirkungen zu erwarten sind.
Mit den Aprikosenkernen konnte ich (andere sagten ähnliches) anfangs nur mit 2 Kernen täglich beginnen, weil es eben deutlich wirkte. Selbst bei 2 Kernen mußte ich oft pausieren. Jetzt kann ich so viel essen, wie ich will, es erfolgen keine Effekte mehr.
Ich würde jedem empfehlen, die Kerne zu nehmen, selbst, wenn es nur als Ergänzung ist.
Aber als allein heilendes Mittel würde ich es nicht bezeichen, ein Wundermittel ist es nicht.
Ernährungsumstellung, Psyche, Umweltgifte... vieles spielt beim Krebs mit rein und man sollte an möglichst vielen Fronten den Kampf beginnen.
Als Einstieg ist der Ty Bollinger mit seinem "Krebs verstehen und natürlich heilen" ein lesenswertes Buch (Kopp-Verlag).

--
MfG
LR

Alles ist ein Windhauch.

Mein Fazit über Lätril

Leserzuschrift @, Samstag, 31.12.2016, 16:31 vor 3359 Tagen @ eesti 3872 Views

Hier mußte ich schon etwas schmunzeln (siehe Buch ganz unten).

Gerne. Ist mir eine Freude, Leute zum Schmunzeln zu bringen <img src=" />.

http://www.vitamin-b-17.info/Die%20Nitrile%20in%20Pflanzen%20und%20Tieren.pdf

Ich habe es kurz überflogen und würde es so zusammenfassen: Leichte Zyanidvergiftungen hinterlassen keine bleibenden Schäden und führen zu erhöhter Produktion von roten Blutkörperchen. Es besteht die Möglichkeit, dass man damit bestimmte Tumore ersticken kann. Doppelblindstudien dazu gibt es bis dato 1966 nicht.

Meine Meinung dazu:
50 Jahre alte Papers bei Krebsforschung sind ungefähr genauso zeitgemäß wie 50 Jahre alte Computer. Ich vermute, regelmäßig durch eine Papiertüte zu hyperventilieren hat die gleiche Wirkung wie die Zyanid-Therapie. Das wirkt vielleicht sogar noch besser, weil die spontan wieder einsetzende Sauerstoffzufuhr der echte Killer ist. Das kennt man von Schlaganfallpatienten.

Ich würde jedem empfehlen, die Kerne zu nehmen, selbst, wenn es nur als Ergänzung ist.
Aber als allein heilendes Mittel würde ich es nicht bezeichnen, ein Wundermittel ist es nicht.

Ich denke ich halte das weiterhin mit Nichtrauchen, wenig Alkohol, schlanker Linie und viel Bewegung. Das soll ja auch gesund sein.

PS:

Vielleicht interessiert das ja Elli. In dem Blog hier diskutieren sie regenerative Medizin und auch cutting-edge Forschung über MS kommt immer mal wieder vor.

https://www.fightaging.org/archives/2016/06/immune-system-destruction-and-recreation-ca...

MfG,

Matthias

Amygdalin keineswegs unwirksam

Leserzuschrift @, Samstag, 31.12.2016, 13:11 vor 3359 Tagen @ Leserzuschrift 3932 Views

Es ist klar, dass die Behörden das vorgeben, in den USA haben sie das zuerst verboten:
Es geht um zu viele Arbeitsplätze und um hohe Gewinnspannen.
Dass es unwirksam sein soll, ist widerlegt, denn schon Zehntausende sind mit der Laetril Behandlung
nachweislich von Krebs geheilt worden, und das ohne Nebenwirkungen!

Seit 25 Jahren riskiert dieser Arzt seine Zulassung:

http://www.dr-puttich.de/

Wenn es nicht helfen würde, hätte er die Praxis schon vor Jahren schließen müssen und wenn es
gefährliche Nebenwirkungen hätte, wäre er von den Angehörigen längst bankrott-prozessiert worden.

Freundliche Grüße!
H.H.

Ich habe da etwas Berührungsängste

Nonpopulo @, Samstag, 31.12.2016, 00:46 vor 3360 Tagen @ Leserzuschrift 4202 Views

Hab mir auch mal eine Packung Aprikosenkerne bestellt und probiert. Die Dinger schmecken nach Blausäure und ich hatte nach der Einnahme ein betäubtes Gefühl im Rachenraum. Zudem bekam ich leichte Bauchschmerzen. Ist das wirklich so unbedenklich?

Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Danke an alle Leser mit Zuschriften

EM-Financial @, Deutschland, Samstag, 31.12.2016, 08:19 vor 3359 Tagen @ Leserzuschrift 3858 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 31.12.2016, 17:46

Hallo,

Danke für die vielen Hinweise und persönlichen Zuschriften.

Der Bruder meiner Frau hört aber leider nicht auf meinen oder ihren Rat und schleppt den Vater gerade von einem "Extra-Sense"-Heiler zum nächsten und zu den Priestern... Wir wollen uns daher nicht in seine Behandlungsmethoden einmischen, da er hat ja daraus viel Hoffnung schöpft und der starke Geist schon so manche Krankheit besiegte.

Den Hinweis mit dem Vitamin B17 möchte ich gerne weiterreichen. Ebenfalls sollte man eine Vitamin C-Behandlung intravenös ins Auge fassen.

Doch bitte ich auch zu bedenken, dass es die einzige überall erfolgreiche Krebstherapie leider nicht gibt und die Vehemenz, wie diverse "Heiler" ihre Methoden anpreisen und vermarkten, schreckt zuweilen auch ab. Wobei selbiges für die Schulmedizin gilt.

Jeder muss seinen Weg finden.

Viele Grüße

Es gibt seit vielen Jahren die ultimative Behandlungsmethode gegen Krebs,
nämlich durch intravenöses Laetril bzw. Vitamin B 17.

Die Schmerzen lassen sich oft durch Akupunktur/Ohrakupunktur mildern. (oT)

Vatapitta @, Freitag, 30.12.2016, 19:35 vor 3360 Tagen @ EM-Financial 4068 Views

- kein Text -

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/

Das Schmerzverarbeitungssystem

DerSuchende @, Freitag, 30.12.2016, 19:48 vor 3360 Tagen @ EM-Financial 5116 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 30.12.2016, 20:11

Lieber EM-Financial,

ich möchte kurz versuchen das Schmerzverarbeitungssystem zu beschreiben, denn dies ist wichtig, um Schmerzen und deren Behandlung verstehen zu können.

Unser Schmerz verarbeitendes System ist sehr komplex und umfasst den ganzen Körper. Es teilt sich in seiner Morphe in ein zentrales und peripheres System ein. Ersteres ist das Encephalon (Gehirn), welches alle Reize bzw. Informationen in Form von Exterozeption (Informationen aus der Umwelt) und Enterozeption (Informationen aus dem Körper) verarbeitet. Zweiteres sind alle peripheren Nerven (Nerven außerhalb des Wirbelkanals), deren Aufgabe es ist, Informationen zu generieren und weiterzuleiten. Allgemein dient Schmerz als Wahrnehmung dazu, unseren Körper oder das betroffene Gewebe vor dessen Zerstörung zu schützen, damit ist Schmerz eine der wichtigsten Wahrnehmungen im Körper. Kommt es, durch z.B. eine Verletzung, zu einer Gewebeschädigung, einem akuten Schmerz, wird eine Kaskade von Entzündungsmediatoren ausgeschüttet, welche die Schmerzrezeptoren aktivieren, die wiederum über einen peripheren Nerven zum Rückenmark geleitet werden, um von dort an bis zum sensiblen Kortex (der Teil im Gehirn, in dem unser Körperabbild, der Homunculus repräsentiert wird) zu gelangen. Zu unterscheiden sind hier zwei Schritte der Schmerzverarbeitung. Erstens die Generierung des Reizes und dessen Weiterleitung, welche durch peripher wirkende Analgetika unterbunden werden kann, sowie zweitens die Schmerzwahrnehmung, welche im zentralen Nervensystem geschieht und mit zentral wirkenden Analgetika behandelt werden kann.

Ebenfalls ist es wichtig, die körpereigene Schmerzhemmung zu kennen. Sie wird im Hirnstamm generiert, durch die PAG (Periaqueductales Grau) und weitere Kerne (Ncl. raphe magnus) und bewirkt eine Schmerzhemmung auf Rückenmarksebene. Dieses System wird meistens nur aktiviert, wenn sich der Körper in einer akuten Notsituation befindet und es um Leben und Tod geht. Bei einer Aktivierung dieser Zellen kann temporär eine völlige Schmerzfreiheit trotz größter körperlicher Verletzungen erreicht werden, die im besten Fall zum Überleben der verletzten Person beitragen. Nicht unwichtig für die Schmerzverarbeitung ist auch unser Limbisches System, hier werden unsere Gefühle und Stimmungen generiert, welches ebenfalls einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung von Schmerz hat. In der Behandlung von chronischen Schmerzpatienten werden beispielsweise Antidepressiva oder Cannabinoide eingesetzt, um dieses System zu modulieren, um Schmerzweiterleitung auf Rückenmarksebene zu «bremsen» bzw. zu regulieren. Auf die Pathophysiologie, welche bei chronischen Schmerzen eine wichtige Rolle spielt, wird hier nicht eingegangen.

Ich finde es nicht hilfreich, in diesem Fall konkrete Behandlungsratschläge zu geben, da noch viele Informationen und eine Untersuchung nötig sind, um den Schmerz sinnvoll einzuordnen. Diese sind wichtig, um z.B. degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates von Schmerzen eines Tumorleidens zu unterscheiden. Oder aber es ist in diesem Fall Nervengewebe selbst betroffen, was eine analgetische Behandlung erschwert. Ebenfalls müssen Alter, Gewicht und eventuelle Nebendiagnosen bekannt sein, denn Analgetika haben auch Nebenwirkungen, welche im schlimmsten Fall zum Tod des Patienten führen können.
Jegliche Therapieempfehlung finde ich äußerst fahrlässig!

Ich würde folgendes Vorgehen vorschlagen:

Es könnte ein Schmerzarzt aufgesucht werden, der eine genaue Anamnese und Untersuchung durchführt, worauf er Rückschlüsse auf das schmerzgenerierende Gebiet ziehen kann, denn jedes Organ, jeder Nerv und jeder Muskel hat sein für sich typisches Ausstrahlungsgebiet. Daraufhin kann die Region eingegrenzt und eine Fragestellung formuliert werden, welche sinnvollerweise mit einem bildgebendenverfahren (Sonographie, Röntgen, CT, MRT) kombiniert wird. Damit könnte es gelingen, die Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Mit besten Grüßen ins Forum

DerSuchende

--
Wer suchet, der findet. Dadurch erschaffen wir uns unsere eigene Welt!

Sehr gute Beschreibung

EM-Financial @, Deutschland, Samstag, 31.12.2016, 08:37 vor 3359 Tagen @ DerSuchende 3915 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 31.12.2016, 17:44

Hallo DerSuchende,

die Beschreibung war sehr hilfreich und ich bedanke mich, dass Du so ausführlich geschrieben hast und ich wieder etwas dazulernen durfte.

Gruß

@DerSuchende - Exakte, differenzierte Beschreibung medizinisch korrekter Vorgehensweise. - Was kann Akupunktur leisten?

Vatapitta @, Dienstag, 03.01.2017, 02:55 vor 3356 Tagen @ DerSuchende 3392 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 03.01.2017, 03:04

Besten Dank an DerSuchende, …..

Ebenfalls ist es wichtig, die körpereigene Schmerzhemmung zu kennen. Sie wird im Hirnstamm generiert, durch die PAG (Periaqueductales Grau) und weitere Kerne (Ncl. raphe magnus) und bewirkt eine Schmerzhemmung auf Rückenmarksebene. Dieses System wird meistens nur aktiviert, wenn sich der > Körper in einer akuten Notsituation befindet und es um Leben und Tod geht. Bei einer Aktivierung dieser Zellen kann temporär eine völlige Schmerzfreiheit trotz größter körperlicher Verletzungen erreicht werden, die im besten Fall zum Überleben der verletzten Person beitragen.

Ich konnte bei einer Patientin bei extremsten Schmerzen durch eine Arthritis des Hüftgelenkes - zentral wirksame Medikamente brachten keine Hilfe mehr - mittels Ohrakupunktur die Schmerzen deutlich lindern. So hatte sie bis zur unvermeidlichen OP Erleichterung.
Vor der Ohrakupunktur gab es zunächst eine lokale Schmerzbehandlung nach Liebscher und Bracht. Als das nicht mehr möglich war, konnte mit segmentaler Akupunktur nach Ottfried Perschke Linderung erreicht werden.

Nicht unwichtig für die Schmerzverarbeitung ist auch unser Limbisches System, hier werden unsere Gefühle und Stimmungen generiert, welches ebenfalls einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung von Schmerz hat. In der Behandlung von chronischen Schmerzpatienten werden beispielsweise Antidepressiva oder Cannabinoide eingesetzt, um dieses System zu modulieren, um Schmerzweiterleitung auf Rückenmarksebene zu «bremsen» bzw. zu regulieren.

Im ehemaligen Lehrbuch für ausländische Ärzte an chinesischen Hochschulen - übersetzt ins Deutsche von Dr. Wühr - wird ausführlich die Behandlung von Depressionen beschrieben. Es war erstaunlich, wie Patienten immer wieder sagten, dass sie so eine tiefe innere Ruhe lange nicht mehr erlebt hätten.

Ich finde es nicht hilfreich, in diesem Fall konkrete Behandlungsratschläge zu geben, da noch viele Informationen und eine Untersuchung nötig sind, um den Schmerz sinnvoll einzuordnen. Diese sind wichtig, um z.B. degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates von Schmerzen eines Tumorleidens zu unterscheiden. Oder aber es ist in diesem Fall Nervengewebe selbst betroffen, was eine analgetische Behandlung erschwert.

….. > Jegliche Therapieempfehlung finde ich äußerst fahrlässig!

Ich auch! - Mich nerven die vielen - oft völlig unqualifizierten - Postings. Diese helfen nicht, sondern schaffen Verwirrung in einer Notlage.

Ein gut ausgebildeter Akupunkteur ist in der Lage die von Dir richtigerweise geforderte Differenzierung vorzunehmen.

Ich würde folgendes Vorgehen vorschlagen: Es könnte ein Schmerzarzt aufgesucht werden, der eine genaue Anamnese und Untersuchung durchführt, worauf er Rückschlüsse auf das schmerzgenerierende Gebiet ziehen kann, denn jedes Organ, jeder Nerv und jeder Muskel hat sein für sich typisches Ausstrahlungsgebiet. Daraufhin kann die Region eingegrenzt und eine Fragestellung formuliert werden, welche sinnvollerweise mit einem bildgebendenverfahren (Sonographie, Röntgen, CT, MRT) kombiniert wird. Damit könnte es gelingen, die Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Wenn es schon Probleme gibt zentral wirksame Medikamente zu bekommen, dann stelle ich mir die Frage, ob es - kurzfristig greifbar- dort (Russland) einen Schmerzarzt gibt.

Mit besten Grüßen ins Forum

DerSuchende

Danke für deinen Beitrag. Ich habe noch Fragen zu einem anderen Thema: Depressionen - Antidepressiva, Burnout, Infarkt der Seele und neuere Studien der Max Planckgesellschaft für Psychiatrie in München. Es würde mich freuen, wenn Du meine diesbezüglichen laienhaften Vorstellungen unter die Lupe nimmst und mir bei dem Verständnis der komplexen Vorgänge weiterhelfen kannst.

Dazu soll es demnächst einen neuen eigenen Thread geben.


Viele Grüße
Vatapitta

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/

Wirkungsweise der Akupunktur aus Sicht der Schulmedizin

DerSuchende @, Dienstag, 03.01.2017, 10:17 vor 3356 Tagen @ Vatapitta 3293 Views

Lieber Vatapitta,

um erst einmal auf deine Frage zu antworten: Ich weiss es nicht, da ich nicht mit Akupunktur arbeite und nur am Rande damit Erfahrung gemacht habe.

Was ich aber erklären kann, ist die Wirkungsweise der Akupunktur nach schulmedizinischem Wissen. Um diesen Sachverhalt zu erläutern, müssen wir uns wieder unserem Nervensystem und dessen Arbeitsweise zuwenden. Grundlegend können wir davon ausgehen, dass auf jeden Reiz, den unser Körper erfährt, eine Antwort von unserem Gehirn generiert wird. Damit ein Reiz von der Peripherie -Extero- oder Enterozeption- (z.B. Haut, Muskel, Sehne, Gelenke und Organe) zum Gehirn und vom Gehirn zurück in die Peripherie gelangen kann, bedarf es wieder der Nerven. Es gibt afferente (zum Gehrin), aufsteigende Bahnen, welche die verschiedenen Sinnesqualitäten (Schmerz, Temperatur, Berührungsempfinden, Vibration, Stellung der Gelenke, etc…) zum Gehirn leiten. Hier, im Encephalon, wird – wie beim Schmerz – Wahrgenommen. Der grösste Teil unserer Wahrnehmung erfolgt unbewusst und nur ein kleiner Teil geschieht bewusst (Thalamus filtert), d.h. nur einen Ausschnitt unserer Sinneswahrnehmungen nehmen wir bewusst wahr und können willentlich eine Antwort generieren. Die Antwort (bewusst oder unbewusst) unseres Reizverarbeitenden Systems (Gehirn), wird über efferente (vom Gehirn weg), absteigende Nervenbahne gesendet und enthält immer eine Anpassung auf den jeweiligen verarbeiteten Reiz. Wir haben es in der Reizverarbeitung mit einen kybernetischen Kreislauf zu tun, der in unserem Körper tausendfach existiert. Je nachdem, was für Reize verarbeitet werden, wird dies in einer spezifischen Region unseres Gehirns vorgenommen.

Was passiert nun, wenn ich eine Akupunkturnadel in ein beschriebenes Meridiangebiet steche?

Abhängig von der Lokalisation ergibt sich ein hohes Mass an Rezeptoren (z.B. Gesicht, Ohr = N. trigeminus) oder ein geringes Mass an Rezeptoren (z.B. beidseitig der Wirbelsäule = R. dorsalis des jeweiligen aus der Wirbelsäule austretenden, spinalen Nerves). Die Nadelspitze reizt Rezeptoren unter der Haut und generiert damit zusätzliche «Information». Diese Information wird über die afferenten Nervenbahnen zum Encephalon geleitet, welches wiederum über efferente Nervenbahnen eine Antwort, Anpassung oder Regulation sendet. Allgemein kann die Schulmedizin, den Verlauf der Meridiane in der Akupunktur, anhand der Anatomie nicht erklären, wobei z.T. Überlappungen mit Innervationsgebieten der jeweiligen innervierenden (versorgenden Nervenstruktur) bestehen. Aber es handelt sich ja auch um einen komplett anderen Ansatz, als in der Schulmedizin.

Ebenfalls gibt es neben der Akupunktur andere Behandlungsmethoden, die Ähnlichkeiten und Übereinstimmung mit der Akupunktur haben. Um diejenigen Aufzuzählen, welche ich kenne: Neurolymphatische Druckpunkte (nach Chapman), Weiher`schen Druckpunkte (nach Dr. Weiher) und Tenderpoints (nach Jones)/ Triggerpunkte (nach Travell und Simons)

Ich konnte bei einer Patientin bei extremsten Schmerzen durch eine Arthritis des Hüftgelenkes - zentral wirksame Medikamente brachten keine Hilfe mehr - mittels Ohrakupunktur die Schmerzen deutlich lindern. So hatte sie bis zur unvermeidlichen OP Erleichterung.

Das Problem der zentral (Wahrnehmung und Bewusstseinsgrad) wirkenden Analgetika ist, dass diese sich auf die Vitalfunktionen der Patienten negativ auswirken. Die Patienten werden schläfrig und können bzw. dürfen z.B. nicht mehr Autofahren. Bei einer hohen Dosierung müssen die Patienten auch überwacht werden, wegen den Nebenwirkungen. Wäre für mich auch in diesem Fall auch die Frage, ob zentral wirkende Analgetika das Mittel der Wahl sind. Ich finde es super, wenn Schmerzen auch anders Behandelt werden können.

Wenn es schon Probleme gibt zentral wirksame Medikamente zu bekommen, dann stelle ich mir die Frage, ob es - kurzfristig greifbar- dort einen Schmerzarzt gibt.

Ja, dies sehe ich auch so und umso tragischer ist es für den Betroffenen, wenn es keine Hilfemöglichkeit bzw. Diagnosestellung gibt. Aber ich kenne auch nur das Versorgungssystem Deutschland / Schweiz. Für den Betroffenen bleibt nur die Hoffnung jemanden zu finden, der differenziert vorgehen kann (muss ja nicht immer ein Arzt sein). Das Problem ist oft, dass der Gesetzgeber aus guten Grund, nur den Ärzten die Behandlung gestattet, weil meines Erachtens die Ausbildung von Medizintherapeutischempersonal nicht gut genug ist. Ich arbeite selbst als Physiotherapeut und Osteopath und ärgere mich immer wieder über manche Kollegen, die unhaltbare Therapieangebote und Versprechen machen, was aber nicht heisst, dass diese Berufskollegen keine Erfolge haben.

Danke für deinen Beitrag. Ich habe noch Fragen zu einem anderen Thema: Depressionen - Antidepressive, Burnout, Infarkt der Seele und neuere Studien der Max Planckgesellschaft für Psychiatrie in München. Es würde mich freuen, wenn Du meine diesbezüglichen laienhaften Vorstellungen unter die Lupe nimmst und mir bei dem Verständnis der komplexen Vorgänge weiterhelfen kannst.

Dies ist sicherlich möglich, soweit mein Wissen ausreicht.

Viele Grüsse

DerSuchende

--
Wer suchet, der findet. Dadurch erschaffen wir uns unsere eigene Welt!

Alternativen zur Pharmako-Schmerztherapie

Literaturhinweis @, Dienstag, 03.01.2017, 15:10 vor 3356 Tagen @ DerSuchende 3953 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 03.01.2017, 15:38

Aus diesem Grunde

Mich nerven die vielen - oft völlig unqualifizierten - Postings. Diese helfen nicht, sondern schaffen Verwirrung in einer Notlage.

wollte ich eigentlich nichts schreiben.

Da aber von @Vatapitta ebenso wie von @DerSuchende die relevanteren Aspekte zur palliativen Schmerz-Behandlung dargestellt wurden (eine Ferndiagnose und -therapie zum Krebs als solchem halte ich für äußerst fragwürdig und daher beteilige ich mich auch nicht daran - prominente Beispiele aus der 'alternativen' Szene der letzten Jahre zeigen einfach überdeutlich, daß diese bestaunten Figuren mit den Patienten der Schulmedizin ein Schicksal teilen - sie starben ebenso und genauso schnell, nur vielleicht 'gefühlvoller' - ein Vorwurf, den man vielen schulmedizinischen Instituten sicher machen kann ist, daß sie, insbes. in Zeiten der Fallpauschalen, den Patienten mehr als Objekt denn als Menschen behandeln. Andere aber leider behandeln den Menschen als Mensch aber ... behandeln ihn nicht. Aus diesem Gewirr der Geschmacksachen muß jeder seinen eigenen Weg finden.), hier eine evtl. Alternative.

Ein Aspekt aber, der sowohl in der Traditionellen Chinesischen Medizin wie in der Schulmedizin, auch bei den Alternativmedizinern und denen, die 'Naturheilkunde' auf ihre Schilder pappen, nahezu völlig unbekannt ist, ist, daß das Mysterium der Schmerzstimulation und -unterdrückung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bereits vollständig aufgearbeitet und -im praktischen Sinne- 'gelöst' war. Man weiß zwar heute dank Computertomographie und kranieller Stimulation mehr über das Nervensystem als damals, aber über dessen Beeinflussungsmöglichkeiten erstaunlicherweise in der Praxis weniger als damals - jedenfalls in der Breite der medizinischen und forschenden Professionen.

Der britische Militärchirurg James Esdaile hat erfolgreich eine wohl drei- oder vierstellige Anzahl Operationen ohne jegliche Analgetika/Anästhetika durchgeführt (die es damals praktisch nicht gab, oder deren Wirkung noch nicht erkannt war, wie beim Chloroform, oder die später dennoch unter militärischen Feldbedingungen nicht ausreichend zur Verfügung standen). Interessanterweise, obwohl der Esdaile-Zustand seitenweise Suchergebnisse auch in deutscher Sprache hervorbringt, gibt es nicht mal einen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zu ihm, wohl aber einen hinreichend ausführlichen in Englisch. Allerdings war der Begriff der Hypnose damals nicht allgemein geläufig, die Forschungen von James Braid liefen zu Esdailes 'mesmerischen' Praktiken historisch parallel. In diese Details jetzt aber hier und heute einzusteigen würde ein Buch erfordern und dem Patienten auch wenig helfen. Hier ein weiterer Beitrag auf wikisource. Nur soviel sei gesagt: auch wenn die moderne Hypnotherapie vom Esdaile-Zustand spricht, so sind die Methoden zu dessen Einleitung heute nicht wiederzuerkennen, da man gemerkt hat, daß der gesamte 'mesmerische Überbau' zwar hilft, gerade beim beeindruckbaren oder 'abergläubischen' Menschen in eine Trance und von dort aus tiefer zu gelangen, jedoch unnötig und zeitraubend ist und natürlich die ganze Branche in Verruf brächte, wenn man heute noch in derart 'schamanischer' Weise versuchte, einem Durchschnitts-Patienten gegenüberzutreten.

Die Tragik für die Patientenschaft weltweit hinsichtlich dieser wirksamen und eleganten (wenn auch aus heutiger Sicht verbesserungswürdigen) Methode ist, daß just zu dem Zeitpunkt, als Esdaile mit seinen Forschungen so weit war, daß er nun hätte im Zivilleben diese Methoden lehren können, mit dem Siegeszug des Chloroform, das zwar schon früher entdeckt, aber noch nicht angewendet worden war, scheinbar die Notwendigkeit für alle anderen Methoden wegfiel. Zum gleichen Zeitpunkt, beginnend etwa mit der Gabe von Brom, begann auch die Psychiatrie sich von 'geistigen' Methoden abzuwenden und begann mit den Psychopharmaka ('Mother's little helper' - vor allem Barbiturate) zu experimentieren. Eigentlich ist gegen den bewußten, gezielten und sparsamen Einsatz von Psychopharmaka oder Analgetika auch nichts zu sagen, wie auch nicht gegen orthopädische Einlagen, außer, daß ein Orthopädieschuhmachermeister eher weniger zu Sport rät und ein Pharmakologe weniger zu Psychotherapie.

Wer sich aber Standardwerke der Psychopharmaka-Therapie anschaut, dem stehen, wenn er sie mit der aktuellen Verordnungspraxis vergleicht, regelrecht die Haare zu Berge (das gilt generell für die Pharmakotherapie). In der Schmerzmedizin ist das leider zu größen Teilen auch so, das hat mittlerweile sogar Medien wie z.B. die FAZ erreicht, in der führende Schmerzmediziner den weniger feinfühligen Kollegen vorwerfen, zu wenig, zu spät und oft die falschen Mittel zu applizieren, und selbst wenn, dabei zu übersehen, daß nicht alle Menschen dasselbe Gewicht und Geschlecht aufweisen. Schmerzpatienten sind jedoch durch ihre Schmerzen derart blockiert und mit sich beschäftigt, daß sie, anders als z.B. HIV-Patienten und andere in lautstarken Selbsthilfe- und Patientenlobbygruppen organisierte Erkrankte, es i.d.R. nicht mal mehr schaffen, aufzubegehren (und dann auch nicht recht wüßten, gegen was - ist doch alles 'Schicksal')

Hinzu kommt, daß das deutsche Vergütungssystem sich immer noch stiefmütterlich um die Versorgung von Schmerzpatienten und Palliativ-Medizin kümmert, so daß die EU ein reiner Flickenteppich ist, was Palliativmedizin angeht, Deutschland aber mit Sicherheit nicht als gutes Beispiel vorangeht, bisher.

Aber hier geht es ja um Rußland. Während China mit der TCM in Kombination mit der Schulmedizin meint, recht gut aufgestellt zu sein, und daher, meiner Kenntnis nach, bisher wenig mit Hypnose anfangen zu können scheint, fallen an's "Mystische" gemahnende Heilmethoden in Rußland noch am ehesten auf fruchtbaren Boden - Abgleiten in Scharlatanerie natürlich inklusive. Ich schreibe diesen Beitrag daher nur, weil ich mir denke, a) die schulmedizinische, insbesondere palliativmedizinische Versorgungsstruktur dürfte in Rußland unterentwickelt sein, während es b) anderseits möglich wäre, dort vielleicht einen Hypnotherapeuten (aber Nicht-Scharlatan) zu finden, der sich darauf versteht, einen schmerzfreien Dauerzustand zu induzieren.

Wenn wir schon dabei sind, soll nicht unerwähnt bleiben, daß sich die Hypnose seit Esdaile weiterentwickelt hat, zuerst allerdings nur, was die Einleitung der Hypnose betrifft ('inductions'), d.h. es gibt mittlerweile Sekundenverfahren (wer's "drauf hat"), wo früher (und heute noch viele) Hypnose-Spezialisten eine halbe Stunde oder gar mehrere Sitzungen brauchten, um in die entsprechenden kataleptischen und Esdaile-Zustände vorzudringen. Sucht man Literatur zu Hypnose, so quellen die Regale mittlerweile zwar über, aber das bedeutet leider nicht, daß es sich um Qualität handeln muß; daß bei Amazon direkt darüber dann besondere "Empfehlungen" zu L. Ron Hubbard und Scientology eingeblendet werden, zeigt drastisch, wie arg die Koordinaten auf diesem ansonsten durchaus ernstzunehmenden Gebiet der Medizin in der öffentlichen Wahrnehmung verschoben sind.

Der noch tiefere Zustand nach Esdaile, der aber noch um Anerkennung in der recht konservativ gewordenen medizinischen Hypnosegemeinde kämpft, ist der Sichort-State, dem auch direkte Heilwirkungen zugesprochen werden, etwa eine Beschleunigung der Wundheilung um bis auf das Zehnfache und die Remission bei bestimmten chronischen Erkrankungen. Der in USA vom mittlerweile verstorbenen Sichort als "ultra-depth" bekannt gewordene tiefere Zustand 'jenseits von Esdaile' wird mittlerweile von dessen Schüler James Ramey als 'Sichort-State' gelehrt, der ihn zu dessen Ehren wieder umbenannt hat. Der ebenfalls legendäre US-Hypnotherapeut Gerald Kein begann nach Sichort ebenfalls mit dessen 'ultra-depth'-Verfahren zu experimentieren, bis Sichort ihm die Verwendung des Namens anwaltlich untersagen ließ, woraufhin in der Gerald-Kein-Gefolgschaft dieser Zustand als 'ultra-height' bekannt ist und angewendet wird. Auch unter diesem Begriff ist er daher in der Praxis zu finden.

Leider gibt es jede Menge Leute, die sich im Hypnosesektor tummeln, die nicht mal eine gescheite Trance hinbekommen, und es gibt 'Ausbilder' die ohne mit der Wimper zu zucken sagen 'und wenn es nicht gelingt, Sie aber ein leichtes Schnarchen von ihrem Klienten hören, sprechen Sie ruhig weiter, auch im Schlaf ist das Unterbewußtsein ansprechbar'. Zwar gibt es die Möglichkeit der Schlafsuggestion, aber mit Hypnose ist das weder vergleichbar noch kommt es gar dem Esdaile-Zustand auch nur nahe. Im Gegenteil, Hypnose ist ein Zustand gesteigerter Wachheit, 'heightened awareness', wie die englischsprachigen Hypnoseschulen sagen, mit dem einzigen Unterschied, daß sich unter der Hand eines erfahrenen Therapeuten diese gesteigerte Aufmerksamkeit beliebig lenken und vor allem fokussieren läßt.

Dies sind jetzt lediglich Hintergrundinformationen, von denen ich hoffe, daß jemand, dem dieses Gebiet bisher wahrscheinlich völlig unbekannt war, sich anhand dessen selbst weiterbilden und evtl. nach geeigneten Therapeuten suchen kann.

Ich schreibe das auch nur deshalb, weil die übliche Schmerztherapie u.a. auf Morphin-Derivaten basiert und in aller Regel süchtig macht. Einem terminalen Schmerzpatienten kann das egal sein, er und seine Behandler gehen ja davon aus, daß es einen Zustand ohne unerträglichen Schmerz nie mehr 'in diesem Leben' geben wird und daher die Sucht hinter der Schmerzlinderung zurücksteht. Meiner Beobachtung nach suchen solche Menschen ohnehin ihr Leben weiter abzukürzen, denn die überwiegende Zahl derer, die sich einer Sterbehilfeorganisation anvertrauen, sind Menschen, die einerseits austherapiert scheinen und andererseits unter Schmerzen leiden. Leider sind viele Sterbehilfeorganisationen for-profit-Unternehmen und werden eher nicht zu einem Hypnotherapeuten raten.

Einem Patienten jedoch, der Hoffnung hat, daß seine schmerzursächliche Grundkrankheit erfolgreich therapiert werden könne, dem kann eine Suchtinduktion in der begleitenden Schmerztherapie eben nicht egal sein.

--
Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

@Literaturhinweis, deiner Einschätzung zu den Möglichkeiten in Russland stimme ich zu.

Vatapitta @, Donnerstag, 05.01.2017, 00:07 vor 3355 Tagen @ Literaturhinweis 3171 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 05.01.2017, 00:20

Moin moin,

danke @Literaturhinweis für deine sachliche und ausführliche Beschreibung der Möglichkeiten von Hypnose.

fallen an's "Mystische" gemahnende Heilmethoden in Rußland noch am ehesten auf fruchtbaren Boden - Abgleiten in Scharlatanerie natürlich inklusive. Ich schreibe diesen Beitrag daher nur, weil ich mir denke,
a) die schulmedizinische, insbesondere palliativmedizinische Versorgungsstruktur dürfte in Rußland unterentwickelt sein, während es
b) anderseits möglich wäre, dort vielleicht einen Hypnotherapeuten (aber Nicht-Scharlatan) zu finden, der sich darauf versteht, einen schmerzfreien Dauerzustand zu induzieren.

Der von Dir beschriebene Zustand völliger innerer Ruhe und damit verbunden gesteigerter geistiger Klarheit findet sich gelegentlich auch in der Akupunktur.
In China wurden Operationen unter Akupunktur durchgeführt. In dem Buch von Erich Wühr werden einige Akupunkturbeispiele für Amputationen beschrieben.

Diesen Zustand möchte ich als weitgehend emotionslos (ohne Angst usw.) beschreiben.

Ich habe einige Krebspatienten in meiner Praxis gehabt, die - ohne Aussicht auf Heilung - Linderung gesucht haben. Die behandelnden Ärzte haben mir des öfteren berichtet, dass der Schmerzmittel Konsum deutlich zurück ging.

Dabei habe ich den Patienten Reiki gegeben, das ebenfalls zu tiefer Ruhe und geistiger Klarheit führen kann.

Zumindest in Weißrussland/Minsk gibt es zahlreiche Heiler, die nach der Katastrophe von Tschernobyl von Christel Seligmann und anderen Reikilehrern eingeweiht wurden.

Die ebenfalls eingeweihten ca. 20 - 30 krebskranken Kinder waren ein Jahr später alle gestorben.
Das sage ich, damit hier keine unerfüllbaren Hoffnungen geweckt werden.


Bitte auf diesen Beitrag nicht antworten, wenn die Antwort keine konkrete Hilfe für den Betroffenen darstellt.


Grüße
Vatapitta

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/

Gesundheitstipp

Leserzuschrift @, Samstag, 31.12.2016, 13:13 vor 3359 Tagen @ EM-Financial 4189 Views

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Kein Theraphievorschlag, ohne Gewähr und auf eigene Verantwortung - ich bin kein Arzt.

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