Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt - Aneinanderreihung von non-sequiturs; Tatortarbeit bei Schwerverbrechen völlig anders!

Literaturhinweis @, Sonntag, 25.12.2016, 00:00 vor 3365 Tagen 12041 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 25.12.2016, 20:39

Also, was jetzt: stümperhafte Fernseh-Kriminalistik oder echte Kriminalistik und Forensik - was steht einem solchen Forum besser an?

Ich hatte ja hier und ergänzend hier versucht, etwas Licht in's "Dunkel" der Polizeiarbeit zu bringen. Hier daher nur noch zu diesen neuesten Beschwerden:

Wenn ich beim Zoll, wo ich nicht einmal genau weiß, dass ein Auto Drogen transportiert, das Vehikel in einer Stunde durch Spezialisten auseinandernehmen kann, sollen sie bei der ersten Untersuchung kein Handy gefunden haben.

A) Absolut richtig: aber das ist eine Untersuchung ohne einen konkreten Anfangsverdacht auf ein Schwerbrechen wie Mord, Völkermord, Massenvernichtungs- oder Kriegsverbrechen und ähnliches. Und: man braucht auch keine diffizilen Spuren sichern, denn - der mögliche Täter ist ja der Fahrer und sind evtl. die anderen Insassen. Und: es herrscht Freizügigkeit, d.h. man kann jemanden, der bei erster Kontrolle nicht auffällig ist (d.h. die Paßkontrolle hat zur Zufriedenheit der Zollbeamten bereits stattgefunden, bevor man jetzt auch noch 'das Auto auseinandernimmt'), nicht ewig festhalten bzw. das Fahrzeug für eingehende kriminaltechnische Untersuchungen beschlagnahmen; insofern ist der Fall nicht vergleichbar. Hier sucht der Zoll (erstmal) nur Tatobjekte (Drogen, Waffen, Geld, das über die undeklarierten 10.000 Euro bei Grenzübertritt hinausgeht, Elfenbein, geschützte Pflanzen etc.), die man mit bloßem Auge erkennen kann, er sucht keine Spuren, die nicht mit bloßem Auge erkennbar sind; er riskiert dabei folgerichtig, solche zu zerstören und neue (eigene Fremdspuren) zu legen. Im Extremfall (wäre mir beinahe mal bei einem neu geschweißten Altfahrzeug kurz nach der Hauptuntersuchung passiert) werden auch noch Bodenbleche aufgeschweißt, um in Hohlräumen vermutete Drogenpakete zu finden - aber heutzutage i.d.R. auch erst, nachdem ein Drogenspürhund angesprochen hatte.

Und da ein Mobiltelefon ebenso wie ein Paß, eine Duldungsgenehmigung im Format A4 oder A5, dabei als 'Beifang' ebenso auffallen, wie die eigentlich gesuchten Waffen oder Drogen, werden sie dabei auch gefunden.

B) Aber:

- dabei werden Mikro-Spuren zerstört, unweigerlich,

und

- es werden neue Spuren gelegt, die eine spätere Überführung eines Täters, wenn sie denn auf besagten Mikrospuren basieren müßte, weil er schweigt, erschweren bis verunmöglichen!

Hat man also keinen Anfangsverdacht auf ein Schwerverbrechen, sondern hat im Gegenteil gar keinen Verdacht, so muß man ja erst einen solchen herbei-ermitteln. Durch die Sicherung von Fingerabdrücken oder DNA ansonsten Unschuldiger aber entsteht kein Verbrechensverdacht, es wird auch keiner widerlegt, es passiert außer Zeitverlust und Bindung wertvoller knapper kriminaltechnischer Ressourcen - gar nichts! Höchstens im Fernsehen passiert so etwas, um den Spannungsbogen aufzubauen.

C) Hat man aber einen konkreten Verdacht -und offensichtlicher hätte dieser in Berlin am Breitscheidtplatz nicht sein können!- aber keinen Täter und zudem Verdacht auf mögliche Hintermänner, rein vom Ablauf und Umfang des Geschehens, das eine vorherige Planungsphase haben mußte, so sieht die Sache um 180 Grad andersherum aus:

Das Fahrzeug, oder der Tatort als solcher, wird nicht angefaßt, es werden keine eigenen Spuren gelegt (daß Rettungskräfte wertvolle Spuren zerstören und eigene, irreführende, legen, ist dem Spurenermittler schon so ein Stein im Magen, denn er muß hinterher alle diese Spuren wieder ausschließen, d.h. z.B, die Fingerabdrücke, Schuhsohlenabdrücke, DNA-Spuren und Blutspuren (!) den einzelnen Rettungskräften, Ersthelfern, Notärzten, Bestattungsunternehmern, in Panik durch den Tatort getrampelten verschonten Opfern zuordnen - und hinterher geht der Eiertanz um die datenschutzrechtliche Behandlung der -meist nur auf freiwilliger Basis erhobenen- DNA- und Haar- und Blutspuren und Fingerabdrücke der Retter und unbeteiligten Zufalls-Spurenleger los, deren Daten man grds. nur begrenzt aufbewahren darf, obwohl dem Kriminalisten klar ist, auch darunter könnten verdeckte Mittäter sein, z.B. jemand, der sich einfach scheinbar 'dusselig' so in eine Einfahrt stellt, daß eine Schranke oder ein Poller etwas länger offen bleibt, um nach Durchfahrt des berechtigten Fahrzeuges auch noch ein Tatfahrzeug durchzulassen; und wenn derjenige Terror-Helfer 'übersehen' wurde, ist gerade hier im Gelben hinterher das Geschrei riesengroß!!!).

Also nochmal: das Tatfahrzeug mit Finger, Schuh- und DNA-Abdrücken, mit Faserspuren (Pullover, Hose, Jacke), Zigarettenkippen, 'Papierchen', Abfall (Umhüllung eines Schokoriegels, Trinkflasche mit DNA-Spuren am Ausguß, Fingerabdrücken am Korpus usw.), wird nicht, wie bei einem verdachtslosen Grenzübertritt 'einfach so' und 'auf die Schnelle' auseinandergenommen.

Wäre nicht der evtl. noch reanimierbare Pole in der Fahrerkabine gesessen, hätte man es erst mal u.U. gar nicht eröffnet, sondern die Zugmaschine geschlossen abgeschleppt!

D) Ja, warum geschah das nicht 'gleich'??? Weil die Umgebung zum Tatort zählte - Opfer, mögliche Täterspuren auf der Flucht, evtl. s.o., Mittäter/Beihelfer, die am Anschlagsort gewartet hatten und erst dann untertauchten, Gegenstände, die evtl. durch die komplett zerstörte Windschutzscheibe oder beim Aussteigen aus dem Führerhaus fielen (großes Puzzle: 'gehört dieser Kugelschreiber da

- dem Fahrer

- dem Besitzer des Glühweinstandes

- einem Opfer

- einem Kunden

- einem Sanitäter,

- einem Feuerwehrmann

- einem Polizisten

- lag da schon, Scheix-Stadtreinigung, vor Eröffnung des Weihnachtsmarktes???')

Man sieht auf den vielen Bildern im Internet, auch bei der Lügenpresse, sehr gut, wie in der unmittelbaren Umgebung nicht nur die direkten Spuren-Ermittler (in Ganzkörperanzügen), sondern auch vor der Zugmaschine stehende Polizisten Plastiktüten um ihre Schuhe gewickelt haben.

E) Der grobe Ablauf:

1) Zuerst wurde den Rettungskräften für den evtl. noch lebenden polnischen Fahrer der Vorrang gegeben - Menschenleben schützen und retten geht stets vor Ermittlungsarbeit und Spurensicherung.

2) Dann wurde das Führerhaus verschlossen und bewacht - von wegen Durchsuchung - nix da.

3) Dann kam ein Spürhund ("Mantrailer"), NUR DER wurde in die Kabine gelassen, um Witterung aufzunehmen. Hätte man nun vorher schon durch andere Menschen/Ermittler die Kabine durch weitere Gerüche belastet, wäre der Spürhund völlig nutzlos geblieben - wen hätte er denn jetzt suchen sollen bei einem Dutzend frischen menschlichen Duftspuren? Daher wußte man nach relativ kurzer (relativ kurzer!) Zeit auch, der angeblich 'geflohene' Pakistani konnte unmöglich an der Tat direkt beteiligt sein, er kam höchstens als Zeuge oder einer der Beihelfer ganz am Rande des Geschehens infrage. Ohne einen konkreten Verdacht war er freizulassen! Oder man nimmt gleich alle in der Nähe stehenden tausend Berliner und Touristen in Vorbeugegewahrsam, denn - noch verdächtiger macht sich der gewiefte Täter dadurch, daß er nicht wegrennt. Und alle lebenden "Opfer" ab ins Haftkrankenhaus - wie oft kommen bei Taten auch Mittäter zu Schaden!

4) Dann wurde die Umgebung der Zugmaschine spurentechnisch untersucht, die Zugmaschine wurde bewacht, auch der Polizeipräsident wäre da nicht 'reingekommen. Außer einer groben Sicht-Inspektion, z.B. nach Bergung des polnischen Opfers oder beim Heranführen des Spürhundes war da der Innenraum der Kabine ebenso wie die Außenhaut noch i.W. völlig unberührt, um

- keine neuen Spuren zu legen

und

- keine alten Spuren zu verändern/zu zerstören.

Siehe auch Timeline.

5) Erst, als die Umgebung (4) der Zugmaschine, insbes. der Bereich, bei dem beim Abschleppen sämtliche Spuren zerstört werden, also im Fahrweg des Abschleppers, spurentechnisch aufwendigst erfaßt war (da wird jedes Krümelchen umgedreht, nachdem es zuerst mit einem numerierten 'Hütchen' versehen und photographisch/zeichnerisch/geometrisch dokumentiert wurde, bevor es angefaßt, kriminaltechnisch untersucht und hinterher asserviert wurde!), wurde die Zugmaschine unverändert behutsam zum kriminaltechnischen Labor geschleppt zur endgültigen kriminaltechnischen Untersuchung

6) Dort erst, also möglicherweise über einen Tag später, wird dann der Innenraum nach einer geometrisch genau vorgegebenen Choreographie, von außen nach innen, von außen zur Mitte oder von der Mittellinie nach außen, je nachdem, was den geringsten Spurenverderb verspricht, untersucht. Wie schon in Timeline nur kurz erläutert, ist dabei auf unterschiedliche mögliche und vermutlich sicher vorhandene Spuren Bedacht zu nehmen. D.h., wenn es darum geht, anhand Faserspuren von einer Hose oder Jacke festzustellen, wann wer der Insassen wo gesessen hat, dann kann nicht schon vorher ein 80-kg-Mann sich auf der Sitzbank bis zur Mitte 'robben', um einen Blick in den Spalt zwischen zwei Sitzen zu werfen, ob da zufällig ein Mobiltelefon liegt und das dann 'herausfischen'. Da DNA-Spuren, Schmauchspuren, Faserspuren, Haare, Schuhsohlenabdrücke etc. durch 'invasive' Spurensicherungsverfahren evtl. verändert, unbrauchbar gemacht, zerstört oder in ihrer Lage irreführend verändert werden, muß -heutzutage- i.d.R. zuerst die DNA-Spurenaufnahme durchgeführt werden, ihrerseits wieder so, daß vorgenannte andere Spuren nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Das bedeutet bei allen Gegenständen/Tatorten, die größer sind als etwa eine Hutschachtel, und die nicht in allen Winkeln einsehbar sind, ohne Spuren zu verändern oder neue (!) zu legen, daß man eben nach einer Art "Zwiebelschalenprinzip" vorgehen muß, d.h. man muß notgedrungen mit dem in der Mitte liegenden Schaltknüppel, dem Schlitz zwischen Fahrer- und Beifahrersitz, gar der Schlafkabine über dem Dachhimmel des Führerhauses, solange warten, bis die jeweilige vorherige "Zwiebelschale" vollständig abgearbeitet ist. Das kann Tage, Wochen, Monate dauern. Nach dem RAF-Anschlag im Gefängnisneubau in Weiterstadt bei Darmstadt hat das 'legendäre' BKA-Beweissicherungsteam die Baustelle ein Jahr lang untersucht! Ähnlich bei Flugzeugunglücken bei z.B. Verdacht auf Bombenanschläge u.v.a. solchen komplexeren Tatorten und Tatabläufen.

7) Solange bleibt das Fahrzeug beschlagnahmt und wird untersucht, ggf. werden einzelne Teile, etwa Scheiben oder Sitzpolster mit Durchschüssen, ausgebaut und asserviert, d.h. der Eigentümer erhält auch nach Freigabe ein evtl. teilweise unvollständiges Fahrzeug zurück. Die Frage einer Entschädigung ist kompliziert und zieht sich u.U. über Jahre - es war immerhin eine Tatwaffe, wenn auch unfreiwillig und Tatwaffen können eingezogen werden, jedenfalls steht das Ermittlungsinteresse bei Mord weit über dem 'bloßen' Gewinninteresse eines Unternehmers.

--- Daher:

Dann kommt ein Polizist auf die glorreiche Idee, man könnte den Truck ja nochmals untersuchen.
Tatsächlich finden sie dann das Handy.
Wow - was für eine Heldentat.
Im Spiegel betitelt mit:
Akribie der Tatortarbeit.

Ich hoffe daher, daß im Lichte obiger Erläuterung es etwas verständlicher wird, daß dieser Ablauf tatsächlich nicht etwa lächerlich, sondern sogar sehr wahrscheinlich ist.

--- Nun noch zur Frage: bluten oder schreien Opfer immer, nachdem sie, in z.B. Verkehrsunfällen, schwer verletzt werden?

Im Gefolge der ähnlich fachkundig geführten Diskussionen nach dem LKW-Anschlag in Nizza tauchte diese Frage schon einmal auf und die Antwort lautet, wie damals:

- NEIN, sie müssen nicht unbedingt stark (äußerlich!) bluten. Je nach Unfallhergang sind es häufig innere Blutungen und evtl. nicht-offene Knochenbrüche, Organquetschungen usw. Zum Sterben muß man nicht (ver-) bluten!

- NEIN, sie schreien auch nicht, in der Regel sogar. Leider (wie man's nimmt) ist die deutsche Kriegsgeneration ausgestorben. Diese würde i.W. bestätigen, daß auch verwundete Soldaten oft nur bei Bauchschüssen schreien (dann aber grauslig), ansonsten hört man oft nur ein leises Wimmern oder gar nichts, wegen vorübergehender Bewußtlosigkeit bzw. Betäubung.

- Weiterhin - in dem besagten Video ist unklar, wann genau es aufgenommen wurde, d.h. in welchem Zeitabstand zur Tat. Man bedenke folgendes:

1) Zuerst gibt es die ganz Schwerverletzten; diese sind meist bewußtlos. Sie schreien nicht. Und sie sind bereits kurz danach abtransportiert, jedenfalls bereits im Rettungswagen oder jedenfalls zuerst-versorgt.

2) Die nicht bewußtlosen Schwerverletzten erhalten, sollten sie denn schreien, sofort Schmerz- und Beruhigungsmittel. Einen panisch um-sich-schlagenden Schreienden kann kein Rettungssanitäter oder Notarzt brauchen bzw. fachgerecht versorgen.

3) Selbst Schwerverletzte, die stark beeinträchtigt, aber noch halbwegs bei Bewußtsein sind, 'schreien' meist nicht, d.h. nicht in den ersten Minuten, denn der menschliche Körper schüttet in seiner Gnade Stoffe aus (Adrenalin wurde bereits erwähnt), die zu einer weitgehenden vorübergehenden Schmerzfreiheit und Betäubung (Schock und Stupor) führen. Ich war selbst bei zwei Verkehrsunfällen davon Zeuge. Beim einen hatte der Verletzte mehrere Knochenbrüche abbekommen, war aber bei Bewußtsein, jedoch nicht sinnvoll ansprechbar (Schock) - er wimmerte aber nur derart leise, daß es nicht mal die umgebenden Verkehrsgeräusche übertönte. Der Hergang war dem in Berlin oder Nizza direkt vergleichbar!

4) Dann bleiben die nur leichter Verletzten übrig, also solche, die noch bei Bewußtsein sind und laufen, hinken, 'kriechen' können.

- Ich hatte einen Spielkameraden in einer Kindertageseinrichtung, der von einem Mäuerchen fiel und sich dabei den Oberarm brach, was man eindeutig daran sah, daß er in einem Winkel abstand, der auf normalem Wege nicht erreichbar wäre. Er merkte es erst, als wir ihn darauf ansprachen!

- Ich kannte einen Schlosser, dessen Arbeitskollege hatte sich sämtliche zehn Finger in der Abkantpresse abgetrennt. Der Gewährsmann mußte unwillkürlich immer lachen, wenn er das erzählte: "plötzlich hebt der Kollege die beiden Hände und sagt 'wo sind denn die Finger'?". Erst danach wurde er des Umfangs des Geschehens gewahr, geschrien hat er auch nicht in dem von manchen sensationslüsternen Lesern gewünschten Umfange.

- Einem anderen Bekannten zerbrach ein Pilsglas 'aus heiterem Himmel' in der Hand, als er zum Trinken ansetzte. Es spritzte Blut (Schlagadern?), er schaute nur verdutzt und schüttelte die 'nasse Hand' unwillig, was uns Tischnachbarn und der halben Kneipe einen Blutregen bescherte, der ausgerechnet ihm dann ein hysterisches Lachen abnötigte. Geschrien hat auch er nicht.

---

Wäre es möglich, bei zukünftigen Anschlägen, Katastrophen und Amokläufen diesen Beitrag vielleicht als Referenz zuerst und erneut zu lesen, bevor wild spekuliert und gefragt wird, warum die Kriminalpolizei eigentlich ihre Ermittler nicht gleich aus dem Gelben Forum rekrutiert?

Es verdirbt einem ja sonst den Spaß beim Lesen.

--
Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

Gut Literaturhinweis (aka Crises Maven?), trotzdem ist eine Handlung nicht glaubwürdig.

ebbes @, Sonntag, 25.12.2016, 02:33 vor 3365 Tagen @ Literaturhinweis 6949 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 25.12.2016, 17:28

Was du schreibst, ist ja alles richtig. Ich habe jetzt alles gelesen.

Aber wenn die Vorarbeiten alle durchgeführt worden sind und der LKW endlich durchsucht werden kann, dann sollte ein Ermittler-Team alle Gegenstände gemeinsam finden.

Das heißt: Den Aufenthaltsnachweis, die Geldbörse und das Handy zusammen, trotz deines angeführten Zwiebelprinzips.
Für mich ist es unglaubwürdig, dass die besten Spurensucher Deutschlands das Handy erst bei einer 2. Untersuchung finden.
Eine Fahrerkabine ist kein Dschungel, wo man sich mit einer Machete durchkämpfen muss.

Außerdem würde ich als Verantwortlicher abwägen, was ich als besser erachte, den Wagen sofort zu durchsuchen, möglicherweise Spuren zu zerstören, dafür aber schnellere Ergebnisse zu bekommen oder alles nach Schema F abzuarbeiten.

Warum ich nachhake, habe ich jetzt ja schon öfters erwähnt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man zweimal im Jahr versucht, Russland und Türkei zu trennen und immer ein LKW in eine Menschenmenge fährt, ist einfach zu gering, dass man alles glaubt, was man hört.
Die Prozentzahl (2 mal zwei Ereignisse an einem Tag im Jahr) kannst du sicher besser ausrechnen als ich, denn wenn ich mich richtig erinnere, hoffst du noch auf den Nobelpreis.

Falls du nicht Crises Maven bist, obwohl alle deine Beiträge genauso aussehen, entschuldige meinen Verdacht.

Gruß

ebbes

--
Jedes blinde Huhn, das an der Börse einmal erfolgreich war, denkt gleich, es sei ein Adler.

Wenn die Polizei während einer laufenden Fahndung stets die ganze Wahrheit sagte, bräuchte man sie nicht!

Literaturhinweis @, Sonntag, 25.12.2016, 03:16 vor 3365 Tagen @ ebbes 7673 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 25.12.2016, 20:37

Aber wenn die Vorarbeiten alle durchgeführt worden sind und der LKW endlich durchsucht werden kann, dann sollte ein Ermittler-Team alle Gegenstände gemeinsam finden.

Nein, sie finden sie i.d.R. nie 'gemeinsam', sondern eben immer nur in der jeweiligen 'Zwiebelschicht', die gerade bearbeitet wird. Da im Einzelfall auch der Spurensicherungsfortschritt von nur einem Dezimeter evtl. einen ganzen Tag dauern kann, sind also ein Mobiltelefon und ein Paß, die auch nur einen halben Meter von einander verdeckt liegen, je nach 'Zwiebelschicht' fast eine Woche 'auseinander'.

Das heißt: Den Aufenthaltsnachweis, die Geldbörse und das Handy zusammen, trotz deines angeführten Zwiebelprinzips.

Nein, eben nicht, aus o.g. Grund. Gerade in einem LKW gibt es relativ viele 'Schubladen' und nicht nur, wie im PKW, ein Handschuhfach.

Für mich ist es unglaubwürdig, dass die besten Spurensucher Deutschlands, das Handy erst bei einer 2. Untersuchung finden.

ERSTENS: die Ermittlungen unmittelbar nach der Tat wurden vermutlich vom Berliner Landeskriminalamt durchgeführt. Das sind nicht unbedingt die schlechtesten Ermittler, aber die 'besten' sitzen beim BKA in Wiesbaden.

ZWEITENS: zuerst sah es noch nach einem möglichen Unfall aus. In einem Flächenstaat ermittelt da noch nicht mal das LKA, sondern die Polizei 'vor Ort'. Wie es im Stadtstaat Berlin ist, weiß ich nicht, aber selbst wenn gleich das LKA mit eingeschaltet war - zuerst ging es nur um eine oberflächliche Untersuchung, bei der dann, nach Verzögerungen durch

- erst die Wiederbelebungsversuche am polnischen (Bei-) Fahrer

- dann durch das Warten auf und den Einsatz des Spürhund(es)

der Paß/die Duldungspapiere gefunden wurden.

Danach war erst mal Ende der Spuren-Ermittlungen im Fahrzeug-Innenraum, sofern man das Mobiltelefon nicht direkt sehen und nach Fotografie von dessen Lage mit einem Greifer 'herausfischen' konnte, ohne neue, 'falsche' Spuren zu legen oder alte echte zu beeinträchtigen.

Insofern ist "bei einer erneuten Untersuchung" formal korrekt: die erste war mit Spürhund, die zweite förderte das offenbar im Fußraum sichtbare Ausweisdokument zutage.

Danach wurde, wie beschrieben, vermutlich das Fahrzeug zu gelassen und höchstens wurden an der Außenhaut Spuren gesichert - ganz korrekt, denn diese könnten ja durch z.B. Regen, Frost, Wind, Tau bis zum nächsten Morgen, als nach Sicherung der umliegenden Spuren der Abschlepper kommen konnte, verderben. Daher fand man dann irgendwann die Fingerabdrücke des Tunesiers außen am Führerhaus. Aber nicht 'sofort', sondern erst, nachdem man zuvor noch die DNA-Spuren zu finden versucht hatte, denn das Abbilde-Pulver, oder was immer man genommen hat, um Fingerabdrücke sichtbar zu machen, verdirbt u.U. DNA-Spuren etc.

Da letztere DNA-Auswertung aber länger dauert, als die Fingerabdruck-Zurodnung, haben die später abgenommenen Fingerabdrücke dann die DNA-Analyse-Ergebnisse im Zeitablauf überholt, zumal von Flüchtlingen/Asylsuchenden, insbes., wenn sie, wie Amri in Italien, bereits vorbestraft waren, Fingerabdrücke, aber eben keine DNA-Profile vorhanden sind. D.h. die DNA hätte auch von einem polnischen KFZ-Mechaniker stammen können.

DRITTENS: Als Natur, strafrechtliche Würdigung und Ausmaß des Anschlages im Laufe des Abends erkennbar wurden, war zu entscheiden, ob der Generalbundesanwalt die Ermittlungen an sich zieht und fortführt. Dann wechselt (nicht zwangsläufig, aber meist) die Zuständigkeit vom LKA Berlin zum BKA und auch die Kommunikationswege, die Polizeisprecher u.v.a. ändern sich. Daß dies zu Verzögerungen und in der Übergangsphase zu nicht immer zueinander passenden Pressemitteilungen führen kann, sollte in einem solchen Chaos nicht verwundern; böser Absicht bedarf es dazu nicht.

Also: daß erst nach geraumer Verzögerung weitere Gegenstände gefunden werden, ist geradezu wahrscheinlich.

Eine Fahrerkabine ist kein Dschungel, wo man sich mit einer Machete durchkämpfen muss.

Doch, auf Ebene von Mikrospuren ist eine Fahrerkabine so groß, wie für Läuse ein behaarter Kopf ein Dschungel ist. Wer da 'den Rambo' macht, zerstört unwiderruflich u.U. genau die Spuren, die dazu dienen könnten, den Täter zu überführen und/oder weitere schlimme Straftaten zu verhindern!

Außerdem würde ich als Verantwortlicher abwägen, was ich als besser erachte, den Wagen sofort zu durchsuchen, möglicherweise Spuren zu zerstören, dafür aber schnellere Ergebnisse zu bekommen oder alles nach Schema F abzuarbeiten.

Das Schema F hat sich in ca. 200 Jahren herauskristallisiert und weltweit bewährt; die Schnellschüsse dagegen nicht, siehe den bis heute nicht aufgeklärten Palme-Mord, wo man genau das aus politischen Rücksichten auf den öffentlichen Druck 'versucht' hat. Der Polizeichef selbst hat im "Palme-Rummet", dem Palme-Lagezentrum, die Ermittlungen 'geleitet' und ein hochrangiger Kriminalist hat später einer Untersuchungskommission gegenüber mal geäußert: "Das ist etwa so, als würde der nicht-ärztliche Geschäftsführer eines Krankenhauses eine Notoperation durchführen, bloß weil der Patient der Ministerpräsident ist". Polizeipräsidenten sind i.d.R. Volljuristen und keine Kriminalisten und lassen ihren Leuten wohlweislich freie Hand. Jeder unnötige Druck auf Ermittler führt dazu, daß hinterher u.U. gar keiner verurteilt wird, jedenfalls riskiert man, daß wegen Verlusts wichtiger Spuren noch mehr Taten begangen werden - von Tätern, derer man anders hätte habhaft werden könnern, wenn man nicht übereilt gehandelt hätte.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man zweimal im Jahr versucht Russland und Türkei zu trennen und immer ein LKW in eine Menschenmenge fährt, ist einfach zu gering, dass man alles glaubt, was man hört.

Das halte ich für völlig nebensächlich. Das aufgetauchte, sicher authentische Video des Amri, in dem er seine Treue zum ISIS schwört, ist für mich völlig authentisch. Danach hätte er auch allein handeln können. Schon in Bad Aibling war's ja irgendeine böse Macht, und kein Fahrdienstleiter mit Spielsucht. Genau diese Folien, die man über Realitäten legt, verstellen den Blick auf Täter, Opfer und Wiederholungsgefahren!

Die Prozentzahl (2 mal zwei Ereignisse an einem Tag im Jahr), kannst du sicher besser ausrechnen als ich,

Aha. Das 'kann' man nur, wenn man

- alle anderen Ereignisse, die in dem Zeitraum auch noch ungut aufgestoßen sind, aber an anderen Tagen stattfanden, ignoriert und

- nicht beantworten kann, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, daß in einer Schulklasse mit 35 Schülern zwei am selben Tag Geburtstag haben.

Zum Glück gibt es noch Stochastiker hier, die mir diese Arbeiten abnehmen können, denn sowas kann man auch ohne mein Spezialwissen widerlegen.

Hinzu kommt, daß die Polizei vielleicht wirklich Ausweis und Mobiltelefon im gleichen Zuge fanden, aber erstmal einen Teil verschwiegen haben, um den flüchtigen Täter in Sicherheit zu wiegen, zumal ein ausgeschaltetes Mobiltelefon mit erst noch zu knackender PIN ja nicht freiwillig sagt, zu wem es gehört! D.h. was man einem Ausweispapier SOFORT ansieht, erkennt man bei einem Computer evtl. gar nie.

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Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

Mein gesunder Menschenverstand sagt mir zwar etwas anderes. Aber deine Details überzeugen. Willkommen zurück Crises Maven! (oT)

ebbes @, Sonntag, 25.12.2016, 04:15 vor 3365 Tagen @ Literaturhinweis 6193 Views

- kein Text -

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Jedes blinde Huhn, das an der Börse einmal erfolgreich war, denkt gleich, es sei ein Adler.

Interessante Darlegung

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 25.12.2016, 06:42 vor 3365 Tagen @ Literaturhinweis 7058 Views

Wie auch immer: Wenn ich so einen Text lese, dann interessiere ich mich weniger dafür, wer das geschrieben hat, sondern mehr dafür wie es geschrieben ist und wie die Aussage daraus zu verstehen ist.

Mein Kommentar dazu:
Da ich kein Kriminalist, sondern ein Mensch vom Bau bin, erklärt sich so manches durch diese Erläuterung. Vieles erscheint nun schlüssiger.

Klar bleiben noch gewisse Zweifel. Das hängt nicht mit den vorliegenden Erklärungen zusammen, sondern viel mehr mit der Tatsache, dass in den letzten Jahrzehnten so manches getürkt, von den Behörden verschleiert und (oft sogar weisungsgemäß) von den Medien falsch dargestellt wurde.

Trotzdem vielen Dank für diese Darstellung, - das hat ja auch Zeit und Arbeit gekostet. Für mich wird einiges nun klarer und zumindest erklärbarer.

Geburtstagsparadoxon

Ostfriese @, Sonntag, 25.12.2016, 09:44 vor 3365 Tagen @ Literaturhinweis 7429 Views

Hallo CrisisMaven

Zum Glück gibt es noch

Stochastiker
hier,

die das Geburtstagsparadoxon,

wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, daß in
einer Schulklasse mit 35 Schülern zwei am selben Tag Geburtstag
haben
,

lösen können. Es wurde oft Richard von Mises – einem Bruder von Ludwig von Mises – zugeschrieben. Das ist aber nicht sicher – dafür sind 81,44% sehr sicher!

Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht der Ostfriese.

Gedanken

QuerDenker @, Sonntag, 25.12.2016, 11:02 vor 3365 Tagen @ Literaturhinweis 6306 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 25.12.2016, 11:06

Hallo Literaturhinweis,

Danke für Deine detailierten Ausführungen!

Doch, auf Ebene von Mikrospuren ist eine Fahrerkabine so groß, wie
für Läuse ein behaarter Kopf ein Dschungel ist. Wer da 'den Rambo' macht,
zerstört unwiderruflich u.U. genau die Spuren, die dazu dienen könnten,
den Täter zu überführen und/oder weitere schlimme Straftaten zu
verhindern!

Noch dazu hat so ein Führerhaus - genauso wie moderne PKW - Dutzende von (teils nicht wirklich notwendigen) Ablagefächern, 'Getränkehaltern' u.v.m. (bis hin zu den Staufächern 'über Kopf').
Mit nachgerüsteter Sonderausstattung - z.B. Hydraulikbedienteil seitlich am Fahrersitz - auch viele 'Winkel', wo sich etwas verschlüpfen kann.

Mir ist auch aufgefallen, dass die Zugmaschine nicht an den seit ein paar Jahren vorhandenen 'Beschlägen' unter dem 'Kühlerdeckel' (für 'Nichttrucker': da sind ('tägliche') Wartungspunkte wie Ölmessstab, Scheibenwischwaschwasser usw. zugänglich, ohne das Führerhaus kippen zu müssen) abgeschleppt wurde, sondern 'konventionell' mit einer 'Brille'.

Bad Aibling[/link][/b] war's ja irgendeine böse Macht, und kein
Fahrdienstleiter mit Spielsucht. Genau diese Folien, die man über
Realitäten legt
, verstellen den Blick auf Täter, Opfer und
Wiederholungsgefahren!

Das Erschreckenste an AIB ist für mich weiter, dass offenbar eine einzige Person ALLE 'Sicherheitsmassnahmen' einfach übergehen kann - und dies sogar ohne, dass bei übergeordneten 'Oberfahrdienstleitern' Warnlampen usw. 'angehen'.

Hinzu kommt, daß die Polizei vielleicht wirklich Ausweis und Mobiltelefon
im gleichen Zuge fanden, aber erstmal einen Teil verschwiegen haben, um den
flüchtigen Täter in Sicherheit zu wiegen, zumal ein ausgeschaltetes
Mobiltelefon mit erst noch zu knackender PIN ja nicht freiwillig sagt, zu
wem es gehört
! D.h. was man einem Ausweispapier SOFORT ansieht,
erkennt man bei einem Computer evtl. gar nie.

Der Akku von Smartphones ist teils nach 24h leer...
Aber über die Seriennummer (Aussen) kommt man sicher an die IMEI und über diese und die Funkzellenprotokolle auch auf die IMSI (ohne die SIM 'rauszunehmen'!). Über letztere dann auf Provider und 'Kundendaten'.
Und natürlich können die 'gefaked' sein!

Beste Grüße

QuerDenker

--
10cc: 'communication is the problem to the answer' <img src=" />

Den Blickwinkel wieder weiten

Weiner @, Sonntag, 25.12.2016, 18:37 vor 3364 Tagen @ Literaturhinweis 5822 Views

Danke für die viele Mühe, werter @Literaturhinweis, sowohl in Sachen 'Weihnachtsmarkt' wie für Deine anderen Recherchen der letzten Wochen, die zugleich Einschätzungen und Einordnungen sind - und nicht zuletzt auch den Humor bewahren in einer Zeit, da dies schwer fällt.

Ich möchte statt der Focussierung aufs Detail eine Lanze brechen für eine etwas größere Perspektive.

Die altkommunistische, aber (deswegen) bohrend kritische 'World Socialist Web Site' geht über die Feststellung von Mängeln im Umgang deutscher Behörden und Sicherheitsdienste mit Anis Amri hinaus und stellt die Frage in den Raum, ob gewisse Kreise (die ihn offenbar sehr gut kannten) ihn nicht haben absichtlich tun und walten lassen:

http://www.wsws.org/en/articles/2016/12/24/germ-d24.html

In die gleiche Kerbe schlägt ein Artikel in der Epoch Times:

http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/sek-informant-nach-berlin-anschlag-keiner-...

mit dem zusammenfassenden Vorwurf eines V-Mannes ?Youssef? an die Sicherheitsbehörden:

"Sie hatten Zeit, um sich vorzubereiten. Aber sie haben nur Papiere ausgefüllt. Keiner kann sagen: 'Wir haben es nicht gewusst'."

Diese Info hat es noch nicht in den Wikipedia-Artikel zu Anis Amri geschafft, doch liest man dort (basierend auf Quelle FOCUS), dass er dieses Jahr schon mal Thema einer Sitzung des gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum war (GTAZ, Bund & Länder).

Hier auf dem Forum erwähnt, nicht weiter reflektiert, aber zu obigem Gedankengang passend, ist die Information, die Pegiada-Bachmann zu einem Tunesier bereits da hatte, als die Polizei selbst sich noch mit einem Pakistani beschäftigte.

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=424702

Die Frage, die sich mir stellte, wenn es nicht nur ein Versagen des Behörden- und Sicherheitsapparates wäre: will derselbe nur seinen Einfluss auszuweiten (er hätte jetzt ein Leichtes, mehr Kompetenzen und bessere Funktionen zu fordern). Oder will er gar die Kanzlerin loswerden? Und wenn Letzteres: tut er das aus eigenem Interesse und Antrieb? Oder im Auftrag Dritter? Möglicherweise auch nur vorauseilend ...

Wir gehen für die nächsten vier Jahre nicht nur in eine Phase des Staatsversagens hinein, sondern auch in einen Staatszerfall dadurch zugespitzt, dass die Apparate sich teilweise selbst behindern und bekämpfen werden. Eine neue 'vereinte' Linie wird es erst im nächsten Jahrzehnt wieder geben.

Doch zurück zum Detail: Mir fehlen Belege aus Aufnahmen der vielen Tausend Überwachungskameras, für die Berlin ja bekannt ist. Und glaubhafte Augenzeugen zum Fahrer des Lastwagens. Die Eingrenzung des Gesichtskreises auf das Fahrerhaus des Lastwagens und auf den mutmaßlichen Täter stört mich. Es gelangen zu wenig Randinformationen ins Internet. Man kann sich kein Bild darüber machen, was tatsächlich geschehen ist. Vermutlich haben wir am Ende weniger Informationen als über Nizza. Und auch das gibt zu denken.

MfG, Weiner

Bitte nicht Polizeien und Geheimdienste in einen Topf werfen - Polizei versagt nicht, wenn Verfassungschutz V-Männer schützt

Literaturhinweis @, Sonntag, 25.12.2016, 20:13 vor 3364 Tagen @ Weiner 6231 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 26.12.2016, 13:56

stellt die Frage in den Raum, ob gewisse Kreise (die ihn offenbar sehr gut kannten) ihn nicht haben absichtlich tun und walten lassen

Dieselbe Frage könnte man auch so stellen:

"Wie kommt es, daß in einem stets 'kritischen und wohlinformierten' Forum Leute reihenweise auf einen ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten hereinfallen, der an der Vertuschung des NSU-Treibens, und an dessen womöglicher aktiver Förderung beteiligt war, auch was die 'Aktenführung' betrifft und der zu besoffen war, sich noch an seine Ernennung zu erinnern und nun in Chemtrail-Fernsehsendungen mit Leuten, die sich unberechtigt Professor nennen lassen, tingelt und die gekränkte Unschuld spielt?"

Es mangelt eben vielen nicht nur an Kenntnissen der Polizeiarbeit, sondern auch an Grundkenntnissen der (deutschen und Welt-) Geschichte und noch viel mehr an Hintergrundwissen, was Geheimdienste angeht. Das zeigt auch die stets einseitige Auswahl an Literatur, die zu diesen Komplexen zitiert wird. So kann man schlecht etwas dazulernen.

Daher:

"Sie hatten Zeit, um sich vorzubereiten. Aber sie haben nur Papiere ausgefüllt. Keiner kann sagen: 'Wir haben es nicht gewusst'."

Es ist doch überhaupt kein Widerspruch, daß die Polizei nach einem Anschlag korrekt ermittelt, den die 'eigenen' Geheimdienste vorbereiten geholfen und/oder angestiftet haben?

Das war bei RAF-Morden, beim Nationalsozialistischen Vorwand, beim Münchner Oktoberfest, beim Celler Loch doch auch so und eben jetzt möglicherweise auch beim Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist es nicht auszuschließen.

Bei NSU-Ausschüssen in Landtagen und im Bundestag tauchen doch laufend Mitschnitte von Telefonabhöraktionen auf, die sich gegen Beamte, Dienststellen und Informanten des Verfassungsschutzes richteten. Wenn die beteiligten Polizisten hätten Komplizen sein oder die Aktionen vertuschen wollen, dann wären ja genau diese Akten nicht auffindbar!

Im Gegenteil,

- die Geheimdienste arbeiten seit Beginn der Bundesrepublik, wenn's ins eigene Konzept paßt, gegen die Polizeien

- sie schützen straffällig gewordene V-Männer durch Tarnidentitäten oder bringen sie ins Ausland (meist beides zugleich)

- sie bringen Polizeibeamte in (Lebens-) Gefahr

- sie behindern selbst die Aufklärung von schwersten Verbrechen vor Gericht wie vor parlamentarischen Untersuchungsausschüssen, indem sie Akten vernichten, zurückhalten oder, am liebsten, einfach ihren Beamten keine Aussagegenehmigung erteilen.

In den ganzen Threads zu dem Berlinier wie zum Nizzaner LKW-Anschlag und zum Bataclan, und, und, und, stand das aber alles nicht zur Debatte, im Gegentteil, da wurde stets die Polizei als extreme Deppen hingestellt (aber gleichzeitig lauthals nach mehr Polizei geschrien), als gegen das eigene Volk arbeitend beschimpft (obwohl sie nur Vorgaben der Politik befolgt, die zum allergrößten Teil von den Foristen und Lesern des Gelben Forums durch Tun oder Unterlassen erst mit geschaffen wurden, weil diese Leser und Schreiber die Parlamente mit einer in der Mehrheit unfähigen, und im Einzelfall kriminellen Mafia, die die ersteren steuern und als Stimmvieh mißbrauchen [Fraktionszwang], ausgestattet haben, statt sich ein einziges Mal vorher wenigstens Grundkenntnisse über Polizeiarbeit und speziell Kriminalistik und Forensik anzueignen!).

Bevor man nicht Polizei- von Geheimdienstarbeit abgrenzen kann, kann man -meines Erachtens- doch gar nicht mitreden! Dazu müßte man sich einlesen. Das ist etwa so, als wollte jemand bei einem Brot eine Lebensmittelbeurteilung abgeben und kennte nicht die Verarbeitungsstufen von der Landwirtschaft über die Mühle bis zum Bäcker. Wenn es dann nicht schmeckt, oder zu große Blasen im Teig hat oder 'zu früh' verschimmelt, wird wahllos einfach der Bauer, der Müller oder der Bäcker verunglimpft.

Man merke sich: auch wenn ein Anschlag von einem Geheimdienst ausgeht, arrangiert wurde oder dieser ihn wissend geschehen ließ, ändert das an der Ermittlungstaktik und speziell der Technik der Spurensicherung ebensowenig, wie der Notarzt einen Schwerverletzten anders behandelt, der vom Moslem oder vom Nazi oder von seiner Frau abgestochen worden ist oder sich selbst verletzt hat. Dies meinte ich mit den Folien, die man über ansonsten klar erkennbare Realitäten legt, um sie dauerhaft bis zur Unkenntlichkeit zu verfremden.

Wie grausam und gezielt Geheimdienste bei false-flag-Aktionen vorgehen, sah man übrigens daran, daß sie, von einem aufmerksamen Leser darauf hingewiesen, selbst im Bataclan dann noch heimlich eine Tür nachträglich eingebaut haben - offenbar ohne, daß Nachbarn das bemerkt hätten, übrigens. Da wär' ja sonst was los, im Internet. Mal seh'n, ob sie auch noch die geheimdiensthörigen Google und Bing dazu bringen, ihre Streetviews entsprechend nachträglich zu retuschieren. Stalinsche Ausmaße, das Ganze.

Auch bei sonstigen Details vertun sie sich, trotz aller minutiöser Planung, laufend.

Information, die Pegida-Bachmann zu einem Tunesier bereits da hatte, als die Polizei selbst sich noch mit einem Pakistani beschäftigte.

Das ist nicht verwunderlich - sie wußte es bereits und ihr (der Polizei) konnte nichts besseres passieren, als daß Amri glaubt, er sei sicher, da sie den falschen suchten. In Wahrheit wußten sie es da schon, und aus diesen Kreisen hatte PEGIDA-Bachman auch die Info zu seinem Tweet. Daß Bachmann nicht besonders helle ist, sollte man an seinen oft mißglückten, z.T. strafwürdigen, z.T. nur peinlichen bis unterbelichteten, sonstigen öffentlichen Äußerungen und Auftritten eigentlich gut ablesen können, wenn man denn unvoreingenommen sein will und nicht nur Merkel- und BILD-Niveau konsumiert. Daß er daher jetzt öffentlich zurückrudert und twittert, er habe nur 'seine Glaskugel' bemüht, hat damit zu tun, daß seine Quelle in den Ermittlerkreisen, die er damit fast bloßgestellt, jedenfalls kompromittiert hat, bis hin zur Gefahr der Entlassung, ihm in der Zwischenzeit gehörig den Kopf gewaschen hat. Und vermutlich so schnell keine 'vertraulichen' Mitteilungen mehr wagen wird.

wenn es nicht nur ein Versagen des Behörden- und Sicherheitsapparates wäre: will derselbe nur seinen Einfluss auszuweiten (er hätte jetzt ein Leichtes, mehr Kompetenzen und bessere Funktionen zu fordern). Oder will er gar die Kanzlerin loswerden? Und wenn Letzteres: tut er das aus eigenem Interesse und Antrieb? Oder im Auftrag Dritter? Möglicherweise auch nur vorauseilend ...

Nichts Genaues weiß man nicht - aber daß es in deutschen Geheimdiensten Doppelagenten, d.h. solche deutsche Beamte gibt, die zusätzlich im Sold eines 'befreundeten' Dienstes stehen und von dort Anweisungen erhalten und daß solche ausländischen Dienste zuvörderst eine dosierte Destabilisierung all ihrer Satellitenstaaten im Auge haben (divide et impera), das kann man mit einem einfachen 'cui bono' an vielen Aktionen ablesen, auf die ein loyaler Geheimdienstler im Traum nicht verfiele. Oder wie kann die NSA mit Wissen und Dulden des deutschen 'Auslands'-'Geheim'dienstes die eigene Chefin ausspionieren lassen und kann er "Selektoren" zulassen, die deutschem Recht nicht entsprechen???

dass die Apparate sich teilweise selbst behindern und bekämpfen werden.

Das ist i.d.R. immer so, war auch zwischen SS-Heydrich/GeStaPo und militärischer Aufklärung (Oster, Canaris) nie anders, ist auch in den USA genauso, vgl. FBI und CIA in der Clinton-Affäre oder der Frage der angeblichen russischen Wahlbeeinflussung; dazu sollte man berücksichtigen, daß dies einer der seltenen Fälle war, wo der Konflikt (halb-) öffentlich ausgetragen wurde! Selbst innerhalb der Dienste und Polizeien gibt es Rivalitäten, z.B. wer welchen V-Mann führen darf und wer von dessen Informationen erfährt.

Mir fehlen Belege aus Aufnahmen der vielen Tausend Überwachungskameras, für die Berlin ja bekannt ist. Und glaubhafte Augenzeugen zum Fahrer des Lastwagens.

Ja, die werden natürlich immer gleich öffentlich auf Youtube gestellt, damit man am Ende polizeilich nie mehr unterscheiden kann, ob ein Zeuge aus eigener Anschauung oder nur aufgrund Erinnerungstrübung berichtet.

Eingrenzung des Gesichtskreises auf das Fahrerhaus des Lastwagens und auf den mutmaßlichen Täter stört mich. Es gelangen zu wenig Randinformationen ins Internet.

So funktioniert gute Polizeiarbeit. Nur im Fernsehen ist das sogar schon vor Anlauf des Films aus der Programmzeitschrift zu erfahren. O tempora, o mores! Früher gab es keine Plattformen wie YouTube, da hat auch keiner solche Forderungen gestellt, aber jeder wußte, daß die Polizei zuallerst eines macht: sämtliche möglicherweise relevanten Aufzeichnungen sichern. Und auswerten. Und 'Augen'zeugen mit diesem Wissen konfrontieren. Eine genau Timeline aufstellen. Sich aus jedem Winkel anschauen, was konnte der Zeuge, was konnte der Täter sehen und daraus Schlüsse ziehen. Polizeiarbeit halt.

Vermutlich haben wir am Ende weniger Informationen als über Nizza.

Zum Glück. Nizza und der ganze Gutjahr-Hype waren so dumm, daß jeder nachträgliche Verbreiter VORHER abgestritten hätte, so dumm je sein zu können ...

--
Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

Gegner, Feinde und Konsorten

Langmut @, Sonntag, 25.12.2016, 23:32 vor 3364 Tagen @ Weiner 5368 Views

Hallo in die Runde,

Gegner der Geheimdienste sind a priori die Dienste anderer (Freund oder Feind spielt nur eine untergeordnete Rolle) Staaten oder sogar die diametralen Zuständigkeiten in den eigenen Hierarchie-Ebenen.

Feinde der Dienste sind IMMER die eigenen Behörden: Zoll, Polizei, Justiz, Steuerfahnder u.a. - da muss man leider schon einmal beide Augen im Sinne der Rechtsmäßigkeit zudrücken. Warum gibt es wohl sonst Zeugenschutzprogramme?

Und noch etwas: Die besten Ermittler sitzen selten bis gar nicht in den Verfassungsschutzbehörden, deren Führungsspitzen manchmal unter den seltsamsten Umständen inthronisiert werden.

Besser man hat mit diesen Leuten nichts zu schaffen.

Gruß
Langmut

--
Skat- und Schafkopfweisheit: Besser geimpft als überhaupt keinen Stich.

Der Unterschied zwischen schlau und dumm.
Ein schlauer Mensch kann sich dumm stellen.

Arbeit finde ich gut, da könnte ich anderen stundenlang zuschauen.(Diogenes von Sinope)

Auch mal ein kleiner Literaturhinweis

Weiner @, Montag, 26.12.2016, 01:06 vor 3364 Tagen @ Langmut 5312 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 26.12.2016, 14:17

Späten guten Abend!

Jürgen Elsässer wurde von der Partei DIE LINKE in den BND-Untersuchungsausschuss eingeführt und hatte dort wohl Gelegenheit für tiefere Einblicke in die Aktivität 'der Dienste'. Egal wie man zu ihm steht und ihn einschätzt, ist seine Argumentation die folgende (grob zusammengefasst und etwas ergänzt mit meinen eigenen Worten):

1. Unter Führung der USA bereitet 'der Westen' den Boden für eine böse Aussaat, indem er traditionelle, einigermaßen stabile Staatsstrukturen in bestimmten Ländern zerstört: Iran, Afghanistan, Jugoslawien, Irak, Tunesien, Libyen, Ägypten, Jemen, Somalia, Ägypten, Palästina (via Israel), Ukraine, SYRIEN.

2. Die Aussaat sind dann Terrorgruppen, deren Mitglieder spezifisch rekrutiert (Laden, Baghdadi ...), ausgebildet und mit Waffen, Logistik, Kommunikation und Geldern versorgt werden.

3. Nach Elsässer wurde seit den 1990er Jahren diesen Gruppen das Terrrorziel EUROPA schmackhaft gemacht (ausgehend vom Balkan, wo sich seither und noch heute Ableger/Brückenköpfe/Zentren/Lager dieser Gruppen befinden). Zu diesem Zweck wurden dort von europäischen und amerikanischen Diensten V-Männer eingeschleust.

4. Nachdem diese Terrorgruppen dermaßen auf Kurs gebracht und durch flankierende Maßnahmen (zuletzt 'Flüchtlingskrise' ...) unterstützt worden sind, werden einzelne Anschläge "getriggert".

5. Parallel dazu werden von vor allem US-Diensten 'einzigartige' (und nicht überprüfbare) Hinweise an die europäischen Dienste gegeben, dass "nun bald" dieser und jener Anschlag bevorsteht. Dadurch werden die europäischen Dienste in eine Kooperation mit den US-Diensten hineingezwungen, d.h. auf Linie und zum Rotieren gebracht; sie verlieren ihre Selbständigkeit.

6. Die Gesamtstrategie hinter diesem Spiel ist es, eine Atmosphäre der Angst und der Spannung aufzubauen, um die Zivilgesellschaften Europas zu spalten, manipulierbar und voll kontrollierbar (Totalüberwachung) zu machen.

7. Diese Strategie funktioniert so gut und erzeugt einen solchen diabolischen Hype, dass sich gewisse psychisch disponierte Personen den nun berühmt und 'vorbildlich' gewordenen Terrorgruppen aus eigenem (pathologischen) Antrieb andienen, d.h. nicht einmal direkt (d.h. persönlich und individuell) von jenen Terrorgruppen geführt und unterstützt werden müssen. Das Rad rollt, der Schwarm fliegt von ganz alleine weiter ...

http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?id=3121007&prov=M&dok_var=1&dok_ext=htm

Wie der Dschihad nach Europa kam

MfG, Weiner

Wenn Theorie und Praxis aufeinanderprallen

nereus @, Montag, 26.12.2016, 10:50 vor 3364 Tagen @ Literaturhinweis 5464 Views

Unser Chef-Kriminalist mag sich mit den einfältigen Gedankengängen der Normalverbraucher nicht zufrieden geben und erteilt diesen immer wieder gerne eine Lektion.
Polizeiarbeit sei ein mühsames Geschäft und die Dinge brauchen halt so ihre Zeit.
Bei dieser aufwendigen Recherche werden wir durch einen erfahrenen „Reiseführer“ sicher durch die kriminellen Unbilden unserer Zeit geführt.

Dazu lesen wir: Hat man aber einen konkreten Verdacht -und offensichtlicher hätte dieser in Berlin am Breitscheidtplatz nicht sein können!- aber keinen Täter und zudem Verdacht auf mögliche Hintermänner, rein vom Ablauf und Umfang des Geschehens, das eine vorherige Planungsphase haben mußte, so sieht die Sache um 180 Grad andersherum aus:

Der Spannungsbogen beginnt sich zu spannen.
Hierbei uns wird erklärt, warum die Polizei-Profis doch nicht so wild (wie z.B. der Zoll) durch den Beweismittel-Dschungel trampeln, wie im Beispiel zuvor geschildert.
Selbstverständlich werden, wie meistens, eigene Erfahrungen dazwischen gestreut, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.
Das ist der alte Trick der Immobilienverkäufer, die dem interessierten Nachfrager zuflüstern, daß sie ebenfalls schon eine Wohnung im Objekt erworben haben.
Na, wenn der auch ..

Also nochmal: das Tatfahrzeug mit Finger, Schuh- und DNA-Abdrücken, mit Faserspuren (Pullover, Hose, Jacke), Zigarettenkippen, 'Papierchen', Abfall (Umhüllung eines Schokoriegels, Trinkflasche mit DNA-Spuren am Ausguß, Fingerabdrücken am Korpus usw.), wird nicht, wie bei einem verdachtslosen Grenzübertritt 'einfach so' und 'auf die Schnelle' auseinandergenommen.
Wäre nicht der evtl. noch reanimierbare Pole in der Fahrerkabine gesessen, hätte man es erst mal u.U. gar nicht eröffnet, sondern die Zugmaschine geschlossen abgeschleppt!

Dies klingt alles durchaus plausibe, allerdings müssen diese Darlegungen dann auch ihren Praxistest bestehen.

Ja, warum geschah das nicht 'gleich'???
Weil die Umgebung zum Tatort zählte - Opfer, mögliche Täterspuren auf der Flucht, evtl. s.o., Mittäter/Beihelfer, die am Anschlagsort gewartet hatten und erst dann untertauchten, Gegenstände, die evtl. durch die komplett zerstörte Windschutzscheibe oder beim Aussteigen aus dem Führerhaus fielen (großes Puzzle: 'gehört dieser Kugelschreiber da dem Fahrer, dem Besitzer des Glühweinstandes, einem Opfer, einem Kunden, einem Sanitäter, einem Feuerwehrmann, einem Polizisten lag da schon, Scheix-Stadtreinigung, vor Eröffnung des Weihnachtsmarktes???')
Man sieht auf den vielen Bildern im Internet, auch bei der Lügenpresse, sehr gut, wie in der unmittelbaren Umgebung nicht nur die direkten Spuren-Ermittler (in Ganzkörperanzügen), sondern auch vor der Zugmaschine stehende Polizisten Plastiktüten um ihre Schuhe gewickelt haben.

Ja ja, und man könnte noch über Stunden über die Für und Wider und die Risiken der Kriminaler berichten, was freilich nicht TV-tauglich wäre aber dem aufgeklärten und intellektuellen Verbraucher seine, ein wenig in Unordnung geratene, Welt wieder an den rechten Platz rücken helfen würde.

Es gibt halt nur ein Problem dabei.
Eine schillernde Figur, mit Namen Lutz Bachmann, twitterte gaaaaanz zufällig und nach NUR EINER STUNDE!!! die tunesische Identität einer verdächtigen Person in die virtuelle Welt.
Also muß jemand ziemlich flott die Türen des Lasters aufgerissen und die Geldbörse inkl. Duldungsbescheinigung gefunden haben, gell?

Was machen wir denn nun mit dieser Info?
Dieses Gerücht, welches sich später BEINHART bestätigte, zerstört wie eine Seifenblase die uns geschilderte intensive und zeitraubende Polizeiarbeit.
Doch das ficht unseren Sachkenner nicht an, denn es darf nicht sein, was eben nicht sein darf.

Der grobe Ablauf:
Zuerst wurde den Rettungskräften für den evtl. noch lebenden polnischen Fahrer der Vorrang gegeben - Menschenleben schützen und retten geht stets vor Ermittlungsarbeit und Spurensicherung. Dann wurde das Führerhaus verschlossen und bewacht - von wegen Durchsuchung - nix da.

Wie lange kann das gedauert haben?
Eine halbe, eine Stunde?

Dann kam ein Spürhund ("Mantrailer"), NUR DER wurde in die Kabine gelassen, um Witterung aufzunehmen. Hätte man nun vorher schon durch andere Menschen/Ermittler die Kabine durch weitere Gerüche belastet, wäre der Spürhund völlig nutzlos geblieben - wen hätte er denn jetzt suchen sollen bei einem Dutzend frischen menschlichen Duftspuren? Daher wußte man nach relativ kurzer (relativ kurzer!) Zeit auch, der angeblich 'geflohene' Pakistani konnte unmöglich an der Tat direkt beteiligt sein, er kam höchstens als Zeuge oder einer der Beihelfer ganz am Rande des Geschehens infrage. Ohne einen konkreten Verdacht war er freizulassen! Oder man nimmt gleich alle in der Nähe stehenden tausend Berliner und Touristen in Vorbeugegewahrsam, denn - noch verdächtiger macht sich der gewiefte Täter dadurch, daß er nicht wegrennt. Und alle lebenden "Opfer" ab ins Haftkrankenhaus - wie oft kommen bei Taten auch Mittäter zu Schaden!

Klar, so wird es gewesen sein.
Deshalb gab es auch keine Gegenüberstellung zwischen Verfolger und zivilem Jäger, welche gemeinsam durch den Berliner Abend hetzten.
Der Hund machte eben einen ganzen Job. Prima Hasso! [[zwinker]]

Wie lange dauerte dies – mit allem drum und dran?
Zehn Minuten, 15 oder eine halbe Stunde?

Dann wurde die Umgebung der Zugmaschine spurentechnisch untersucht, die Zugmaschine wurde bewacht, auch der Polizeipräsident wäre da nicht 'reingekommen.

Alleine dieser Satz spricht für sich und die Absicht des Verfassers. [[sauer]]

Außer einer groben Sicht-Inspektion, z.B. nach Bergung des polnischen Opfers oder beim Heranführen des Spürhundes war da der Innenraum der Kabine ebenso wie die Außenhaut noch i.W. völlig unberührt, um keine neuen Spuren zu legen und keine alten Spuren zu verändern/zu zerstören.

Und weiter ruckelt der Zeiger der Zeit - Minute für Minute ..

Erst, als die Umgebung der Zugmaschine, insbes. der Bereich, bei dem beim Abschleppen sämtliche Spuren zerstört werden, also im Fahrweg des Abschleppers, spurentechnisch aufwendigst erfaßt war (da wird jedes Krümelchen umgedreht, nachdem es zuerst mit einem numerierten 'Hütchen' versehen und photographisch/zeichnerisch/ geometrisch dokumentiert wurde, bevor es angefaßt, kriminaltechnisch untersucht und hinterher asserviert wurde!), wurde die Zugmaschine unverändert behutsam zum kriminaltechnischen Labor geschleppt zur endgültigen kriminaltechnischen Untersuchung

Das braucht alles seine Zeit, nicht wahr!
Wir laufen nun aber schon seit geraumer Weile GEGEN die Bachmannsche Timeline!
Aber der Spannungsbogen wird weiter gedehnt und gedehnt und der gelbe Mitleser beginnt zu staunen, wie akkurat doch die Berliner Polizei den „unschönen Dingen des Lebens“ auf die Pelle rücken kann/möchte/will.

Dort erst, also möglicherweise über einen Tag später, wird dann der Innenraum nach einer geometrisch genau vorgegebenen Choreographie, von außen nach innen, von außen zur Mitte oder von der Mittellinie nach außen, je nachdem, was den geringsten Spurenverderb verspricht, untersucht.

Ja ja, die schöne Choreographie!
Die anmutige Ballerina zog ihre Pirouetten und Schrittkombinationen über das Eis und hätte noch über Stunden weitere kunstvolle „Spannungsbögen“ auf die SPIEGEL-glatte Fläche gezwirbelt, wenn da nicht ein ungehobelter Zuschauer auf’s Eis gestürmt wäre, um einen ziemlich großen Haufen auf die blitz-blank polierte Fläche zu scheissen in dem kurz darauf die graziöse Ballerina zu Fall kam.
Ihr weißes Spitzenkleid hatte nun sehr unschön anzuschauende braune Flecken.
Die grandios begonnene Kür endete im Desaster.

Der Lutz hat blöderweise NACH NUR 1 STUNDE die Identität des VERMEINTLICHEN Terroristen in die Welt gezwitschert.
Da war der Hund noch am Hecheln und die Hütchen noch nicht wieder eingesammelt.
Niemand wußte schließlich, welch brisantes Dokument im Führerhaus vor sich hin schlummerte.
Und daher brechen wir diese „Leerstunde“ auch vorzeitig ab, so interessant sie auch immer weiter entwickelt wird.

Wie schon in Timeline nur kurz erläutert, ist dabei auf unterschiedliche mögliche und vermutlich sicher vorhandene Spuren Bedacht zu nehmen. D.h., wenn es darum geht, anhand Faserspuren von einer Hose oder Jacke festzustellen, wann wer der Insassen wo gesessen hat, dann kann nicht schon vorher ein 80-kg-Mann sich auf der Sitzbank bis zur Mitte 'robben', um einen Blick in den Spalt zwischen zwei Sitzen zu werfen, ob da zufällig ein Mobiltelefon liegt und das dann 'herausfischen' ..

Nein, das kann und das darf er nicht.

Ich hoffe daher, daß im Lichte obiger Erläuterung es etwas verständlicher wird, daß dieser Ablauf tatsächlich nicht etwa lächerlich, sondern sogar sehr wahrscheinlich ist.

Schöne Geschichte, gar keine Frage, fast wie aus dem Lehrbuch.
Sie hat nur leider nix mit der Realität zu tun, Herr Polizei-Professor, jedenfalls nicht mit der an einem Montagabend kürzlich in Berlin.

Danke Herr Bachmann und danke an die Lecks in der Berliner Polizei!

Ihr habe uns einen großen Dienst erwiesen.
Das ganze lügenhafte Geschwurbel der Offiziellen und Inoffiziellen habt Ihr in Schutt und Asche gelegt, auch wenn Bachmann im Nachhinein und aus verständlichen Gründen seine Quellen schützt.
Da helfen auch die spannenden Geschichten nicht, die in Foren verbreitet werden und die das Geschehen anderweitig vermitteln sollen.

Die Berliner Polizei hat ausgeschlossen, dass Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann schon kurz nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz polizeiinterne Informationen über den Tatverdächtigen und seine Nationalität hatte. "Das ist schlichtweg unmöglich", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Bachmann hatte am Montagabend zwei Stunden nach dem Anschlag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter mitgeteilt, dass der Täter ein "tunesischer Moslem" sei.

Quelle: https://www.merkur.de/politik/anschlag-in-berlin-tweet-von-lutz-bachmann-mit-angebliche...

Da bleibt mir nur noch das legendäre „nit möööglich“ des Clowns Grock auszurufen.
Das Eine ist die Theorie und das andere die Realität.

Da halte ich mich doch besser an die vielen Fragen eines Martin Lejeune und anderer kritischer Zeitgenossen.
Wer sich wirklich die Dimensionen des Falles erschließen will, sollte sich den NUOVISO-Beitrag „LKW-Anschlag in Berlin – ein Ausweis als Ablenkungsmanöver“ anschauen.

Und für alle Interessierten sei nur Folgendes noch erwähnt.
So wie es eben Polizei-Lecks gibt, welche die hochverräterische Politik der Kanzlerin und ihres Umfeldes nicht mehr ertragen können, so gibt es natürlich auch Trojaner in der Polizei, die ernsthafte Ermittlungsarbeit boykottieren und auch gerne FALSCHE Spuren legen.

Aber solche komplexen Hintergründe interessieren den "Experten" nicht und nicht unbeabsichtigt wird bei seinen Fake-News ständig auf olle Kamellen verwiesen, um die eigene, oder besser, regierungsamtliche Agenda subtil durchzuboxen.

mfG
nereus

p.s. Noch nachträglich frohe Weihnachten an allen Gelben!

Nicht der hellste?

Rybezahl, Montag, 26.12.2016, 11:18 vor 3364 Tagen @ Literaturhinweis 5011 Views

Information, die Pegiada-Bachmann zu einem Tunesier bereits da hatte,

als die Polizei selbst sich noch mit einem Pakistani beschäftigte.

Das ist nicht verwunderlich - sie wußte es bereits und ihr (der Polizei)
konnte nichts besseres passieren, als daß Amri glaubt, er sei sicher, da
sie den falschen suchten. In Wahrheit wußten sie es da schon, und
aus diesen
Kreisen hatte PEGIDA-Bachman auch die Info zu seinem Tweet
. Daß
Bachmann nicht besonders helle ist, sollte man an seinen oft mißglückten,
z.T. strafwürdigen, z.T. nur peinlichen bis unterbelichteten, sonstigen
öffentlichen Äußerungen und Auftritten eigentlich gut ablesen können,
wenn man denn unvoreingenommen sein will und nicht nur Merkel- und
BILD-Niveau konsumiert. Daß er daher jetzt öffentlich zurückrudert und
twittert, er habe nur 'seine Glaskugel' bemüht, hat damit zu tun, daß
seine Quelle in den Ermittlerkreisen, die er damit fast bloßgestellt,
jedenfalls kompromittiert hat, bis hin zur Gefahr der Entlassung, ihm in
der Zwischenzeit gehörig den Kopf gewaschen hat. Und vermutlich so schnell
keine 'vertraulichen' Mitteilungen mehr wagen wird.

Hallo,

wenn jemand einen Fehler gemacht hat, dann wohl der Bachmann. Denn nicht nur der Informant aus den Kreisen der Berliner Polizei wird sich in Zukunft besser überlegen, was er schwätzt, auch alle anderen Informanten werden das mitbekommen haben. Damit war der Bachmann die längste Zeit "Bestinformierter Mann".

Das stelle ich mir unangenehm vor, wie jeder unmittelbar beteiligte Polizist einzeln "befragt" wurde. Auweia!

Eigentlich gar nicht verwunderlich, dass der Bachmann solche Informanten hat(te). "Links-Grün-Versiffte" Polizisten, wo gibts denn das?

Grüße
Rybezahl.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Bitte mal in Tatortarbeit einlesen!

Literaturhinweis @, Montag, 26.12.2016, 13:34 vor 3364 Tagen @ nereus 5220 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 26.12.2016, 13:44

Unser Chef-Kriminalist

Wer? @nereus???

Polizeiarbeit sei ein mühsames Geschäft

Ja, anders als aus dem Ohrensessel in die Tasten zu klampfen und dabei 'Fakten' zu erfinden oder erfundene abzuschreiben.

Selbstverständlich werden, wie meistens, eigene Erfahrungen dazwischen gestreut, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

Ja, wenn man welche hat [[zwinker]]

Dies klingt alles durchaus plausibel, allerdings müssen diese Darlegungen dann auch ihren Praxistest bestehen.

Es gibt halt nur ein Problem dabei.
Eine schillernde Figur, mit Namen Lutz Bachmann, twitterte gaaaaanz zufällig und nach NUR EINER STUNDE!!! die tunesische Identität einer verdächtigen Person in die virtuelle Welt.
Also muß jemand ziemlich flott die Türen des Lasters aufgerissen und die Geldbörse inkl. Duldungsbescheinigung gefunden haben, gell?

Gell! Hatte ich geschrieben, aber offensichtlich ist mein Satzbau nicht für jeden. Das passierte, als der Spürhund in die Kabine gelassen wurde. Die Papiere von Tunesier Amri lagen im Fußraum auf der Fahrerseite, wo der Spürhund eingelassen wurde. Diese, und nur diese, die, ohne Spuren zu zerstören, herausgefischt werden konnten, wurden extrahiert. Danach kam die Tür wieder zu.

Dann

- wertete man den Zufallsfund aus

- ein Beamter, vermutlich aus dem Umkreis der Finder, das kann ein einfacher Streifenpolizist gewesen sein, informierte Bachmann (oder einen Pegida-nahen Mittelsmann), der dann den Rand nicht halten konnte, was seiner aufmerksamkeitssuchenden Persönlichkeit entspricht

- dann, an der geschlossenen Tür, an der unverzüglich die Spurensicherung begann, als man die Zugmaschine noch nicht abschleppen konnte, wurden erst DNA-, dann Fingerspuren gesichert (u.a. die von Amri, aber auch vom Polen und ggf. Dutzende weitere - aber nicht ein Hauch vom Pakistani)

- ein Abgleich ergab, daß diese (teilweise) mit dem in den Papieren genannten Spurenleger identisch waren

- ungefähr zeitgleich ergab sich dann das Bild, daß der versehentlich festgenommene Pakistaner es nicht sein konnte,

a) weil die Witterung des Spürhundes nicht zu ihm paßte

und

b) -zumindest auf der Außenhaut der Zugmaschine- weder DNA- noch Finger- noch Faser- noch Handabdruck- noch sonstige (etwa Blut-, Haar-) -Spuren zu finden waren, die mit dem vermeintlich 'geflüchteten' Täter übereinstimmten.

c) In zweiter Befragung teilte dann auch noch der 'aufmerksame Bürger', der ihn 'gestellt' haben wollte, mit, daß er ihn in den entscheidenden Momenten vor dem Zugriff der Polizei bereits aus den Augen verloren hatte und

d) -vermutlich- konnte er ihn dann -unsicher geworden ob des Aufwandes und zur Besinnung gekommen, nach seiner kurzen Sekunde des Ruhmes- bei einer erst dann erfolgenden Gegenüberstellung nicht 'zweifelsfrei' erkennen.

Letzteres, d), hätte keine Rolle gespielt (es war dunkel, er sah ihn u.U. nur von hinten, der Verfolger war aufgeregt!), wenn die Spuren zum Aufgegriffenen gepaßt hätten. Taten sie aber nicht, insbesondere der untrügliche Spürsinn eines Mantrailer-Hundes sprach vollkommen dagegen. Und vermutlich schlug dagegen der Mantrailer-Hund bei den Ausweispapieren eindeutig an.

Das ist der vermutliche Ablauf.

Nun zu Bachmann, den Rest der Kritik kann man als vom Laien kommend abhaken:

Was machen wir denn nun mit dieser Info?

Geistig verarbeiten. Täte ich jedenfalls ...

Dieses Gerücht, welches sich später BEINHART bestätigte, zerstört wie eine Seifenblase die uns geschilderte intensive und zeitraubende Polizeiarbeit.

Nein, im Gegenteil, sie bestätigt genau das.

Doch das ficht unseren Sachkenner nicht an, denn es darf nicht sein, was eben nicht sein darf.

Weil nicht sein konnte, was nie war.

Wie lange kann das gedauert haben?
Eine halbe, eine Stunde?

Siehe oben, das Fahrzeug blieb verschlossen bis auf die Bergung des Schwerverletzten/Toten und dessen versuchte Reanimation und den Einstieg des Mantrailer-Spürhundes, bei dem -da im Sichtbereich des Hundeführers- auch die Ausweispapiere im Fußraum der Fahrerseite gefunden wurden. Ich glaube, das versteht nur nicht, der nicht will.

Wie lange dauerte dies – mit allem drum und dran?
Zehn Minuten, 15 oder eine halbe Stunde?

Das kommt darauf an. Ich vermute, daß man den Spürhund zuerst am fälschlich beschuldigten Pakistani hat 'schnuppern' lassen und dann in der Kabine, da dies aufgrund der vermeintlichen Verdachtssituation und in Kenntnis polizeilicher Gepflogenheiten den größeren Sinn ergibt. Das kam aber in dieser -seltenen- Reihenfolge nur zustande, weil der 'beherzte Verfolger' sich so sicher schien, andersherum hätte man 'ergebnisoffener' ermittelt, weshalb ich ja diese -im Nachhinein- zu frühe Verengung des Gesichtskreises -und der Öffentlichkeitsarbeit!- auf diese Konstellation als schweren Fehler bezeichnet hatte. Shit happens.

(Ich wüßte aber auch nicht, ob ich mich in dieser Situation der Dynamik der Ereignisse hätte entziehen können.)

Dann wurde die Umgebung der Zugmaschine spurentechnisch untersucht, die Zugmaschine wurde bewacht, auch der Polizeipräsident wäre da nicht 'reingekommen.

Alleine dieser Satz spricht für sich und die Absicht des Verfassers. [[sauer]]

Ja, Aufklärungsabsichten stoßen hier manchen sauer auf ...

Wir laufen nun aber schon seit geraumer Weile GEGEN die Bachmannsche Timeline!

Nein, Lesen bildet.

Der Lutz hat blöderweise NACH NUR 1 STUNDE die Identität des VERMEINTLICHEN Terroristen in die Welt gezwitschert.

Wie ich oben erklärte - da war das Papier bereits längst gefunden - aber, um Himmels willen, nicht kommuniziert. Nur darum hat man den falschen Ausländer auch so schnell wieder freigelassen - schließlich kann die Polizei einen Verdächtigen bis zu 24 Stunden auch ohne Haftbefehl festhalten (das wären, wenn man was von der Fristberechnung im Grundgesetz versteht, insges. ca. 30 Stunden gewesen). Aber nach diesem Fund und dem negativen Befund des untrüglichen Spürhundes erschien es ausgeschlossen, daß er 'am Tatort' war. Zumal er noch dazu in seinen Vernehmungen offenbar einleuchtend sein Verhalten erklären konnte. Viel klarer kann ein solcher Fall dann kaum sein.

Da war der Hund noch am Hecheln und die Hütchen noch nicht wieder eingesammelt.

Doch, genau das. Das geschah so schnell es irgend möglich war!

Niemand wußte schließlich, welch brisantes Dokument im Führerhaus vor sich hin schlummerte.

Doch, da schlummerte es dort nicht mehr.

Und daß die Polizei Stein und Bein schwört, der Tweet von Bachmann könne 'unmöglich' auf einem 'Leck' beruhen - ja, was soll sie sonst tun? Sie wird mit Sicherheit, wenn mal Zeit dafür ist, dazu Herrn Bachmann vernehmen und die Abläufe nachvollziehen. Auch bei der falschen DNA-Spur in Heilbronn und im Rest Europas und bei der Böhnhardt-Peggy-DNA ist sie erstmal komplett verwirrt und mauert. Weil aus ihrer Sicht nicht sein kann, was nicht sein darf: daß nämlich Polizisten, die sich von ihrer der Politik in den Hintern kriechenden Führung verladen fühlen, sich mit PEGIDA gemein machen. Ist aber so - gerade Polizisten stehen i.d.R. eher nicht 'links'.

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Unverzeihlicher Ermittlungsfehler?

Rybezahl, Montag, 26.12.2016, 15:15 vor 3364 Tagen @ Literaturhinweis 5192 Views

Wie lange dauerte dies – mit allem drum und dran?
Zehn Minuten, 15 oder eine halbe Stunde?


Das kommt darauf an. Ich vermute, daß man den Spürhund
zuerst am fälschlich beschuldigten Pakistani hat 'schnuppern'
lassen und dann in der Kabine, da dies aufgrund der vermeintlichen
Verdachtssituation und in Kenntnis polizeilicher Gepflogenheiten den
größeren Sinn ergibt. Das kam aber in dieser -seltenen- Reihenfolge nur
zustande, weil der 'beherzte Verfolger' sich so sicher schien, andersherum
hätte man 'ergebnisoffener' ermittelt, weshalb ich ja diese -im
Nachhinein- zu
frühe Verengung des Gesichtskreises -und der Öffentlichkeitsarbeit!- auf
diese Konstellation als schweren Fehler bezeichnet hatte
. Shit
happens.

(Ich wüßte aber auch nicht, ob ich mich in dieser Situation der Dynamik
der Ereignisse hätte entziehen können.)

Hallo!

Nochmal eine Anmerkung bzw. Frage.

Warum "unverzeihlicher Ermittlungsfehler"? Die Polizei muss doch dem Hinweis des beherzten Verfolgers nachgehen, schließlich könnte auch er die Papiere dort platziert haben. Außerdem konnte der wahre Täter doch so glauben, es würde nach der falschen Person gesucht (was möglicherweise der Fall war). Ich kann aber nicht glauben, dass die gefunden Papiere nicht trotzdem untersucht wurden (abfotografieren und anschließend versiegeln, o. ä.).

Es war ja richtigerweise auch nicht die Rede davon, dass der Täter gefasst wurde (oder habe ich etwas überlesen?). Was die Leute daraus machen, ist eine andere Sache, da wird aus "mutmaßlich" schnell mal "ganz bestimmt".

Gruß
Rybezahl.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Auch wenn es hart klingt: 'unverzeihlich' ist es, in Ermittlungen zu früh einer bestimmten Hypothese zu folgen

Literaturhinweis @, Montag, 26.12.2016, 17:05 vor 3363 Tagen @ Rybezahl 5131 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 27.12.2016, 17:27

Zu diesen Fragen ein paar Antworten:

Warum "unverzeihlicher Ermittlungsfehler"?

Weil er hätte vermieden werden können, wenn man sich nicht hätte in's Bockshorn jagen lassen (alles, was man wissen kann, bezieht sich, außer man heißt Bachmann, auf das, was übereinstimmend in den Medien berichtet wurde):

Die Polizei muss doch dem Hinweis des beherzten Verfolgers nachgehen

Ja, aber

- nicht nur diesem, sondern auch anderen, 'widersprechenden'

- bloß, weil es zu einem frühen Zeitpunkt noch keine anderen, 'widersprechenden' gibt, heißt das niemals, daß es sie nicht geben könnte. Alle polizeiliche Ermittlungserfahrung zeigt, daß es sie in der Regel gibt, und daß sich mehrere Spurenakten anfänglich widersprechen. Also ist es gute Praxis, keine frühe Spur als 'besonders' gewichtig zu betrachten. Oder anders herum: nehmen wir an, jemand hätte den echten Attentäter, Amri, fliehen sehen und der 'beherzte Verfolger' hätte einen anderen 'fliehen' sehen - welcher wäre dann 'der richtige' gewesen? Zu dem Zeitpunkt: keiner!

Also ist es, auch wenn es nur einen gibt: keiner!!!

So sollte man denken, wenn man kriminalistisch denkt. Daß es den erstgenannten Fall nicht gab, sollte einen erfahrenen Kriminalisten nie verleiten, zu glauben, es gäbe ihn nicht bzw. könne ihn nicht geben, bloß, weil es 'so schön paßt' und man noch dazu unter dem Schock/dem Eindruck der bösen Tat steht.

Dem Chirurg zittern auch nicht plötzlich die Hände, wenn er den Bauchraum eröffnet wegen eines einfachen Blinddarms und plötzlich vor einem riesigen Aorten-Aneurysma steht, das jeden Moment platzen könnte. Er kann beides: den Blinddarm nicht vergessen und überlegen, wie er mit dem Aneurysma umgeht und in welcher Reihenfolge. Ich hatte aber auch konzediert, daß es mir vielleicht ähnlich gegangen wäre, noch passieren solche Anschläge ja nicht alle Tage.

schließlich könnte auch er die Papiere dort platziert haben

(Der Verfolger?) Alles ist möglich - aber warum sollte der Verfolger Papiere von Amri plazieren und dann einen unbeteiligten Pakistani 'verpfeifen'???

(Der Pakistani?) Ja, es könnte der Pakistani die Amri-Papiere dort plaziert haben. Aber: dann hätte der Spürhund angeschlagen!!! Also, ab dem Zeitpunkt, da der Mantrailer-Hund die Kabine, die Amri-Papiere und den Pakistani 'beschnüffelt' hatte, war klar, daß entweder ein 'geruchsloses Etwas' mit Handschuhen die Amri-Papiere dort plazierte oder eben ... Amri selbst.

Daß Amri in Italien mit einer Kleinkaliberwaffe um sich schoß, die der glich, mit der der polnische Fahrer erschossen wurde, spricht ein weiteres Mal für Personenidentität, und vermutlich sind mittlerweile die forensischen Auswertungen zu den Patronen und Kugeln und den typischen Spuren vom Lauf auch ausgewertet und beide Projektile wurden aus derselben Waffe abgefeuert.

Dann gibt es nur noch die Möglichkeit, daß Amri die ganze Zeit in Italien war und jemand hat ihm die Waffe mit UPS oder DHL hingeschickt. Es gibt nichts, was man sich nicht ausdenken könnte (dann stellt sich aber die Frage, wie ausgerechnet seine Fingerabdrücke außen und innen am Führerhaus gefunden werden konnten).

konnte der wahre Täter doch so glauben, es würde nach der falschen Person gesucht

Das war ja der Sinn, warum man nichts über 'den Tunesier' veröffentlichte - bis auf Bachmann. Genau so geht ja Polizeiarbeit!

kann aber nicht glauben, dass die gefunden Papiere nicht trotzdem untersucht wurden

Davon rede ich doch: die wurden forensisch untersucht:

a) dem Hund zum Schüffeln gegeben

b) DNA-, Fingerabdrucks- und andere Spuren gesichert und abgeglichen

c) auf Fälschungen untersucht (!) - es könnte ja gerade so sein, daß man sie Amri geklaut oder welche nachgemacht hatte, um Amri ungerechtfertigt zu belasten.

Die Polizei ist doch nicht blöde!

richtigerweise auch nicht die Rede davon, dass der Täter gefasst wurde

Wie man's nimmt: es wurde ungewollt suggeriert:

a) "Ein Verfolger hat den Täter bis zuletzt im Blick gehabt"

b) "Dieser wurde gefaßt".

Genau das war ja das Fatale, worauf, nach den Pressemitteilungen zu schließen, in den ersten Minuten auch die Polizei hereinfiel: es gibt eine lückenlose Spur vom Führerhaus zum Festnahmepunkt - das kann dann ja nur der (letzte) Fahrer sein! Wenn jemand sagt "es ist Tag" gehe ich ja auch nicht davon aus, die Sonne sei nicht aufgegangen!

Was die Leute daraus machen, ist eine andere Sache, da wird aus "mutmaßlich" schnell mal "ganz bestimmt".

Das tat wohl leider im ersten Moment auch die Polizei.

Ich war als Jugendlicher mal auf dem Gepäckträger eines Fahrrades unterwegs, mit Fahrradanhänger, in der Dämmerung. Da kam ein Polizist um die Ecke gefahren, und ich sprang schnell vom Gepäckträger herunter, denn das war ja verboten.

Der Polizist herrschte mich an: "Was hast Du da drüben hinter der Mauer gemacht?" Ich: "Wo hinter der Mauer?" Er "Red' Dich nicht 'raus, ich hab' Dich springen sehen!". Nun ja, es klärte sich dann auf und mein verkehrsordnungswidriges Mitfahren auf dem Gepäckträger (das ich ja dann erklären mußte, um dem gravierenderen Vorwurf des unbefugten Eindringens in ein fremdes Grundstück zu entgehen) interessierte ihn gar nicht - aber auf dem Garten-Grundstück hinter dieser Mauer war erst vor ein paar Tagen eingebrochen worden und er an den Ermittlungen beteiligt.

So schnell kann es gehen, wenn jemand, wie im Fall Berlin, von einem Tatort, den er noch nicht mal als solchen (er)kennen muß, wegrennt (weil er angeblich zu U-Bahn will) und man einen flüchtenden Täter sucht. Obwohl ein Polizist sehr wohl in Erwägung zieht, daß gewiefte Täter eher behutsam (vor)gehen.

Ausgerechnet Amri gehörte zu der Sorte 'gewieftere' Täter, hatte er es doch geschafft, sich sowohl in Tunesien der Justiz nach Lastwagendiebstahl u.a. Delikten zu entziehen, dann wieder in Italien und unbehelligt gegen Residenzauflagen verstoßen.

Man darf auch ruhig davon ausgehen, daß a) die Kriminalität mit dem Alter abnimmt, b) Frauen weniger häufig kriminell werden als Männer und c) daß Männer, die sich im Ausland durch Flucht der Justiz entzogen haben (es sind eben nicht alles Kriegsflüchtlinge oder Verfolgte! - siehe Amri, dessen Familie nicht nur vollständig noch dort wohnt, sondern ihn sogar in Heimaterde beerdigen will!), besonders 'begabt' sind und daraus schließen, daß aus kriminalstatistisch-kriminologisch-demographischen Gründen junge | Männer, die | auf der Flucht | hierherkommen, zu einem höheren Prozentsatz auch von Kriminellen und Verbrechern durchsetzt sind, als die indigene Bevölkerung, die aus ebendiesem Grunde dann eben bald 'nicht mehr länger hier ist', wie sich Frau Dr. Erika Merkel ausdrücken würde.

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Wir sind leider auch bald welche von denen, die mal länger hier gelebt haben...

WhiteEagle @, Montag, 26.12.2016, 23:35 vor 3363 Tagen @ Literaturhinweis 5390 Views

In sehr kurzer Zeit werden wir für immer dieses Land verlassen. Auch und gerade wegen unseren Kindern.
Noch vor 3 Jahren wäre dies für mich nicht vorstellbar gewesen.
Was mich innerlich traurig macht ist, daß ich nichts einmal traurig darum bin.

Ich war in meinem Leben viel im Ausland und war immer stolz aus Deutschland zu sein und habe auch dazu gestanden, was teilweise nicht immer einfach war.
Heute bin ich dies nicht mehr.

Das ist sehr traurig.

Gruß und schöne Feiertage

WE

Du bist und bleibst ein Roßtäuscher!

nereus @, Dienstag, 27.12.2016, 11:27 vor 3363 Tagen @ Literaturhinweis 5011 Views

Auf Dein Geschwurbel mit 19 oder 32 Extraverweisen werde ich mich nicht einlassen, dazu ist mir meine Zeit zu kostbar.
Nur so viel zum Thema und Deinen wahren Absichten.

Du schreibst: Wie ich oben erklärte - da war das Papier bereits längst gefunden - aber, um Himmels willen, nicht kommuniziert.
Nur darum hat man den falschen Ausländer auch so schnell wieder freigelassen - schließlich kann die Polizei einen Verdächtigen bis zu 24 Stunden auch ohne Haftbefehl festhalten (das wären, wenn man was von der Fristberechnung im Grundgesetz versteht, insges. ca. 30 Stunden gewesen). Aber nach diesem Fund und dem negativen Befund des untrüglichen Spürhundes erschien es ausgeschlossen, daß er 'am Tatort' war. Zumal er noch dazu in seinen Vernehmungen offenbar einleuchtend sein Verhalten erklären konnte. Viel klarer kann ein solcher Fall dann kaum sein.

Ach so war das.
Man hat den Tunesier also nicht unmittelbar zur Fahndung ausgeschrieben, um seinen Flucht- und Aktionsradius schnellstmöglich zu begrenzen, sondern man hat sich reichlich Zeit gelassen, so daß der Verdächtige – falls er überhaupt etwas mit der Sache zu tun hat – noch halb Europa durchqueren konnte, um ihn möglichst weit weg von Berlin schließlich zu erschießen.
Zu dieser absonderlichen Vorgehensweise fällt Dir NICHTS ein – aber dagegen erfahren wir von Dir Langatmiges zur Polizeiarbeit.

Mit Verwunderung nehme ich auch zur Erkenntnis, daß Du im Nachhinein noch über 20 Stunden Zeit hast Deine Postings zu editieren.
Hier mal zwei Beispiele:

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt - Aneinanderreihung von non-sequiturs; Tatortarbeit bei Schwerverbrechen völlig anders!
verfasst von Literaturhinweis, 25.12.2016, 00:00
(editiert von Literaturhinweis, 25.12.2016, 20:39)

oder

Wenn die Polizei während einer laufenden Fahndung stets die ganze Wahrheit sagte, bräuchte man sie nicht!
verfasst von Literaturhinweis, 25.12.2016, 03:16
(editiert von Literaturhinweis, 25.12.2016, 20:37)

Im Gegensatz zu den anderen Schreibern verbleibt Dir also die Möglichkeit selbst bei mehreren Antworten und Kritiken das Gesagte für eine ziemlich lange im Nachhinein zu verändern.
Das finde ich, gelinde gesagt, sehr erstaunlich und ziemlich unfair gegenüber Deinen Diskussionspartnern, welche über diese Möglichkeit nicht verfügen.

mfG
nereus

Die Absicht vom User 'Literaturhinweis'

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Dienstag, 27.12.2016, 11:55 vor 3363 Tagen @ nereus 4778 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 27.12.2016, 14:29

Hallo nereus und alle anderen Neulinge,

es gibt hier einen User mit dem Namen 'Literaturhinweis'.
Dieser schreibt Artikel und gibt Links zu Produkten, insbesondere Bücher, die es bei Amazon zu kaufen gibt. Bei den Links ist ein Code mit eingebaut, so dass eine Vermittlungsprovision beim Chef des gelben Forums ankommt.

Die Absicht der Unterstützung des Forums findet man gleich zu Beginn jeder gelben Seite:
"Unterstützen sie das Gelbe Forum"
mit Link zu dieser Seite:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=343349

Auf Dein Geschwurbel mit 19 oder 32 Extraverweisen werde ich mich nicht
einlassen, dazu ist mir meine Zeit zu kostbar.
Nur so viel zum Thema und Deinen wahren Absichten.

Die wahre Absicht von Literaturhinweis ist die wirtschaftliche Unterstützung des gelben Forums. Dazu gehören Texte, die manche als "Geschwurbel" missverstehen, andere als besonders lesenswert empfinden. Und es gehören viele Verweise dazu, damit Provisionen von Amazonkäufen das Weiterbestehen des Gelben Forums ermöglichen.

Mit Verwunderung nehme ich auch zur Erkenntnis, daß Du im Nachhinein noch
über 20 Stunden Zeit hast Deine Postings zu editieren.

[...]

Im Gegensatz zu den anderen Schreibern verbleibt Dir also die Möglichkeit
selbst bei mehreren Antworten und Kritiken das Gesagte für eine ziemlich
lange im Nachhinein zu verändern.
Das finde ich, gelinde gesagt, sehr erstaunlich und ziemlich unfair
gegenüber Deinen Diskussionspartnern, welche über diese Möglichkeit
nicht verfügen.

Der User mit dem Namen Literaturhinweis unterstützt konkret die Existenz des Gelben Forums und hat dadurch besondere Editier-Rechte vom Chef bekommen.

@nereus
Ich fände es angebracht, wenn Du diejenigen nicht schlägst, die Dir überhaupt hier ermöglichen, am Austausch teilzuhaben.

Grüße
Konstantin

--
"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"

Ja, so ist das - schmerzlich, nicht?

Literaturhinweis @, Dienstag, 27.12.2016, 13:30 vor 3363 Tagen @ nereus 4800 Views

Auf Dein Geschwurbel mit 19 oder 32 Extraverweisen werde ich mich nicht einlassen, dazu ist mir meine Zeit zu kostbar.

Na ja, das hätte Ihnen auch keiner zugetraut.

Nur so viel zum Thema und Deinen wahren Absichten.

Ach so war das.

Genau so.

Man hat den Tunesier also nicht unmittelbar zur Fahndung ausgeschrieben, um seinen Flucht- und Aktionsradius schnellstmöglich zu begrenzen, sondern man hat sich reichlich Zeit gelassen, so daß der Verdächtige – falls er überhaupt etwas mit der Sache zu tun hat – noch halb Europa durchqueren konnte,

Wenn man der Ansicht ist, daß man seiner leichter habhaft wird, wenn er nicht öffentlich ausgeschrieben ist, dann macht man das so. Wenn man anderer Ansicht ist, dann anders. Da man es so machte, wird ersteres der Fall gewesen sein. Einfach, nicht?

(Zudem ist die öffentliche Fahndung nach Tätern mit Schußwaffen immer ein zweischneidiges Schwert, da diese im Zweifel dann Menschen, von denen sie das Gefühl haben, diese hätten sie erkannt, erschießen, bevor sie sich 'erfolgreich an der öffentlichen Fahndung beteiligen konnten'. Daher schöpft man dann erstmal alle nicht-öffentlichen Möglichkeiten aus. Zwölf Tote, davon ein Erschossener, waren genug. Auch das versteht jeder, der es will. Umgekehrt hat man dann eine der höchsten je ausgelobten Summen ausgesetzt, als man nach einiger Zeit merkte, daß der Täter aus dem engeren Netz entschlüpft zu sein schien, was sich ja auch als richtig erwies. Es paßt alles derart gut zusammen, als wäre es aus einem kriminalistischen Lehrbuch.)

um ihn möglichst weit weg von Berlin schließlich zu erschießen.

Man hat einen völlig unbekannten erschossen, der, statt sich auszuweisen, zur Waffe griff. Das haben eigentlich bis auf einen alle kapiert.

Zu dieser absonderlichen Vorgehensweise fällt Dir NICHTS ein – aber dagegen erfahren wir von Dir Langatmiges zur Polizeiarbeit.

Doch fiel mir was ein, mit x Extraverweisen, die manchem zu müßig/mühsam sind, zu studieren, weil es seine vorgefaßte Ansicht gefährden könnte.

Mit Verwunderung nehme ich auch zur Erkenntnis, daß Du im Nachhinein noch über 20 Stunden Zeit hast Deine Postings zu editieren.

Wenn die Argumente ausgehen, kommt so was?!

Alles, was ich da tue, sind Rechtschreibfehler korrigieren, auch wenn ich nun gewärtigen muß, Sie damit künftig um Ihren Schlaf gebracht zu haben, weil Sie genau das nun künftig überprüfen werden, um mir wenigstens dort was am Zeug flicken zu können, wo es bisher fachlich nicht gelang.

Hätte ich diese Editierzeit nicht, gäbe es kürzere Beiträge und das würde die Mehrheit der Leser bis auf ein paar verbohrte, deren Kreise ich störe, betrüben.

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Nereus, warum regst du dich so auf?

ebbes @, Dienstag, 27.12.2016, 16:50 vor 3362 Tagen @ nereus 4576 Views

Vieles, was du geschrieben hast, waren auch meine ersten Gedanken.

Dann habe ich mir aber überlegt, was mir lieber ist, unbedingt meine Meinung durchzusetzen und auf Konfrontation zu gehen oder dass Crises wieder hier schreibt.

Ich messe mich gern mit den Besten und bin gespannt auf ihre Argumente.
Da gehört Crises auf vielen Wissensgebieten dazu.
Ich lasse mich auch überzeugen, wenn die Argumente stichhaltig sind.
Ich beharre nicht auf meiner Meinung.

Sein Wissen hier bringt uns mehr, als wenn wir uns jetzt bis in das letzte Detail streiten.

Aber er braucht uns auch.

https://youtu.be/fKOqIYgdf3g

Gruß

ebbes

--
Jedes blinde Huhn, das an der Börse einmal erfolgreich war, denkt gleich, es sei ein Adler.

Bräuchte? Brauchte? ... würde brauchen? Die Sprache im Wandel ...

Literaturhinweis @, Donnerstag, 29.12.2016, 17:27 vor 3360 Tagen @ Literaturhinweis 4165 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 29.12.2016, 17:48

Ein freundlicher Leser wies mich darauf hin, dass das o.g. 'bräuchte' eher Unterschicht-Slang (meine Wortwahl seiner Bedeutung) sei.

In der Tat wird diese Meinung vertreten, und historisch wäre der Wortgebrauch 'brauchte' "richtiger" - jedoch, dieses ist gleichzeitig die Vergangenheitsform von 'brauchen' und kann daher mißverständlich sein (vgl. auch holte, baute usw.). Der Konjunktiv mit "würde" wiederum ist auch nicht jedermanns Sache, zumal er einen sprachlichen Umweg einfordert über eine Hilfsverbkonstruktion - aber erst in neuerer Zeit mit einem Bann belegt wurde, den ich wiederum nicht teile.

Ich habe mich daher der Ansicht verschrieben, daß, wenn es 'bräuchte' nicht gäbe/geben würde, man es erfinden müßte/würde erfinden müssen.

Mit dieser Ansicht stehe ich nicht ganz allein auf weiter Flur - der stetige Sprachwandel geht in diese Richtung, auch wenn ich 'Ich geh' Aldi' nach wie vor für einen stilistischen Faux-Pas halte (nicht 'hielte').

Vgl. http://www.grammatiktraining.de/konjunktiv2/grammatikuebersicht-konjunktiv2.html

http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/germanistik/sprachwissenschaft/ada/rund...

http://www.deutsch-als-fremdsprache.de/austausch/forum/read.php?4,30464
"Aufgrund dieses Gebrauchs von 'brauchen' als Modalverb entsteht die Analogiebildung eines eindeutigen Konjunktivs. Während 'könnte' eindeutig als KII-Form identifiziert werden kann (Ich könnte das tun), funktioniert das bei 'brauchen' nicht, also wird der Umlaut gesetzt."

http://dict.leo.org/forum/viewUnsolvedquery.php?idThread=119535
"Die korrekte Form wäre hier 'brauchte'. Das wird aber inzwischen millionenfach falsch angewendet (bräuchte), so daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Duden das 'genehmigt', wenn er es ohnehin nicht schon tut."

http://www.gutefrage.net/frage/gibt-es-das-wort-braeuchte-wirklich-nicht-und-wieso-wird...
"Der Duden führt 'bräuchte' ... als umgangssprachlich auf und somit wird bestätigt, dass es das Wort gibt."

('Umgangssprachlich' ist etwas anderes als Dialekt oder Soziolekt - etwas, das umgangssprachlich gebräuchlich [in Gebrauch] ist, wird ebenso vom Professor wie der Putzfrau verwendet - nur von beiden nicht in ihren Vorlesungen.)

Wenn man genauer hinschaut, wird man bei mir noch weitere sprachliche Idiosynkrasien finden, die ich mir erlaube, weil ich sie als verständlicher empfinde als den sog. 'Norm'-Sprachgebrauch, den es streng genommen nie gab, denn Orthographie und (wissenschaftliche) Linguistik (das ist etwas anderes als Klippschulgrammatik) waren stets deskriptiv. Das Präskriptive hat erst mit der jüngsten, grandios gescheiterten, 'Recht' 'schreib' 'reform' Einzug gehalten, über den Umweg über sprachwissenschaftliche Stümper in Ministerien und der Päda'gogik', flankiert von speichelleckenden Professoren im Staatssold, die nicht mal Etymologie beherrschen. Solchem Pack gehört wie Guttenberg und Schavan die Promotion entzogen (habilitiert hat so jemanden hoffentlich niemand?!), man hätte nicht mal Lateinkenntnisse dafür benötigt, sondern einfach nur Wikipedia von einem Studenten nachlesen lassen müssen. Oder Musiker sein.

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Volltreffer - weil de Maiziere mal wieder nicht die Klappe halten konnte, hat die Polizei jetzt einen Personenschutzauftrag

Literaturhinweis @, Freitag, 30.12.2016, 03:18 vor 3360 Tagen @ Literaturhinweis 4081 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 30.12.2016, 03:23

... an der Backe:

Der anfänglich ins Visier geratene Pakistani, auf dem eiligen Weg zur U-Bahn fälschlich für den flüchtigen Täter gehalten, was den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt angeht, scheint wohl tatsächlich asylberechtigter Verfolgter zu sein, nur daß er bis dato von seinen pakistanischen Verfolgern unerkannt in Deutschland weilte. Er war verfolgt als Mitglied einer Befreiungsbewegung für Belutschistan und nun muß er von der deutschen Polizei geschützt werden, konnte seither nicht mehr in die Flüchtlingsunterkunft und muß im Hotel untergebracht werden und seinen zurückgebliebenen Familienmitgliedern in Pakistan droht nun weitere Verfolgung. Das ist ungefähr das, was herauskommt, wenn man zu vorschnell arbeitet und weshalb ich dies einen 'unverzeihlichen Fehler' nannte - nur daß die sich nun abzeichnenden Kollateralschäden noch gravierender sind, als selbst ich befürchtet hatte.

theguardian.com: Man wrongly arrested over Berlin attack says he fears for his life

Er behauptet auch, in Polizeigewahrsam geschlagen worden zu sein; zum Glück hat er nicht klein beigegeben. Als erstes hat man einen ungeeigneten Dolmetscher geholt, der kein Balutschi übersetzen konnte, dann wollte man ihm nicht glauben, daß er keinen Führerschein hat und überhaupt nicht Auto fahren könne, geschweige denn LKW. Er sei von Beruf Schäfer. Danach wurde er in einem Hotel einquartiert und ihm eingeschärft, nicht zur Unterkunft zurückzukehren, da dort für ihn Lebensgefahr bestehe. (Woraus wir wieder mal schließen dürfen, daß in den Flüchtlingsunterkünften nur harmlose traumatisierte Verfolgte untergebracht sind?)

Frühe Zweifel hatte die Polizei dagegen schon, da er völlig 'spurenfrei' war, d.h. aufgrund des im Führerhaus stattgefundenen Kampfes hätte er Blut- bzw. DNA-Spuren des Opfers (und Fasern aus dem Führerhaus) an sich hätte tragen müssen. D.h. erst recht hätte man schon früh umsichtig mit seiner Personalie umgehen müssen.

Balochis Asylverfahren tritt auf der Stelle, da auch das Amt bisher ihm keinen Balutschi-sprechenden Dolmetscher zur Seite stellen konnte. Amnesty International und Human Rights Watch berichten jedoch Dinge, die seine Schilderungen glaubwürdig erscheinen lassen, insbes. gab es in Pakistan mehrere größere Massaker an Balutschis, die sich für die Unabhängigkeit ihrer rohstoffreichen Provinz engagieren (auch im Iran werden Balutschis verfolgt).

In Pakistan wirft man ihm zu allem Überfluß nun auch noch vor, das nationale Ansehen beschmutzt zu haben, da er in der Weltpresse als Pakistani und nicht als Balutschi bezeichnet wurde.

Das hat der ansonsten gerne zu angetrunkener Stunde vor CNN-Dominas kuschende de Misere mal wieder toll hingekriegt!

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Wie prophezeit: die Waffe Anis Amris in Mailand ist identisch mit der, mit der in Berlin der Fahrer erschossen wurde

Literaturhinweis @, Mittwoch, 04.01.2017, 15:56 vor 3355 Tagen @ Literaturhinweis 3654 Views

Wie ich im Vorbeitrag geschrieben hatte:

"Daß Amri in Italien mit einer Kleinkaliberwaffe um sich schoß, die der glich, mit der der polnische Fahrer erschossen wurde, spricht ein weiteres Mal für Personenidentität, und vermutlich sind mittlerweile die forensischen Auswertungen zu den Patronen und Kugeln und den typischen Spuren vom Lauf auch ausgewertet und beide Projektile wurden aus derselben Waffe abgefeuert."

Dauerte zwar etwas länger, aber nun ist es amtlich - Spiegel.de: Amris Waffe wurde auch in Berlin benutzt

"In Mailand schoss Attentäter Anis Amri auf zwei Polizisten. Die ballistische Untersuchung zeigt: Es ist dieselbe Waffe, mit der der polnische Lkw-Fahrer beim Anschlag in Berlin erschossen wurde."

Das haben die Geheimdienste ja wieder mal toll gefaked - und dann auch noch extra Zeit gelassen, damit es realistischer wirkt.

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Die Polizei ist involviert

aliter @, Mittwoch, 04.01.2017, 21:36 vor 3354 Tagen @ Literaturhinweis 3649 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 04.01.2017, 22:11

ich habe nicht allzuviel Zeit in die Verfolgung der diversen Fake-Aktionen investiert, aber soviel schon mitbekommen:
Beim NSU Komplex z.B. sind gravierende polizeiliche Ermittlungsfehler gemacht worden:
Fehler bei der Leichenschau, Fehler bei der Tatortsicherung, bei der Asservatenfeststellung etc. Die dankenswerterweise engagierten Blogbetreiber haben das alles bestens dokumentiert. Ich vermute allerdings, dass der kleine Beamte korrekt arbeitet, zumindestens das versucht aber die Polizeiführung aus "politisch-übergeordneten" Gründen massiv eingreift. Dies muss man aber der Polizei zurechnen, nicht dem Geheimdienst.

Übrigens Mannichl war ja auch Polizist.

nur ein "nichttoter" Toter ist ein guter Toter

aliter @, Mittwoch, 04.01.2017, 21:53 vor 3354 Tagen @ Literaturhinweis 3566 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 04.01.2017, 22:11

Vielen Dank für die detaillierte Arbeit, die die die davon überzeugt sind, weiter bestätigen, die politikabhängigen aber nicht tangiert. Letztere werden das System der drei heiligen Affen (nichts hören nichts sehen nichts sagen) beherzigen.

Ein anderer Aspekt scheint mir sinnvoll: In der BRD sind zahlreiche Aktionen berichtet, die sehr nahelegen, dass es sich um Fakes handelt, dass die Aktionenen keine, zumindest nicht die behauptete Opferzahl, zu beklagen haben. Dies ist doch Positiv!!

Wenn wer auch immer die Ziele zu erreichen versucht mit Aktionen, die durch Schauspieler statt Letanten erreicht werden, so ist das durchaus zwar der Wahrheit ins Gesicht getreten aber von der übergeordneten Moral als besser anzusehen.

M.E. war der Paukenschlag der Terroraktionen die Aktion 9-11. Nicht umsonst hat seinerzeit ein hoher Kardinal (war es Meissner?- Wölki mit Sicherheit nicht) diese Aktion mit dem Atombombenabwurf verglichen (die Spitzen der katholischen Kirche waren wie immer wohl bestens informiert).

Vermutlich waren die Opferzahlen damals real, wohingegen der Ablauf (Teppichmesseramateure)mit Sicherheit gefaket war.

Von den zahllosen Aktionen, die darauf folgten und als Terrorattacken deklariert wurden, waren in der BRD etliche, die a) im Vorfeld verhinderte Aktionen waren und b) nahelegten, dass sie in toto gefaket waren, mithin wenige reale Opfer zu beklagen hatten. Die zur Gruppe a) gehörenden sind sozusagen die eleganteste Lösung, wenngleich für die Öffentlichkeit nicht so überzeugend.

Vielleicht war da ja die BRD in einer Vorreiterrolle?
Andere Länder haben möglicherweise nachgezogen. Jedenfalls wäre das einer Untersuchung wert.

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Wandere aus, solange es noch geht.