@Flo, Nachtrag Optionen mit Beispiel.

M. S., Schwabenland, Donnerstag, 22.12.2016, 21:31 (vor 3367 Tagen) @ Leserzuschrift1739 Views

Hallo Flo,

um es nicht so trocken stehen zu lassen, hier mal ein Beispiel wie man (als Anleger/Investor) an die Geschichte ran geht.

Entweder ich habe selbst eine Aktie im Sinn, die ich mir eigentlich gern ins Depot holen würde, oder ich lese etwas wie z.B. heute hier über TUP (Tupperware Brands Corp.)

Ich schaue mir dann an, was Gurufocus zu der Aktie sagt.

Diese Aktie ist mit den derzeitigen Zahlen recht günstig zu haben, bzw. wäre jetzt ein Kauf:

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Das heißt, dass eigentlich abwärts eine gewisse Absicherung besteht.

Hier nach der Discounted Cash Flow Rechnung eine Margin of Safety von ca. 20%.

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Das nützt natürlich alles nix, wenn morgen ein Bilanzskandal o.ä. veröffentlicht würde. Aber gegen diese Dinge ist man immer machtlos.

Man sagt sich also, TUP wäre jetzt günstig zu kaufen, und man bekommt eine Dividenden-Aktie mit >5% Rendite. Das ist doch nicht schlecht. Prinzipiell also mein Beuteschema.

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Jetzt kann ich mir die Aktie so ins Depot kaufen, oder ich verkaufe einen PUT mit sagen wir Strike 50 USD (Preis jetzt ca. 53 USD). Kann ja sein, die ist doch noch nicht "unten". Und wenn doch, dann bekomme ich sie nicht mehr zu dem Preis, habe aber die Prämie kassiert.

Dann suche ich mir z. B. diesen Put mit Verfallstag 20. Januar 2017 raus.

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(Nasdaq.com)

Letzter Umsatz war zu 0,70 USD. Das heißt, ich stelle einen PUT zu dem Preis mit Limit zum Verkauf. Wenn ich einen Käufer finde, bekomme ich 100 x 0,70 USD eingebucht. Bekomme also 70 USD Prämie.

Angenommen, die Aktie schließt am 20. Januar bei einem Preis von 49 USD, dann muss ich sie trotzdem zu 50 abnehmen, kann aber noch die 70 USD verrechnen, habe also einen effektiven Kaufpreis von 49,30 USD (abzüglich der Spesen natürlich). Ich habe also einen Verlust von 0,30 USD pro Aktie dann realisiert. Aber ich wäre ja bereit gewesen, sie auch selbst zu 53 zu kaufen, dann wäre ich jetzt mit 4 USD pro Aktie im Minus.

Wenn man die Aktie zu dem PUT eingebucht bekommt mit Verlust, dann sollte man gleich einen Call verkaufen. Dann nimmt man vielleicht einen Strike bei 55 USD (also auch wieder "aus dem Geld" aufwärts). Entweder sie steigt danach nicht darüber, dann behält man wieder die Prämie und gleicht Verlust aus, oder man muss sie zu 55 (also mit Gewinn) liefern. Die wird dann automatisch ausgebucht. Dann ist man die schönen Dividendenstücke wieder los, wenn auch mit Gewinn. Macht aber doch immer traurig. <img src=" />

Wenn aber zuerst die Aktie nicht unter 50 fällt, sondern eher (wie die Zahlen/Bewertung erwarten lassen) stabil bis aufwärts tendiert, dann behält man die 70 USD einfach auf dem Konto und gut. Dann kann man den nächsten PUT verkaufen, so lange, bis sie in einen unattraktiven Bereich der Bewertung kommt, sie also anfällig für Absturz wird. Wenn man zur Sicherheit einen zu großen Abstand des Strikes vom Kurs nimmt (zu weit "aus dem Geld"), dann bekommt man eben auch kaum noch Prämie.

Na ja, so ungefähr halt. Ist eine schöne Spielerei, und man hat immer was zu tun.

MS


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