Share-Deals bei Immobilien - Einblick in legale massive Steuervermeidung an einem Berliner Beispiel

Odysseus @, Samstag, 17.12.2016, 23:44 vor 3372 Tagen 5626 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 18.12.2016, 13:16

Berlin - da wäre

-ein gemeinnütziger Buchladen mit 750.000 euro Jahresumsatz
-ein Immobilien-Investor mit 52 Gebäuden zum aktuellen Wert von 267 Mio. euro und etwa 10 Millionen Euro jährlicher Mieteinnahmen

Beide zahlen etwa gleich viel Steuern. Legal ? Es sieht so aus.

Der Artikel zeigt auf, wie das möglich ist. Dabei werden Vorgehensweise und Tricks der weltweit operierenden Branche umfassend erläutert. Die Welt der Share-Deals. Der 95%-Trick, sagenhafte Gehälter, Bonuszahlungen - bevor ein Gewinn tatsächlich anfällt, Manager auf Jersey, die ca. 150 Firmen vorstehen, eigene Maklerfirmen zum Ausbooten der Vor-Ort-Makler und vieles mehr wird in dem Artikel anhand des Berliner Beispiels verständlich aufbereitet. Auch die Folgen für die örtliche Situation der Anwohner kommen nicht zu kurz.

Der lange Text ist fast schon spannend geschrieben und lohnt für jeden, der nicht schon in dieser Materie zu Hause ist.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/share-deals-auf-dem-berliner-immobilienmarkt-wie-inve...

Besonders problematisch ist, dass sich weltweit diese Konstrukte nach und nach aller attraktiven Immobilien-Standorte bemächtigen.
Es steht zu befürchten, dass genau diese Konstrukte bei einem Crash zu einem unglaublichen, vielleicht DEN endgültigen Raubzug genutzt werden könnten, um sich unumkehrbar weltweit billig reale Werte unter den Nagel zu reißen.

Mitforisten sind aufgefordert, Berichte über ähnliche Konstrukte, auch in anderen Branchen, anzufügen.

Bei dieser Gelegenheit sei noch daran erinnert:

http://www.sueddeutsche.de/thema/Luxemburg-Leaks

TV-Doku zu den verurteilten Whistleblower von Luxleaks (37 Min, Kurz auf dem Bild mit dem Cursor verharren, dann kann man es anklicken)

http://info.arte.tv/de/luxleaks-deltour-verraeter-und-held

Es packt einen die Wut, wenn man sich vorstellt, wo wir sein könnten, wenn all diese Gelder zur Verfügung der Bürger stehen würden.


Gruß
Odysseus

Steueroase Deutschland: Warum bei uns viele Reiche keine Steuern zahlen

Literaturhinweis @, Sonntag, 18.12.2016, 00:20 vor 3372 Tagen @ Odysseus 4178 Views

Danke - dieser Tagesspiegel-Redakteur hebt sich ja echt wohltuend von den sonst üblichen Presstitutes ab!

Siehe dazu auch Markus Meinzers dort erwähntes Buch "Steueroase Deutschland: Warum bei uns viele Reiche keine Steuern zahlen"

[image]

Und die bibliographischen Hinweise "Steuervermeidung, die 'freie Waffe' des Steuerhinterziehers ohne Waffenschein - gesetzlich gewollt, zu Unrecht geächtet!"

(Der Gerechtigkeit halber muß man aber anfügen, daß auch Arme kaum Steuern zahlen, dafür sorgt Schäuble mit seiner gerechten Steuerpolitik und Nahles mit dem Mindestlohn.)

--
Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

Macht.

BillHicks ⌂ @, Wien, Sonntag, 18.12.2016, 00:41 vor 3372 Tagen @ Odysseus 3561 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 18.12.2016, 13:36

Hallo Odysseus,

Es packt einen die Wut, wenn man sich vorstellt, wo wir sein könnten,
wenn all diese Gelder zur Verfügung der Bürger stehen würden.

Was wäre denn sinnvollerweise zu tun, wenn man diese Umstände in ihrer Bedeutung erfasst?
Zurück zum Nationalstaat?
Kann ein Nationalstaat bei supranational festgeschriebener Kapitalverkehrsfreiheit sich wirksam wehren?
[Wir gehen davon aus die politischen Eliten des einzelnen Staates wollten tatsächlich.
Demjenigen Wähler, der gleich auch noch jene Eliten in politische Ämter wählt, die selbst von diesem status quo der Steuervermeidung, d.h. von multijurisdiktionalen Organisationen, profitieren ist freilich ohnehin nicht zu helfen.]

Also: Ich bin dafür, wir versuchen konsequent zu sein. Warum nur zurück zum Nationalstaat...? Wir sollten es gleich richtig machen: Wir sollten Google, Facebook, GS, JPM, amazon, IKEA, multijurisdiktionale Immobilienbuden etc. einfach gleich mit den lokalen Gemeindeverwaltungen regulieren. Das wird suuuuper.

Freilich während wir Kapitalverkehrsfreiheit und eine internationale Währung haben. Das wird gaaaaaanz, ganz toll. Schöööön regional und so. Also quasi fast gaaaaanz ohne den pöhsen Staat. Nur eine Gemeindeverwaltung. Am besten machen wir dann noch ein bisschen direkte Demokratie und vielleicht ein bißchen Vollgeld und Freigeld und ein bisschen Bodenreform und so. Das wird einfach nur toll, toll, toll.

Paradiesisch.

Nein: idiotisch.

Wir brauchen eine echte europäische Republik. Warum? Weil es originär europäische res publica gibt: originär europäische öffentliche Angelegenheiten.
Wir brauchen eine europäische Position, die von europäischen Institutionen vertreten werden kann. Wir brauchen eine Diskussion um ein europäisches Verfassungsrecht. Wir brauchen eine verdammte europäische Regierung, die den Namen verdient. Eine, die überhaupt die Chance, weil das Pouvoir, hat solchem Steuervermeidungstreiben ein Ende setzen zu können (man kann den eigenen global Playern dann immer noch Zuckerdeals anbieten, machen die Amis ja auch Stichwort Delaware. Aber sie KÖNNTEN anders, wenn sie WOLLTEN. Die Europäer KÖNNEN Stand heute institutionell gar nicht anders!). Ein einzelner Nationalstaat kann das nicht mehr. Der europäische Binnenmarkt aber ist nach wie vor DIE größte Volkswirtschaft der Erde. Hat aber:
- keine Regierung
- kein Parlament
- kein Militär
- keinen gemeinsamen Nachrichtendienst
- ...
Kurzum: ist keine Republik, die sich um res publica kümmern könnte. Wen wundert's ernsthaft, dass in einem solchen Gebilde solcher Wahnsinn möglich ist?

Freilich muss auch innerhalb der einzelnen europäischen Staaten ein Haufen state building erfolgen. Das ist nicht leicht. In Europa hat das zuletzt vor mehr als 100 Jahren halbwegs erfolgreich hingehauen. Es kann sich keiner erinnern. Die funktionierenden "Demokratien" sind sämtlich bereits auf existierende Staaten draufgesetzt worden. Wo es keinen modernen Staat (d.h. z.B. eine meritokratische, unpersönliche Verwaltung) gibt, nützt es nichts "freie Wahlen" abzuhalten. Daraus entsteht gar nix. Außer Mafiagebahren, das entsteht von allein. Da stehen enorme Aufgaben an.

Wir fangen am besten gestern damit an.

Schöne Grüße

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Guter Ansatz, aber zu kurz gedacht:

stokk, Sonntag, 18.12.2016, 09:27 vor 3371 Tagen @ BillHicks 2792 Views

Warum Geld in Europa stecken, wenn wir schon jetzt in Eurasia investieren können. Die neue "amerika first"-Politik von Trump macht es ja möglich.

[image]

Eins nach dem anderen :)

BillHicks ⌂ @, Wien, Sonntag, 18.12.2016, 21:13 vor 3371 Tagen @ stokk 2094 Views

Warum Geld in Europa stecken, wenn wir schon jetzt in Eurasia investieren
können.

Warum nicht beides? Aber bitte eines nach dem anderen.
Rolf Knieper (der mit Gunnar Heinsohn und Otto Steiger gemeinsam Werke veröffentlicht hat, u.a. "Menschenproduktion") hat viele Jahre seines Lebens mit Rechtsberatungen in dieser Region (Eurasien) zugebracht, z.B. hier.

Der Punkt aber ist: mit den Nationalstaaten, die heute nur innerhalb der Eurozone sind, haben wir schon mehr als genug zu tun. Italien ist insgesamt gar kein moderner Staat (vgl. Fukuyama 2014, Kapitel 7 "Italy and the Low-Trust Equilibrium"), Griechenland ohnehin nicht (vgl. Fukuyama 2014, Kapitel 6 "The Birthplace of Democracy").

Da muss man zuerst anfangen.

Die neue "amerika first"-Politik von Trump macht es ja möglich.

Das ist richtig. Da öffnet sich ein historisches Fenster. Und es gibt sogar die Gefährdung von außen, die das "Innen" in der Vergangenheit brauchte um sich zu einen.

Schöne Grüße

--
BillHicks

..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.

Das Problem mit der europäischen Republik: (mT)

DT @, Sonntag, 18.12.2016, 09:53 vor 3371 Tagen @ BillHicks 2856 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 18.12.2016, 10:02

Dort gibt es dann entweder einen Länderfinanzausgleich, wo die reichen Bundesländer wie Bayer und BaWue die "armen" wie Berlin und Bremen finanzieren müssen, die dort eine verschwenderische Party-Politik wie Wowereit abhalten (arm aber sexy), wo die Kitas für Eltern frei sind, während die hart arbeitenden Südländer schuften müssen UND gleichzeitig noch Wahnsinns-Kitagebühren abdrücken müssen.

In Lousiana, Mississippi etc. gibt es auch Steuerreduktionen, um die "armen" US Staaten attraktiver für Ansiedlungen zu machen als Massachussetts. Deswegen gehen Mercedes und VW ja mit ihren Werken nach Alabama oder South Carolina.

Ähnlich würde es bei uns laufen, es gibt einen offiziellen und inoffiziellen Transfer der hart erarbeiteten Werte nach Spanien, Griechenland etc.

Was wichtig wäre: daß niemals zugelassen würde, daß es den "fauleren" Staaten in irgend einem Aspekt "besser" gehen dürfte als den hart arbeitenden fleißigen Staaten. Sprich, wenn die Kita irgendwo frei ist, dann dort, wo man hart arbeiten muß und wo die Hauspreise hoch sind. Wenn irgendwo die neue SBahn hinkommt, dann zuerst dort, wo der Pendler morgens um halb sieben schon auf der Matte steht und sich in das alte, verdreckte Ding reinzwängt.

Wenn irgendwo die neue Straße gebaut wird, dann erstmal am verstopften Autobahnkreuz und nicht in Meck-Pomm.

Aber dann werden Politiker wieder schreien: prozyklische Politik. Denn wer will im versifften Meckpomm investieren, wenn dort kaputte Straßen sind wie jetzt in Stuttgart. Momentan ist es umgekehrt in der EU: wer hat die neuesten Straßen, die neuesten Bahnhöfe, Züge, Flughäfen, Unis, Schulen, selbst im hintersten Kaff in den Pyrenäen? Genau, Spanien.

Vielen Dank, Odysseus. Das gibt einem zum Einen einen Einblick (mT)

DT @, Sonntag, 18.12.2016, 09:36 vor 3371 Tagen @ Odysseus 2959 Views

in die steuerliche Gestaltung, und ich würde einmal gerne nachforschen, wer dafür verantwortlich ist, ob wieder so ein Halunke wie Asmussen dahinter steckt. Schäuble könnte, wenn er wollte, den Riegel vorschieben.

Zum Zweiten gibt es eine schlüssige Begründung, wie ausgerechnet in Berlin, ohne gescheite Arbeitsplätze (außer in der Verwaltung) und im Handel plötzlich Preise und Miete gezahlt werden wie in Frankfurt, München, Stuttgart oder Hamburg früher.

Zum Dritten gibt es einen Hinweis, wann die Blase platzt, nämlich genau dann, wenn die Firmen, die diese Blase mit ihren "share deals" angefacht haben, ausgestiegen sind und an den "greater fool", den Einzelmimmobesitzer, verkauft haben. Der mußt dann einen noch "greater fool", einen lender of last resort, suchen und wundert sich, daß er keinen mehr findet, der ihm diese Mondpreise verkauft.

Ich kenne Fälle, da ist es nicht viel anders, da werden 10 Jahre alte unrenovierte Mietwohnungen (80 m²) in einem Hochhaus in einer nicht unbedingt freundlichen Gegend, die auf 180k Verkehrswert taxiert werden, für über 300k in einer ZWANGSVERSTEIGERUNG vergoldet. Unvorstellbar. Und der Wahnsinn, die Leute kaufen wie besessen, als gäbe es kein Morgen mehr. Housing Bubble megareloaded.

Berlin hat immensen "Renovierungsbedarf". Durch die "Heuschrecken" werden internationale "Investoren" angelockt.

Olivia @, Sonntag, 18.12.2016, 14:22 vor 3371 Tagen @ DT 2530 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 18.12.2016, 16:15

Ist natürlich ungerecht. Zur Zeit sehe ich den Handlungsspielraum von Schäuble sehr eng. Die "Schlagzeilen" der investorengesteuerten Presse kann man sich vorstellen. Die "Fake-News"-Maschinerie würde full power aufdrehen und jeden Tag an den Kiosken zu bewundern sein.

Wenn man umfangreiche "Renovierungs-/Investitionsmaßnahmen" fremd vergeben will und die Investoren jegliches Risiko "freiwillig und voller Freude" übernehmen sollen, dann dürfte der Honigtopf dazu das geeignete Mittel sein. In diese "Luxusimmos" investieren im wesentlichen internationale und überwiegend sehr solvente Käufer (zum Höhepunkt der MEDIALEN Griechenlandkrise sollen "Griechen" wie wild in Berlin investiert haben, weil es "billiger" gewesen sein soll als Athen).

Irgendwann wird der Staat dann "abschöpfen". Aber "heute" muss diese Stadt erst mal aus dem Schmuddel-Image des Herrn W. herauskommen.
"Menschen", das sollte man in den letzten Jahren und bei den laufenden "Kriegsereignissen" gelernt haben, sind in der heutigen Zeit keine Priorität. Dafür gibt es einfach zu viele davon. Nur "im Munde" führt jeder die "Menschenliebe". Macht sich medial einfach gut. Im günstigsten Falle spannt man sie nur als "Wähler" vor den Karren. Im ungünstigsten Falle gibt es "gerechte" Kriege. Der "gerechte" Krieg in Mossul und der "ungerechte" Krieg in Aleppo sind Anschauungsmaterial. Und wenn man das Investitionsgebaren unserer Regierung interpretieren sollte, dann käme man möglicherweise zu dem Schluss, dass die vielen "Alten" bereits als "fast gestorben" zum Thema "Abschreibungen" summiert wurden, getreu dem Motto: "sie kosten und bringen nicht viel"..... ich meine außer der Tatsache, dass sie für die Wahlzettel noch eine Zeit lang gebraucht werden. Schließlich haben die meisten von ihnen den Wandel der Zeiten und Gebräuche noch nicht mitbekommen.
Aber die "Zukunft", die liegt woanders.

--
For entertainment purposes only.

"Housing Bubble Reloaded" (fnL)

Broesler, Montag, 19.12.2016, 20:59 vor 3370 Tagen @ DT 1817 Views

die Leute kaufen wie besessen, als gäbe es kein Morgen mehr.
Housing Bubble megareloaded.


"Wenn Sie unter 30 sind, werden Sie sich kein Haus mehr leisten können"

http://www.focus.de/immobilien/finanzieren/fertighaus-koenig-warnt-niedrigzins-paradox-...

Fazit: "Housing Bubble megareloaded", achso und #PopcornLong.
Liquide bleiben und in 10-15 Jahren Traumimmobilie abstauben.

Ahoi

--
* #PopcornLong
* Let's Chart
* "You can ignore reality, but you can't ignore the consequences of ignoring reality." Ayn Rand

Steuerliche Gestaltung

aliter @, Sonntag, 18.12.2016, 10:43 vor 3371 Tagen @ Odysseus 2746 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 18.12.2016, 13:20

Als Eigentümer eines vermieteten EFHs auf dem Lande aus den 70ern sind seit mehreren Jahren Renovierungskosten angefallen, sodass Verluste aus Vermietung geltend gemacht werden. Sofort hat das Fin.Amt diese unter Vorbehalt gesetzt. Als ich mit dem StB sprach, erklärte er mir, das werde dann möglicherweise als Liebhaberei betrachtet. Wenn ich das Haus mal verkaufe oder selber nutze, werden schlagartig die geltend gemachten Verluste nachgefordert.

Wenn ich jedoch dann zukünftig einige Ausgaben nicht geltend mache sonder privat trage, damit positive Einnahmen erzielt werden, sei das nicht zulässig, denn laut AO müsse jede Handlung auch ohne Steuerberücksichtigung Gewinn erbringen.
Ich frage mich: Sind dann nicht praktisch sämtliche sog. "Steuersparmodelle" rechtswidrig und es verstärkt meine Vermutung, dass bei den normalen fleissigen Arbeitnehmern und kleinen Selbstständigen quasi jeder Radiergummi nachgewiesen werden muss, während bei den Grossen wo vermutlich der Fin.Amts-Sachbearbeiter fachlich überfordert ist, ganz andere Dinge durchgewunken werden.

u.a. Vorschlag zur Besteuerung flüchtigen Kapitals

Brigitte @, Sonntag, 18.12.2016, 11:15 vor 3371 Tagen @ Odysseus 3018 Views

Hallo Odysseus,

folgende Worte schrieb ich vor kurzem auf einen Beitrag in den MMnews:

..., obwohl alles, wie Du schreibst, so verschachtelt ist, gibt es Möglichkeiten, diese wieder zu ordnen. So sehe ich dies im Aufkauf von auslaufenden Staatsanleihen, bis zu einem bestimmten Prozentsatz im Verhältnis zum BIP, durch die EZB (bereits in Bearbeitung?). Getilgt wird dieser Bilanzposten durch eine Sondersteuer auf jeglichen Gewinn. Ohne Verschuldung bzw. Auflösung von Altgewinn kann letztendlich am Jahresende (BIP) kein Neu-Gewinn stehen. Insofern trägt u.a. der Gewinn dazu bei, dass die Staatsverschuldung steigt. Mit der Anzapfung des Gewinns durch eine Sondersteuer kann man die Verschachtelung auflösen.

Zuvor müssen sich allerdings alle daran teilnehmenden Länder auf ein einheitliches Steuersystem einigen. So sollten alle Gelder, welche in ein nicht an meinem Vorschlag teilnehmenden Landes fließen, mit einer Sondersteuer belegt werden. Gleiches gilt für den Verbindlichkeitsaufbau bei Personen teilnehmender Länder gegenüber nicht teilnehmender Ländern.

Durch die Abschaffung der derzeitigen Besteuerung der Unternehmen und Arbeitnehmer, sowie der Umsatzsteuer und der Einführung einer prozentual einheitlichen Steuer (ich schätze ca. 20-25 %) auf Arbeitnehmerentgelt, Abschreibungen (Investitionen) und jeglichen Gewinn könnte ein einfaches, die Konkurrenzfähigkeit der Arbeitnehmer stärkendes, Sozialkosten abbauendes Steuersystem eingeführt werden.

Ein Ausverkauf von Staatsunternehmen, welche im Fall der Fälle, da systemrelevant, gerettet werden müssen, darf nicht stattfinden. Stattdessen sollten auch Staatsunternehmen Gewinne erwirtschaften, mit welchen dann, statt Steuereinnahmen, investiert und konsumiert wird. Dies könnte zu niedrigeren Steuersätzen führen.


Sollten die im von Dir verlinkten Bericht erwähnten Abschreibungen auslaufen, werden wohl die Wohnungen, wie bereits bei Versicherungen üblich, abgestoßen. Doch würde mich interessieren, was Du von meinem Vorschlag der Besteuerung ausgehender Zahlungen, sowie der Verbindlichkeitsaufbau innerhalb teilnehmender Staaten gegenüber den nicht teilnehmenden Staaten denkst.

Brigitte

Das Hauptproblem ist tief im Boden vergraben

Falkenauge @, Sonntag, 18.12.2016, 12:04 vor 3371 Tagen @ Odysseus 3239 Views

Besonders problematisch ist, dass sich weltweit diese Konstrukte nach und
nach aller attraktiven Immobilien-Standorte bemächtigen.
Es steht zu befürchten, dass genau diese Konstrukte bei einem Crash zu
einem unglaublichen, vielleicht DEN endgültigen Raubzug genutzt werden
könnten, um sich unumkehrbar weltweit billig reale Werte unter den Nagel
zu reißen.

Hallo Odysseus,
das Hauptproblem, das solche Dinge erst möglich macht, ist das Eigentum an Grund und Boden. Das ist heute so selbstverständlich und wird nicht mehr hinterfragt. Da geht niemand ran, es ist aber der entscheidende Knackpunkt. Man kann es drehen und wenden wie man will.

Der Boden ist keine beliebig vermehrbare Ware. Er ist in der Regel nur begrenzt vorhanden und befindet sich heute im Eigentum von nur einem Bruchteil der Bevölkerung, von denen die anderen abhängig sind. Denn alle müssen irgendwo leben und schlafen.

Das ist der Ausgangspunkt des Problems, das, wenn es so bleibt, immer Ungerechtigkeiten und Ausbeutung erzeugen muss. Siehe:
Soziale Auswirkungen des Eigentums an Grund und Boden

Alter Wein

ijoe @, Sonntag, 18.12.2016, 12:47 vor 3371 Tagen @ Falkenauge 2735 Views

Der Boden ist keine beliebig vermehrbare Ware. Er ist in der Regel nur
begrenzt vorhanden und befindet sich heute im Eigentum von nur einem
Bruchteil der Bevölkerung, von denen die anderen abhängig sind. Denn alle
müssen irgendwo leben und schlafen.
Das ist der Ausgangspunkt des Problems, das, wenn es so bleibt, immer
Ungerechtigkeiten und Ausbeutung erzeugen muss. Siehe:
Soziale
Auswirkungen des Eigentums an Grund und Boden

Abgesehen von der üblichen Verwechslung von Eigentum & Besitz, was unterscheiden deine Überlegungen von den sozialistischen oder Freigeld-/Freilandtheorien? Schließlich fahren wir mit dem Eigentum an Grund & Boden gar nicht schlecht. Verlieren die Ländereien ihre Eigentumseigenschaften, dann ist es auch aus mit Kredit, Zins, Sicherheiten usw.

ijoe

Es gärt und gärt

Falkenauge @, Sonntag, 18.12.2016, 13:09 vor 3371 Tagen @ ijoe 2791 Views

Abgesehen von der üblichen Verwechslung von Eigentum & Besitz, was
unterscheiden deine Überlegungen von den sozialistischen oder
Freigeld-/Freilandtheorien? Schließlich fahren wir mit dem Eigentum an
Grund & Boden gar nicht schlecht. Verlieren die Ländereien ihre
Eigentumseigenschaften, dann ist es auch aus mit Kredit, Zins, Sicherheiten
usw.

ijoe

Wenn Du den Artikel gelesen hättest, würdest Du nicht von der üblichen Verwechslung von Eigentum und Besitz reden. Würde aller Boden nur im Eigentum der jeweiligen Gemeinde stehen, wären alle, an die die Grundstücke zur jeweiligen Nutzung ausgegeben werden, nur Besitzer. Die von ihnen errichteten Gebäude wären dann aber ihr Eigentum. Das wäre gegen jetzt das Neue. Heute ist ein Besitzer vom Eigentümer abhängig.

Wenn Du meinst, dass wir "mit dem Eigentum an Grund u. Boden gar nicht schlecht fahren", hast Du das Problem noch nicht erkannt.

Zur Kreditsicherung: Es gibt heute schon Banken, die ihre Kredite nicht mehr mit Pfandrechten auf Grundstücken absichern.

Wie sieht es mit der Bebauung aus?

Brigitte @, Sonntag, 18.12.2016, 13:29 vor 3371 Tagen @ Falkenauge 2531 Views

Dann wird sich nutzbarer und interessanter Grund und Boden ebenfalls in den Händen weniger Personen sammeln und zwar in den Händen derer, welche entsprechende Rendite erhalten, unabhängig davon, ob diese Rendite über Grund und Boden (Rendite für Bebauung), Eigenkapitial, Maschinen oder anderweitiger Geschäfte erzielt werden konnte und die sich eine evtl. Bodensteuer leisten können.

Jeder hat Anspruch auf ein Stück Boden

Falkenauge @, Sonntag, 18.12.2016, 13:50 vor 3371 Tagen @ Brigitte 2498 Views

Dann wird sich nutzbarer und interessanter Grund und Boden ebenfalls in den
Händen weniger Personen sammeln und zwar in den Händen derer, welche
entsprechende Rendite erhalten, unabhängig davon, ob diese Rendite über
Grund und Boden (Rendite für Bebauung), Eigenkapitial, Maschinen oder
anderweitiger Geschäfte erzielt werden konnte und die sich eine evtl.
Bodensteuer leisten können.

Ob eine gerechte Verteilung (Verpachtung) stattfindet, die alle berücksichtigt, hängt vom Gemeinderat und der Exekutive ab. Wenn die dann ebenfalls noch von den heutigen Parteien beherrscht werden, kommt es erst gar nicht zu einer Änderung. Also erst mal: Parteien abschaffen. Gedanken dazu:

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/11/18/das-verhaengnis-der-politischen-parteien/

Dazu wäre schon ein Schritt, die jetzigen Bundestagsparteien nicht zu wählen. In den Gemeinden sind ja leichter Bürgerbewegungen zu initiieren und deren Vertreter zu wählen.

Die deutsche "Insel der Seligen" wird gerade "geweckt". Die "seligen" Zeiten sind vorbei! Viel zu viele Menschen auf der Welt.

Olivia @, Sonntag, 18.12.2016, 14:38 vor 3371 Tagen @ Falkenauge 2851 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 18.12.2016, 16:19

Ich gehe davon aus, dass die "Westler" in den nächsten Jahren ebenfalls den schmerzhaften "Lernprozess" durchmachen müssen, dass NIEMANDEM irgend etwas "zusteht". Schätzungsweise werden wir völlig neue "Erfahrungen" mit "Macht" und "Gewalt" machen.
Das beginnt ja bereits und kann täglich bewundert werden. Da geht es nicht mehr um das, was jedem zusteht...... Das zeigt bereits ein Blick in die Geschichtsbücher.

--
For entertainment purposes only.

95-5%

Athen @, Sonntag, 18.12.2016, 13:53 vor 3371 Tagen @ Odysseus 2816 Views

[...] Der 95%-Trick [...]

Gruß
Odysseus

In der Tat gibt es diese Gestaltungsmöglichkeit. Die Immobilie wird von einer Gesellschaft zu etwa 95% erworben und von einer zweiten - allerdings wirtschaftlich verschiedenen - zu etwa 5%.
Ich habe den Sinn dieser Regelung allerdings noch nie verstanden - außer einer nicht nachvollziehbaren Begünstigung von juristischen Personen, die die nötigen Mittel (Kapital, Beratung) dazu haben.

Wer immer sagt, Unternehmen "vermeiden" Steuern, scheint zu vergessen, dass Unternehmen wirtschaftlich gezwungen sind, solche Möglichkeiten zu nutzen. Der Gesetzgeber hat sie ihnen schließlich eingeräumt - und er muss dafür auch einstehen! Er hat die Regelungen geschaffen oder ist der Rechtsprechung nicht durch ein neues Gesetz entgegengetreten. Das Steuerrecht wirkt dermaßen wie ein Interessenrecht, dass wohl nur ein radikaler Umbau à la Kirchhof-Modell abhelfen könnte...

Keine globalisierten Steuersysteme

mh-ing @, Sonntag, 18.12.2016, 14:27 vor 3371 Tagen @ Odysseus 2461 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 18.12.2016, 16:17

Diese Probleme mit der Steuerflucht sind m.E. nur zu lösen, wenn man das Steuersystem an die heute vorhande Internationalisierung/Globalisierung anpasst. Die Grenzen früherer Zeiten und die Regeln der damaligen Nationalstaaten funktionieren heute nicht mehr.

Dazu gibt es m.E. zu wenige Modelle bzw. sind diese zu wenig bekannt. Sicher ist aber auch, dass die Mächtigen die Regierenden daran hindern, das schöne System wirklich zu ändern.

Bedingt durch diese Ungleichgewichte, der überbordende Sozialstaat und die Bürokratie sind die Abgabenlasten sind für jene, die wirklich Steuern zahlen, viel zu hoch. Ganz unten und oben wird kaum bezahlt und dazwischen viel zu viel.

Ja... so ist es. (oT)

Olivia @, Sonntag, 18.12.2016, 14:41 vor 3371 Tagen @ mh-ing 2190 Views

- kein Text -

--
For entertainment purposes only.

umsatzfinanzierte Sozialkosten

mh-ing @, Sonntag, 18.12.2016, 14:52 vor 3371 Tagen @ Olivia 2520 Views

Ich hatte einen Vorschlag für ein umsatzorientiertes Sozialabgabensystem schon mal erstellt und sonst wo hin plaziert, jedoch ist es chancenlos gewesen. Aktuell starte ich gerade bei der AFD einen neuen Anlauf, wobei ich aber erwarte, dass auch das wenig bringt.
Der Grund ist einfach, dass zu viele Mächtige an dem System verdienen und die Mehrheit still leidet. Zudem haben die wenigsten Entscheider wirklich ein Verständnis und den Grips, das System zu verstehen und dann richtig zu entscheiden, so zumindest mein Eindruck.

Ich habe mir ein Grundstück in Südamerika an einem schönen See nun gekauft und stimme in absehbarer Zeit dann mit den Füßen ab, da ein System, welches nicht reformiert wird, letztlich scheitern muss.

Betriebsstättenbegründung nach dem BFH-Urteil 24.08.2011, I R 46/10

BongjuLEE @, Sonntag, 18.12.2016, 18:02 vor 3371 Tagen @ Odysseus 2300 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 18.12.2016, 18:09

Das eigentliche Problem ist hier wahrscheinlich, wie in Textziffer 8 beschrieben, dass die Steuerbehörde für die komplexen Fälle nicht stark genug ist.
Auch wenn von der reinen Außensicht der Steuerfall nicht vollständig zuverlässig gelöst werden kann, gibt es wahrscheinlich eine Möglichkeit der Ertragsbesteuerung. Bei Privat Equity Investments hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 24.08.2011, I R 46/10, BStBl II S. 764 entschieden, dass eine Betriebsstätte auch dann entsteht, wenn kein Verfügungsrecht an Räumlichkeiten besteht. Auf die hier, aus dem Handelsregister bekannte Fondskonstruktion bezogen, gehe ich davon aus, dass die (buchhalterisch reich gerechnete) Tallesin Holdings Limited (Zypern) im Rahmen einer Dienstleistungskommission durch die Talliesin Managing-Partner GmbH und Taliesin I GmbH jeweils das Immobilienvermögen, das in der Talliesin Berlin 1 und 2 GmbH & Co KG geparkt ist, managed.
(Lösung für Schaubild „rechte“ Wolke)
Die Talliesin Holdings Limited hätte dann in Deutschland beschränkt steuerpflichtiges Einkommen vermittelt, das mit 15 % Körperschaftsteuer und nochmals mit rund 15 % Gewerbesteuer belastet ist.

Verfassungswidriges Grunderwerbsteuerrecht

BongjuLEE @, Sonntag, 18.12.2016, 18:05 vor 3371 Tagen @ Odysseus 2454 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 18.12.2016, 18:10

Die steuerbefreienden Gestaltungsmöglichkeiten durch Share-Deals sind verfassungswidrig. Der allgemeine Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG verlangt, dass gleiche Sachverhalte eine gleiche Steuerbelastung auslösen. Das Grunderwerbsteuerrecht müsste verfassungskonform geändert werden. Wäre ich Finanzminister von Berlin, würde ich eine Normenkontrollklage vor dem Bundesverfassungsgericht anstreben, falls keine Gesetzesänderung im Rahmen einer Gesetzesinitiative durch den Bundesrat möglich ist.

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