Venezuela: Größte Banknote hat den Wert von einem Cent

Cascabel @, Montag, 12.12.2016, 04:20 vor 3377 Tagen 3795 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 12.12.2016, 04:46

Hallo, Forum

Sonntag Abend, 22 Uhr Ortszeit in Panama. Heute hat Maduro in Caracas bekanntgegeben,
dass innerhalb von 72 Stunden alle 100 Bolívar-Noten eingezogen werden und dass diese ab
Donnerstag ungültig sind. Unklar ist noch, ob die Einzahlung auf ein Konto weitere zehn
Tage möglich sein wird.

Wer sich damals im Osten am Ende der Schlange anstellte, ohne zu wissen, was es vorne
gab, würde in Venezuela ganz neue Erfahrungen sammeln. Die Schlangen, die sich in diesem
Moment - am Sonntagabend - bilden, sind schon so lange, dass bereits jetzt klar ist, dass an
einem Tag nicht alle Leute bedient werden könnten. Jetzt kommt aber erst der Hammer:
Morgen ist ein Bankfeiertag. Das bedeutet, die Leute stehen am Sonntag für Dienstag an.

Infla-ToDaMoon geht in Venezuela gerade erst los. Die 100 Bolívar-Note, mit einem Wert von
nur zwei Cent, ist die gröte Banknote im Umlauf. Ab Donnerstag wird die 50 Bolívar-Note
dann die größte Note sein, bis schließlich nächste Woche größere Scheine von 500 bis zu
20.000 Bolívares zur Verfügung stehen werden. Mal sehen, was das für die Inflation bedeutet...

Venezuela ist meines Erachtens ein Experiment, bei welchem beobachtet werden soll, was
passiert, wenn 30 Millionen hungern. Denn wie kann es sein, dass das ölreichste Land der
Welt nichts zu knabbern hat?

Gruß von der Finca Bayano

Cascabel

Hyperinflation

Ostfriese @, Montag, 12.12.2016, 09:27 vor 3377 Tagen @ Cascabel 3114 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 12.12.2016, 09:54

Hallo Cascabel,

das


Infla-ToDaMoon geht in Venezuela gerade erst los. Die 100 Bolívar-Note,
mit einem Wert von
nur zwei Cent, ist die gröte Banknote im Umlauf. Ab Donnerstag wird die
50 Bolívar-Note
dann die größte Note sein, bis schließlich nächste Woche größere
Scheine von 500 bis zu
20.000 Bolívares zur Verfügung stehen werden. Mal sehen, was das für
die Inflation bedeutet...

ist die Hyperinflation, wie Paul C. Martin in dem Beitrag

http://www.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=197898 ausführt und formuliert:

„Am sichersten ist so etwas [=die Hyperinflation] zu erkennen, wenn Banknoten in höheren Nominalen ausgegeben werden. …“

Venezuela ist meines Erachtens ein Experiment, bei welchem beobachtet
werden soll, was
passiert, wenn 30 Millionen hungern. Denn wie kann es sein, dass das
ölreichste Land der
Welt nichts zu knabbern hat?

„Eine privatwirtschaftlich induzierte Hyperinflation ist völlig ausgeschlossen.“, sondern ist das Ergebnis einer direkten Staatsfinanzierung durch die Notenbank. Sie ist und verläuft unabhängig vom „Reichtum“ eines Landes. „Eine Hyperinflation ist letztlich nur möglich, wenn der Staat direkt auf die Notenbank ziehen kann, wie oft genug erklärt.“

Nebenbei kann die EZB heute schon nach den Erkenntnissen von PCM im Eröffnungsbeitrag des Fadens http://www.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=197883 den Staat direkt finanzieren. Wir lesen dort: „…, dass es [= die direkte Staatsfinanzierung durch die Notenbank] also geht und zwar auch ohne spezielle Gesetzesänderung, wie ich immer angenommen hatte“. M.W. ist das Einfallstor später nicht geschlossen worden.

Chen Zhao, Leiter der Abteilung Makroökonomie des Vermögensverwalters Brandywine, vertritt wohl auch die Position, dass „ … eine Notenbank, die alles finanzier[en].“ kann, möglich ist. Dazu ist mehr in
http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/die-hoehe-der-verschuldung-sagt-ueb... zu lesen.

Bitte keine Verschwörungstheorien auftischen und Gruß.

Ostfriese

Ist denn die Absicht, die 500 Euro-Note einzuziehen, ein Zeichen für Deflation?

SevenSamurai @, Montag, 12.12.2016, 10:29 vor 3377 Tagen @ Ostfriese 2617 Views

Ehrlich gemeinte Frage (bei mir immer):

Ist denn die Absicht, die 500 Euro-Note einzuziehen, ein Zeichen für Deflation?

--
Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

Inflation = > Deflation => Hyperinflation => DeDe

Ostfriese @, Montag, 12.12.2016, 17:53 vor 3376 Tagen @ SevenSamurai 2153 Views

Ehrlich gemeinte Frage (bei mir immer):

Ist denn die Absicht, die 500 Euro-Note einzuziehen, ein Zeichen für
Deflation?

Wegen der Überschuldung, die zur Deflation führt, gehen die Finanzierungssummen an der Basis der Ökonomie zurück. Damit reduzieren sich auch die Summen der Guthaben, die ausschließlich über Kreditforderungen entstehen und die die Kapitalsammelstellen zum Kauf der Staatsverschuldung benötigen. Kredite kann der Staat nicht einfach aufnehmen, weil er ja nichts zur Besicherung im Sinne der EÖ von H/S mehr hat. Er ist nämlich nichts anderes als ein Anlageprodukt – und muss sich auch so verhalten. Wo soll er die Geldsummen für die Redistributionen, die ja zwingend notwendig zur Erhaltung seiner Macht sind, hernehmen? Er kann sich nur noch direkt bei seiner Zentralbank ohne Besicherung verschulden.

Zitat: „Schulden werden mit etwas "gezahlt", was sich leicht fabrizieren lässt, jedenfalls leichter als das, was wirklich geschuldet ist.“

„… was sich leicht fabrizieren lässt“ meint – durch die Notenpresse. Das führt zum völligen Vertrauensverlust in das Geld. Jedes Vertrauen bedarf der Besicherung. Venezuela hat die Ökonomie an der Basis zerstört: Es gibt keine vorfinanzierte Produktion, keine danach vorfinanzierten Handelsketten und keine verschuldungsfähigen Konsumenten – damit existiert auch kein eigenständiger Kapitalmarkt. Die Ölindustrie wird vom Ausland in Dollar finanziert. Es gilt Nr. 6:

„Für eine Hyper-Inflation bedarf es zwingend massiv über das Bisherige hinausgehende Zusatznachfrage. Dies ist in der Regel nicht über den KM zu leisten, der nur ersetzt bzw. umverteilt, sondern nur per Staatspapiergeld, d.h. Direktkredite der ZB an den Staat. Dies ist allen wichtigen ZBs strikt verboten und entsprechend gesetzlich geregelt.“

Abfolge: Inflation = > Deflation => Hyperinflation => DeDe

Vielen Dank für Deine Zusammenfassung! Frage zum Verständnis: DeDe = deflationäre Depression = Weltwirtschaftskrise (30er Jahre)?

Ikonoklast @, Dienstag, 13.12.2016, 11:25 vor 3376 Tagen @ Ostfriese 1707 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 13.12.2016, 11:39

Inflation = > Deflation => Hyperinflation => DeDe

Auf Hirni übersetzt (so korrekt?):

Preisanstieg => Preisverfall => galoppierender Preisanstieg => galoppierender Preisverfall bei gleichzeitigem rasanten Produktionseinbruch

--
Grüße

---

... and girls of course!

[image]

Versuch einer Antwort

Ostfriese @, Dienstag, 13.12.2016, 19:17 vor 3375 Tagen @ Ikonoklast 1592 Views

Inflation = > Deflation => Hyperinflation => DeDe


Auf Hirni übersetzt (so korrekt?):

Preisanstieg => Preisverfall => galoppierender Preisanstieg =>
galoppierender Preisverfall bei gleichzeitigem rasanten Produktionseinbruch

Die US-Staatsverschuldung zeigt, wie hoch die Finanzierungssummen an der Basis der Ökonomien insgesamt sind, aus deren Guthaben sie gekauft wird – alles unter Beachtung der EÖ von H/S. Es hängt also von den Besicherungen der Kredite ab, deren Preise niemals fallen dürfen. „Die Erkenntnis, dass die Schulden niemals sinken werden dürfen (eben wegen der dann zwingenden, weltweiten Abwertung der Sicherheiten und nominellen Besicherungslücken der bestehenden nominellen Kredite) hat mir einen solchen Faustschlag ins Gesicht verpasst.........ich versuche mich noch heute wiederzufinden." … „Die Wertsteigerung bei gleichbleibender bzw. sinkender Verschuldung ist das perfideste Hirngespinst der Gegenwartsökonomie!“

Die gegenwärtigen Maßnahmen der Zentralbanken dienen dazu, die Preise der den Krediten zugrunde liegenden Pfänder zu erhöhen, damit das System nicht sofort zusammenbricht.

Etwas Ähnliches versuchte auch der römische Kaiser Tiberius vor fast 2000 Jahren, indem er „Vermögende verpflichtet, zwei Drittel ihres Geldes in Immobilien anzulegen, um den Preisverfall zu stoppen“. Prof. Malik: „Seit Cäsar und noch früher ist die Geschichte eine Abfolge von Aufschulden und Abschreiben, Aufschulden und Bankrott. Ohne dieses kann Geschichte nicht verstanden werden.“

Es geht also insgesamt um die Erweiterung von Haftungsräumen, denn im Zuge des Debitismus wird Verschuldung immer territorial (@Silke) ausgeweitet. Dazu bitte die Antwort auf das Posting von Herrn Clasen beachten. Für die Schulden der Euro-Länder bedeutet das, dass durch die politische EU eine neue Systemebene als gemeinsamer Haftungsraum aller EU-Mitgliedstaaten entsteht. Darum geht es doch auch in der Ukraine: Erweiterung des Haftungsraumes durch Einführung eines funktionierenden Staates mit Exekutive und Legislative auf der Grundlage der Eigentumsökonomik von Heinsohn/Steiger. Mit Krieg.

Alle Maßnahmen haben das Ziel, ein Abgleiten der Deflation in den galoppierenden Preisverfall bei gleichzeitigem rasanten Produktionseinbruch – in die Depression – zu vermeiden. Wir glauben daran. Paul C. Martin hat die Sache aber schon vor einiger Zeit zu Ende gedacht:

„Jederzeit können weitere Beispiele nachgeliefert werden. Der Ablauf ist immer derselbe: Erster Anstoß ("fresh money" erscheint). Dann Kreditorgie (Staat und Private). Sachwerthausse. Dann Nachlassen der Zusatznachfrage, Disinflation. Finanztitelhausse wg. sinkender Zinsen. Dann kredit- und "New-Economy"/Gründerzeit usw.-getriebener Bubble. Der platzt. Die Guthaben, die den vordem gemachten Schulden entsprechen, wollen jetzt bedient werden. Scharfe Kontraktion, Finanztitel-Baisse, Wealth-Effect (ex - zumeist nicht realisierten - Aktiengewinnen) verflüchtigt sich. Alles versinkt im Mahlstrom sinkender Kurse, Preise, Werte. Ausweglose Lage. Ende der deflationären Depression erst, nachdem die alten Schulden (Guthaben) ausgebucht sind oder sich per Crash (Banken usw.) verflüchtigt haben. Dann Start zur nächsten Runde...

Und ganz genau so wird es jetzt wieder kommen. Nur GEDULD. JüKü hat in seinen Texten (lesen! lesen!) alles Notwendige dazu klargestellt. Merke: Keine Depression ohne vorangegangene Prosperität (Clément Juglar), keine Inflation ohne nachfolgende Deflation.“

Echternacher Springprozession

Ostfriese @, Montag, 19.12.2016, 08:01 vor 3370 Tagen @ Ostfriese 1429 Views


Und ganz genau so wird es jetzt wieder kommen. Nur GEDULD. JüKü hat in
seinen Texten (lesen! lesen!) alles Notwendige dazu klargestellt. Merke:
Keine Depression ohne vorangegangene Prosperität (Clément Juglar), keine
Inflation ohne nachfolgende Deflation.“

Zwei Schritte vor …

„Alte Geldscheine ungültig, neue noch nicht da“ titelt das

http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/venezuela-bargeld-knapp-warten-auf...

„Die Bargeldbestände würden vor allem in Kolumbien, aber auch in Deutschland, Tschechien und der Ukraine gehortet, sagte Präsident Maduro.“

… ein Schritt zurück

„'Internationaler Sabotageakt' Venezuela macht Geldscheine wieder gültig“ titelt

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Venezuela-macht-Geldscheine-wieder-gueltig-article1935535...

„Bei den Geldinstituten waren Lieferungen aus Druckereien in den USA und Großbritannien nicht rechtzeitig eingetroffen, wie es aus Bankenkreisen hieß.“

Inflation = > Deflation => DeDe => Hyperinflation= Staatsbankrott

Silke, Dienstag, 13.12.2016, 18:10 vor 3375 Tagen @ Ostfriese 1790 Views

bearbeitet von Silke, Dienstag, 13.12.2016, 18:40

Lieber Ostfriese,

richtige Zitate, falsche Reihenfolge.

"Wie gesagt: US-Gov kann alle Nonvaleurs und faulen Titel auf sich buchen lassen. Der größte Bail-out aller Zeiten, der sich rasant steigern wird, sobald klar wird, dass die Govs (mit und ohne ZBs) letztlich jeden Titel nehmen (müssen)."
http://www.dasgelbeforum.net/ewf2000/board_entry.php?id=390327#p390423
@dottore

Gleiches gilt für EZB - Erhöhung/Verlängerung des Ankaufprogrammes QE in bisher unvorstellbaren Größenordnungen. Das läuft doch schon ganz gut.
Alle werden stillhalten denn:
"Alle müssen allen alles garantieren...und alle müssen dieses Garantieren auch hinnehmen"
Es gibt doch genug Rettungsschirme und wenn sie nicht reichen werden noch ein paar mit neuen Akronymen dazu gebastelt.

Lange Rede, kurzer Sinn:
@Zara hat Recht:
Ein Komplexitätszusammenbruch wird uns das Licht ausblasen,vielleicht eine Pandemie oder so etwas wie die coole Müllkippe in Herfa Neurode und was es noch alles so für interessante Zwischenlager gibt bzw. irgendein statistisch theoretisch noch nicht dran seiendes AKW, das sich nicht an die Statistik hält, z.B. beim europäischen AKW-Meister Frankreich oder dann in China .

Nachschuldnermangel und Energiepeak's kann man lange (wenn auch immer teurer) stretchen - einen Blackout oder ein anderes nicht binnen Tagen beherrschbares singuläres Ereignis nicht mehr. Da sind die eine Mrd. Leute im afrikanisch-arabisch-asiatischen Raum, die laut Gallup in den nächsten Jahrzehnten nach Europa drängen in der Masse (sicher nicht im tragischen Einzelfall) noch das kleinere Übel.

Eine DeDe kann sich bekanntlich über viele, viele kleinkriegerische und bürgerkriegerische Jahrzehnte quälen.
Staat wird bei Bedarf jederzeit in weimarer Verhältnisse oder Diktatur umschalten.
Ermächtigungs-, ähm Notstandsgesetze liegen überall bereit wegen "War on Terror" usw..
Re-Gierung hat doch neulich schon mal versprochen, Bauernhöfe und Betriebe zu
enteignen.
Und Katastrophe ist doch im Prinzip in einem Staat immer.

Ehrlich gemeinte Frage (bei mir immer):

Ist denn die Absicht, die 500 Euro-Note einzuziehen, ein Zeichen für
Deflation?

Nein, für die Einschränkung der Grundfreiheiten von Bürgern...
...wie das in einem ordentlichen Staat nun einmal so üblich ist.

Die 500er werden nicht eingezogen sondern mengenmäßig durch kleinere Scheine komplett ersetzt. Es geht um die Absenkung der zulässigen Bargeldzahlungsgrenzen, um eine generelle Kriminalisierung der Bürger.

Meiner Meinung nach hier gut beschrieben:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/nicht-mehr-als-5000-euro-ex-verfassungsrichter-ha...
"Jede Grenze sei eine Einschränkung von Grundfreiheiten wie das Eigentumsrecht oder das Recht auf Vertragsfreiheit. Auch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung sei möglicherweise betroffen, sagte Papier am Montag auf dem Bargeld-Symposium der Bundesbank. Mit Obergrenzen werde Bundesbürgern vorgeschrieben, dass ab einer bestimmten Höhe Zahlungen nicht mehr bar vorgenommen werden können. In einigen EU-Staaten gibt es solche Beschränkungen bereits.
Nach Ansicht Papiers würden mit Bargeld-Obergrenzen das Grundrecht auf Eigentum und dessen freie Verwendung genauso eingeschränkt wie die Freiheit, Verträge zu schließen, weil den Bürgern dann vorgeschrieben würde, dass sie Zahlungen ab einer bestimmten Höhe unbar abzuwickeln hätten. Auch mit Blick auf das Europarecht hat Papier Bedenken, weil grenzüberschreitende Zahlungen beschränkt würden. Generell müsse der Gesetzgeber für die Einführung von Obergrenzen legitime Gründe anführen, dass dies dem Allgemeinwohl diene. Ihm sei schließlich nicht klar, wie die Einhaltung einer Bargeld-Obergrenze kontrolliert werden sollte."

Liebe Grüße
Silke

Vergleichbar?

Rybezahl, Montag, 12.12.2016, 23:56 vor 3376 Tagen @ SevenSamurai 1773 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 13.12.2016, 00:09

Ehrlich gemeinte Frage (bei mir immer):

Ist denn die Absicht, die 500 Euro-Note einzuziehen, ein Zeichen für
Deflation?

Hallo,

in Venezuela geht es darum, die Scheine mit knalligeren Zahlen zu bedrucken. Das wegen des Druckens von Staats-Papiergeld.

Im Euro-Raum geht es - vermute ich mal - um "Entsparung" sowie Überwachung des Zahlungsverkehrs (Bargeld geht leichter an der Steuer vorbei). So gesehen aber - ja: ein Zeichen für Deflation (bzw. Stagnation).
Allerdings (noch) nicht so schlimm wie in Venezuela.

Gruß
Rybezahl.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts hat fertig

Rybezahl, Montag, 12.12.2016, 11:03 vor 3377 Tagen @ Cascabel 2795 Views

Hallo,

dazu kürzlich ein netter Beitrag im DLF. Gespendete, dringend benötigte Medikamente werden beschlagnahmt - man ist schließlich nicht auf auswärtige Hilfe angewiesen!

Der Wechselkurs der Bezugsscheine (Bolivar) ist auf 10 Bolivar / 1 Dollar festgesetzt, was sich in keiner Weise auf dem Schwarzmarkt widerspiegelt, was den Import von Waren zusätzlich schwierig macht. Vom niedrigen Ölpreis ganz zu schweigen.

Ich vermute mal, da wird es bald wieder einen Währungsschnitt geben. Vielleicht mal "Die Krisenschaukel" rüberschicken, da stehen ein paar Tipps für den Neustart drin.

Gruß
Rybezahl.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Sag das …

Ostfriese @, Montag, 12.12.2016, 13:55 vor 3376 Tagen @ Rybezahl 2257 Views

… „Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts hat fertig.“

nicht. Die FAZ

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/rot-rot-gruen-macht-wohnungspo...

titelt heute: „Ein bisschen Venezuela in Berlin“

Der Staatssekretär Andrej Holm lobte noch 2007 die „partizipative Stadtentwicklung“ im Venezuela des Diktators Hugo Chávez als vorbildhaft. Linke Kritik an dessen Herrschaftspraktiken wurde als „nicht mehr solidarisch“ abgekanzelt.


Gruß
Rybezahl.

Gruß zurück - Ostfriese

Bolivar hat keinen echten Wechselkurs

Leserzuschrift @, Montag, 12.12.2016, 12:46 vor 3377 Tagen @ Cascabel 2566 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 12.12.2016, 17:05

Cascabel hat viel geschrieben, aber wenig gesagt.
Schauen wir uns die Meldung beim Spiegel an:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/venezuela-zieht-meistverbreitete-banknote-aus...

Zitat: "Der Schritt sei eine Verteidigungsmaßnahme, sagte Maduro. Er behauptet, vor allem aus Kolumbien, aber auch aus Deutschland, Tschechien und der Ukraine, sei in den vergangenen Jahren gezielt Bargeld aus Venezuela abgezogen worden, um der Wirtschaft des Landes zu schaden. Dahinter stecke laut Maduro das US-Finanzministerium."

Den letzten Satz wollen wir mal als politische Agitation ignorieren.

Ein Bolivar hat keinen echten Wechselkurs. Ich kann das Folgende leider nur in Teilen wiedergeben, da ich nicht alle Schritte voellig verstehe.
Mit dem Bolivar kann man durchaus Rohoel in Venezuela kaufen, auch, um es zu exportieren. Da gibt es natuerlich einen Markt. Es gibt also Leute, die Bolivar KAUFEN. Es gibt auch Leute, die Bolivar VERKAUFEN. Was passiert nun?
Es wird ein Container mit Bargeld (Bolivar) nach Deutschland gebracht. Den Zoll interessiert das nicht, weil der Bolivar keinen offiziellen Wechselkurs in DE hat. Fuer den Zoll ist das Altpapier. Das wird auch vom Empfaenger nicht gross gezaehlt, es kommt in verschweissten und von der b̶o̶l̶i̶v̶i̶a̶n̶i̶s̶c̶h̶e̶n̶ venezolanischen (korrigiert) Zentralbank verplompten Kisten mit definierten Werteinheiten. Der Empfaenger ueberweist dem Verkaeufer Euro oder Dollar und verkauft die Bolivar, mit einem Aufschlag, an einen anderen Kunden, der dann damit wieder Oel in Venezuela kauft.

Warum das Geld so im Kreis gefuehrt wird, erschliesst sich mir nicht ganz. Man koennte den Tausche eigentlich auch in VZ abwicklen. Das ist der Punkt, wo mir die informationen fehlen, warum das im Ausland gemacht wird. Ganz sicher gibt es aber einige Leute, die davon sehr gut profitieren. Die Frage ist, ist es Sinn der Sache, dass da bolivianisches Bargeld containerweise durch die Welt geschifft oder geflogen wird?

Ich glaube, mit dieser Aktion duerften einige Leute auf dem falschen Fuss erwischt worden sein.

Du bist etwas verwirrt...

Cascabel @, Montag, 12.12.2016, 16:07 vor 3376 Tagen @ Leserzuschrift 2524 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 12.12.2016, 16:15

Hallo, Leserzuschrift (was auch immer das bedeutet)

Du wirfst mir vor, viel geschrieben, aber wenig gesagt zu haben. Du schreibst noch mehr,
aber sagst überhaupt nichts. Zuerst einmal ist der Bolívar nicht die Währung Boliviens,
sondern die von Venezuela.

Ansonsten wollte ich zeigen, wie pervers die Situation ist: Zwei Tage anstehen, um ein
paar Pfennige zu wechseln. Vor ein paar Stunden hat sich die Situation weiter verschärft:
Wer größere Summen (ohne genaue Angabe) von 100-Bolívar-Noten besitzt, kann
festgenommen werden. Link leider nur in spanisch.

Das könnte "besser" als 1923 werden...

Gruß aus Panama

Cascabel

Cascabel hat viel geschrieben, aber wenig gesagt.
Schauen wir uns die Meldung beim Spiegel an:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/venezuela-zieht-meistverbreitete-banknote-aus...

Zitat: "Der Schritt sei eine Verteidigungsmaßnahme, sagte Maduro. Er
behauptet, vor allem aus Kolumbien, aber auch aus Deutschland, Tschechien
und der Ukraine, sei in den vergangenen Jahren gezielt Bargeld aus
Venezuela abgezogen worden, um der Wirtschaft des Landes zu schaden.
Dahinter stecke laut Maduro das US-Finanzministerium."

Den letzten Satz wollen wir mal als politische Agitation ignorieren.

Ein Bolivar hat keinen echten Wechselkurs. Ich kann das Folgende leider
nur in Teilen wiedergeben, da ich nicht alle Schritte voellig verstehe.
Mit dem Bolivar kann man durchaus Rohoel in Venezuela kaufen, auch, um es
zu exportieren. Da gibt es natuerlich einen Markt. Es gibt also Leute, die
Bolivar KAUFEN. Es gibt auch Leute, die Bolivar VERKAUFEN. Was passiert
nun?
Es wird ein Container mit Bargeld (Bolivar) nach Deutschland gebracht. Den
Zoll interessiert das nicht, weil der Bolivar keinen offiziellen
Wechselkurs in DE hat. Fuer den Zoll ist das Altpapier. Das wird auch vom
Empfaenger nicht gross gezaehlt, es kommt in verschweissten und von der
bolivianischen Zentralbank verplompten Kisten mit definierten
Werteinheiten. Der Empfaenger ueberweist dem Verkaeufer Euro oder Dollar
und verkauft die Bolivar, mit einem Aufschlag, an einen anderen Kunden, der
dann damit wieder Oel in Venezuela kauft.

Warum das Geld so im Kreis gefuehrt wird, erschliesst sich mir nicht ganz.
Man koennte den Tausche eigentlich auch in VZ abwicklen. Das ist der Punkt,
wo mir die informationen fehlen, warum das im Ausland gemacht wird. Ganz
sicher gibt es aber einige Leute, die davon sehr gut profitieren. Die Frage
ist, ist es Sinn der Sache, dass da bolivianisches Bargeld containerweise
durch die Welt geschifft oder geflogen wird?

Ich glaube, mit dieser Aktion duerften einige Leute auf dem falschen Fuss
erwischt worden sein.

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