OT: Heimwerken oder Do-It-Yourself, von Möbeln über Ausbesserungs- und Sanierungsarbeiten zum Hausbau, Holz, Metall, Fliesen

Literaturhinweis @, Samstag, 10.12.2016, 01:31 vor 3379 Tagen 5769 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 10.12.2016, 01:35

Vom Vorratsregal über die Solarthermieanlage war Heimwerken immer schon Thema im Gelben - in allen Lebens(k)lagen. Auch in der Verteidigung gilt hier 'selbst ist der Mann'. Auch die eigene Elektromobilität wurde schon in Selbsthilfe in Angriff genommen.

Hier im Rahmen der Selbstversorger-Ratgeber nun das Thema Heimwerken, auch zur nachträglichen Reparatur nach fehlgeschlagenen Versuchen geeeignet.

Es gibt ein paar wenige Ratgeber und Lexika, die sich auf das Gesamtthema beziehen, die meisten Do-It-Yourself-Ratgeber beziehen sich aber mehr Einzelgebiete wie z.B. Malern und Tapezieren oder Möbelbau. Wer Elektroarbeiten in Eigenleistung vornimmt, sollte allerdings beachten, daß je nach Umfang evtl. die unterschriebene Abnahme eines vom örtlichen Energieversorger zugelassenen Elektromeisters erforderlich sein kann.

Natürlich sind Heimwerker-Ratgeber Geschenk-Ideen nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen.


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Do-It-Yourself/Heimwerker-Literatur: Metall-, Holz-, Verputz-, Maler-, Elektro- und Sanitärarbeiten, Möbel, Fußboden u.v.a.m.

Literaturhinweis @, Samstag, 10.12.2016, 01:32 vor 3379 Tagen @ Literaturhinweis 4691 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 15.12.2016, 21:24

Siehe auch Suche nach geeignetem Werkzeug bei Amazon (zur Verfeinerung der Suche in der linken Spalte Unterkategorien anklicken oder nach spezifischen Begriffen suchen, etwa 'Malerpinsel' und dann ggf. wieder in der linken Randleiste nach Unterkategorien wie Flachpinsel usw.).

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Ansonsten gibt es im Internet natürlich viele Video-Anleitungen in Deutsch oder zum "Do-It-Yourself" in englischer Sprache, z.B. zu Metall-, Holz- und Verputzarbeiten sowie jede Menge entspr. Webseiten unterschiedlichster Qualität.


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Wie bekämpft ihr Holzwürmer?

SevenSamurai @, Samstag, 10.12.2016, 10:58 vor 3379 Tagen @ Literaturhinweis 4152 Views

Thema Heimwerken:

Wie bekämpft ihr Holzwürmer?

Oder ist es besser, das befallene Produkt (Schrank, Bilderrahmen) komplett zu entsorgen?

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Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

Bekämpfung von Hausbock, Holzwürmern und -parasiten und Co.

Literaturhinweis @, Samstag, 10.12.2016, 12:02 vor 3379 Tagen @ SevenSamurai 4732 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 10.12.2016, 12:06

Die Literatur ist wie bei Spinnentieren wie Milben und Krätze auch bei Hausbock und anderen Holzparasiten ähnlich dünn gesät.

Wie bekämpft ihr Holzwürmer?
Oder ist es besser, das befallene Produkt (Schrank, Bilderrahmen) komplett zu entsorgen?

Aber aus der Beratungspraxis:

- es gibt den sog. Hausbock, das sind große Holzkäfer, die vor allem Dachstühle befallen, und deren Larven das Holz auffressen, Bohrmehl in den Gängen hinterlassen (an dem man sie zweifelsfrei erkennen kann, auch wenn alle gerade ausgeschlüpft sind) und die die Standsicherheit von Holzbauwerken gefährden. Der Hausbockbefall ist, wie Termiten und der Hausschwamm, eine baupolizeilich meldepflichtige Schädlingsart. Das befallene Holz muß fachgerecht behandelt, ausgebautes muß verbrannt werden.

- Daneben gibt es jede Menge andere Holzschädlinge, in Parkett (z.B. Parkettkäfer), in Holzmöbeln, Türen, Fensterrahmen, Bilderrahmen, Holztreppen usw. Diese gefährden i.d.R. nicht die Standsicherheit oder Haltbarkeit, breiten sich jedoch u.U. weiter aus und sind mindestens ästhetisch unbefriedigend sowie wertmindernd. Bei Holzleitern mit z.T. dünnen Wangen und Sprossen ist dagegen Vorsicht geboten. Holzleitern dürfen daher auch nicht deckend gestrichen werden, um eine Sichtprüfung nicht zu behindern.

Auf den Hausbock will ich mal nicht eingehen, bleiben die anderen Befallsarten.

Grundsätzlich kann man es mit Wärmebehandlung versuchen. Dazu kann man ein befallenes Möbelstück etc. z.B. in eine Sauna stellen und trocken auf ca. 80 Grad Celsius aufheizen, dann sind nach einer oder mehreren Stunden garantiert sowohl Eier wie Larven und die Insekten selbst abgetötet. Da erhitztes Holz nicht mehr so 'gut schmeckt' ist zudem ein gewisser Schutz gegen Neubefall gegeben.

Aber Vorsicht: gerade antike Stücke sind u.U. noch mit Knochenleim geleimt, der erweicht bei diesen Temperaturen und das 'gute Stück' zerlegt sich u.U. in Einzelteile, die man, will man den Wert nicht mindern, ebenso fachgerecht auch mit zeitgenössischem Leim restaurieren muß. Das gleiche gilt für Oberflächenbeschichtungen mit z.B. Schellack u.a. wärmeempfindlichen Materialien. Auch kann es zu Harzausfluß kommen.

Ausfrieren ist weniger sicher (etwa im Winter draußen lassen), anders ist das mit Wolle (Motten) und Kleidung in der Tiefkühltruhe bei mindestens minus 20 Grad Celsius.

Ansonsten ist das Mittel der Wahl die chemische Bekämpfung, sei es als Begasung (scheidet für den Privathaushalt aus, bedarf einer entsprechend eingerichteten Fachwerkstatt) oder mit flüssigen Mitteln, heute meist auf Pyrethroid-Basis, da Lindan/DDT u.a. Chlorkohlenwasserstoffe heute verboten sind, es sei denn, es geht um Termiten in bestimmten Weltregionen.

Bei vorhandenem Befall müssen diese Mittel dann aber mühsam mit einer medizinischen Spritze mit entspr. Kanüle in jeden einzelnen Gang injiziert werden und dann das Material mit einer entspr. chemisch ausgerüsteten Holzschutzlasur auch noch zur Sicherheit oberflächenbehandelt werden. Letzteres kann bei antiken Stücken sich evtl. verbieten, jedenfalls sollte man bei wertvollen Stücken den Rat eines erfahrenen Restaurators einholen. Gibt's u.U. kostenlos in einem nahegelegenen staatlichen Museum, wenn es eine entspr. Abteilung führt.

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Flächendämpfer

Dieter, Samstag, 10.12.2016, 15:15 vor 3378 Tagen @ SevenSamurai 4327 Views

bearbeitet von Dieter, Samstag, 10.12.2016, 15:19

Wie bekämpft ihr Holzwürmer?

Oder ist es besser, das befallene Produkt (Schrank, Bilderrahmen) komplett
zu entsorgen?

Hallo SevenSamurai,

ich habe einmal einen vollen Sattelzug ausländisches Holz in einem Arbeitsgang von jeglichem Ungeziefer einschl. Holzameisen befreit, es hat ca. 3 Std. gedauert:

Im Gartenbau kennt man Dämpfgeräte, die dazu da sind, Boden keimfrei und schädlingsfrei zu machen.
Größere Gartenbau-Betriebe haben hin und wieder Flächendämpfer. Die Funktionsweise ist folgende: Es wird eine hitzebeständige Spezialfolie über die zu behandelnde Fläche gelegt (das kann durchaus eine Fläche von 500 qm sein oder halt auch weniger, sogar ein kompletter Dachstuhl wäre möglich). Die Folie wird nach unten so befestigt, daß sich ein Dampfdruck aufbauen kann, der notwendig ist, damit der heiße Dampf in die Gänge der Schadinsekten eindringen kann.
Es wird ein meist ölbetriebener Brenner betrieben, der den Wassertank des Dämpfers nach und nach in Heißdampf wandelt und dabei einen Druck von etwa 1 bar aufbaut. Sobald eine Temperatur von ca. 80 Grad erreicht ist, kann man davon ausgehen, daß jegliches Getier incl. Eiern abgetötet ist.

Im Gartenbau wird mit solchen Geräten der Erdboden auf eine Tiefe von ca. 30 cm steril gemacht. Je nach Größe der Geräte kann das ne Schubkarre sein, oder auch eine Teilfläche eines Feldes von 1.000 qm in einem Arbeitsgang.

Bei Möbeln und Bilderrahmen wäre natürlich zuvor zu prüfen, inwieweit der Heißdampf schädigend sein kann.

Bei größeren Objekten kann es sich durchaus lohnen, mal bei der einen oder anderen Firma nachzufragen.
Alternative wären noch die Holztrocknungskammern bei Zimmerleuten, Sägewerken, Edelholzhändlern. Die arbeiten m.W. auch teilweise mit Heißdampf, ggf. können die auch auf hohe Temperaturen eingestellt werden.
Bei Kleinigkeiten ggf. die Sauna und dann einen Aufguß nach dem andern.

Bei ganz kleinen Objekten geht auch die Mikrowelle, aber nicht zu hoch einstellen, sonst reißt das Holz.

Gruß Dieter

Hilfeee!!! Holzwürmer im Bauwagen!

Leisereiter @, Montag, 12.12.2016, 18:48 vor 3376 Tagen @ Dieter 3498 Views

Hallo Dieter!
Ich habe einen Bauwagen, außen mit Blech verkleidet, innen anscheinend Spanplatten, die man aber nicht sieht, weil der Vorbesitzer sie schön und sorgfältig mit Nut/Feder-Brettern (Fichte) verkleidet hat. Schaut sehr wohnlich aus und war von mir für ein alternatives Wohnprojekt vorgesehen.
Ja, und seit einem Jahr quillt braunes Bohrmehl aus allen Ritzen. Nicht weißes Bohrmehl, wie ich es von den Holzwürmern in alten Möbeln kenne, sondern braunes. Welches Getier ist das?

Größere Gartenbau-Betriebe haben hin und wieder Flächendämpfer. Die
Funktionsweise ist folgende: Es wird eine hitzebeständige Spezialfolie
über die zu behandelnde Fläche gelegt (das kann durchaus eine Fläche von
500 qm sein oder halt auch weniger, sogar ein kompletter Dachstuhl wäre
möglich). Die Folie wird nach unten so befestigt, daß sich ein Dampfdruck
aufbauen kann, der notwendig ist, damit der heiße Dampf in die Gänge der
Schadinsekten eindringen kann.
Es wird ein meist ölbetriebener Brenner betrieben, der den Wassertank des
Dämpfers nach und nach in Heißdampf wandelt und dabei einen Druck von
etwa 1 bar aufbaut. Sobald eine Temperatur von ca. 80 Grad erreicht ist,
kann man davon ausgehen, daß jegliches Getier incl. Eiern abgetötet ist.

Wo kriegt man so ein Gerät? Oder einfach eine große elektrische Kochplatte reinstellen, großen Topf mit Wasser drauf?
Das Luftvolumen im Bauwagen dürfte aber gut 35 m3 betragen.

Ach ja, Kälte halten die Viecher aus. Der Bauwagen steht auch im Winter im Freien, ungeheizt, das hat ihnen nicht geschadet.

Vergasen?

CalBaer @, Montag, 12.12.2016, 21:00 vor 3376 Tagen @ Leisereiter 3603 Views

So ein Bauwagen ist ja nicht gross, Vergasen duerfte kein Problem sein. Hier an der Pazifik-Kueste bei fast nur in Holzbauweise errichteten Haeusern sind Termiten ein Problem. Ohne Bekaempfung wurde jedes Haus wohl innerhalb von 50 Jahren komplett weggefressen werden. Daher muessen die Haeuser hier regelmaessig vergast werden. Das Haus wird komplett "eingezeltet", was auch bei groesseren Gebaeuden kein Problem ist, und dann wird ein Gas eingeleitet. Nach ein paar Tagen wird das Zelt entfernt und nach einer Woche Lueften soll alles wieder ungefaehrlich sein. Jedenfalls scheinen keine Gefahren auszugehen, schliesslich wachsen fast alle Kinder in solchen Haeusern problemlos auf.

So sehen die Haeuser in der Nachbarschaft ab und zu aus:
[image]

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Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Antwortversuch: Holzschädlinge Bauwagen

Dieter, Montag, 12.12.2016, 22:13 vor 3376 Tagen @ Leisereiter 3456 Views

bearbeitet von Dieter, Montag, 12.12.2016, 22:25

Hallo Dieter!
Ich habe einen Bauwagen, außen mit Blech verkleidet, innen anscheinend
Spanplatten, die man aber nicht sieht, weil der Vorbesitzer sie schön und
sorgfältig mit Nut/Feder-Brettern (Fichte) verkleidet hat. Schaut sehr
wohnlich aus und war von mir für ein alternatives Wohnprojekt vorgesehen.
Ja, und seit einem Jahr quillt braunes Bohrmehl aus allen Ritzen. Nicht
weißes Bohrmehl, wie ich es von den Holzwürmern in alten Möbeln kenne,
sondern braunes. Welches Getier ist das?

Das kann ich Dir nicht sagen, aber ggf. ist das Holz etwas feucht (der Bauwagen nicht dicht), dann dürfte das Holzmehl dunkler als üblich sein.

Größere Gartenbau-Betriebe haben hin und wieder Flächendämpfer. Die
Funktionsweise ist folgende: Es wird eine hitzebeständige Spezialfolie
über die zu behandelnde Fläche gelegt (das kann durchaus eine Fläche

von

500 qm sein oder halt auch weniger, sogar ein kompletter Dachstuhl

wäre

möglich). Die Folie wird nach unten so befestigt, daß sich ein

Dampfdruck

aufbauen kann, der notwendig ist, damit der heiße Dampf in die Gänge

der

Schadinsekten eindringen kann.
Es wird ein meist ölbetriebener Brenner betrieben, der den Wassertank

des

Dämpfers nach und nach in Heißdampf wandelt und dabei einen Druck von
etwa 1 bar aufbaut. Sobald eine Temperatur von ca. 80 Grad erreicht

ist,

kann man davon ausgehen, daß jegliches Getier incl. Eiern abgetötet

ist.

Wo kriegt man so ein Gerät? Oder einfach eine große elektrische
Kochplatte reinstellen, großen Topf mit Wasser drauf?
Das Luftvolumen im Bauwagen dürfte aber gut 35 m3 betragen.

Mit dem Heißdampf funktioniert es nur bei Überdruck. Sonst gelangt der Dampf nicht ins Holz, nicht in die Gänge der Holzschädlinge.
Man muß schon eine dampfdichte Folie um den Bauwagen legen, bei Wasserdampf zusätzlich natürlich auch noch hitzebeständige.
Derartige Geräte haben hin und wieder Zierpflanzenbaubetriebe, ggf. aber auch mal bei einem Hersteller nachfragen. Die wissen genau, wo leistungsstarke Geräte stehen.
Ansonsten geht natürlich auch in Folie einpacken und vergasen. Welches Mittel infrage kommt, kann man sicher klären.
Alternativ ginge auch, den Bauwagen in eine geschlossene LKW-Garage fahren und dort begasen. Es ist im Prinzip das gleiche was bei jedem Überseetransport gemacht wird wenn die kompletten Container vorschriftsmäßig begast werden müssen und nach Ankunft vor einer Entladung erst mal ein paar Tage auslüften müssen.


Ach ja, Kälte halten die Viecher aus. Der Bauwagen steht auch im Winter
im Freien, ungeheizt, das hat ihnen nicht geschadet.

Ich weiß.

Gruß Dieter

PS: ich suche mal einen Hersteller raus
edit: http://www.moeschle.de/de/foliendaempfen
meines Wissens die führende Firma im Segment, dort ggf. mal nachfragen oder halt chemisch.

Heissluft

SchlauFuchs ⌂ @, Neuseeland, Dienstag, 13.12.2016, 06:16 vor 3376 Tagen @ Dieter 3381 Views

Bei unserem Dachstuhl, der wirklich ein schwerer Fall von Befall war, haben meine Eltern nicht Dampf sonder nur Heissluftgeblaese anwenden lassen. Es hat 4 Stunden gedauert wenn ich mich recht erinnere, um die Balken auf 80 Grad C zu erhitzen. Reinste Sauna war das, wenn wir zum Thermometer kontrollieren rein gingen.

Ich denke Heissluft ist effizienter als Wasserdampf. Druck war nicht noetig. heisse luft unten rein und durch die Dackziegel wieder raus.

Ciao!
SF

Holzschädlings-, speziell Hausbockbehandlung mittels Hitze, Heißdampf oder Begasung? Zu den Nachteilen einiger Verfahren

Literaturhinweis @, Dienstag, 13.12.2016, 02:11 vor 3376 Tagen @ Leisereiter 3635 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 13.12.2016, 16:03

In meinem Vorbeitrag hatte ich ja schon z.T. eine Lanze für die Verwendung trockner Hitze gebrochen (und auch ansatzweise begründet).

Hier wurden dann verschiedene weitere Vorschläge unterbreitet, u.a. die auch schon von mir erwähnte Begasung und schließlich die Anwendung von Heißdampf.

Zur Begasung hatte ich schon meine Ansicht zum Ausdruck gebracht, daß diese Mittel ausschließlich in die Hände von Fachleuten gehören. Das in den USA evtl. zulässige Senfgas ist m.W. in Deutschland weder zugelassen noch überhaupt erhältlich, egal zu welchem Zweck. Das aus der Gruppe der Lost-Kampfgase stammende Senfgas hat chemische Eigenschaften, die u.U. auch Einbauten eines Bauwagens korrodierend in Mitleidenschaft ziehen könnten (es neigt mit Feuchtigkeit und vielen anderen Stoffen zur Zersetzung in ätzende Stoffe) und: "Lost ist ein starkes Hautgift und erwiesenermaßen krebserregend".

Das Mittel der Wahl im deutschen Holzschutz ist der Cyanwasserstoff, auch er führt bei Warmblütern rasch zum Tode durch Ersticken. Da Insekten deutlich höhere Konzentrationen brauchen, ist also die Begasung in der erforderlichen Konzentration bei der Schädlingsbekämpfung für Menschen nahezu sofort tödlich. Drum sagte ich ja, daß das etwas für die Fachwerkstatt ist; käuflich erwerben kann es ohnehin nur der, der Bedarf und Sachkunde nachweisen kann.

Nun zur Heißdampfbehandlung. Auch davon halte ich nichts oder eher noch weniger. Während sich die Schäden selbst bei Senfgas angesichts der erforderlichen Konzentration womöglich nur auf erblindete Spiegel oder angelaufene Messinggriffe im Bauwagen erstrecken, hat Heißdampf m.E. in der Nähe von trockenem Holz, gar bei evtl. maßhaltigen Bauteilen (Fenster, Türen, Rahmengestell) nichts zu suchen. Daß man damit den Gartenboden entwesen kann, ist klar: die Kondensationsenthalpie ist bei keinem Medium größer als ausgerechnet bei Wasserdampf - und der Boden ist ohnehin schon feucht; ohne dieses Verfahren, nur mit Heißluft und deren nur einen Bruchteil betragenden spezifischen Wärme, könnte man wohl nicht mal die obersten Millimeter der Humusschicht erwärmen, geschweige denn Engerlinge und Schneckeneier bis 30 cm Tiefe 'garen'.

Was passiert aber mit dem Heißdampf, wenn er seinen Zweck erfüllen, und die beim Phasenübergang von gasförmig zu flüssig entstehende Kondensationswärme abladen soll? Richtig - er durchfeuchtet alles erstmal so richtig.

Und bei welchen Temperaturen findet diese Rückkondensation bei Normalluftdruck auf 'Meereshöhe' statt? Richtig, bei ziemlich exakt 100 Grad Celsius. Das halte ich für bedenklich hoch, wenn 80 Grad längst genügen. Wenn z.B. Dachstühle mit Heißluft entwest werden, achtet man auf 80 Grad, damit auch entlegene, versteckte Stellen mindestens 60 Grad heiß werden - dies reicht bei einstündiger Einwirkung, um auch Eier abzutöten, Kleingetier überlebt das sowieso nicht, auch aufgrund der Desikkation, anders als vielleicht ein Mensch.

Was passiert beim 'Dämpfen von Holz'? Richtig, es ändert seine Form, wird (vorübergehend) geschmeidig und folgt daher u.U. dem Druck und den Spannungen, denen es statisch im verbauten Zustand ausgesetzt ist - die Folge kann eine schiefe Hütte sein. Wissen tut man das erst hinterher.

Und was passiert mit bereits gedämpften und so in eine unnatürliche Form gebrachten Hölzern, vgl. die (Arm-) Lehnen mancher Stühle? Es 'stellt sich' u.U. wieder zurück. Wer also seinen guten alten Morgan mit (Teil-) Holzchassis 'dämpft', der hat hinterher statt eines stromlinienförmigen Aufbaus u.U. eine 'flache Flunder' (vgl. auch 'the plywood monococque').

Davon, daß

außen mit Blech verkleidet, innen anscheinend Spanplatten, die man aber nicht sieht, weil der Vorbesitzer sie schön und sorgfältig mit Nut/Feder-Brettern (Fichte) verkleidet hat

ein außen relativ dampfdichter, innen dampfdurchlässiger Aufbau, u.U. noch mit irgendwelchem fasrigen oder offenzelligen Dämmstoff versehener Aufbau, hinterher womöglich dann tote Holzwürmer aufweist, die von lebendigen Schimmelpilzen genüßlich entsorgt werden, will ich gar nicht mal reden!

seit einem Jahr quillt braunes Bohrmehl aus allen Ritzen. Nicht weißes Bohrmehl, wie ich es von den Holzwürmern in alten Möbeln kenne, sondern braunes. Welches Getier ist das?

Das kann man am Bohrmehl nicht bestimmen. Wie beim Regenwurm, dessen Kot auch stets die Farbe der Umgebung annimmt, die er durch sich hindurchleitet, weshalb man ihn begrenzte Zeit mit weißem Kaffeefilterpapier füttern und ihn so 'durchsichtig' machen kann für histologische, anatomische und mikroskopische Studien, hinterläßt auch der Hausbock, so er es denn ist, Bohrmehl, das exakt der Farbe des (Splint-) Holzes entspricht, das seine Larven abgebaut haben.

Welche Schädlingsart es genau ist, kann man mit normalen Methoden wie Okularinspektion des Bohrmehls nicht entscheiden, das könnte -heutzutage- höchstens ein gentechnisches Labor, das die DNA-Sequenzen bestimmt, die daran haften, und diese dann mit dem Hausbock-Genom vergliche (ich bezweifle aber, daß dies schon entschlüsselt ist, anders, als beim Hausschwamm, den man sich mit der Heißdampf-Methode u.U. auch züchten kann). Ansonsten erkennt der Holzschutz-Experte und Kammerjäger etc. den Hausbock ausschließlich an

- den fliegenden Käfern

- seinen in den Gängen befindlichen Larven

oder

- am Bohrmehl und dem typischen Verlauf und dem Durchmesser seiner Gänge (alle anderen infragekommenden Schadinsekten außer Termiten hinterlassen deutlich engere Gänge).

Dazu wird das Holz freigelegt und durch 'Abbeilen' werden die losen Holzteile über den Gängen abgeschlagen und dann diese Gänge freigelegt.

Just my two dollars ...

---

Wie ich es u.U., ohne den Fall genauer zu kennen, machen würde:

Einen ausreichend dimensionierten elektrischen Heizlüfter (oder 'Hallenheizung' - Achtung: Starkstromanschluß erforderlich) oder ein netzunabhängiges Heizgebläse.

Ob man dann die Außenwände von außen vorübergehend wärmeisolieren muß, hängt vom Wandaufbau und der Größe und anderen Faktoren ab (Temperaturgradient); jedenfalls sollte es an der Außenwand von außen noch heißer als 60 Grad sein, innen aber möglichst unter 100 Grad, auch um neben der Brandgefahr der thermischen Zersetzung von Farben, Lacken und Klebstoffen vorzubeugen.

Der Vorteil: im Gegensatz zum Heißdampfverfahren, das zu unvorteilhaften Veränderungen des Holzes, Dämmaterials und ggf. der Statik führen kann, und im Gefolge zu Kondensation und Schimmelbefall, werden hierdurch auch noch Bakterien und Schimmelpilze, bis auf ein paar hartnäckige Sporenbildner, abgetötet, d.h. der Bauwagen ist quasi 'sterilisiert'.

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Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

halte Deine Argumente für stimmig und empfehlenswert (oT)

Dieter, Dienstag, 13.12.2016, 13:41 vor 3375 Tagen @ Literaturhinweis 3215 Views

- kein Text -

Sulfurylfluorid

CalBaer @, Dienstag, 13.12.2016, 18:35 vor 3375 Tagen @ Literaturhinweis 3343 Views

In den USA wurde m.W. noch nie Senfgas zur Begasung gegen Holzschaedlinge eingesetzt (ausser vielleicht beim Militaer). Heute kommt hauptsaechlich Sulfurylfluorid zum Einsatz, welches auch in Deutschland zur Schaedlingsbekaempfung zugelassen ist. Es ist dabei auch zur Begasung von Lebensmitteln (z.B. Getreide) zugelassen. Das Sulfurylfluorid entweicht vollstaendig durch Belueftung und hinterlaesst keine Rueckstaende.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sulfurylfluorid

Die englischsprachige Seite hat etwas mehr Infos:
https://en.wikipedia.org/wiki/Sulfuryl_fluoride

Natuerlich ist das Gas lebensgefaehrlich, sollte also nur vom Fachman eingesetzt werden. Es ist in den USA auch nur zertifizierten Fachleuten zugaenglich, DIY ist also unmoeglich.

Auf dieser Seite gibt es noch mehr Informationen dazu:
https://www.termites.com/control/fumigation-tenting/termite-fumigation-risks/

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Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Holzwürmer lieben Eicheln.

gwg ⌂ @, Metropole OWLs, Samstag, 10.12.2016, 15:45 vor 3378 Tagen @ SevenSamurai 4435 Views

Handelt es sich um kein "mobiles" Stück Holz, sondern um einen festen Balken, können Sie folgenden Trick versuchen: Holzwürmer lieben Eicheln. Legen Sie deshalb ein paar Eicheln in die Nähe der befallenen Stelle. Die Holzwürmer werden von dem Geruch magisch angezogen. Sobald es die Würmer aus den Löchern gezogen hat, können Sie die Holzwürmer bekämpfen.
http://www.heimwerker.de/garten/gartenpflege-und-pflanzen/gartenpflege/schaedlinge/holz...

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Der Streusand-Effekt reduziert nicht die Rutschgefahr!

Danke für die Hinweise! (oT)

SevenSamurai @, Montag, 12.12.2016, 13:47 vor 3376 Tagen @ SevenSamurai 3288 Views

- kein Text -

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Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

Ich hänge mich mal dran: Wie kriegt man Efeugestrüpp dauerhaft von einer grob verputzen Mauer weg?

zip @, Samstag, 10.12.2016, 22:19 vor 3378 Tagen @ Literaturhinweis 3999 Views

Das Zeug wächst einfach atemberaubend schnell und verwurzelt sich in kleinsten Haarrissen der Mauer, sprengt sie dann nach und nach auf. Problem: Die Mauer gehört dem Nachbarn. Dem gefällt das nicht. Wie kriege ich das Gewächs weg? Danke für Tipps, wie man sowohl die Triebe, die Wurzeln als auch die elenden Überreste an der grob verputzen Mauer weg bekommt. Und zwar auf Dauer.

Bonusfrage: Wie kann ich danach die Mauer mit etwas begrünen, was der Mauer nicht schadet?

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.zip

Efeu

aliter @, Samstag, 10.12.2016, 22:44 vor 3378 Tagen @ zip 4529 Views

Efeu ist bei Verputzen bes. altem Kalkputz tödlich. Ich hatte eine wunderschön Efeu-begrünte Giebelwand bei altem Kalkputz. Letzendlich konnte ich den Putz quadratmeterweise abschlagen und die ganze Wand neu verputzen lassen. Unter dem Putz war teilweise 1 cm Wurzelgewebe!
Vorsorglich erst mal alle Triebe abschneiden, dann stirbt der Efeu ab und man kann den abziehen. Bei Zementputz ist das nicht so problematisch, da kriecht der Efeu nicht unter den Putz, die Haftwurzel abschaben und neu streichen.
Ich würde nicht zu lange warten, sonst kommt der Nachbar mit Schadensersatzforderung.
Vor dem Efeu wuchs bei mir Knöterich: erst tat sich lange Zeit gar nichts, dann wucherte er wie toll. Geht nicht in den Putz aber ruck zuck in alle Löcher unter Dachpfannen unter Regenrinnen etc.
Blauregen ist mindestens genauso wuchsstark, geht auch unter Dachpfannen. Inzwischen habe von jeglicher Begrünung abstand genommen, lediglich Holzflechtzäune lasse ich bewuchern, deren Lebensdauer ist sowieso begrenzt.
Viel Erfolg und nicht allzu lange warten.

Vielen Dank!

zip @, Samstag, 10.12.2016, 23:37 vor 3378 Tagen @ aliter 3946 Views

Das dürfte eine länger andauernde Aktion werden.[[sauer]]

--
.zip

Danke für die Tipps, bei mir läuft das Thema auch gerade akut auf.

Griba @, Dunkeldeutschland, Sonntag, 11.12.2016, 00:31 vor 3378 Tagen @ aliter 4067 Views

Ich habe mich entschlossen, im Winter die Verbindungen zu den Wurzeln zu kappen und den Efeu absterben zu lassen - sieht zwar schxxxx aus, aber abziehen geht nicht, da kommt meine Kunststoff-Fassade hinter her.

Eigentlich hatte ich vor, den Schandfleck dann mit wildem Wein überwachsen zu lassen, nur weiß ich noch zu wenig über dessen Wuchsverhalten an Nordseiten...

--
Beste Grüße

GRIBA

Absichtliche und unerwünschte Fassaden- und Mauerbegrünung, Efeu, Wein und andere Rankpflanzen und Bauschäden als deren Folge

Literaturhinweis @, Sonntag, 11.12.2016, 05:01 vor 3378 Tagen @ zip 4764 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 11.12.2016, 14:47

Das Zeug wächst einfach atemberaubend schnell und verwurzelt sich in kleinsten Haarrissen der Mauer, sprengt sie dann nach und nach auf.
Bonusfrage: Wie kann ich danach die Mauer mit etwas begrünen, was der Mauer nicht schadet?

Interessant, was bei einem harmlosen Heimwerker-Beitrag so alles an Bauherren-Traumen hochgespült wird, diesmal bei Fassade und Verputz. Das Problem der Rankpflanzen und -tiere geht ja bekanntlich schon auf Adam und Efeu zurück und manchem wird es zum Baum der Erkenntnis.

In der Tat sind Fassadenbegrünungen eine zweischneidige Sache:

A) Nicht jeder Untergrund, also Bauwerks-Außenhaut, ist gleichermaßen oder überhaupt für eine Begrünung geeignet und sind häufiges Thema in Bauschadensprozessen. Genauso, wie häufig die Abdichtungen und Verputze unterhalb der Erdgleiche nicht wurzelfest ausgeführt sind, so sind es Fassaden und Mauerputze, die nachträglich -freiwillig oder unfreiwillig- 'begrünt' werden, oft auch nicht, wenn sie nicht vorher dafür konzipiert wurden.

So daß man als Grundregel aufstellen kann: Fassaden- bzw. Mauerwerksbegrünung muß vorher fachmännisch geplant und die Oberflächen müssen entsprechend ausgeführt und ausgerüstet sein. Daß es bei beliebigem Mauerwerk, bei jeder Außenhaut eines Bauwerks problemlos bei einer einfachen 'Norm-Außenhaut' geht, darf man nicht ungeprüft voraussetzen.

B) Auch wenn jeder Architekt/Bauingenieur, Maurer oder Verputzer meint, sich an baufachliche Normen 'zu halten' bzw. entsprechend auszuschreiben, sei ausreichend, um die Dauerhaftigkeit z.B. eines Verputzes zu 'garantieren', so ist dem nicht so, sonst gäbe es jedenfalls nicht milliardenschwere Bauschäden und Schadensfolgen jedes Jahr allein in der Bundesrepublik. Das Zusammenspiel von Mauerwerk, Fugen und evtl. Putzschichten ist vielmehr ein komplexes Wirkungsgefüge vieler bauphysikalischer und bauchemischer Faktoren.

C) So gilt z.B. schon mal als Grundregel bei einem mehrschaligen Außenhaut-Aufbau, daß die Festigkeit 'von innen nach außen' abnehmen muß (ein einschaliger Aufbau ist z.B. eine Sichtbetonmauer, die auch innen 'tapezierfähig glatt' ausgeführt wird und damit unkritisch).

Nehmen wir an, den Kern des ganzen bildet ein Ziegel- oder Gasbetonmauerwerk. Dann muß die darauf, innen wie außen, folgende Verputzschicht 'weicher' sein, als dieser Untergrund. Bei zweischaligem Verputz (so z.B. in der Grundmauerabdichtung vorgeschrieben, aber fast immer aus Unkenntnis einschalig ausgeführt) muß dann die nächste, die 'oberste' / 'äußere' Verputzschicht ebenfals 'weicher' und spannungsärmer sein, als die unmittelbar darunterliegende. Ist das nicht der Fall, so liegt sie bald 'hohl', d.h. nach einiger Zeit kann man mit dem Fingerknöchel 'anklopfen' und hört deutlich, daß der Verputz sich plackenweise vom Untergrund gelöst hat. In Abwandlung des bekannten Sinnspruches 'Glücklich ist, wem er noch nicht auf den Kopf gefallen ist' (aus zehn Metern Höhe z.B.) - meist beschränken sich solche Putze auf's 'Bröseln'.

Auch die als letzter 'Schliff' aufgebrachte Außenfarbe kann ihrerseits 'zäher' sein, als die Putzschicht darunter - und schon wieder ist der Ärger mittelfristig vorprogrammiert, noch dazu, wenn sie dampfundurchlässiger ist, als die Schichten darunter.

Dies erklärt dann schon mal, warum sich Efeu quadratmetergroß zwischen Mauerwerk und Putz einwurzeln kann. Der Putz war bereits vorher nicht mehr wirklich zugfest mit dem Mauerwerk verankert.

D) Als nächstes spielt die Kapillarität des Mauerwerks und Verputzes eine Rolle. Meist werden Beton und zement- und kalkgebundene Putze mit einem zu hohen Wasseranteil angemischt. Die Folge ist, daß das Überschußwasser, das nicht zum Abbinden des Zements bzw. Kalks benötigt wird, an der Stelle nicht gebraucht und nicht gebunden wird, mit der Folge, daß an dieser Stelle später Kapillaren und Poren verbleiben.

Diese beeinträchtigen nicht nur rein physikalisch die Festigkeit, sie erlauben auch Schadstoffen und Mikroorganismen einzuwandern und führen langfristig zu Schäden auf Mikrostrukturebene. In jeder Industriestadt kann man die Schäden an Betonflächen mit freiliegender verrosteter Stahlbewehrung und plackenweise 'absandende' Putze an Fassaden beobachten. Und im ländlichen Umfeld sieht man stattdessen vermehrt Moose und Flechten. Bei einem Putz oder Dachziegel mit niedrigem Porenvolumen wären diese 'Begrünungen' reine Oberflächenphänomene, bei der genannten Überschuß-Kapillarität jedoch sind sie ideale Nischen und z.T. Nährböden für ganze Symbiosen von Mikro- und Makro-Organismen inkl. stickstofffixierenden Bodenlebenwesen, so daß an diesen Stellen auch aus scheinbar 'nichts' irgendwann dauerhafte Nährböden entstehen. Ähnliches gilt auch, wenn auch auf etwas anderer Grundlage, für vermoosende und nässende Kunststoff-Fassaden, etwa bei Wärmedämm-Verbundsystemen.

Die anorganischen Schadstoffe, die zu Schäden führen, sind u.a. Schwefeldioxid und daraus gebildete schweflige Säure (Kohleverbrennung, Heizöl, das zudem früher noch wesentlich schwefelhaltiger war) sowie Stickoxide. Weiterhin wandern über ungenügend abgedichtetes bodenberührendes Mauerwerk hygroskopische Salze und Sulfate ein (auch Gips ist ein Sulfat und kommt in den meisten Böden vor). Die hygroskopischen Salze können lokal -gerade bei wohlmeinender Trocknung- Drücke von mehreren tausend Bar und eine entsprechende Sprengwirkung bewirken. Die Sulfate führen bei trikalziumaluminathaltigem Beton zur Bildung von Ettringit mit dem achtfachen Raumanspruch des Ausgangsminerals und damit zur Absprengung von Betonplacken über der Bewehrung, die daraufhin zu rosten beginnt. Rost seinerseits hat aber auch einen höheren Raumanspruch als der korrodierende Stahl und führt damit zu weiterer Ablösung des umgebenden Betons vom Bewehrungsstahl, der Prozeß setzt sich nach innen fort usw., wenn nicht fachgerecht saniert wird.

Diese leider etwas ausführlich geratene Vorrede erscheint mir nötig, um die Frage, warum Efeu, Knöterich und Co. zu Verputz- und Mauerwerksschäden führen können, zu beleuchten. Salopp gesagt: ein Mauerwerk und Verputz bzw. ein System aus beiden, das fachgerecht konzipiert und rezeptiert ist, hält auch Pflanzenbewuchs (dauerhaft) stand. Wenn man sich also tagein, tagaus mit Mauerwerken, Fassaden und Verputzen konfrontiert sieht, bei denen das nicht der Fall scheint, so sagt das viel über Fachkunde der üblicherweise die Lande versiegelnden Bauplaner und Bauausführenden aus, besser, als es jede Examensnote könnte.

Dabei kann der Fehler an drei Stellen liegen:

1) Der Bauplaner (Architekt/Bauingenieur) konzipiert unzureichend und der Ausführende legt kein Monitum ein, sondern führt es sklavisch aus.

2) Der Bauplaner (Architekt/Bauingenieur) konzipiert korrekt, aber die Ausführenden konterkarieren diese Vorleistungen durch unzureichende Ausführung.

3) Und natürlich nützt es nichts, wenn es im zweiten Falle an einer täglichen und effektiven Baustellenaufsicht fehlt. Es nützt nichts, wenn Gewerke immer erst hinterher 'abgenommen' werden.

- D.h. es ist grob fahrlässig, wenn der planende Architekt/Ingenieur immer erst auftaucht, wenn die Decke oder Wand fertig betoniert sind, statt die eingebrachte Bewehrung abzunehmen, bevor der erste Spritzer Beton durch die Pumpe läuft.

- Es ist grob fahrlässig, wenn der Planer nicht den Untergrund prüft, bevor die erste Schicht Verputz aufgetragen wird, und dann diese nicht prüft, bevor die zweite aufgetragen wird usw.

- Dasselbe gilt bei der Grundmauerabdichtung und bei der Güte-Überwachung des eingebrachten Betons. Hier sind z.B. stets Rückstellproben zu nehmen usw. Noch weiter ins Detail zu gehen, würde zu weit führen, aber jedenfalls sollte klar geworden sein, daß ein Verputz oder Mauerwerk Jahrzehnte bis Jahrhunderte halten sollte und nicht nur, bis grade mal die kurze Gewährleistung nach VOB abgelaufen ist. Beton kann, richtig rezeptiert, Jahrtausende überdauern, das römische Caementum ist heute noch an Viadukten zu besichtigen, die deutlich standfester sind, als manche Stahlbetonbrücken der sechziger Jahre. Man muß sich nur vor Augen führen, daß der Klinker, aus dem der Portlandzement, der Trass, aus dem der Trasszement ermahlen und gebrannt werden, Jahrtausende bis Jahrmillionen in ihren Lagerstätten überdauert haben, sonst könnten wir ihn ja nicht heutzutage in Steinbrüchen gewinnen! Der römische Puzzolanmörtel ist heute noch an manchen Denkmälern zu besichtigen und daß man nicht mehr alle römischen Bauwerke intakt findet, hat wenig damit zu tun, daß sie über Jahrtausende verfallen wären, wie heute bereits wieder der BER-Pannenflughafen vor Inbetriebnahme, sondern weil sich umliegende Bauern dort wie in einem Steinbruch bedient haben, genauso wie bei mancher mittelalterlichen Burg. Das Colosseum steht ja heute noch, und das sogar, obwohl die witterungsschützenden Mauerwerks-Überdachungen in der Zwischenzeit zu Bruch gegangen sind; die neuzeitliche Industriehalle, deren Dach eingestürzt ist und die nach Jahrzehnten noch so dasteht, wie das Colosseum nach Jahrtausenden, möchte ich sehen!

E) Wie sollte denn nun der Schichtaufbau beim Mauerwerk erfolgen? Ich kann hier natürlich nicht auf jede Art Mauerwerk eingehen, schon bei Ziegelmauerwerken gibt es tausende Varianten, angefangen vom Stein selbst, über den verwendeten Fugenmörtel bis hin zu den Möglichkeiten, dieselben Normsteine in unterschiedlichen Verbänden zu vermauern; diese variieren nicht nur nach statischen Notwendigkeiten, sondern sogar nach regionalen Gepflogenheiten, vgl. z.B. den Märkischen Verband u.a. - sogar die Maurerkellen unterscheiden sich regional, vgl. 'Berliner Kelle'.

Wegen des Beispiels mit dem hinter dem abgelösten Verputz wurzelnden Efeu gehe ich daher beispielhaft nur auf ein typisches Ziegelmauerwerk ein, aber im wesentlichen gilt das gesagte auch für Mauerwerk aus Gasbeton oder Kalksandstein etc.

Eigentlich, und fast nie zu sehen, sollte das Mauerwerk, das für den normalen Mörtel-Putz viel zu saugfähig ist (!), erstmal mit einem Zement-Vorspritz vesehen ('grundiert') werden, dieser muß aus scharfkantigem, gewaschenem (Quarz-) Sand und Zement bestehen (gibt es auch als Fertigmörtel - ohne Gewähr).

Da dieser einen hohen Zementanteil aufweist, ist er aber anfänglich nicht nur härter als die nachfolgenden Putzschichten (s.o. Schichtaufbau - das wäre ja in Ordnung), sondern auch als das übliche Ziegelmauerwerk, sofern es sich nicht um Hartbrand oder Kalksandstein handelt. Daher muß dieser Vorspritz sechs Wochen 'wittern', damit er seine Spannungen abbaut. Das sieht man an den sich bildende Krakelee-Rissen; diese sind nicht nur unschädlich, sie sind in diesem Falle sogar erwünscht. Hier fängt das Drama schon an: wer will schon sechs Wochen mit dem Baufortschritt warten? Der Gerüstbauer will sein Gerüst wiederhaben, der Fensterbauer nörgelt usw. usf. Das sind Rezepte für Bauschäden, täglich grüßt der Bau'fortschritt'. Der Vorspritz hat nun einerseits wegen der scharfkantigen Zuschlagstoffe nicht nur einen hervorragenden und chemikalienbeständigen Haftgrund gebildet, er hat auch die von Stein zu Stein und zwischen Stein und Fuge unterschiedliche Saugfähigkeit des (Ziegel-) Mauerwerks egalisiert. Da steht doch tatsächlich in den DIN-Normen was von 'gleichmäßigem Untergrund' bei Verputzarbeiten. Ja, wo ist denn ein Mauerwerk mit Fugen aus einem anderen Material als die Mauersteine "gleichmäßig", um Himmels willen??? (Quizfrage: warum sieht man an vielen älteren Häusern die Mauerfugen sich auf der Fassenfarbe dunkel abzeichnen?)

Erst nach Abwittern des Vorspritz nach ca. sechs Wochen erfolgt nun der ein- oder zweischalige Zement- oder Zement-Kalkputz, gefolgt evtl. noch von einem Anstrich mit einer Farbe, die tunlichst wasserdampfdurchlässiger ist als ... der Belag der Innenwand ...

Am längsten halten, gerade, wenn Fassadenbegrünung gewünscht ist, reine, echte Silikatfarben. Aber das wäre schon wieder ein Fachgebiet für sich; jedenfalls überdauern diese Jahrhunderte ("Heute noch existieren Originalanstriche aus dem 19. Jahrhundert. Fassaden in der Schweiz, beispielsweise das Gasthaus "Weißer Adler" in Stein am Rhein oder das Rathaus in Schwyz (1891), in Oslo (1895) oder in Traunstein (1891) sind eindrucksvolle Beweise.") und sind auch resistent gegen die o.g. genannten korrodierenden Schadgase aus der Luftverschmutzung durch Verbrennung fossiler Energieträger, vgl. Geschichte der Keim-Silikatfarben. Nicht alles, was sich Silikatfarbe 'schimpft', ist auch eine, oft ist es eine Kunststofffarbe mit Silikatanteil, diese schneiden deutlich schlechter ab.

Nun denn, was zum Wurzelwachtum in und unter dem Putz führt, ist nicht nur dessen mangelnde Haftung an sich aufgrund ungeeigneter bzw. unzureichend vorbereiteter, unegalisierter und schwach haftender Untergründe, sondern hinzu kommt noch das oben erwähnte zu hohe Kapillarvolumen selbst bei ansonsten gut rezeptierten und fachgerecht applizierten Verputzen. Deshalb sollte man dem Putz (und am besten auch schon dem Fugenmörtel beim Mauern! - wieviele Schäden durch aufsteigende Feuchte könnten so verhindert werden!) ein geeignetes Dichtmittel zusetzen. Diese wirken i.d.R. auf zweifache Weise: zum einen wird der Wasseranspruch des Zements herabgesetzt, da sie die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen (ähnlich wie Spülmittel), so daß eben das oben erwähnte Überschußwasser bei gleicher Mörtel- oder Betonkonsistenz geringer wird und meist enthalten sie noch Stoffe, die die dennoch verbleibenden Kapillaren auskleiden/verstopfen bzw. hydrophobieren. Spätestens dann setzt sich auch Moos oder Efeu höchstens noch oberflächlich fest, kann jedoch die Putzschicht nicht mehr durchdringen und schon gar nicht, bei sauber nach außen abnehmender Festigkeit der Putzschichten und dadurch garantierter Riß- und Spannungsfreiheit, sich etwa dahinter ausbreiten.

Was für den recht 'hartleibigen' Efeu gilt, gilt natürlich erst recht für weniger aggressive Rankgewächse. Nicht alle kommen ohne zusätzliche Rankhilfen aus - hier ist dann schon wieder Vorsicht geboten, denn wenn diese z.B. verdübelt werden, ist der Unterschied zum Putzschaden durch Efeuwurzeln auch nicht mehr so arg groß. Weiterhin sind Kletterpflanzen nicht völlig wartungsfrei - rund um Fenster- und Türöffnungen muß man sie in der Regel immer wieder zurückschneiden. Der Vorteil der Fassadenbegrünung ist andererseits ein ausgeglicheneres Gebäudeklima, insbesondere, wenn es sich um immergrüne Pflanzen handelt. Durch die Verdunstung und Verschattung wird die Fassadentemperatur im Sommer herabgesetzt und die Luftschicht hinter den Blättern wirkt wie ein Pullover wärmedämmend im Sommer wie im Winter und verbessert so tendenziell die Wärme- und Energiebilanz eines Gebäudes und senkt so Heiz- und Klimatisierungskosten. Zudem nützt sie der ökologischen Diversität, gerade in dicht bebauten Gebieten.

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Fassadenbegrünung

Dieter, Sonntag, 11.12.2016, 12:39 vor 3378 Tagen @ zip 3976 Views

bearbeitet von Dieter, Sonntag, 11.12.2016, 12:44

Hallo zip,
beruflich hatte ich regelmäßig mit dem Thema Fassadenbegrünung (Planung) zu tun.
- und versuche mal eine Antwort:

Bei einem groben Putz (Zementputz?) wird es vermutlich schwierig sein, mit einem Spachtel oder ähnlichem Werkzeug die Haftwurzeln vom Putz aufgrund des unebenen Untergrundes abzubekommen.
Es klappt meines Erachtens am besten, wenn man versucht, die einzelnen Efeutriebe im noch grünen Zustand von der Wand zu reißen (im abgestorbenem Zustand dürfte das schwieriger sein). Mit etwas Glück bleiben nur geringe Haftwurzelteile am Mauerwerk. Lose Putzteile werden dabei sicherlich mit weggerissen, die dann auszubessern wären. Das ganze anschließend überstreichen.

Zur Neubegrünung: Hier wäre als erstes zu klären wie breit und wie hoch die Wand ist, anschließend die Helligkeit zu klären, sonnig, absonnig, Südseite aber beschattet, Nordseite und zusätzlich beschattet, Lichtreflexionsflächen ?

Dann kann man eine geeignete Auswahl an Pflanzenarten empfehlen und in Abhängigkeit zur jeweiligen Art auch eine entspr. Befestigung.
Bei selbstklimmenden Arten (z.B. Wilder Wein, Kletterhortensie, Spindelstraucharten, teilw.Trompetenblume) wäre ebenfalls zu klären inwieweit der Putz als Grundlage geeignet ist.
Fehlerhafter Putz (Risse) wird auf jeden Fall bestraft.

Prinzipiell gibt es bei Kletterpflanzen mit Haftwurzeln Unterschiede in der Funktion dieser Haftwurzeln.
Beim Efeu haben die Haftwurzeln auch echte Wurzelfunktion, beim Wilden Wein z.B. nicht, der beschränkt sich auf die Funktion des Anheftens.
Insofern gibt es Unterschiede im Wollen einer Wurzel wenn es auf wasser gelöste Mineralien bzw. Feuchtigkeit stößt (Risse im Putz, verwittertes).

so weit erst mal.

Gruß Dieter

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