John le Carré: Der Taubentunnel
Der Buchtitel „Der Taubentunnel“ bezieht sich auf eine Schießanlage in der Nähe
des Casinos von Monte Carlo, wohin der spiellustige Vater den halbwüchsigen Sohn
mitgenommen hatte.
In der Nähe des alten Casinos lag der Sportclub, und auf dessen Gelände gab es
eine Schießanlage, die aufs Meer hinausging. Unter einer der Grünflächen waren
parallel zueinander Rohre verlegt worden, die zur See hin an die Oberfläche
führten. In diese Tunnel wurden nun Tauben geschickt, die auf dem Dach des
Casinos ausgebrütet und dort in einem Schlag gehalten worden waren. Sie mussten
durch den stockfinsteren Tunnel flattern, bis sie in den mediterranen Himmel
aufstiegen, als Ziel für Gentlemen, die zuvor gut gegessen hatten und nun
stehend oder liegend mit ihren Schrotflinten warteten. Die Tauben, die nicht
oder nur leicht getroffen waren, taten das, was Tauben im allgemeinen tun. Sie
kehrten in den Schlag auf dem Casinodach zurück, wo sie geschlüpft waren, und
alles begann von neuem.
Ich schätze diese Art von Humor sehr. Aber ich traue auch unseren englischen
Cousins jede Perfidie zu, insbesondere bezüglich GER. Wenn ich obiges Zitat im
Zusammenhang mit Seite 136, vorletzter Absatz (hier bewußt nicht zitiert) sehe,
dann Frage ich mich, ob er uns warnen will. Und wenn ja, wovor? Will er das
herbeischreiben, was Leute wie Walter schon seit Jahren versuchen -- oder will er es
verhindern? Wir sollten uns auf jeden Fall alle mal einige Gedanken über
instinktives/reflexartiges/konditioniertes Verhalten machen.
Weder in der Rezension des Spiegel noch der FAZ (sonstige Lückenpresse habe ich hierzu
nicht gelesen) wird darauf Bezug genommen.
Gibt es weitere Buchempfehlungen für das Fest der Saison?
--
Der Streusand-Effekt reduziert nicht die Rutschgefahr!