Hat sich noch wer

Kaladhor @, Münsterland, Mittwoch, 07.12.2016, 06:57 vor 3382 Tagen 4470 Views

an alte Aufnahmen des Politbüros erinnert gefühlt bei der gestrigen Berichterstattung vom CDU-Parteitag?

Eine einzige (!!!) Kandidatin, die nach einer völlig belanglosen Rede 11 Minuten (!!!) bejubelt wird ... ich habe mich an eine Tagung der SED Ende der 80er Jahre erinnert gefühlt, fehlte nur noch das Pausenprogramm der FDJ ähm Jungen Union.

Für mich war das einfach nur ein Trauerspiel, trotzdem werden wieder sehr viele - viel zu viele - auf diese leeren Allgemeinplätze hereinfallen. Statt sich mal zu fragen, was die fast 90 Prozent Zustimmung zu Merkel durch die handverlesenen Delegierten eigentlich aussagt, wird das Ergebnis mit den 60 Prozent einer Frau Petry verglichen...was ich als wesentlich ehrlicher emfunden habe als die fast vollständige Zustimmung bei einer Merkel.

Vor allem sollte man es mal endlich so benennen wie es tatsächlich ist: Wenn bei einer solchen Veranstaltung nur ein einziger Kandidat vorhanden ist, kann man kaum von einer Wahl sprechen!
Und die Qualität einer Rede lässt sich immer noch nicht daran messen, wie lange anschließend applaudiert wird.

Grüße,
Kaladhor

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Alles nur Show ...

politikus @, Mittwoch, 07.12.2016, 08:08 vor 3382 Tagen @ Kaladhor 2915 Views

... für das Stimmvieh. Wer sich nur mit Speichelleckern umgibt, kann auch erwarten, dass die Wahlergebnisse wie in der Volkskammer der DDR aussehen. Ein Schauspiel, das einer Demokratie unwürdig ist und mich anekelt. Eigentlich ist das Problem systemisch bedingt. Wer Karriere machen will, klatscht!

--
Ich traue den verlogenen selbstzensierten "Main-Stream-Qualitäts-Medien" schon lange nicht mehr!

Systemische Dekadenz

Falkenauge @, Mittwoch, 07.12.2016, 09:40 vor 3382 Tagen @ politikus 2622 Views

Eigentlich ist das Problem systemisch bedingt. Wer Karriere machen will,
klatscht!

So ist es. Es ist das System der Parteien-Oligarchie, von der wir beherrscht werden.

Wer Abgeordneter werden will, muss treu gedientes Parteimitglied sein und die Interessen der Partei vertreten, sonst wird er nicht oder nicht mehr aufgestellt. Hinzu kommt: „Wer als Abgeordneter seinen ursprünglichen Beruf aufgibt – und das tun die meisten – ist wirtschaftlich abhängig und darauf angewiesen, bei der nächsten Wahl wiedergewählt zu werden. Um wiedergewählt zu werden, braucht er das Wohlwollen seiner Partei und seiner Fraktionsführung, und das erwirbt er sich durch Wohlverhalten.“

Die Hoheit der Gesetzgebung liegt also de facto nicht beim Abgeordneten, der entgegen dem Grundgesetz in Wirklichkeit nicht unabhängig ist, sondern bei seiner Partei. Gesetzgeber ist daher de facto nicht das Parlament, sondern die Regierungspartei oder die Koalitionsrunde der Regierungsparteien. Es wird das Parlament nur formal als Forum benutzt, als Theater fürs Volk. Die tatsächlichen Entscheidungen werden vorher in den Führungsgremien der Partei gefällt, in der Legislative und Exekutive eins sind, die Gewaltenteilung also aufgehoben ist.

Hier hat die Demokratie längst aufgehört. Das muss man durchschauen.
Man muss ja auch realisieren, dass Parteinen im Grunde keine demokratischen Organisationen sind.
Die Partei und ihre Fraktion im Parlament sind hierarchisch aufgebaute Organisationen, die ihre Mitglieder zur Durchsetzung von gemeinsamen Interessen zusammenbinden. Dies kann ja auch nur bei geschlossenem Vorgehen erreicht werden. Der Einzelne ist an die durch Mehrheitsbeschluss oder Vorstands-Vorgaben verordneten Parteirichtlinien gebunden. Seine eigenen Einsichten, Erkenntnisse und Motive spielen demgegenüber keine Rolle mehr. Er unterliegt dem Gruppenzwang, der ihn als freie Individualität, auf der doch die Demokratie beruhen soll, ausschaltet und zum gehorsamen „Parteisoldaten“ degradiert. Das wird nicht dadurch anders, dass er seine parteiinternen Vormünder wählen kann. Der Mensch, durch Erkenntnis und Selbstbestimmung über das Tier erhoben, wird im „Hohen Hause“, wie der Volksmund treffend sagt: zum „Stimmvieh“. Siehe: Parteien

Das eigentliche systemische Problem liegt aber noch tiefer, von dem die Parteien-Oligarchie nur eine Folgeerscheinung ist: die nahezu unbegrenzte Gesetzgebungskompetenz des Parlamentes über alle Lebensgebiete, wodurch die Selbstbestimmung des Menschen durch Fremdbestimmung aufgehoben wird.
Siehe: Der Systemfehler in der heutigen Demokratie - Ursache der Herrschaft weniger

Zeitreise in die Vergangenheit

Nick Tech @, Mittwoch, 07.12.2016, 09:30 vor 3382 Tagen @ Kaladhor 2558 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 07.12.2016, 15:29

Ja Kaladhor.
Ich fühlte mich - wie Du selber offensichtlich auch - um ca. 30 Jahre in der Zeit zurück gereist. Allerdings stimmt die Prozentzahl nicht ganz, damals waren es 99,8 %. Auch die propagandistischen Show-Einlagen (z.B. Heidelberg) passen 1:1 zur damaligen Zeit - gut die Haut- und Haarfarbe der blumenüberreichenden Kinder hat sich ein wenig verändert.

Allerdings ist das alles nicht wirklich verwunderlich, die Frau - deren Namen ich nicht aussprechen und schreiben kann - ist nun einmal ein Kind der DDR und damit ein Kind einer Diktatur. Gelernt ist nun mal gelernt!

Wenn es hier noch jemanden gibt, der die Zeit VOR der DDR miterlebt hat, der könnte im Grunde wiederum dasselbe berichten - von einem Herrn mit Fliege unter der Nase. War auch in einer Diktatur.

In beiden Diktaturen Deutschlands wurde einem gepflegten Personenkult gehuldigt! Was ist heutzutage dabei anders? Nichts ...

Danke ... Falkenauge und Nick Tech ...

politikus @, Mittwoch, 07.12.2016, 17:10 vor 3381 Tagen @ Nick Tech 1524 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 07.12.2016, 17:13

... Für Eure excellenten Analysen. Ich kann Euch in allen Punkten zustimmen. Da wundern sich unsere sogenannten Volksvertreter, dass sich die Bürger mit Grausen abwenden. Ich werde bei der kommenden Wahl meinem Frust entsprechend die AfD wählen. Man wird ja derzeit geradezu dahin geprügelt.

Gruß politikus

--
Ich traue den verlogenen selbstzensierten "Main-Stream-Qualitäts-Medien" schon lange nicht mehr!

Mysteriöses Farbenspiel

Langmut @, Mittwoch, 07.12.2016, 14:36 vor 3381 Tagen @ Kaladhor 2512 Views

Hallo in die Runde,

farblich gleicht sich die CDU der AfD an.

Es kann nur eine geben.

Gruß
Langmut

--
Skat- und Schafkopfweisheit: Besser geimpft als überhaupt keinen Stich.

Der Unterschied zwischen schlau und dumm.
Ein schlauer Mensch kann sich dumm stellen.

Arbeit finde ich gut, da könnte ich anderen stundenlang zuschauen.(Diogenes von Sinope)

Chameleon-Taktik

Nick Tech @, Donnerstag, 08.12.2016, 09:28 vor 3381 Tagen @ Langmut 1351 Views

Moin @Langmut.

Als einer, "der schon länger hier lebt", glaube ich nicht wirklich, dass sich die CDU farblich der AfD annähert.
Wie wir die in einer machtvollen Demonstration wiedergewählte Vorsitzende unserer Sozialistischen Einheits... ähm Verzeihung - der CDU - kennen, sind ihre neuerlichen Auslassungen nur das was sie wirklich sind - Lippenbekenntnisse!
Nächstes Jahr stehen "BunteWahlen" an, das erklärt alles.

Sie selber erklärte dazu ja schon:
https://youtu.be/vJUlAEXm6O8

Auch diese Aussage von der Frau, deren Namen ich nicht aussprechen und schreiben kann, spricht für sich:
https://youtu.be/qpSDELFNPYM

Ich nehme nicht an, dass es sich hier um "verbale Entgleisungen" handelt.
Als so blöde ist diese Frau nun wirklich nicht einzuschätzen. Immerhin ist sie Physikerin gewesen, deshalb kann man ihr durchaus zutrauen innerhalb von kurzer Zeit Ereignisse analysieren zu können. Daraus die passenden Entscheidungen zu treffen und abzuwägen was für Konsequenzen eine solche Entscheidung nach sich ziehen.
Mit andern Worten - diese Frau weiß durchaus, was sie tut, und das tut sie mit Berechnung.

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.