In der heutigen Zeit stehen wir unter ständiger Beobachtung
Lieber Frank,
ich weiß zwar nicht, was Du geschrieben hast und es ist, glaube ich, auch unerheblich. Wir alle sagen viel, wenn der Tag lang ist. Doch das Internet führt zu einer lückenlosen Dokumentation eines jeden geistigen Blitzes und lässt sich leider nicht oder nur schwer rückgängig machen.
Das generelle Problem ist dann auch die Gesellschaft, die uns permanent überwacht und als ob dies noch nicht genug wäre, kommt jetzt auch noch öfter der Staatsschutz und andere Organe, die uns ständig wegen angeblicher "Hetze" rannehmen wollen. Komischerweise immer nur einseitig.
Wir haben Familien, Frauen, Kinder, Hunde und sind ständig unter Druck, die Leistung zu bringen, bei den Kollegen nicht anzuecken und die Arbeitsstelle zu behalten.
Das kleinste Fehlverhalten wird in dieser Gesellschaft sofort geahndet und dies kann bis zum Arbeitsplatzverlust führen.
Das Kollegen hinter dem Rücken übelste Intrigen schmieden, gehört heutzutage zum guten Ton.
Wie man es in einer solchen Gesellschaft nicht verzweifeln soll, ist mir unbegreiflich. Eine Gesellschaft, die sich aus eigenem Antrieb derart in die grotesk falsche Richtung entwickelt und dorthin strebt, dass die DDR im Rückblick schon fast wie ein Paradies aussieht.
Jedenfalls verstehe ich alle die sagen, ich schneide das Kabel durch und gehe Offline. Bei mir war es so, dass ich von 2012-2016 fast 5 Jahre weg war. Sozusagen wie Offline, ohne einen Beitrag geschrieben zu haben. Obwohl ich weiterhin treuer Leser des gelben Forums war.
Es fehlte mir in dieser Zeit an nichts und ich könnte mir ein Leben ohne Internet sogar prinzipiell wieder vorstellen.
Das Problem sind dann nur die wirtschaftlichen Zwänge. Wer heute im Arbeitsleben fit sein will, der kommt um diese modernen Kommunikationsmethoden, die ja auch alle recht praktisch sind, nicht herum.
Doch wir sollten endlich wieder zur Freiheit zurückfinden und wenn mal jemand "Mist" schreibt, wer tut das nicht, der wird ermahnt und der Beitrag gelöscht und es geht weiter. Selbst ernannte Richter gibt es leider an jeder Ecke.
Doch irgendwann wird sich das Blatt wenden, da bin ich sicher. Nur ob das noch zu meinen Lebzeiten sein wird, das weiß ich leider auch nicht. Dennoch tue ich mein Möglichstes, um die gegenwärtigen Tendenzen zu bremsen und zumindest einmal zum Nachdenken anzuregen.
Es gibt nicht mehr viele, die noch wenigstens ein klein wenig Widerstand leisten oder Alternativen überlegen, ich bin ein einfacher Mensch, ohne familiäre Beziehungen, mit vielen guten wie schlechten Lebenserfahrungen und es werden immer weniger.
Am einfachsten wäre es sich von Morgens bis Abends in die Tretmühle zu begeben, nebenbei den Messenger und Facebook anzuschmeissen und dazu noch die Glotze laufen zu lassen und Fast-Food per Delivery einzuwerfen, damit wir ja keine freie Minute zum Denken haben.
Aber ist das ein Leben?
Alles Gute von mir. Bleibe bitte hier.