Die globale Ergrünung wird den Homo Sapiens retten

Ankawor, Mittwoch, 30.11.2016, 09:53 vor 3390 Tagen 5100 Views

(Dies ist auch eine Antwort auf den folgenden Beitrag:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=422374
von heute Morgen, in dem angeregt wurde, das Thema in einem neuen Thread nach oben zu holen.)

Vor der Royal Society in London, der ältesten und angesehensten wissenschaftlichen Organisationen, wurde vor einigen Wochen ein Vortrag gehalten:

Matt Ridley: Global Warming Versus Global Greening

Die Royal Society wurde im Vorfeld von Fanatikern heftig angegriffen und der Vortrag sollte verhindert werden. Diejenigen, die Debatten und Diskussionen unterbinden möchten, konnten sich jedoch nicht durchsetzen.

Der Vortrag ist hier sowohl als Video als auch als Abschrift zu finden:

http://www.thegwpf.org/matt-ridley-global-warming-versus-global-greening/

Daraus nur ganz kurz: In den letzten 30 Jahren hat die grüne Vegetation auf der Erde um 14 % zugenommen. Den Erkenntnissen nach geht die Hälfte davon auf eine höhere CO2-Versorgung der Pflanzen zurück. Diese globale Ergrünung wird im ersten Drittel des Videos behandelt.

Der Guardian schreibt: Die globale Ergrünung der Erde hat den Anstieg des CO2 Gehalts der Atmosphäre beträchtlich verlangsamt.

https://www.theguardian.com/environment/2016/nov/08/global-greening-has-slowed-rise-of-...

Bei der NASA haben 32 Autoren aus 24 Institutionen in acht Ländern herausgefunden, dass es auf den bewachsenen Gebieten der Erde in den letzten 35 Jahren eine beträchtliche Ergrünung gegeben hat, und sie führen dies hauptsächlich auf den steigenden CO2-Gehalt der Atmosphäre zurück.

https://www.nasa.gov/feature/goddard/2016/carbon-dioxide-fertilization-greening-earth

Es gibt unter dem Suchbegriff "global greening" noch zahlreiche weitere Veröffentlichungen im Internet zu finden.

Möglicherweise wird der Guy McPheson (und wir alle) dann in 10 Jahren gar nicht totgegangen sein, sondern er hat keine Zeit mehr, solchen Stuss vorzutragen, weil er seine gesamte Zeit braucht, um seinen überwuchernden Garten unter Kontrolle zu halten.

Danke für den link! Beste Information. (oT)

Volker @, Mittwoch, 30.11.2016, 11:06 vor 3389 Tagen @ Ankawor 2203 Views

- kein Text -

Vielen Dank für diese guten Nachrichten! (oT)

modesto, Mittwoch, 30.11.2016, 13:57 vor 3389 Tagen @ Ankawor 2076 Views

- kein Text -

Die Pessimisten sind zum Mars geflogen, die Optimisten nach Mallorca ;)

vegan @, Mittwoch, 30.11.2016, 14:29 vor 3389 Tagen @ Ankawor 2397 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 30.11.2016, 14:46

Hallo Ankawor,

der Mann redet in 40 Minuten Sprechzeit eine geschlagene halbe Stunde nur darüber, wie sich Wissenschaftler in der Vergangenheit dramatisch geirrt haben, glaubt es dann jedoch als reinkarnierter Überwissenschaftler gründünkend besser machen zu können. Na jetzt aber, jetzt erst recht! [[top]]

Seltsamerweise sitzen auch nur alte, gut gekleidete Leute im Publikum und das Pult, von dem er spricht, sieht so komisch kanzelartig aus. Will man da etwa nur hören, was man hören will? Ist der Veranstaltungsort vielleicht sogar eine Kirche gewesen?

Nein, um Himmels Willen nein! Die anderen Wissenschaftler sind die Bösen und korrupt sind sie! Das sagt der gute Überwissenschaftler mit dem Heiligenschein, der zwischen den Zeilen und im Umkehrschluss natürlich niemals nie korrupt ist, Gott bewahre:

https://youtu.be/j5M1qtN62yk?t=1855

Wo der Wind von diesen Alteingesessenen aber tatsächlich herweht, kann man an entscheidender Stelle – inklusive freudschem Versprecher – dem Video hier entnehmen, Stichwort AKW-Lobby:

https://youtu.be/j5M1qtN62yk?t=2153

Und dann noch dieser lustige Gummisatz der IPCC, den er sich als Abziehbildchen liebend gerne an die Wand wirft:

"For most economic sectors, the impact of climate change will be small relative to the impacts of other drivers (medium evidence, high agreement). Changes in population, age, income, technology, relative prices, lifestyle, regulation, governance, and many other aspects of socioeconomic development will have an impact on the supply and demand of economic goods and services that is large relative to the impact of climate change."

Im Klartext, Hauptsache mal viel gesagt und gleichzeitig nichts gesagt. SO kann man es sich dann in zehn Jahren leicht hindrehen, wie man es gerade braucht. Hat ein Effekt halt den anderen Effekt irgendwie begünstigt und verstärkt, hat er doch schon vor zehn Jahren gesagt, dass es so kommen wird, der Prophet.

[[applaus]]

Genau genommen herrscht nämlich Friede, Freude, Eierkuchen. Denn sowohl Guy McPheson als auch Matt Ridley sehen aus unterschiedlichen Perspektiven prinzipiell beide keinen Handlungsbedarf. Ist doch schön, wenn man sich in derart sicherer Einigkeit umarmen kann, Zeitalter des wissenschaftlichen Absolutismus... schon am Ende des Lateins?

In jedem Fall ein Schelm, wer Böses dabei denkt. [[herz]]


Gruß
vegan

Flechten nicht vergessen ...

Weiner @, Donnerstag, 01.12.2016, 08:44 vor 3389 Tagen @ vegan 1773 Views

Hallo!

Das ist eine sehr treffende und klarsichtige Analyse!

Beide Gruppen, wie auch die Masse der Menschen, scheren sich in Wahrheit einen Dreck um die Natur. Gottseidank ist letztere größer und stärker - und hat mehr Zeit als der Mensch ...

Bei der biologischen Absorption des CO2 (deren Zunahme objektiv bestätigt ist) sollte man die nichtgrünen Assimilierer ebenfalls beachten, denn möglicherweise binden sie mehr als die sichtbar chlorophyllhaltigen.

http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/ungeahntes-potential-wie-unb...

MfG, Weiner

Komplexität nicht vergessen

vegan @, Donnerstag, 01.12.2016, 10:15 vor 3389 Tagen @ Weiner 1569 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 01.12.2016, 10:27

Hallo Weiner,

der vorletzte Absatz Deines verlinkten Textes hat sich allerdings auch ein Hintertürchen offengehalten, sei's drum, vermutlich zu Recht. Ich bin jedenfalls nicht derjenige, der sich hinstellt und es wagt, mal eben die Zukunft des komplexen Systems Erde zu prognostizieren. Doch wenn menschliche Ungereimtheiten mir greifbar scheinen, warum soll ich sie nicht hinschreiben? Sind Wissenschaftler etwa vom Aussterben bedroht und genießen Artenschutz? Für Künstler gibt es Kunstkritiker, warum sollte man Wissenschaftler nur mit Samthandschuhen anfassen dürfen? Nach den bereits von ihnen geschossenen, kapitalen Böcken!?

Nun aber Funkstille, sonst gerate ich noch unter Missionierungsverdacht. Bin am Ende sogar ich der händeringend gesuchte Sündenbock, der alles verbockt hat. Ja wie leicht wäre das denn? Zwischen den Zeilen gab's im Wirtschaftsforum mit dem kleinen & bereits dezente Unmutsäußerungen. Wenn man es nicht direkt wagt, macht man halt Stimmung hintenrum - irgendwo am Arsch.[[freude]]

Gruß
vegan

CO2 Konzentrationserhöhung ist der Erwärmung nachgelagert..

Centao @, Mittwoch, 30.11.2016, 15:06 vor 3389 Tagen @ Ankawor 2528 Views

deren Auswirkungen Du u.a. hier siehst.

Natürlich wird keiner sagen, das ist ein Überschreiten eines Tipping Point, der womöglich die Methangashydrateisfelder in der Tiefsee aus(auf)löst.


Mir erschliesst sich bisher nicht der geglaubte Zusammenhang der "Errettung" zwischen globaler Ergrünung als Verkrautung und notwendiger globaler Abkühlung, zu mal zwischen lokaler Verkrautung und an sich notwendiger Verwaldung (nachgewiesenes Klimasystem!) wieder mal die Zeitspanne von mindestens 30+X Jahren liegt. Im Gegenteil, der Waldanteil in den relevanten Ländern [weitere Quelle] sinkt mit dem Bevölkerungsaufbau dramatisch!


Und über das ETP-Modell hatten wir ja schon gesprochen, eine gelungene Falsifikation kenne ich bisher nicht.

Gruß,
CenTao

Weniger Wald heißt aber nicht, daß Steppe oder Wüste entsteht.

Volker @, Mittwoch, 30.11.2016, 17:55 vor 3389 Tagen @ Centao 1965 Views

Im Gegenteil, der Waldanteil in den relevanten Ländern sinkt mit dem Bevölkerungsaufbau dramatisch!

Wir haben nur Wirtschaftswald (Nationalparks abgesehen), der ursprüngliche Wald ist zu 100% verschwunden, warum sollten die anderen Länder auf die Nutzung ihrer Ressourcen verzichten?

Boden ist nicht gleich Boden (mL)

vegan @, Mittwoch, 30.11.2016, 19:44 vor 3389 Tagen @ Volker 1932 Views

Wir haben nur Wirtschaftswald (Nationalparks abgesehen), der
ursprüngliche Wald ist zu 100% verschwunden, warum sollten die anderen
Länder auf die Nutzung ihrer Ressourcen verzichten?


Hallo Volker,

zwar nur ein linker Zeckenlink nach Wikipedia, aber Boden ist (wissenschaftlich doch ziemlich anerkannt) nicht gleich Boden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tropischer_Regenwald#Bodenbeschaffenheit

So schnell wird dort kein Wirtschaftswald wachsen.

Gruß
vegan

Regenwald an der Westküste Neuseelands

Volker @, Mittwoch, 30.11.2016, 20:20 vor 3389 Tagen @ vegan 2054 Views

Hallo vegan, leider kann ich das nicht beantworten. Ich bin aber mal in NZ an der Westküste der Südinsel in den Orten gewesen, wo sehr intensiv nach Gold gesucht wurde. Dort wurde gerodet und der Boden mit Hochdruckwasserkanonen durchspült, da wurde buchstäblich kein Stein auf dem anderen gelassen. Heute findest du dort wieder Wald und zwar richtigen Wald, fast schon wieder Urwald. Was ich nicht verstehe, warum sollte der Boden, der gestern noch die üppigste Vegetation ermöglicht hat, heute nach Abholzung derselben nur noch unfruchtbar sein? Grüße

Noch ein Link zum Stoffkreislauf (mL)

vegan @, Mittwoch, 30.11.2016, 20:33 vor 3389 Tagen @ Volker 1873 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 30.11.2016, 20:42

Kernaussage dieser Quelle, es handelt sich beim tropischen Regenwald um einen hoch sensiblen, störanfälligen Kreislauf. Einmal gerodet, fehlt danach frisch Angepflanztem schlicht die Nahrungsgrundlage.


https://www.youtube.com/watch?v=YR8Phx7v_xU


Gruß
vegan

Henne oder Ei?

Volker @, Mittwoch, 30.11.2016, 21:06 vor 3389 Tagen @ vegan 1760 Views

Jetzt sag doch mal, wie kann der Regenwald entstehen auf einem Boden, der ohne Regenwald unfruchtbar ist? Auf dem ohne Regenwald nichts mehr wachsen kann, aber vorher der Regenwald üppig gewachsen ist. Ich möchte es ja nur verstehen.

Baust Du eine Zeitmaschine?

vegan @, Mittwoch, 30.11.2016, 21:26 vor 3389 Tagen @ Volker 1826 Views

Jetzt sag doch mal, wie kann der Regenwald entstehen auf einem Boden, der
ohne Regenwald unfruchtbar ist? Auf dem ohne Regenwald nichts mehr wachsen
kann, aber vorher der Regenwald üppig gewachsen ist. Ich möchte es ja nur
verstehen.


Wenn Du es nicht glaubst oder glauben willst, kannst Du ja selbst in die Vergangenheit brausen und dabei gleich noch ein paar andere Fragen klären, Entstehung des Universums, Entstehung des Lebens und so. Aber wenn die Links im Internet alle nur Blödsinn sind, warum sehen dann Regenwaldbäume im Vergleich zu unseren Bäumen so anders aus? Schreib mir doch mal Deine Sicht der Dinge.

Gruß
vegan

Meine Erfahrungen dazu

Achilles @, Mittwoch, 30.11.2016, 22:37 vor 3389 Tagen @ vegan 1922 Views

Kernaussage dieser Quelle, es handelt sich beim tropischen Regenwald um
einen hoch sensiblen, störanfälligen Kreislauf. Einmal gerodet, fehlt
danach frisch Angepflanztem schlicht die Nahrungsgrundlage.


https://www.youtube.com/watch?v=YR8Phx7v_xU


Gruß
vegan

Da habe ich aber bereits das Gegenteil gesehen: Meine Frau stammt aus Zentralafrika, zwar in der Landes-Hauptstadt geboren, aber mit Vorfahren aus dem Regenwald. Umliegend sind hunderte Kilometer von Regenwald.

Und dieser wird abgeholzt wo es geht.. bereits seit Jahrzehnten.. Meiner Einschätzung nach schlimmer als in Brasilien. Ich war in diesen Gebieten schon mehrfach. Dort wo ich war, hat man nacheinander sogar zweimal gerodet in den letzten 30 Jahren.

Im Ergebnis kann ich sagen, das ist mir damals ganz deutlich aufgefallen, die Natur/der Wald erholt sich überraschender Weise sehr gut. Das soll keine Rechtfertigung für dieses furchtbare Roden sein, aber dort im Regenwald sind der Boden (tiefrotbraun) und die meteorologischen Bedingungen (Regen, Sonne) offenbar so gut, dass die Vegetation empor schießt.

Dort wo geordnet wurde, kann man nach 10 bis 20 Jahren wieder einen vollständigen Wald finden. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen: Am Horizont Mamut-Bäume, die noch nicht gerodert wurden, und davor ein wieder dichter Wald mit Bewuchs, Büschen, Bäumen usw.... natürlich viel niedriger. Aber er war da.

Nur soviel dazu.

Gruß
A.

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.