Sehr interessanter Beitrag in f+f

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 27.11.2016, 19:56 vor 3391 Tagen 4173 Views

Da man ja nicht alles lesen kann und ich umgekehrt auch froh bin, wenn ich auf einen interessanten Beitrag hingewiesen werde, - zur Info:

https://www.fischundfleisch.com/juergen-fritz/werden-die-fluechtlinge-deutschland-rette...

Handelt sich zwar um das leidige Thema, - aber sehr interessant und vor allem informativ aufgemacht. Im Verlauf seiner Beiträge ist erkennbar, dass er für die AfD wirbt, - ich finde aber daran nichts Schlechtes.

Sein Porträt:
Jürgen Fritz studierte Philosophie, Erziehungswissenschaft, Mathematik, Physik und Geschichte (Lehramt). Für seine philosophische Abschlussarbeit wurde er mit dem Michael-Raubal-Preis für hervorragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet. Inzwischen ist er als freier Autor tätig. 2012 erschien sein Buch "Das Kartenhaus der Erkenntnis – Warum wir Gründe brauchen und weshalb wir glauben müssen" in zweiter Auflage.

Hat auch ein sehr gutes Buch geschrieben

Phoenix5, Montag, 28.11.2016, 11:46 vor 3391 Tagen @ helmut-1 2003 Views

Sein Porträt:
Jürgen Fritz studierte Philosophie, Erziehungswissenschaft,
Mathematik, Physik und Geschichte (Lehramt). Für seine philosophische
Abschlussarbeit wurde er mit dem Michael-Raubal-Preis für hervorragende
wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet. Inzwischen ist er als freier
Autor tätig. 2012 erschien sein Buch "Das Kartenhaus der Erkenntnis –
Warum wir Gründe brauchen und weshalb wir glauben müssen"
in zweiter
Auflage.

s.o.
Leider wird es viel zu teuer und deshalb wohl kaum verkauft. Nach Rückfrage bestätigte mir der Autor, dass seine damalige Freude einen Verlag gefunden zu haben, schnell eingetrübt wurde, als er sah, zu welchem Preis dieser sein Buch vertreibt. Mehrmaliges Urgieren seinerseits blieb ohne Wirkung. Die Rechte ist er los. Seltsame Preispolitik von klassischen Verlagen, die ohnehin schon durch die Bank in einer Krise stecken.

Gruß
Phoenix5

Hab ich auch gemerkt, dass das Ding sehr teuer ist

helmut-1 @, Siebenbürgen, Montag, 28.11.2016, 17:36 vor 3390 Tagen @ Phoenix5 1633 Views

Jetzt bin ich da etwas unbedarft. Vielleicht kannst Du - oder jemand anders - mir da mit ein paar Informationen weiterhelfen.

Was heißt, - "Die Rechte ist er los".

Ich hab ein kleines Büchlein geschrieben, mehr als Broschüre zu betrachten, - und hab das in einer Druckerei in Rumänien drucken lassen. Die haben mich nur gefragt, in welcher Stückzahl, das hat dann den Preis ausgemacht. Lektor musste ich selber sein, - klar, dass die ein deutschsprachiges Machwerk nicht orthografisch durchforsten.

Das hat mich in die Lage versetzt, einen Haufen Exemplare an meine Freunde und Bekannten zu verschenken. In Deutschland hätte mich sowas im Vergleich dazu (ich hab mich erkundigt) ungefähr das 20-fache gekostet.

Nun bin ich an meinem nächsten Buch dran, - das ich wahrscheinlich verkaufen werde. Aber von Rumänien aus. Würde auch in Deutschland mit dem Inhalt und insbesonders mit dem Titelblatt niemand drucken. Die Frage stellt sich, - was hat das alles mit einem Verlag zu tun? Braucht man sowas?

Ich weiß, klingt ein bißchen einfältig, aber ich hab da absolut keine Erfahrung. Muss man da so eine ISBN-Nummer haben, - und was bringt das?

Ich kann doch (das ist meine naive Vorstellung) so ein Buch schreiben, ich finanziere den Druck und dann habe ich jemanden an der Hand, der das Buch überall dorthin verschickt, wo es eben bestellt wurde. Denke, dass die Nachfrage doch in gewisser Weise sein wird, - schon vom Titel her. Also kann ich doch auf jede Anfrage so reagieren, dass ich meinem Bekannten, der die Dinger dann versendet, sage, - das Buch kostet soundsoviel zzgl. Versandkosten. Diese werden als Vorkasse erhoben (wenn ich aus Rumänien in Deutschland was kaufe, ist es ja genauso).

Also, ich kapier die Zusammenhänge mit "Verlag" und "Rechte" nicht so ganz. Vielleicht weißt Du da mehr.

Verlage

nemo, Montag, 28.11.2016, 18:07 vor 3390 Tagen @ helmut-1 1663 Views

Also, ich kapier die Zusammenhänge mit "Verlag" und "Rechte" nicht so
ganz. Vielleicht weißt Du da mehr.


Wenn Du einen Verlag findest, der dein Buch veröffentlicht, dann verkaufst du die Rechte
an dem Buch. Der Verlag hat dann das exklusive Recht an deinem Werk. Der Verlag
kümmert sich um das Lektorat, das Cover, den Satz, den Druck und vor allem um
den Vertrieb. Wenn das Buch eine ISBN Nummer hat, kann es im Buchhandel überall
bestellt werden und taucht auch auf den Listen auf.

Im Selbstverlag ein Buch zu drucken bedeutet, dass man das Buch selbst produziert,
vertreibt, selbst Werbung dafür macht und es selber versendet. Das alles muss man
auch selbst finanzieren, während ein Verlag alle diese Kosten übernimmt. Dafür
zahlt der Verlag aber nur ca. 1 Euro pro verkauftem Buch an den Autoren.

Gruß
nemo

Danke, jetzt ist es klar

helmut-1 @, Siebenbürgen, Montag, 28.11.2016, 18:43 vor 3390 Tagen @ nemo 1449 Views

Das heißt, ich kann also jederzeit auch Bücher von RO aus nach D, oder A verkaufen, - hier bezahle ich meine Steuern dafür, und die Sache hat sich.

Das hieße, auch, wenn ich mich an einen Verlag wie Kopp wenden würde, der sich vielleicht (großes Fragezeichen) trauen würde, das Buch herauszubringen, dann könnte ich davon profitieren, dass er das auf seinen Werbezusendungen anpreist.

Fest steht aber, ich kann an einem Buch nur dann was verdienen, wenn der Verlag da erst mal beginnt, einen Haufen Kohle zu machen. Verkauft der Verlag nichts oder nur 20 Bücher, verdiene ich also auch nichts. Dafür habe ich aber keine Produktionskosten.

Nun, das muss jeder selber wissen, - so meine ich. Ich schreibe ja kein Buch, um Geld zu verdienen, - ich bin ja kein hauptberuflicher Schriftsteller. Da müßte ich mich auf Romane verlegen. Andererseits schreibe ich auch kein Buch, damit andere dadurch Geld verdienen, - evtl. noch viel mehr als ich.

Wenn ich also ein Buch schreibe, von dem ich ausgehe, dass ich was mitzuteilen habe, was andere interessiert, dann werde ich mich folgendermaßen verhalten:

Das Buch fertigstellen, mit einem Buchdruck einen gestaffelten Preis aushandeln, der natürlich bei den ersten Büchern, z.B. so bis 1000 Stk, ein anderer ist, als wenn ich nochmal 5000 nachdrucken lasse. Dann muss ich mit jemanden, der die Zeit und die Möglichkeiten hat, über die Versendung einigen, auch preislich, und dann hat sich die Sache.

Wenn ich ein Buch schreibe, das es in sich hat, brauche ich keine Werbung über einen Verlag, da macht das Buch selbst Werbung über die Mundpropaganda, von jedem, der es gelesen hat.

Sehe ich da irgendwas falsch?

Problem: Werbung

nemo, Montag, 28.11.2016, 19:27 vor 3390 Tagen @ helmut-1 1507 Views

bearbeitet von nemo, Montag, 28.11.2016, 19:32

Hallo Helmut,

Das hieße, auch, wenn ich mich an einen Verlag wie Kopp wenden würde,
der sich vielleicht (großes Fragezeichen) trauen würde, das Buch
herauszubringen, dann könnte ich davon profitieren, dass er das auf seinen
Werbezusendungen anpreist.

ja und das Buch würde eben auch in jedem Buchladen oder Online-Handel
präsent und bestellbar sein.

Fest steht aber, ich kann an einem Buch nur dann was verdienen, wenn der
Verlag da erst mal beginnt, einen Haufen Kohle zu machen. Verkauft der
Verlag nichts oder nur 20 Bücher, verdiene ich also auch nichts. Dafür
habe ich aber keine Produktionskosten.

Ja.

Nun, das muss jeder selber wissen, - so meine ich. Ich schreibe ja kein
Buch, um Geld zu verdienen, - ich bin ja kein hauptberuflicher
Schriftsteller. Da müßte ich mich auf Romane verlegen. Andererseits
schreibe ich auch kein Buch, damit andere dadurch Geld verdienen, - evtl.
noch viel mehr als ich.

Das ist das Los aller Autoren. Wenn sie gut sind und einen Bestseller landen,
können sie aber auch Millionäre dabei werden. Und dann gibt es Neuauflagen
oder auch Übersetzungen in andere Sprachen, wobei der Autor immer
mit verdient.

Wenn ich also ein Buch schreibe, von dem ich ausgehe, dass ich was
mitzuteilen habe, was andere interessiert, dann werde ich mich
folgendermaßen verhalten:

Das Buch fertigstellen, mit einem Buchdruck einen gestaffelten Preis
aushandeln, der natürlich bei den ersten Büchern, z.B. so bis 1000 Stk,
ein anderer ist, als wenn ich nochmal 5000 nachdrucken lasse. Dann muss ich
mit jemanden, der die Zeit und die Möglichkeiten hat, über die Versendung
einigen, auch preislich, und dann hat sich die Sache.

Manche Druckereien bieten diesen Versand-Service an. Noch günstiger ist
Digitaldruck, der von der Qualität fast an den Offset-Druck heran kommt.

Wenn ich ein Buch schreibe, das es in sich hat, brauche ich keine Werbung
über einen Verlag, da macht das Buch selbst Werbung über die
Mundpropaganda, von jedem, der es gelesen hat.

Sehe ich da irgendwas falsch?

Das Problem ist, dass dein Buch erstmal keine Sau kennt. Es könnte die
Weltformel enthalten, aber es gäbe trotzdem keine Nachfrage. Das heißt,
man muss das Buch ins Gespräch bringen und auf verschiedenen
Internet-Seiten, Blogs, Facebook usw. Werbung dafür machen. Am besten
sich gleich auch noch interviewen lassen und ein Video auf youtube
hochladen. Und eine eigene Webseite wäre auch nicht schlecht.

Gruß
nemo

Ergänzung zu @nemo

Phoenix5, Montag, 28.11.2016, 20:23 vor 3390 Tagen @ helmut-1 1428 Views

Fest steht aber, ich kann an einem Buch nur dann was verdienen, wenn der
Verlag da erst mal beginnt, einen Haufen Kohle zu machen. Verkauft der
Verlag nichts oder nur 20 Bücher, verdiene ich also auch nichts. Dafür
habe ich aber keine Produktionskosten.

Je nachdem, wie es im Vertrag geregelt ist. Ich würde behaupten, dass man bei den meisten Veträgen schon beim ersten verkauften Buch, lt. vertraglich vereinbarter Marge, mitverdient.
Was nemo noch vergessen hat zu sagen: Ein klassischer Verlag hat Vorfinanzierungskosten, d.h. er druckt eine ganze Auflage von x Stück von deinem Buch, bewirbt es und verteilt es in Buchläden, in der Hoffnung, dass er es losbekommt. Bekommt er es nicht los, bleibt er auf den Kosten sitzen.

Im Unterschied dazu sprießen ja seit einigen Jahren die sogenannten "On-Demand"-Verlage aus dem Boden (zuletzt amazon mit einem Eigenverlag). Die meisten davon veröffentlichen jedes Buch. Der Vertrieb ist aber bei diesen Verlagen nur noch online und "on demand", d.h. auf Nachfrage. Jemand bestellt dein Buch und erst dann wird es gedruckt - es gibt also keine Auflage. Dieser Markt hat noch enormes Potential und gräbt den klassischen Verlagen sukzessive das Wasser ab. Einerseits verschlechtert sich dadurch natürlich im Schnitt die Qualität der Bücher, wenn jeder veröffentlichen kann, was er will, andererseits kommen so aber auch Perlen auf den Markt, die sonst möglicherweise kein Verlag genommen hätte. Wie man auch dazu steht: Diesen Verlagen gehört meiner Meinung nach die Zukunft. Und gerade amazons Verlag (create space) zahlt mittlerweile Margen pro verkauftem Buch, die manchem Autor eines klassischen Verlags den Neid ins Gesicht treibt.

Beste Grüße
Phoenix5

Danke für die Antworten

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 29.11.2016, 04:34 vor 3390 Tagen @ Phoenix5 1160 Views

Das hieße, man wäre bei amazon am besten aufgehoben. Mein Problem dabei: ich bin im Allgemeinen ein konsequenter Mensch. Ab dem Zeitpunkt, als sich amazon am Boykott gegen Assange beteiligt hat, habe ich nichts mehr bei amazon gekauft. Ich werde auch weiterhin nichts tun, um amazon in irgendeiner Weise etwas zukommen zu lassen. Als Kleinstunternehmer (so heißt das in der Wirtschaftsordnung) hab ich ein ziemlich familiäres Verhältnis im Betrieb und auch zu meinen Mitarbeitern. Da sehe ich auch in der Personalpolitik von amazonas genügend Gründe, mich weiterhin so zu verhalten wie bisher.

Die Frage ist noch eine andere:
Hilft mir das etwas, wenn das Buch in vielen Buchläden aufliegt und aufgrund irgendeines fragwürdigen Rechtsbeschlusses eingesammelt wird? Wir haben hier in Rumänien einen weitaus größeren Spielraum, was die Meinungsfreiheit betrifft, im Vergleich zu Deutschland. Natürlich wird der Inhalt des Buches vor dem Druck noch von einem anerkannten deutschen Staatsrechtler überprüft.

Da es aber - schon vom Titelblatt her - gerade im Hinblick auf die Wahl 2017 etwas sein wird, das ungefähr denselben Effekt hat, als wie wenn man Salz in eine offene Wunde streut, so gehe ich davon aus, dass ich nicht nur eine bestimmte Person, sondern eine ganze Partei gegen mich haben werde. O.k., damit kann ich gut leben, besonders hier in RO. Aber was passiert mit dem Verlag, was mit den Büchern, die schon in den Buchläden aufliegen?

Ich hab das ja bei den Kohl-Tagebüchern gesehen. Wenn man nicht den Staatsanwalt auf irgendwas hetzen kann, dann gibts ja noch die einstweiligen Verfügungen, usw. Ganz abgesehen von der Frage, wie sich so ein Verlag zu bestimmten politischen Themen stellt (Kopp mal davon ausgenommen). Ob die innerbetrieblich da politische Bedenken haben, oder sich keine zu erwartenden Schwierigkeiten einhandeln wollen, - ich weiß nicht, wie es da in größeren Verlagen zugeht und wie da gedacht wird.

Vielleicht ist es deshalb wirklich besser, das alles vom Ausland zu organisieren, den Druck, den Versand, die Werbung. Für letzteres hat ja nemo bereits verschiedene Stichwörter gegeben.

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