Henne oder Ei?
Es gibt sicher ein in der menschlichen Natur begründetes Marktverhalten, das – sage ich mal – wellenförmig verläuft, und die Basis der Elliotwellen-Analyse bildet. Nur glaube ich nicht, dass dies ohne andere Faktoren in dieser doch guten Präzision passieren kann.
Andere Faktoren wären beispielsweise praktisch quasi-normative Analysemethoden, denen das Gros der Markteilnehmer folgt. Angenommen, der Markt wird zu 90% von Computerprogrammen mehr oder weniger automatisch getrieben, dann hätte man bei Kenntnis deren Algorithmen ein gutes Instrument, sich selbst zu positionieren. Folgt die Mehrzahl der Programme dem EW-Muster, ergibt sich eine sich selbst erfüllende Prognose.
Charttechnik ist ja schon recht alt. Ich kenne die Historie der EW-Analyse nicht, es wäre aber mal interessant, ob die vom ersten Tag an mit den heutigen Algorithmen arbeitete, oder ob sie sich im Laufe der Zeit sukzessive an den heutigen Stand, d.i. die gebräuchlichen Computeralgorithmen angenähert hat.
Das ist wie in der Medizin. Da gibt es bestimmte Schulen der Diagnose oder Behandlung. Kennt man die Schule, kann man bei gegebenen Eingangsparametern schon fast die Diagnose vorhersagen.