Setzt die Quantenmechanik Newtons 3. Gesetz außer Kraft? Elektromagnetischer Antrieb funktioniert!

Ulli Kersten, Heinsberg, Sonntag, 20.11.2016, 14:38 vor 3398 Tagen 4236 Views

Von der NASA und Peer-reviewed.

Newtons 3. Gesetz:

Kraft gleich Gegenkraft: Eine Kraft von Körper A auf Körper B geht immer mit einer gleich großen, aber entgegen gerichteten Kraft von Körper B auf Körper A einher.


Der elektromagenetische Antrieb erzeugt Vortrieb, ohne dieses Gesetz einzuhalten. Nach Newton kann das nicht sein, aber nach Ergebnissen der NASA funktioniert es trotzdem.

Warum es funktioniert, kann nicht schlüssig erklärt werden. Es "könnte" damit zusammenhängen, dass sich gemäß der Quantenmechanik Teilchen nicht an definierten Orten befinden, solange sie nicht beobachtet werden.

http://www.sciencealert.com/it-s-official-nasa-s-peer-reviewed-em-drive-paper-has-final...

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Impf-frei und gesund

Nicht so ganz

Julius Corrino @, Sur l'escalier des aveugles, Sonntag, 20.11.2016, 15:00 vor 3398 Tagen @ Ulli Kersten 3575 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 20.11.2016, 15:03

Es wurde kein funktionsfähiges Triebwerk gebaut. Alles, was derzeit existiert, ist ein experimentelles Setup auf dem Labortisch, an welcher mikroskopisch kleine, nach gegenwärtigem Verständnis anomale Nettokräfte bei Inbetriebnahme der Apparatur gemessen werden. Eine Vielzahl von Störeffekten konnte bislang ausgeschlossen werden.

In dem im Dezember zu veröffentlichten Paper fehlt die gesamte Hypothese vom "Pushing against the Quantum Vacuum", welches in der vorab geleakten Version enthalten ist. Die Reviewer haben (korrekt) geurteilt, daß diese so krude ist, daß sie in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung nichts zu suchen hat.

Die nächsten Schritte werden darin bestehen, weitere mögliche Fehlerquellen für sog. "spurious effects" zu überprüfen (z.B. thermische Expansion der Apparatur und daraus resultierende falsche Positivresultate) und im Anschluß eventuell ein Hochskalieren anzugehen, so daß nicht mehr Effekte in der Größenordnung von derzeit Mikronewton (0.000001 N) sondern eventuell wenigen Zehntel Newton sichtbar werden - falls es sich nicht um einen subtilen Meßfehler handelt.

Zusätzlich wären aussagekräftige Wiederholungen des Experiments durch andere Labore auf der Welt wünschenswert.

Meldungen über ein Außerkraftsetzen des dritten Newtonschen Axioms sind sehr verfrüht. Sollte sich der Effekt als real herausstellen, wird mit Sicherheit beizeiten auch eine Reaktionsmasse zwecks Impulserhaltung gefunden werden, selbst wenn diese anfangs vielleicht nicht offensichtlich ist.

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Ainsi continue la nuit dans ma tête multiple... elle est complètement dechirée... ma tête.
- Luc Ferrari

Top! So geht Debunking

Kurt @, Sonntag, 20.11.2016, 17:15 vor 3398 Tagen @ Julius Corrino 2820 Views

100% sachlich, 100% begründet

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Für das verantwortlich zu sein, was ich sage, ist eine Sache.
Aber dafür verantwortlich zu sein, was jeder, der in meinem Leben vorkommt,
sagt oder tut, ist eine ganz andere Sache.

Wiederholungen! ... Widersprüche?

Literaturhinweis @, Sonntag, 20.11.2016, 18:14 vor 3398 Tagen @ Steppke 2605 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 20.11.2016, 18:30

In China soll das auch schon erfolgreich getestet worden sein.
http://www.wired.co.uk/article/emdrive-and-cold-fusion

Finnische Wissenschaftler haben damit auch experimentiert.
http://www.ibtimes.co.uk/emdrive-finnish-physicist-says-controversial-space-propulsion-...

Der zweite, finnische Artikel widerspricht aber dem ersten, denn dort wurde angeblich gemessen, daß der Rückstoß tatsächlich durch emittierte Teilchen erfolge, die durch die geschlossene hintere Kammerwand gerichtet entweichen. Das wäre nicht verwunderlich, gibt die Glockenform doch eben diese Richtung vor.

Und daß durch (Mikro-) Wellen ggf. Korpuskeln entstehen können (Masse-Energie-Äquivalent) oder sie sich abwechslungsweise wie solche verhalten (Welle-Korpuskel-Dualismus) ist wieder etwas, das mit der bisherigen Physik durchaus vereinbar wäre ("Every engine has a process, it needs a fuel and an exhaust. The EmDrive has the same operational principle as everything else, ... they leak out of the cavity. So we have an exhaust – the photons are leaking out pair-wise ...").

Bei den NASA- und China-Experimenten bleiben zudem, wie bei dem Erfinder des EM-'Drive' selbst, Zweifel, ob sie das ganze zuende gedacht haben:

Wie beim Elektroauto, das hinten auch keine Abgase erzeugt, muß die Initialenergie für die Mikrowellen ja irgendwoher kommen. Wenn kein Antriebsmittel ('propellant') mehr mitgeführt werden muß, man dafür aber eine riesige Stromversorgung braucht, die sich

- entweder, wie beim Elektroauto, wieder entleert und das Fahrzeug dann antriebslos bleibt

oder

- dieses 'aus der Umgebung nachgeladen' werden muß,

fragt sich, wie das gelingen soll, wenn die Sonneneinstrahlung z.B. auf dem Weg zum Mars so gering ist, daß sie es nicht schafft, das schwere Raumschiff schon auf direktem Wege anzutreiben. (Auch die Brennstoffzelle hilft nicht - auch sie muß Brennstoff mitführen oder extern zuführen, das ganze dreht sich also im Kreise und scheint das Propellant-Problem nur von der direkten Verbrennung oder Beschleunigung von Ionen auf die Erzeugung von ebenso energieverschlingenden Mikrowellen zu 'verlagern'. Schon, daß dieser Aspekt in allen in der Kürze beleuchteten Publikationen 'keine Rolle spielt', nährt in mir den Verdacht, daß da ein schweres Auftriebskraftwerk mitgeführt werden muß, das dann die Energie dadurch gewinnt, daß der enorme Vorschub durch Mikrowelle die Gravitationskraft simuliert, aus der man dann die Elektrizität zum Vortrieb gewinnt. Echt beeindruckend.)

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