Dollar runter, China raus?

re-aktionaer @, Freitag, 18.11.2016, 23:41 vor 3400 Tagen 2871 Views

Ich habe mir heute im Rahmen eines Gespräches überlegt, was Trump machen könnte, um seine politischen Ansagen bez. Vollbeschäftigung umsetzen zu können. Wäre es nicht wesentlich eleganter statt Zoll einzuheben, den ohnehin überfälligen Dollar zu entwerten und damit einerseits die Arbeit aus China in eine Billiglohn USA zurückzuholen, andererseits die Staatsanleihen, die China hält zu entwerten?
Was spricht dagegen so vorzugehen? Was spricht dafür? Was wären die Folgen? Oder ist miene Idee vollkommener Unsinn?

Ja, Währungskrieg ist immer gut, hatten sie auch bei der letzten Depression schon versucht und wirkte deflationsverstärkend (oT)

Morpheus ⌂ @, Samstag, 19.11.2016, 00:25 vor 3400 Tagen @ re-aktionaer 1706 Views

- kein Text -

--
-------------------------------------------
Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.

Inwiefern hat der von den USA in den letzten Jahrzehnten geführte Währungskrieg deflationesverschärfend gewirkt?

Mephistopheles @, Datschiburg, Samstag, 19.11.2016, 04:25 vor 3400 Tagen @ Morpheus 1741 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 19.11.2016, 20:13

Als Währungskrieg bezeichnet man normaerweise die Abwertung einer Währung gegenüber dem Gold.
Die Briten haben damit in den angefangen in den 30er-Jahren mit einer Abwertung des Pfund gegenüber Gold um 30%.
Die anderen Länder zogen flugs nach.

Das soll angeblich deflationsverschärfend gewirkt haben.

Diesesmal haben die USA begonnen in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrtausends und den Dollar durch die Freigabe um etwa 95 % abgewertet.
Der Dollar ist heute nur noch 5 % dessen wert, was er vor der Freigabe an Wert hatte.
Von einer deflationären Wirkung ist nichts zu spüren. Der Grund liegt wohl darin, dass die USA gleichzeitig mit der Freigabe des Dollars damit begannen, Dollar zu drucken wie die Weltmeister.

Ich halte @re-aktionär`s Vorschlag im Sinne Trumps für den einzig sinnvollen, da sich mein Vorschlag, die Staatsschulden zu privatisieren (Lastenausgleich ==> jeder, der Geld hat, erhält Zwangsschulden aufgebrummt. Im Endeffekt wären die USA schuldenfrei und alle Schulden würden auf haftende Privatleute übergehen) in USA wohl nicht realisieren lässt, obwohl das für die Mehrheit der Amerikaner der beste Weg wäre.

Eine deflationsfördernde Wirkung sehe ich nicht in den USA, wohl aber bei allen Exporteuren nach USA, insbesondere Deutschland.
Aber Trump ist ja woh nicht als Präsident als Vertreter der chinesischen und deutschen Interessen angetreten.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Der Unterschied ist zwischen schleichend und sprunghaft

Morpheus ⌂ @, Samstag, 19.11.2016, 14:42 vor 3399 Tagen @ Mephistopheles 1253 Views

Hallo Mephisto,

eine schleichende Münzverschlechterung oder die Entwertung von Geld ist im Debitismus ja völlig normal und auch nicht vermeidbar.

Eine gezielte Abwertung, und um die ging es in dem Beitrag, muss sprunghaft erfolgen, um zu wirken.

Wenn die USA jetzt den Dollar sprunghaft abwerten, hat das auch in den USA deflationäre Wirkungen. Stärker natürlich bei den Exporteuren. Aber die Kaufkraft sinkt natürlich durch diese Maßnahme sofort, während eine neue Produktion davon noch keinesfalls automatisch und zeitnah im Land erfolgt. Die USA verdienen ihr Geld aktuell im Handel und wenn es teurer wird, dann fallen erst die Käufer und dann die Schuldner aus und es entsteht eine sich selbst verstärkende Deflationsspirale. Denn ein Ausgleich durch mehr Einnahmen aus einer neuen Beschäftigungswelle, der verschiebt sich zeitlich, wenn er denn überhaupt kommt.

Das Hauptproblem, auch die USA exportieren und Länder mit Kaufkraft, werden mit entsprechenden Maßnahmen zur Bekämpfung von US-Waren reagieren. Da ist die Eskalation zum echten Handelskrieg ganz schnell da und der Welthandel kommt ruck zuck zum Stillstand.

Was das aus debitistischer Sicht bedeutet muss ich nicht erklären.

Die Japaner versuchen die Abwertung bereits seit 2011. Und so richtig inflationär hat das bisher nicht wirklich gewirkt.

Grüße
Morpheus

--
-------------------------------------------
Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.

Einfach nur die Dollar-Hegemonie-Kriege einstellen, dann klappt's auch mit der Abwertung (oT)

CalBaer @, Samstag, 19.11.2016, 07:48 vor 3399 Tagen @ re-aktionaer 1360 Views

- kein Text -

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.