OT: Adventskalender, praktisch vorgefertigte Schablonen, um zu suchen, was man nicht selbst verlegt hat, 24 gehaltvolle Tage
Daß bald Advent ist, weiß mittlerweile jeder Blinde.
Wie spätestens jedes fünfjährige Kind weiß, ist Azwentzkalender eines der seltenen Worte mit zwei "z", ähnlich wie Zeitzone oder Zuzugsbeschränkung. Aber schon gut ein Jahr später, mit Schuleintritt, beginnen die Wörter immer weniger so auszusehen, wie sie gesprochen werden. Besoldete Lehrkräfte nennen das Legasthenie und noch höher dotierte nennen es Rechtschreibreform. Im englischen Sprachraum dagegen weiß man zwar oft nicht, wie man Fisch zubereitet, aber immerhin, wie man ihn schreibt. Übrigens: je enger die zwei "z" zusammenstehen, desto weniger moralisch geht es zwischen denen zu.
Da man sich im christlichen Abendland wie jedes Jahr auf die Adzwenztradizion (sogar drei "z"!) besinnt, hier mal eine Sammlung von Adventskalauern, manche halal, manche mit Alkohol, für den vollverschleierten Blick.
Anders als bei den Geschenken, die bei einem weihnachtsbaumbedingten Zimmerbrand noch in Mitleidenschaft gezogen werden können, ist ein Adventskalender eine sichere Investition, hat er sich doch just an Weihnachten spätestens überlebt.
Früher versorgte Mutti die Küche, während Papi mit den Kindern zum Krippenspiel ging, heute hilft der emanzipierte Mann der Frau beim Aufwärmen der Fertiggerichte, während die Kinder derweil im Fernsehen Bildungssendungen anschauen. Vielleicht immer noch besser, als Meßdiener. Immerhin bleiben Familien in der heutigen Weihnachtszeit immer mehr ihren eigenen vier Wänden treu.
So steht der Pfarrer bei seiner gefahrgeneigten Arbeit heute oft alleine da und muß seine Kirchenschätze verteidigen.
Während es bei Autoherstellern verpönt ist, wenn Mitarbeiter sich Wagen der Konkurrenz zulegen, ist das beim Personal von Adventskalenderherstellern anders. Man sieht dem Design-Chef nach, wenn er den Adventskalendern der Konkurrenz daheim den Vorzug gibt, schließlich weiß er bei denen aus eigener Herstellung ja schon, was drin ist. Und ein paar tausend atheistische Chinesen wissen es auch, denn die pappen das ganze ja schließlich zusammen.
Es gibt auch Adventskalender, die sorgen gleich selbst für die musikalische Untermalung, wer es altmodischer mag, dem seien Liederbücher empfohlen.
Und wenn sich am Ende der Adventszeit alle dort befänden, wo sie früher in Ermangelung elektronischer Datenerfassung volksgezählt wurden, so würde sich auch das Zuwanderungsproblem von selbst erledigen.
Schon König Herodes hatte schließlich Heinsohn gelesen.
Ganz neu: Adventskalender für Stromausfall
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