zum St. Martinstag

MI, Dienstag, 08.11.2016, 14:33 (vor 3457 Tagen) @ SevenSamurai1795 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 08.11.2016, 15:07

Hallo SevenSamurai,

ich würde ja gerne ins gleiche Horn pusten, tue das auch ab und an. Andererseits fürchte ich, machen wir uns etwas vor wenn wir uns aufregen, dass der schöne St. Martinstag vielfach zu einem "Laternenfest" (sniiief) degeneriert ist.

Wer geht noch regelmäßig, wenigstens ab und zu mal, in einen Gottesdienst? Es werden immer weniger, es treten immer mehr aus der Kirche aus. Sind sie dann keine Christen mehr? Für mich nicht. Für mich ist jede/r Christ, der in Jesus Christus jemanden sieht, der ihm/ihr Orientierung im Leben gibt. Ich denke, davon gibt es hierzulande durchaus noch viele.

Das allein genügt aber ganz offensichtlich nicht. Und wenn unser Christsein nicht mehr oder nur heimlich oder nur noch einmal im Jahr zu Weihnachten gelebt wird, dann sollten wir uns nicht wundern, wenn die christlichen Traditionen mehr und mehr bröckeln und erodieren.

Der heutige Westen ist in einem postreligiösen Zeitalter. Wir haben beschlossen, dass Religion Privatangelegenheit ist, wie so eine Art Kulturbetrieb, ein Heimatverein, der alte Traditionen pflegt und bewahrt, eine Freizeitbeschäftigung ist wie ein Schützen- oder Kleintierzüchterverein. Alles ganz nett, nur bitte: privat.

Wenn dann kirchliche Rituale und Feiertage mehr und mehr von der Bildfläche verschwinden, dann sollten wir uns nicht wundern. St. Martin? Privatangelegenheit. Bitte in eine kirchliche KiTa gehen, wenn du möchtest, dass dein Kind den St. Martins-Tag nicht als Laternenfest erlebt.

St. Martin, das war mal der Tag, der uns Kinder ans TEILEN erinnern sollte und es auch tat. Wer viel hat, der kann davon was abgeben, DAS war St. Martin. Der mit dem großen, roten Mantel, den er mit seinem Schwert in der Mitte zerschnitt, damit der Bettler nicht frieren musste. Heute laufen die Kinder mit den Laternen herum, keiner weiß, wieso, ist halt nett. So wie Helloween. Und Süßkram gibt's natürlich auch, teilen muss keiner. Das kommt nun mal von sowas.

Es ist schade. Ich sehe die einzige Lösung darin, sich wieder den Kirchen zuzuwenden. Das ist natürlich nicht einfach, denn da warten schon die altbekannten Probleme, die Grund waren, ihr den Rücken zuzukehren.

Wir müssen uns wohl für was entscheiden!

Viele Grüße,
MI


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