Ausbeutungs- und Verarmungsmethoden in Afrika

Falkenauge @, Montag, 07.11.2016, 11:11 vor 3456 Tagen 2860 Views

Es ist immer wieder gut, den Blick auf die Ausbeutungs- und damit Verarmungsmethoden der afrikanischen Länder zu richten, die ja für die Migrationsströme mit ursächlich sind und von den Globalisten für ihre Destabilisierungspläne Europas benutzt werden.

In der Kolonialzeit wurden die Länder Afrikas mit nackter militärischer Gewalt überwunden und ihre Rohstoffe ausgebeutet. Heute, in der postkolonialen Zeit, geschieht dies etwas verdeckter mit den Mitteln der wirtschaftlichen und technologischen Überlegenheit der industrialisierten Staaten und mit Hilfe der vielfach korrupten lokalen Regierungen. Ein Beispiel ist die Republik Tschad in Zentralafrika.

Rund 90 % der 12 Millionen Menschen leben von der Landwirtschaft, hauptsächlich für den Eigenverbrauch. 80 % leben in absoluter Armut, über 50 % sind Analphabeten. Es gibt nur 265 km ausgebaute Straßen. Die wenigen wirtschaftlich entwickelten Elemente werden nur vom Staat organisiert. „Staatliche Einrichtungen wie Verwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen sind kaum entwickelt.“ Korruption ist ungeheuer verbreitet. „Nach dem Korruptionsindex 2010 der Organisation Transparency International (TI) liegt der Tschad auf dem 171. Platz von 178 erfassten Staaten.“ (Wikipedia)

Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden Ölvorkommen im Umfang von ca. 930 Mio. t im Doba-Becken im Süden des Tschad entdeckt. Die großen Ölfirmen Exxon-Mobil, Petronas und Chevron-Texaco betreiben seit 2003 die Ölförderung sowie den Export des Öls durch eine Pipeline, die bis zum Atlantikhafen Kribi in Kamerun führt. Die Weltbank ist (war) finanziell beteiligt und soll für die Vereinbarkeit von neuer Wirtschaftlichkeit und Landesentwicklung sorgen.

Doch die Wirklichkeit sieht ganz anders aus, wie man hier genauer lesen kann.

Das Problem ist hier aber nicht der Konzern.

re-aktionaer @, Montag, 07.11.2016, 13:22 vor 3456 Tagen @ Falkenauge 1985 Views

Es ist die Regierung, die hier wahrscheinlich in die eigene Tasche arbeitet und nicht die Erlöse des Erdöls verteilt.
Die Probleme dieses Kontinents sind nicht so einfach zu erklären. Die Armut die man dort sieht resultiert in allererster Linie einfach aus einer absolut unterschiedlichen Lebensweise, Denkweise und Gesellschaftlichen Strukturen, die einer technisch/ökonomischen Entwicklung entgegenstehen.
Konzerne sind da nur Zaungäste, deren positives Potential (in Form von Devisen, Infrastruktur und Arbeit) sich nicht entfalten kann und das negative Potential übrig bleibt.
Ich gehe sogar so weit zu behaupten:
Wenn Afrika in Sachen Wohlstand, Infrastruktur und Ordnung an europäische oder asiatische Verhältnisse anschließen will, dann braucht es eine Neukolonialisierung mit Fremdverwaltung. Die Chinesen sind gerade dabei und werden aller Vorraussicht nach genauso scheitern wie die Europäer. Sie machen sehr ähnliche Fehler. Man könnte es aber auch richtig machen...

Mehrere Ursachen

Falkenauge @, Montag, 07.11.2016, 14:16 vor 3456 Tagen @ re-aktionaer 1865 Views

Es ist die Regierung, die hier wahrscheinlich in die eigene Tasche arbeitet
und nicht die Erlöse des Erdöls verteilt.

Es sind beide. Natürlich auch die Konzerne, denen, wie geschildert, doch die Zerstörung der Landwirtschaft letztlich egal ist.

Die Probleme dieses Kontinents sind nicht so einfach zu erklären. Die
Armut die man dort sieht resultiert in allererster Linie einfach aus einer
absolut unterschiedlichen Lebensweise, Denkweise und Gesellschaftlichen
Strukturen, die einer technisch/ökonomischen Entwicklung entgegenstehen.

Natürlich. Deshalb muss die Armut dort auch relativ gesehen werden. Problematisch wird es, wenn die Menschen in Hunger und Mangelerkrankungen getrieben werden und, bezogen auf ihre Lebensweise, Perspektivlosigkeit herrscht. Soweit ist es im Tschad wohl erst anfänglich.

Ich gehe sogar so weit zu behaupten:
Wenn Afrika in Sachen Wohlstand, Infrastruktur und Ordnung an europäische
oder asiatische Verhältnisse anschließen will, dann braucht es eine
Neukolonialisierung mit Fremdverwaltung. Die Chinesen sind gerade dabei und
werden aller Vorraussicht nach genauso scheitern wie die Europäer. Sie
machen sehr ähnliche Fehler. Man könnte es aber auch richtig machen...

Also "Neukolonialisierung mit Fremdverwaltung" darf es heute nicht mehr geben, denn sie bedeutet immer Unterdrückung und Ausbeutung. Sie ist nie uneigenützig. Es müsste eine wirklich uneigennützige, an die Lebensverhältnisse und die Mentalität der Menschen anschließende echte Entwicklungshilfe geben.

Unterdrückung und Ausbeutung...

re-aktionaer @, Montag, 07.11.2016, 14:32 vor 3456 Tagen @ Falkenauge 1652 Views

Ist nicht jede Form von Ordnung Unterdrückung?
Mein Eindruck dieser Leute ist - es sind im allgemeinen sehr unkomplizierte Menschen die in den Tag hinein leben. Das kann nett sein, das kann furchtbar sein. Solche Leute können auf Subsistenzbasis mit hoher Geburtenrate und ebenso hoher Kindersterblichkeit eine nachhaltige Existenz gründen. Steinzeit/frühes Neolithikum style. Aber WEHE die Moderne hält Einzug. Jedes geimpfte Kind ist ein Fresser zuviel, den bei dieser Bewirtschaftung das Land nicht ernähren kann. Dann wird aus der Idylle sehr sehr schnell ein Schlachthaus a la Ruanda.
Es ist nun mal so, dass keine der beiden Welten eine ordentliche dicke Mauer errichten will. Wir nicht, weil es dort so viele Rohstoffe gibt, die nicht, weil es bei uns so viel Luxus und Technologie gibt.
Ich halte das für ein klassisches Tauschverhältnis, das beiden dienen könnte. Alleine - neben Autos, Waffen und Computern müssten sich diese Länder eben auch Organisation und Verwaltung bei uns kaufen, sozusagen die Grundlage für ein langfristiges Funktionieren ihrer Artikel.

Das Hauptproblem ist das Bevölkerungswachstum: Demographische Zeitbombe?

Reffke @, Montag, 07.11.2016, 14:49 vor 3456 Tagen @ Falkenauge 1959 Views

Hallo Falkenauge,

Danke für den Artikel, aber du berücksichtigst leider nicht das exponentielle Bevölkerungswachstum in Afrika!
http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/bevoelkerungspyramiden.aspx

Zusammenfassend:
http://www.theeuropean.de/rick-noack--2/7727-bevoelkerungswachstum-in-afrika

MfG, Reffke

--
Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
------------------------------
==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

Neuester Heinsohn dazu; V. Seits "Afrika wird armregiert" - mkTmL

McShorty @, Nürd-Mütryx fün Dülbünyen, Montag, 07.11.2016, 17:54 vor 3456 Tagen @ Reffke 1857 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 07.11.2016, 18:44

Hallo Falkenauge,

Danke für den Artikel, aber du berücksichtigst leider nicht das
exponentielle Bevölkerungswachstum in Afrika!
http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/bevoelkerungspyramiden.aspx

Zusammenfassend:
http://www.theeuropean.de/rick-noack--2/7727-bevoelkerungswachstum-in-afrika

MfG, Reffke

neuester Heinsohn mit ernüchternden Zahlen dazu...
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article159262567/Wie-soll-Europa-800-Millionen-A...

Oder zum Ausgangsposting...
http://www.achgut.com/artikel/wie_afrikas_politische_elite_ihren_kontinent_ausbeutet
Von: Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“,

Ach so, wo ist eigentlich der Unterschied zw. Afrika und brddr 2.0? Zur Zeit werden wir doch auch verkauft, oder sehe ich das falsch? Nur ist unsere Produktivität noch höher + Bev.wachstum geinger - wird sich aber auch ändern. Spätestens wenn wir 80 % Solar- u. Windspökes und min. 10 % "Fachkräfteanteil 2.0" haben...[[sauer]]

...für Afrika gibts eigentlich nur eine Lösung...

--
Danke an Elli, Chef, HM und igelei für das wunderbare Forum hier!
Seid wachsam auf diesem Narrenschiff!

Afrikas politische Eliten

Falkenauge @, Montag, 07.11.2016, 18:15 vor 3456 Tagen @ McShorty 1703 Views

Oder zum Ausgangsposting...
http://www.achgut.com/artikel/wie_afrikas_politische_elite_ihren_kontinent_ausbeutet

Vielen Dank für die Ergänzungen.

"Der westliche Kapitalismus könnte seine Herrschaft in den Ländern nicht ohne eine dort herrschende Schicht durchsetzen, die hinter glühendem öffentlichem Patriotismus letztlich seine Interessen vertritt und realisiert. Die Angehörigen dieser Klasse werden als Compradores (Käufer) bezeichnet; sie sind die von den neuen Feudalherren des Kapitals „gekaufte“ Bourgeoisie, die geistig und ökonomisch von ihren Herren völlig abhängig sind. Jean Ziegler unterscheidet zwei Typen: einmal die aus dem Kolonialismus überkommene Schicht der einheimischen Handlanger, die „zur neuen Führungsschicht des postkolonialen Staates aufgestiegen sind“, und zum anderen die von den ausländischen Mächten vor Ort beschäftigten „Direktoren und Führungskräfte, die wiederum örtliche Wirtschaftsanwälte, Journalisten usw. finanzieren und die (wenn auch diskret) die wichtigsten Generäle und die Polizeichefs in ihren Diensten haben.“

Vgl.: Der Welthunger

Das ist richtig.

SevenSamurai @, Montag, 07.11.2016, 20:58 vor 3456 Tagen @ re-aktionaer 1394 Views

Die Probleme dieses Kontinents sind nicht so einfach zu erklären.

Das ist richtig.

Falkenauge liefert ja selber den Schlüssel zum Verständnis:

"vielfach korrupten lokalen Regierungen"

Ich behaupte frech: Die Schwarzen sind selbst schuld. Die sind angetreten, es besser zu machen als die Weissen (siehe z.B. Südafrika, Zimbabwe, Belgisch-Kongo).

Und?

Sicher verkenne ich nicht die Schuld der Weltbank und des IWF, die meiner Meinung nach beide eine verbrecherische Organisation sind auf aufgelöst gehören. (Auch Jim Rogers ist dieser Meinung. Ich stehe also nicht ganz alleine da.)

Aber eigentlich ist das ganze Thema viel zu komplex, um es so kurz abzuhandeln...

--
Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

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