Der grüne Drache
"Die Sufis
sind das schwierigste Thema. Mein Einstieg dazu war der
spirituelle
Lehrer G. I. Gurdjieff, sicher kein orthodoxer Sufi, aber
zweifellos von deren Denken stark beeinflusst. Dessen Bücher sind anfangs
vollkommen unverständlich, man denkt es ist ein Witz. Einen Zugang bieten
Ouspenski, oder vielleicht noch besser Bennett ..."
Ein sehr kluges kleines Buch. Hier zum Runterladen:
Der grüne Drache – Das Herz der Sufi-Lehre von John G. Benett
Hier ein kurzer Auszug.
Bisher war die Welt tatsächlich vom Grundsatz der Macht ebenso gefärbt wie von jenem des Mehr. Wenn wir nun sagen, daß die wirkliche Gesellschaft der Zukunft solchermaßen chaÂrakterisiert sein wird: Die Ablehnung von Macht und von Mehr, das Anerkennen der Tatsache, daß wir uns gegenseitig brauchen und Anerkennung dessen, daß das Problem im wesentlichen darin besteht, das zur Verfügung zu stellen, was gebraucht wird, und nicht was gewünscht wird. Das alles ist leicht gesagt, und jeder sagt es. Wir kommen nun aber in eine Zeit, in der es nicht mehr genügt, über diese Dinge zu reden und sie zu wünschen. Wir werden gezwungen sein, auf diese Weise zu leben, oder wir werden zugrunde gehen; denn dies wird die einzige Lebensweise sein, die auf dieser Erde noch möglich sein wird. Was die Geschichte aufzeigt und auch die rund fünfzig Jahre meines Lebens, in denen ich verschiedene Arten von Gemeinschaften in verschiedenen Ländern gesehen habe, überzeugen mich davon, daß eine Gemeinschaft, deren einziges Ziel das Überle ben ist, nur so lange zusammenhält, als diesem Überleben Gefahr droht. Sogar jede Gemeinschaft, die kein anderes Ziel hat als befriedigende Bedingungen zu schaffen, scheitert; denn sobald die Bedingungen befriedigend sind, werden die zerstöÂrerischen Kräfte viel stärker als die zusammenhaltenden. Aber wenn wir sagen, daß Gemeinschaften nur unter Bedrohung überleben können, daß Bedrohung oder Gefahr von Verlust und Zerstörung der einzige Schlüssel zur Einheit einer Gemeinschaft sind, so ist das ein trostloser Gedanke. Was ist notwendig? Ich denke, wir hier wissen es alle, und wir müssen es genau anschauen.
Die einzige Möglichkeit ist die bedingungslose Anerkennung eines höheren Ziels als das des eigenen Überlebens, der AnerÂkennung unseres tiefen Bedürfnisses, in Beziehung zu sein mit einer Macht, die höher ist als wir selbst. Meiner Meinung nach muß das von alten religiösen Vorstellungen befreit geschehen, denn religiöse Ideen haben gewisse Verfälschungen hineingebracht.
Gruß
nemo