OT: Sufismus als mystisch-meditative Tradition im Islam, als Apostasie, als politischer Faktor in Türkei und anderen Staaten
Da der Konflikt zwischen Türkei-Präsident ErdoÄŸan und seinem angeblichen 'Widersacher' Fethullah Gülen u.a. auch etwas mit der sufistischen Ausrichtung des letzteren zu tun haben soll, ist es an der Zeit, auch mal den Sufismus als religiös-meditative Tradition näher zu beleuchten (vgl. auch Ralph Ghadban: "Die Sufi-Dimension der Gülen-Bewegung" - PDF, 8 Seiten).
"Der Weg, den Du nimmst, um zu umgehen, was Du nicht willst, führt dich direkt dorthin" ...
Einige erste Meinungen:
"Die Sufis sind das schwierigste Thema. Mein Einstieg dazu war der spirituelle Lehrer G. I. Gurdjieff, sicher kein orthodoxer Sufi, aber zweifellos von deren Denken stark beeinflusst. Dessen Bücher sind anfangs vollkommen unverständlich, man denkt es ist ein Witz. Einen Zugang bieten Ouspenski, oder vielleicht noch besser Bennett ..."
"Im Grunde geht es um das Prinzip VERTRAUEN. Der Anarchist will dem freien Menschen vertrauen, keine Macht ausüben, der Taoist vertraut dem Tao, der Sufi vertraut Allah, sie suchen nicht die Illusion, das Schicksal selbst zu kontrollieren."
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=419031
"Wenn man weiß, dass die Gesamtheit der dschihadistischen Führer auf der Welt entweder aus der Bruderschaft oder aus dem Sufi-Orden der Naqchbandis – die beiden Bestandteile der islamischen Weltliga, der saudischen antinationalistischen arabischen Organisation – hervorgegangen ist, wüsste man gern mehr über die Beziehungen von Frau Clinton zu Saudi-Arabien und den Muslimbrüdern."
"Der Islam hat viele gnostische Sekten aufgesogen, die, organisiert in mystischen Bruderschaften, kryptogam weitergelebt haben. Anders ist es auch nicht zu erklären, daß auf einmal aus dem Islam die gnostischen Drusen sich abspalten, der Babaismus als Vorläufer der Bahai-Religion und die Sufi-Bruderschaften." stand schon kurz nach dem 11. September 2001 im Gelben Forum.
Auch in Mahathirs Malaysia hatte der Sufismus politischen Einfluß, ebenso im Irak, wo sie auch als Apostaten verfolgt wurden, wie er auch sonst politisch instrumentalisiert wird.
Vgl. auch Foreign Affairs - Fait Muedini: "Sponsoring Sufism - And Its Problems as a Counterterrorism Strategy" und "Why ISIS hates the Sufis and blows up their shrines"
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