SCHLUSS MIT SCHNELL! - SELBSTBESTIMMTER LEBEN (DOKU)

nemo, Freitag, 04.11.2016, 20:14 vor 3459 Tagen 4218 Views

bearbeitet von nemo, Freitag, 04.11.2016, 20:22

Hier eine inspirierende Dokumentation von Arte: Der neue Trend der Entschleunigung und Selbstinitiativ.

Die globalisierte Beschleunigung hat uns alle fest im Griff. Verantwortlich für diese Geschwindigkeit ist
die unkontrollierte Entwicklung der Wissenschaft, der Technik und der Wirtschaft. Wir sind in einem
Zustand permanenten Zeitdrucks: Unsere Gesellschaft rast auf die ökologische, wirtschaftliche und
soziale Katastrophe zu. Doch überall auf der Welt verweigern sich immer mehr Menschen dem
allgegenwärtigen Stress. “Schluss mit schnell” ist eine Ode an das selbstbestimmte Leben.

Immer schneller, immer effizienter, immer rentabler – was haben wir aus der Zeit gemacht? Die Zeit
scheint sich dem allgemeinen Maß des Geldes nicht mehr entziehen zu können. Wir sind in die Ära
der Beschleunigung eingetreten, in die Ära der Norm gewordenen Unverzüglichkeit. Aber zu
welchem Preis? Im Finanzwesen und in der High-Tech-Branche führt der immer größere Zeitdruck
zu ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Katastrophen.

Doch es gibt eine Gegenbewegung: Weltweit haben Frauen und Männer beschlossen, sich auf
einem Planeten mit begrenzten Ressourcen dem Diktat der Dringlichkeit zu widersetzen.
In Europa, Lateinamerika, den USA und Indien gibt es Initiativen einzelner Personen und Vereine,
die nach Wegen suchen, um zu einem Umgang mit der Zeit zurückzufinden, der Aufmerksamkeit,
Geduld und Sinnhaftigkeit ermöglicht.

Wer sind diese neuen Rebellen, die einen anderen Rhythmus vorleben, um eine fruchtbare Beziehung
mit der Zeit wiederzuentdecken? Das Barefoot College in Indien zum Beispiel bildet Tausende von
Frauen aus ländlichen Gebieten in der Herstellung von Solartechnik aus. Auch Versuche der
Entglobalisierung können zur Entschleunigung beitragen: Die Städte Romans-sur-Isère und Bristol
führen eine Alternativwährung ein, um das tägliche Leben wieder lokaler zu gestalten.
Und im amerikanischen Ithaca haben Landwirtschafts- und Kreditgenossenschaften bereits bewiesen,
dass sie die Wirtschaft lokal verankern können.

Schluss mit Schnell – selbstbestimmter leben

Gruß
nemo

Wie geht es in der Praxis?

Ulli Kersten, Heinsberg, Freitag, 04.11.2016, 21:49 vor 3459 Tagen @ nemo 2922 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 05.11.2016, 15:23


Doch es gibt eine Gegenbewegung: Weltweit haben Frauen und Männer
beschlossen, sich auf
einem Planeten mit begrenzten Ressourcen dem Diktat der Dringlichkeit zu
widersetzen.
In Europa, Lateinamerika, den USA und Indien gibt es Initiativen einzelner
Personen und Vereine,
die nach Wegen suchen, um zu einem Umgang mit der Zeit zurückzufinden,
der Aufmerksamkeit,
Geduld und Sinnhaftigkeit ermöglicht.

Damit rennen Sie bei mir offene Türen ein. Es ist Freitagabend 21:30 und ich höre jetzt auf zu arbeiten.

Ich wollte um 17 Uhr Feierabend machen und eine Flasche Bier trinken. Es kamen E-Mails, dass unbedingt und unaufschiebbar noch ein paar Zusätze erforderlich sind, höchstens eine halbe Stunde. Dann spielte der PC verrückt und konnte die Daten nicht richtig speichern. Dann schnell im Stehen bei der Familie am Esstisch was runtergeschluckt, weiter am PC, E-Mails beantwortet, warum das so lange dauert. Ja, und jetzt trinke ich ein Bier.

Die anderen sitzen schon im Wirtshaus und diskutieren über Breitreifen usw. Die Familie geht schlafen und ich sitze hier und lese Empfehlungen über Entschleunigung und sich dem Diktat der Dringlichkeit zu widersetzen.

Kommt genau zur richtigen Zeit. Wo kann ich mich als Versuchsperson anmelden?

Wie geht das in der Praxis? Nichts wäre mir lieber. Würde ich es tun, käme nach und nach immer weniger Geld rein und dann fangen die Probleme an. Meine Auftraggeber würde ich verlieren, und wenn es nach einiger Zeit ganz ganz schlecht auf dem Konto aussieht, würde ich als Notlösung beim Aldi Kartons zerreißen für 5,67 Euro pro Stunde. Das muss ich dann 250 Stunden lang machen, um das erforderliche Mindesteinkommen zu erreichen. Das ist bei uns nicht hoch. Ob das beim Aldi im Lager beim Zerreißen ohne Zeitdruck und Dringlichkeit geht, wird sich zeigen.

Da klafft für mich eine Riesenlücke zwischen Wunsch und Machbarkeit.

--
Impf-frei und gesund

Oder man beschleunigt Koerper und Geist einfach mit

CalBaer @, Freitag, 04.11.2016, 23:38 vor 3459 Tagen @ nemo 3453 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 05.11.2016, 13:23

Zustand permanenten Zeitdrucks: Unsere Gesellschaft rast auf die
ökologische, wirtschaftliche und
soziale Katastrophe zu. Doch überall auf der Welt verweigern sich immer
mehr Menschen dem
allgegenwärtigen Stress.

How LSD Microdosing Became the Hot New Business Trip
http://www.rollingstone.com/culture/features/how-lsd-microdosing-became-the-hot-new-bus...


Dass dies keine Sensationsschreiberei ist, kann man an der ziemlich aktiven Szene sehen - Tips und Erfahrungen rund ums Microdosing:
https://www.reddit.com/r/microdosing/


Und fragwuerdige Buecher gibt es auch schon jede Menge darueber:
http://www.amazon.de/dp/B01ADNDEAG/?tag=dasgelbeforum-21
http://www.amazon.de/dp/B01B0Q5T1W/?tag=dasgelbeforum-21
http://www.amazon.de/dp/1533112290/?tag=dasgelbeforum-21
https://www.amazon.com/Really-Good-Day-Microdosing-Difference/dp/0451494091

[image] [image]

Dazu wird man sicher wissen, dass der Handel und Besitz der beworbenen Mittel schwere strafrechtliche Konsequenzen mit sich bringen kann.

Nur was bringt es, wenn es bald fast alle machen? Dann hat keiner mehr einen Vorteil im Hamsterrad und damit auch keinen materiellen Nutzen. Der Chef, wenn er nicht bloed ist, wird dann die Norm nach oben schnell anpassen (das kennt man ja schon aus der Stuecklohnfertigung - besser nicht die Norm zu oft und zu auffaellig ueberbieten).

Und wie erklaere ich es meinen Kindern, dass man im Beruf nur noch mit Halluzinogenen, welche zudem noch illegal zu beschaffen sind, ueberleben kann. Aber selbst Schueler sollen mittlerweile davon Gebrauch machen.

Aber wie gesagt, dann steigen nur die Anforderungen und dann muss man mehr und mehr schlucken, damit man mithalten kann und nicht aus dem Hamsterrad rausfaellt. Irgendwann wird sich dann der Grenznutzen allerdings zeigen - und zwar auf ganz haessliche Weise. Ja, wir rasen wirklich auf eine Katastrophe zu.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Leben oder gelebt werden

nemo, Samstag, 05.11.2016, 01:22 vor 3459 Tagen @ Ulli Kersten 2667 Views

bearbeitet von nemo, Samstag, 05.11.2016, 15:30

Kommt genau zur richtigen Zeit. Wo kann ich mich als Versuchsperson
anmelden?

Wie geht das in der Praxis? Nichts wäre mir lieber. Würde ich es tun,
käme nach und nach immer weniger Geld rein und dann fangen die Probleme
an. Meine Auftraggeber würde ich verlieren, und wenn es nach einiger Zeit
ganz ganz schlecht auf dem Konto aussieht, würde ich als Notlösung beim
Aldi Kartons zerreißen für 5,67 Euro pro Stunde. Das muss ich dann 250
Stunden lang machen, um das erforderliche Mindesteinkommen zu erreichen.
Das ist bei uns nicht hoch. Ob das beim Aldi im Lager beim Zerreißen ohne
Zeitdruck und Dringlichkeit geht, wird sich zeigen.


Das erinnert mich an einen alten Hippie Witz:
Wo muss ich mich für feie Liebe anstellen?

Egal wie man es betrachtet, hinterher wird man es bereuen,
nicht das getan zu haben, was einen glücklich macht und
innerlich ausfüllt. Ich denke, nur darum geht's. Wenn man das
weiß, dann wird man Wege finden und vielleicht auch die
nötigen Opfer in Kauf nehmen.

Ich finde es bereichernder, glückliche Menschen zu treffen,
die auf kleinem Niveau leben, als Menschen, die in der Illusion
leben, sie wären glücklich und sich selbst nicht einmal
begegnet sind. Frei nach Shakespeare: Leben oder gelebt
werden, das ist hier die Frage.

Gruß
nemo

F.Malik empfiehlt, weniger zu schlafen

Silke, Samstag, 05.11.2016, 06:38 vor 3459 Tagen @ CalBaer 3197 Views

bearbeitet von Silke, Samstag, 05.11.2016, 15:25

Lieber CalBaer,

https://blog.malik-management.com/2015/05/was-immer-mehr-manager-interessert/

und das als ausgewiesener Debitist.
Und gleich noch mehr Digitalisierung, Syntegration und Steigerung der Komplexität zur Vereinfachung...

Na wenn das mal nicht revolutionäre Ansätze bei unserer großen Transformation sind...

Dazu wird man sicher wissen, dass der Handel und Besitz der beworbenen
Mittel schwere strafrechtliche Konsequenzen mit sich bringen kann.

Es gibt genug legales Zeug, das auch makrodosiert eingeworfen wird.

Nur was bringt es, wenn es bald fast alle machen? Dann hat keiner mehr
einen Vorteil im Hamsterrad und damit auch keinen materiellen Nutzen. Der
Chef, wenn er nicht bloed ist, wird dann die Norm nach oben schnell
anpassen (das kennt man ja schon aus der Stuecklohnfertigung - besser nicht
die Norm zu oft und zu auffaellig ueberbieten).

Wer besser dopt als die anderen, kommt eine Runde weiter beim [link=Rat Race]Rat Race[/link].
Wenn er stürzt, ist es ein tragischer Einzelfall.
Wenn er aussteigt, trifft ihn die emotionale Pest der Gehetzten und das Verständnis und der Respekt der bereits Ausgestiegenen.
Jeder ist sein eigener effektivster Antreiber.

Und wie erklaere ich es meinen Kindern, dass man im Beruf nur noch mit
Halluzinogenen, welche zudem noch illegal zu beschaffen sind, ueberleben
kann. Aber selbst Schueler sollen mittlerweile davon Gebrauch machen.

Ich habe meinen Kindern erklärt, warum sie sich nicht so abrackern sollen wie wir damals. Nun arbeiten sie Teilzeit und konsumieren viel mehr geldlos.

Aber wie gesagt, dann steigen nur die Anforderungen und dann muss man mehr
und mehr schlucken, damit man mithalten kann und nicht aus dem Hamsterrad
rausfaellt. Irgendwann wird sich dann der Grenznutzen allerdings zeigen -
und zwar auf ganz haessliche Weise. Ja, wir rasen wirklich auf eine
Katastrophe zu.

Als Gesellschaft schon.
Als Einzelner kann ich entscheiden, ob ich auf die Katastrophe zu rase oder schlendere.
Wir hatten seit 2013 genug Zeit, Deutschland abzuwirtschaften.
Wer nicht will, der kann halt nicht wollen.

Liebe Grüße
Silke

Prof. Fredmund Malik

Ostfriese @, Sonntag, 06.11.2016, 10:55 vor 3457 Tagen @ Silke 2157 Views

Hallo Silke,

in einem Kommentar desselben Fadens


https://blog.malik-management.com/2015/05/was-immer-mehr-manager-interessert/

und das als ausgewiesener Debitist.
Und gleich noch mehr Digitalisierung, Syntegration und Steigerung der
Komplexität zur Vereinfachung...

Na wenn das mal nicht revolutionäre Ansätze bei unserer großen
Transformation sind...

formuliert Prof. Malik über Konsequenzen aus dem Debitismus:

… Paul C. Martin hat sich bemüht, die Dinge zu Ende zu denken. Er war dabei sehr konsequent. Dabei sind auch Szenarien herausgekommen, die Angst machen.

Er handelt im Hinblick auf die Erwartungen seiner Klientel. In dem Faden

https://blog.malik-management.com/2011/07/schuldendynamik-war-lange-vorhersehbar/

finden wir Kommentare, die sehr lesenswert sind und in unseren (gelben) Ohren einen guten Klang haben – besonders die von @Elli. Obwohl wir das System der Zentralmacht gedanklich begreifen, können wir seine Fesseln nicht ablegen. Dort heißt es auch:

„Der Zweck meines Blogs ist es aber nicht, eine Diskussion über geschichtliche Lehrmeinungen zu führen, so wertvoll eine solche gerade heute auch ist.“

Und das ist eben seine zu respektierende Entscheidung. Ich denke, dass er sich mit der debitistischen Grundauffassung schon sehr weit hinausgewagt hat.

Seine Tätigkeiten, die im Rahmen der globalen Beraternetzwerke Handlungsoptionen für Unternehmungen anbieten und durchführen und wohl sehr erfolgreich sind, laufen eben darauf hinaus, dass wir gegenwärtig noch das Wichtigste gewinnen – Zeit. Das ist in Ordnung und auch gut so! Entsprechendes gilt ebenfalls für bto von Dr. Stelter. Die debitistische Sicht ist nur ein intellektuelles Spiel mit Erklärungen, liefert aber keine Handlungsanweisungen – sie simuliert uns nur heuchlerisch eine größere Freiheit in der Gestaltung des Lebens. Damit basiert die Vorstellung eines Standpunktes außerhalb auf einer Illusion. Wie wir wissen, ist der Debitismus abseits der eingeweihten Kreise nicht diskussionsfähig – jetzt erst recht nicht mit seinen bevorstehenden Erweiterungen. Jeder virtualisiert sich die Wirklichkeit zu einer eigenen Realität, die dann als Last auf dem Rücken – genauer im Gehirn – herumgetragen wird.

Vielleicht finden sich kenntnisreiche Debitisten, die die Festschrift für Gunnar Heinsohn: „Eigentum, Zins und Geld“ – nach 20 Jahren hier im Forum – oder dort – rezensieren. Danke

Es grüßt mit einer nötigen Gelassenheit der arme

Ostfriese

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