Das ist Definitionssache - Begrifflichkeiten sind teils schwierig zu finden
Lieber Pigbonds,
ich halte dein Denkkonzept der möglichst umfassenden Vereigentümerisierung unter dem Dach eines direktdemokratischen Nachwächterstaates in unserer heutigen weltweiten Situation für wesentlich praxisnäher, als das Streben nach dem egalitären Anarchat.
Sollte ich für Allmende besser ein anderes Wort verwenden wie gewohnheitmässig Genutztes?
Viele Tiere gehen jedenfalls so mit ihrem Umfeld um:
- Territorium in Beschlag nehmen und daraus Ressourcen entziehen
- dieses gegen Konkurrenten und Fressfeinde verteidigen
- die Seinen nach Copes Gesetz mehren bis ein Gegenregulatorium das stete Wachstum in ein Pulsieren, in einen Regelkreis zwingt.
Das gilt für die sich wegen Ressourcen bekämpfenden Pflanzen, Pflanzenfresser und Pflanzenfresserfresser (Fleischfresser), Pflanzenfresserfresserfresser (Fleischfresser fressende Fleischfresser) und Allesfresser gleichermaßen.
Selbstverständlich gilt das auch für alle kleinere Lebewesen von Ozeantiefen bis auf Meteoritenhöhe.
Alle entfalten sie die für ihre Art spezifischen Passiva - die Potentialität zu Aktiva - die Potenz des Handelns, (@Ashitaka) und sortieren sich gezwungenermaßen bestmöglich in den bestehenden strukturierenden, ordnenden und zwingenden Energiefluss von der gering entropischen masse- und energiereichen Sonne durch unsere Bio-Geosphäre in das hoch entropische masse- und energiearme Weltall.
"Die Evolution wird angetrieben von der Temperaturdifferenz zwischen heißer Sonnenstrahlung und kaltem Weltall, wodurch der Erde ein hoher permanenter Energiedurchfluss aufgezwungen wird."
@Kurt
Ist das Konzept der Allmende nicht die Selbsttäuschung jenes Ignoranten,
der noch nicht
gemerkt hat, dass er im Zweifelsfall doch einen Anspruch an der Allmende
geltend machen
würde?
Wie der Biber, der rücksichtslos ein Flussbett staut, um seinen Lebensraum zu optimieren und dabei den Maulwurf, den Mull und die Mäuse ersäuft? Ja, du hast Recht.
Unsere oder deren Allmende ist IMO bereits ein Oxymoron.
Darum ist dein Hinweis auf eine unglückliche Wahl der Begrifflichkeiten angebracht.
Dann bleibt aber letztlich nur das Akzeptieren von Faustrecht und Recht des Stärkeren mit Wegnahme, Vertreibung, Verschuldung, Gläubigerbeseitigung und struktureller Gewaltanwendung…
Zumindest halten sich die Tiere daran, bestimmte Allgemeingüter nicht zu verwüsten. Vielleicht nur, weil sie es nicht können? Oder weil jedes Lebewesen einen Platz im großen Gefüge einnimmt, den nur dieses Lebewesen optimal besetzen kann mit Selbsterschaffung und -erhaltung und Selbstregulation.
Begrenzt eine höher stehende Macht allmählich oder plötzlich diese Mechanismen geht es für alle ans Eingemachte und entweder eine Überschuldung (Tod) oder ein schrecklicher Qualitätssprung tritt ein, der Fortschritt bringt...und es wird fortgeschritten.
Die ersten Fleischfresser waren sicher nicht willkommen auf Erden aber nötig, um die Pflanzen zu retten.
Versteh mich nicht falsch, ich möchte auch zurück ins Paradies, jedoch
hat einer damit
angefangen, dort seine ganz eigenen Bäumlein zu pflanzen.
Schon im Garten Eden hat der Baum dem Gras das Licht geraubt und das Wasser entzogen, hat das Insekt am Baumblatt genagt, hat das Vöglein das Würmchen verschlungen und die Schlange die Vogeleier vertilgt...
Grübelnde liebe Grüße
Silke
PS: Schreib mal bitte wieder mehr, du alter Debitismuscrack.![[[top]]](images/smilies/top.gif)
Insbesondere würde mich deine Meinung zu dem Streit von A-Z interessieren.