Yuan deval, Gold und Zinsen (Chartporn)

SMK ⌂ @, Samstag, 29.10.2016, 11:46 vor 3419 Tagen 5595 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 29.10.2016, 12:32

Meiner Meinung nach besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen den US-Treasury Yields, China's Währungspolitik und dem Goldpreis:

Wertet der Yuan ab, so exportiert die chin. Volkswirtschaft Deflation in die Welt. Dies bewirkt (mit etwas Verzögerung) fallende Zinsen bei den Schuldtiteln ihres wichtigsten Handelspartners (USA), die sich die chinesische Deflation importieren. Wir (bzw. ich) wissen, dass Deflation (sinkende Zinsen) für den Goldpreis ein positives Umfeld ist.

Goldpreis und UST2Y:

[image]

Auf dem Bild sind nur die letzten 12 Monate gechartet. Von Ende 2011 - Ende 2015 legte UST2y kontinuierlich zu. Im Dezember 2015 gab es noch einen Spike > 1%, was den Goldpreis final auf 1045USD je Unze drückte. Der restliche Zusammenhang sollte sich aus dem beschrifteten Chart erklären.

Yuan und UST2Y:
[image]

Zu sehen ist hier sehr deutlich, wie der UST2Y zeitverzögert auf die letzten Yuan Abwertungen reagiert (orangener Trend [UST2Y] folgt mit ein paar Wochen Verzögerung dem blauen Trend [Yuan]).

Ganz rechts im Chart erkennt man auch den Grund, warum ich das Posting erstelle: Der Yuan wertet seit ca. 14 Tagen stetig ab und zwar so schnell wie das ganze Jahr nicht. UST2Y hat bislang fast nicht reagiert (kleiner downtick) und der Goldpreis erwartungsgemäß auch nicht (nur bei 1274USD/Unze).

Ich gehe davon aus, dass, sobald die PBoC den Yuan auf einem deutlich niedrigeren Niveau stabilisert, UST2Y und Gold erwartungsgemäß reagieren werden und zwar UST2Y wieder < 50 und 200 DMA und Gold deutlich > 200 DMA.

Oder in Elliott-Sprache ausgedrückt, um meine kleine Fehde mit @ELLI [[herz]] weiter zu führen:

https://www.tradingview.com/x/vpqN8rfw/

Und er regt sich doch...

Broesler, Samstag, 29.10.2016, 12:31 vor 3419 Tagen @ SMK 4523 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 29.10.2016, 12:36

also, äh, der BTC-Kurs:
[image]

Eine fundierte Aussage, deine Theorie betreffend, kann momentan nicht abgegeben werden, da erst darüber nachgedacht werden muss.
Interessante Charts sind es definitiv, danke dafür, aber Chartporn?! Ist halt Ansichtssache, inwieweit sich das Köpfchen reckt. [[smile]]

Schönes Wochenende.

Ahoi
Broesler

--
* #PopcornLong
* Let's Chart
* "You can ignore reality, but you can't ignore the consequences of ignoring reality." Ayn Rand

Bedenken

Michael Krause @, Samstag, 29.10.2016, 13:47 vor 3419 Tagen @ SMK 4233 Views

Meiner Meinung nach besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen den
US-Treasury Yields, China's Währungspolitik und dem Goldpreis:

Korrelation ist nicht Kausalität. Gegen Deine These könnte sprechen, dass China der größte Goldkäufer ist und ein schwacher Yuan den Goldkauf für Chinesen verteuert.

--
Das einzige Recht des Sklaven ist das Recht auf Arbeit und das darf man ihm nicht nehmen.

Korrekt | Goldförderung

Broesler, Samstag, 29.10.2016, 13:58 vor 3419 Tagen @ Michael Krause 4172 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 29.10.2016, 14:02

Korrelation ist nicht Kausalität.

Zustimmung, aber

Gegen Deine These könnte sprechen,
dass China der größte Goldkäufer ist und ein schwacher Yuan den Goldkauf
für Chinesen verteuert.

China ist der größte Goldproduzent,
[image]
http://www.goldseiten.de/artikel/206314--Die-zehn-groessten-Goldproduzenten-der-Welt.html
weshalb eine Yuan-Abwertung förderlich in puncto Abbaukosten sein kann.
Welcher Effekt stärker wiegt ist, müsste eruiert werden.

Ahoi

--
* #PopcornLong
* Let's Chart
* "You can ignore reality, but you can't ignore the consequences of ignoring reality." Ayn Rand

sinkende Importpreise = Deflation

SMK ⌂ @, Samstag, 29.10.2016, 14:00 vor 3419 Tagen @ Michael Krause 3949 Views

Korrelation ist nicht Kausalität.

Die Kausalität habe ich doch beschrieben. Währungsabwertungen wirken für denjenigen, der abwertet, inflationär und für seine Handelspartner deflationär. Da die USA einen erheblichen Teil ihrer Konsumgüter aus China importieren, werden CPI/PPI durch die sich verbilligenden chinesischen Waren Richtung Deflation bewegt (< 2% p.a.). Dieser Sachverhalt ist in den Charts ersichtlich.

Kein Zusammenhang

-ELLI- ⌂ @, Samstag, 29.10.2016, 18:06 vor 3418 Tagen @ SMK 5316 Views

Hallo SMK,

du schreibst: „Wir (bzw. ich) wissen, dass Deflation (sinkende Zinsen) für den Goldpreis ein positives Umfeld ist.“

Das sehen die meisten genau andersherum. Denk mal an die siebziger Jahre, da stiegen die Zinsen (bis 1980) bis auf 20 % und der Goldpreis erlebte eine spektakuläre Hausse. Und deshalb war jedem „klar“, dass hohe Zinsen/Inflation gut ist für den Goldpreis.
Und deshalb können wir zurzeit auf MMNews einen Artikel lesen mit der Überschrift: Gold: Perfekter Sturm am Horizont“. Dort heißt es:
„Man erinnere sich an Ende der 70er Jahre, als Gold von 200 auf über 800 USD im Jahr 1980 den bis dato größten Bullenmarkt überhaupt erlebte. Das Zinsniveau lag im zweistelligen Prozentbereich und die Inflation galoppierte noch darüber.“

Seit 20 Jahren sehen wir allerdings tendenziell etwas anderes. In dem folgenden Chart sind der Goldpreis und die 5-Y-Treasury-Notes gezeigt – in dieser Zeit sind die Zinsen tendenziell gefallen (entsprechend die Treasury-Notes gestiegen), allerdings ist die Korrelation auch in diesem Zeitraum zeitweise umgekehrt, beispielsweise 2003 bis 2006:

[image]

Und so gibt es immer mal wieder mehr oder weniger zufällige Phasen, in denen vermeintliche Zusammenhänge bestehen – und dann mal wieder nicht. Mit den so genannten „Fundamentals“ kann man alles und nichts erklären. Für Prognosen sind sie vollkommen unbrauchbar.

Wo ich gerade dabei bin: Es hält sich ja auch das hartnäckige Gerücht, dass der EUR/USD-Kurs von der Zinsdifferenz zwischen Euro und Dollar beeinflusst wird. Dazu habe ich schon einmal vor ein paar Jahren einen Beitrag geschrieben, den ich bei dieser Gelegenheit hier hineinkopiere:

Danke für den Link auf die interessante Analyse von Robert Rethfeld. Seine Prognose eines wieder schwächer werdenden Dollars fußt im Wesentlichen auf der Zinsdifferenz zwischen dem Euro und dem US-Dollar. Diese uralte Binsenweisheit, dass Währungskurse sich nach Zinsdifferenzen richten, ist leider nicht totzukriegen.

Rethfeld schreibt: "... damit müsste sich die Zinsspanne zwischen Euroland und den USA verkleinern, was die relative Attraktivität des US-Dollars gegenüber dem Euro erhöhen würde"

Und dies kann ich leider nicht so stehen lassen. Am 23. September 2006 schrieb ich im alten Forum folgendes:

- - - Zitat Anfang - - -

Er scheibt im Kern [Anmerkung: damals bezog sich das auf jemand anderen, nicht auf Herrn Rethfeld], dass die Zinsdifferenz USD-EUR (bzw. deren Veränderung) entscheidend für den EUR/USD-Kurs ist. Es liest sich sogar so, als sei das der alleinige Grund:

- "Entscheidendes Argument für die Euro-Optimisten sind die Leitzinsen dies- und jenseits des Atlantiks."
- "Die sinkende Zinsdifferenz zwischen amerikanischer und europäischer Währung unterminiere den Dollar"

Schauen wir mal auf die Fakten, ob sich dieser Zusammenhang belegen lässt.

Zunächst das Jahr 2004. Unten die Zinsdifferenz USD - EUR,
oben der EUR/USD-Kurs:

[image]

Die (zunächst negative) Zinsdifferenz hat sich im Laufe von 2004
abgebaut und sogar umgekehrt, insgesamt um 1,5 Prozentpunkte
zugunsten des Dollars verbesert.

Also sollte der Dollar in 2004 doch gestiegen sein, nicht wahr?
Ist er aber nicht - der EURO ist gestiegen! Na sowas ......


Das Jahr 2003:

[image]


Ach hier hat sich die Zinsdifferenz zugunsten des Dollars verbessert,
wenn auch nur um 0,5 Prozentpunkte.

Aber wieder ist nicht der Dollar gestiegen, sondern der EURO!
Na sowas ......


Und 2002:

[image]


Zinsdifferenz gleichgelieben, EURO deutlich gestiegen!
Na sowas aber auch .....


Aber 2001:

[image]


Na, da war ja richtig Musik drin! Zinsdifferenz verschlechtert sich
massiv um volle 3 Prozentpunkte. Da muss der Dollar ja massiv
gefallen sein!

Schade, wieder nix. Der EURO ist gefallen.

Somit dürfte klar sein, dass Hellmeyers Argument (und er ist nicht
der Einzige, sondern da sind sich alle Experten einig), sorry,
Unsinn ist.


(2005 habe ich weggelassen, denn dort "stimmt" der Zusammenhang zufälllig) <img src=" />

- - - Zitat Ende - - -

Du benennst den Zusammenhang sogar selbst in deinem Zitat

SMK ⌂ @, Samstag, 29.10.2016, 18:24 vor 3418 Tagen @ -ELLI- 4037 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 29.10.2016, 18:54

Hallo ELLI,

in Deinem Zitat findet sich der Schlüssel:

„Man erinnere sich an Ende der 70er Jahre, als Gold von 200 auf über
800 USD im Jahr 1980 den bis dato größten Bullenmarkt überhaupt erlebte.
Das Zinsniveau lag im zweistelligen Prozentbereich und die Inflation
galoppierte noch darüber.“

Und genau deshalb ist Ende der 70er (Kondratieff Sommer) der Goldpreis explodiert: Weil trotz nominaler Rekordzinsen der Realzins (Nominalzins - Inflation) negativ war!

Genau das passiert im aktuellen Umfeld doch auch, nur eben mit anderem nominalen Zinssatz und viel kleinerer Inflation. UST2Y liegt bei 0,8% und die Inflation auch irgendwo um den Dreh. Fallen jetzt die Yields noch weiter, dann ist der Realzins trotz bzw. wegen Deflation wieder negativ, wie Ende der 70er Jahre.

Kleines Rechenbeispiel:

Sagen wir 1977 gab es 20% p.a. Zinsen und die Inflation betrug 22% p.a.
---> Du verlierst inflationsbereinigt 2% p.a.

Sagen wir 2017 bekommst Du -2% p.a. Zinsen und die Inflation beträgt 0% p.a.
---> Du verlierst inflationsbereinigt 2% p.a.

Das soll nur veranschaulichen, dass man auch mit nominal anderen/kleineren Zahlen dasselbe - für Gold positive - Umfeld erzeugen kann, wie es damals vorherrschte.

Lies dir bitte mal das PDF durch.

Zwei Charts daraus:

[image]

[image]

Wie du siehst, haben wir jetzt dasselbe Umfeld, wie Ende der 1970er Jahre: Real Rates are falling.

Selbst Massenpsychologisch kann man es erklären: Die Herde wird kein Risiko (Anleihen, Sparguthaben im Bankensystem) ohne entsprechende Entschädigung (positiver Realzins) auf sich nehmen. Daher wird Reichtum außerhalb des Finanzsystems aufbewahrt: Mit Edelmetallen.

Edit: Nochmal mit Annotation
[image]

Schöne Charts

Elli ⌂ @, Sonntag, 30.10.2016, 17:07 vor 3417 Tagen @ SMK 3946 Views

Hallo SMK,

ja, zugegeben, das klingt alles schön logisch, wie immer bei den Fundamentals.
Und trotzdem halte ich nichts davon, denn mit den Fundamentals, kann man immer alles „erklären“, auch das jeweilige Gegenteil.

Aber dann hoffe ich, dass du mir meine Gold- und Silberklumpen abkaufen wirst, wenn die Welle 2 beendet ist. :-)

Danke

SMK ⌂ @, Sonntag, 30.10.2016, 18:29 vor 3417 Tagen @ Elli 3574 Views

Aber dann hoffe ich, dass du mir meine Gold- und Silberklumpen abkaufen
wirst, wenn die Welle 2 beendet ist. :-)

Danke für das Angebot [[top]] , aber im Edelmetallsektor bin ich mit der Summe, die ich eingeplant hatte, mittlerweile investiert. Ein bisschen was ist noch an der Seitenlinie für einen ShortDAX ETF, denn das hier kommt ja auch noch demnächst:

[image]

Naja…

Elli ⌂ @, Sonntag, 30.10.2016, 18:40 vor 3417 Tagen @ SMK 3619 Views

Ja, so etwas wie unten angedeutet kommt irgendwann, aber meines Erachtens noch nicht so schnell. Trotzdem ist die Zählung am Ende Käse. Das wurde aber, glaube ich, schon hier erwähnt.

denn das hier kommt ja
auch noch demnächst:

[image]

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