OT: DNA-Fund von Böhnhardt wohl Verunreinigung

Reffke @, Donnerstag, 27.10.2016, 16:14 vor 3420 Tagen 4958 Views

Hallo Allerseits,

Man lese und staune:
Die DNA-Spur des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt im Mordfall Peggy ist nach SWR-Informationen wahrscheinlich doch eine Verunreinigung und keine echte Spur. Das Landeskriminalamt in Thüringen hat vermutlich einen Fehler gemacht. Eine Ermittlergruppe des LKA hatte sowohl den Fundort des Leichnams der neunjährigen Peggy als auch das Wohnmobil, in dem sich Böhnhardt vor fünf Jahren das Leben nahm, untersucht. Das Landeskriminalamt in Thüringen und die Staatsanwaltschaft Bayreuth wollten sich auf SWR-Anfrage nicht dazu äußern.
Quelle: SWR Landesschau aktuell Stand: 27.10.2016, 12.02 Uhr

Paar interessante und brisante DNA-Spuren fallen den Herrschaften hinter den Kulissen schon noch ein, um die nächste Entenjagd zu starten! [[zwinker]]
Eine Schande, daß das Schicksal der kleinen Peggy und das der Familie dazu herhalten mußte[[motz]]

MfG, Reffke

--
Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
------------------------------
==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

Ich hätte auch schnell etwas Plausibles gefunden...

stocksorcerer @, Donnerstag, 27.10.2016, 16:19 vor 3420 Tagen @ Reffke 4295 Views

...nachdem der politisch aufgeklärte Teil der Bürger dieser Republik sich zwischen Totlachen und tiefstem Sarkasmus über dieses Thema ausgelassen hat.

Gruß
stocksorcerer

Die Kette der NSU-Wunder reißt aber nicht ab

PPQ ⌂ @, Pasewalk, Freitag, 28.10.2016, 08:53 vor 3419 Tagen @ stocksorcerer 3190 Views

Die Kette der Erstaunlichkeiten im Fall der NSU reißt aber nicht ab. Hier, wo der Kriminalgott schon so viele Wunder gewirkt hat - etwa Jahre und Jahre alte Blutspuren der erschossenen Polizistin Kiesewetter auf einem Zellstofftaschentuch in einer blutigen Joggingshose im NSU-Hauptquartier, DNA-Spuren der Nazimörder in einem Clubhaus der Rockergruppe Bandidos und eine Pump-Gun, die ein Toter durchlädt - schwindet nun zwar die Hoffnung, dass Böhnhartds DNA einen neuen Haltbarkeitsweltrekord für Wandfunde aufstellt.

Aber immerhin wurde auf den Fotos der Fahnder der erste weltweit einmalige Meterstab entdeckt!

--
Wir sprechen verschiedene Sprachen. Meinen aber etwas völlig anderes. www.politplatschquatsch.com

Was soll das ganze Theater?

nereus @, Donnerstag, 27.10.2016, 16:44 vor 3420 Tagen @ Reffke 4707 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 27.10.2016, 17:07

Hallo Reffke!

Interessant wäre die Beantwortung der Frage: Wer hat eigentlich die „Büchse der NSU-Pandora“ mit dieser Spur geöffnet?
Was war der Zweck dahinter, wenn jetzt nach weiteren lächerlichen Erklärungen gesucht werden muß, um die Kiste nicht aus der Kurve fliegen zu lassen?

Daß der Mord an Polizistin Michelle Kiesewetter nicht von den beiden Uwes begangen wurde, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
Die Spuren deuten relativ klar in die OK-Bereich der Polizei, also nicht zur entsprechenden Fachabteilung, die sich mit der Aufklärung beschäftigt, sondern in Richtung Polizisten die kriminell sind und möglicherweise sogar morden.

Doch auf welcher Basis ruht die sonderbare Uwe-Peggy-Spur?
Wollte man tatsächlich den noch immer nicht aufgeklärten Fall des verschwundenen Mädchens erneut dem Trio zuordnen?
Sind die wirklich so bescheuert oder steckt da etwas ganz anderes dahinter?

mfG
nereus

Chuzpe

burakumin @, Donnerstag, 27.10.2016, 19:11 vor 3420 Tagen @ nereus 4271 Views

Grüß Dich, nereus!

Sind die wirklich so bescheuert oder steckt da etwas ganz anderes
dahinter?

Ich vermute, da steckt eine gehörige Portion Chuzpe dahinter, wenn Du weißt, was ich meine.

Da sollten ganz böse Nazi-Pädo-Assoziationen geweckt werden. Dieser Schuß ging nach hinten los und endete mit tosendem Gelächter. Und nun wird zurück gerudert, um sich wenigstens noch einen Rest-Schein an Glaubwürdigkeit zu erhalten.

"Oy vey! War doch ein ehrliches Versehen, kann doch jedem passieren!"

So in etwa, stelle ich mir das vor.

Beste Grüße

burakumin

--
Ein bisschen Spaß muß sein! Dann kommt das Glück von ganz allein! Drum singen wir tagaus und tagein - ein bisschen Spaß muss sein!

Chuzpe

Anrainer @, Freitag, 28.10.2016, 00:31 vor 3420 Tagen @ burakumin 3415 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 28.10.2016, 13:11

In welchen Regionen wird das Wort „Chuzpe“ genutzt? Ich lese es gelegentlich, habe es aber noch nie jemanden aussprechen gehört.

Jiddisch.

Naclador @, Göttingen, Freitag, 28.10.2016, 08:53 vor 3419 Tagen @ Anrainer 3121 Views

In welchen Regionen wird das Wort „Chuzpe“ genutzt? Ich lese es
gelegentlich habe es aber noch nie jemand aussprechen gehört.

Soviel ich weiß, ist "Chuzpe" ein Wort aus dem Jiddischen und bedeutet soviel wie "Dreistigkeit". Eines von vielen deutschen Lehnwörtern aus dem Jiddischen.

--
"Nur die Lüge benötigt die Stütze der Staatsgewalt. Die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Thomas Jefferson

Darf man es benutzen?

Einsamer Mahner in der Wüste @, Montag, 31.10.2016, 13:57 vor 3416 Tagen @ Naclador 2185 Views

Soviel ich weiß, ist "Chuzpe" ein Wort aus dem Jiddischen und bedeutet
soviel wie "Dreistigkeit". Eines von vielen deutschen Lehnwörtern aus dem
Jiddischen.

Benutzen auch Pegida- und AfD-Anhänger dieses Wort? Ich meine, es ist ja nicht "völkisch", oder doch?

Es war ja im Gelben Forum gleich zu Anfang vermutet worden, daß es sich um eine artifizielle Übertragung von Spuren handeln dürfte.

Literaturhinweis @, Donnerstag, 27.10.2016, 19:22 vor 3420 Tagen @ Reffke 4027 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 27.10.2016, 19:54

Nur war der genaue Hergang spekulativ und orientierte sich an den Hergängen rund um das "Heilbronner Phantom"; dieser Hergang wurde von den beteiligten rechtsmedizinischen Instituten mittlerweile dementiert, da an den verschiedenen Spuren unterschiedliche Institute beteiligt waren.

Die derzeit wahrscheinlichste Ursache ist der Meterstab, der bei den Ermittlungen sowohl im Wohnmobil der Uwes, wie am Fundort von Peggys Leiche bei der maßstäblichen Fotodokumentation verwendet wurde.

Das könnte hinkommen.

Unglücklich ist der (verfrühte) Zeitpunkt der Aufklärung.

Denn Beate Zschäpe ließ über ihren Strafverteidiger Borchert eine schriftliche Erklärung zu der Uwes möglicher Affinität zu pädophilen Neigungen ankündigen.

Diese wäre u.U. als eine Art weiteren Schuldanerkentnisses ausgefallen.

Die (insofern verfrühte) Erkenntnis, es könnte sich um ein Artefakt handeln, hat dieses "Geständnis" nun vermutlich verhindert. Denn wäre ein weiteres Geständnis auf dem Fuße gefolgt, so wäre den kritischeren Zeitgenossen die Vermutung gekommen, auch das erste Geständnis könnte unter einem gewissen Druck oder durch Inaussichtstellen von Vergünstigungen entstanden sein.

Es wäre in der Geschichte kriminalistischer Ermittlungen nicht das erste Mal, daß falsche Selbstbelastungen oder Belastung von nicht mehr befragbaren Toten dazu dienen, Puzzleteile zu ergänzen, die an dieser Stelle sonst fehlen und die Anklage gefährden würden.

--
Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

Ist die Uwe-DNA bei Peggy die 5. Falsch-DNA im Fall NSU?

nereus @, Freitag, 28.10.2016, 07:33 vor 3419 Tagen @ Literaturhinweis 3322 Views

Hallo CM!

Du schreibst: Die derzeit wahrscheinlichste Ursache ist der Meterstab, der bei den Ermittlungen sowohl im Wohnmobil der Uwes, wie am Fundort von Peggys Leiche bei der maßstäblichen Fotodokumentation verwendet wurde.
Das könnte hinkommen.

Ja, könnte .. es erscheint aber ziemlich abstrus, daher unterstelle ich das gezielte Legen einer Spur.

Unglücklich ist der (verfrühte) Zeitpunkt der Aufklärung.
Denn Beate Zschäpe ließ über ihren Strafverteidiger Borchert eine schriftliche Erklärung zu der Uwes möglicher Affinität zu pädophilen Neigungen ankündigen.

Ja, Beate Zschaepe, der Hort der ultimativen Wahrheit.
Die hat schon ihre Ex-Freunde der Morde beschuldigt, obwohl es keinerlei gerichtsfeste Beweise dafür gibt.

Diese wäre u.U. als eine Art weiteren Schuldanerkentnisses ausgefallen.

Ja, wie eben es eben immer bei politisch brisanten Prozessen INSZENIERT wird.

Die (insofern verfrühte) Erkenntnis, es könnte sich um ein Artefakt handeln, hat dieses "Geständnis" nun vermutlich verhindert.

Da wäre dann die Argumentation des Verteidigers interessant, der erst etwas angekündigt und es dann wieder bleiben läßt.
Als man die Spur fand, war der Uwe B. pädophil und als sich die Spur als Lüge entpuppte, fiel der Beate und ihrem Anwalt nichts mehr dazu ein.
Das nenne ich mal einen gelungenen Determinismus, denn der wirkt so in die Vergangenheit! [[freude]]

Denn wäre ein weiteres Geständnis auf dem Fuße gefolgt, so wäre den kritischeren Zeitgenossen die Vermutung gekommen, auch das erste Geständnis könnte unter einem gewissen Druck oder durch Inaussichtstellen von Vergünstigungen entstanden sein.

Die Vermutung besteht seit Jahren, ganz ohne das neu inszenierte Peggy-Uwe-Theater.

Es wäre in der Geschichte kriminalistischer Ermittlungen nicht das erste Mal, daß falsche Selbstbelastungen oder Belastung von nicht mehr befragbaren Toten dazu dienen, Puzzleteile zu ergänzen, die an dieser Stelle sonst fehlen und die Anklage gefährden würden.

Es wird auch nicht das letzte Mal sein.

Und nun kehre ich zum Beginn zurück, dem verunreinigten Meßstab.
Die Wahrscheinlichkeit das diese Story stimmt, tendiert gegen Null.
Denn die falschen DNA-Spuren sind ein wesentliches Merkmal der NSU-Legende.
Dazu zitiere ich aus dem Arbeitskreis NSU, der großartige Arbeit bei Erhellung der Hintergründe leistet.

Die Uwe-DNA bei Peggy ist die 5. Falsch-DNA im Fall NSU

Falsche Spur Nr. 1

Die 1. falsche DNA ist das berühmte Heilbronner Wattestäbchen-Phantom. Es war nach Jahren der Schnitzeljagd durch DNA-Labore halb Europas 2009 gefunden, und angeblich eine polnische Rentnerin.

Quelle: http://arbeitskreis-n.su/blog/

Falsche Spur Nr. 2

Die 2. falsche DNA ist -laut BKA- die Bandidos-Munitionsspur von Berlin 2012, die auch in der Fruehlingsstrasse in Zwickau gefunden worden war. P12.
..
Doch keine Verbindung NSU-Rocker? BKA zweifelt an Spur

Die Probe hatte eine schlechte Qualität und als Beweis nicht verwendbar, siehe dazu n-tv Quelle.

Falsche Spur Nr. 3

Die 3. falsche DNA-Spur ist die zu einem Fahrzeugdiebstahl in Brandenburg.
..
Ministerium dementiert Brandenburger Spur.

Hier wurden sogar wieder die Wattestäbchen in Gespräch gebracht. Chaos zum Quadrat!

Sie vermuten, dass Mitarbeiter der Hersteller der zur Spurensicherung verwendeten Wattetupfer diese verunreinigten. Ein DNA-Abgleich mit den Beschäftigten verlief aber negativ.

Quelle: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/spuren-ins-nichts

Falsche Spur Nr. 4

Eine DNA-Spur, die in der 2007 vom NSU-Trio bezogenen Wohnung in der Zwickauer Frühlingsstraße gesichert werden konnte, stellt die Ermittler im NSU-Verfahren vor ein Rätsel. Sie führt zu Thomas S., der dem rechtsextremen Trio nach dessen Abtauchen die ersten Fluchtwohnungen in Chemnitz besorgt hatte.
..
Die Analyse erbrachte ein überraschendes Ergebnis: Mit 99,85 Prozent Wahrscheinlichkeit besteht demnach zwischen dem Spurenverursacher und dem heute 46-jährigen Thomas S. eine Vater-Kind-Beziehung.

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/nsu-morde-raetselhafte-spur-zum-v-mann-3752196

Also fast 100 %!
Und was kam dann?

Das Ergebnis der Probe war für die Ermittler ernüchternd: Die Söhne von S. kamen nicht als Spurenverursacher an der Überwachungskamera infrage. Noch ernüchternder war allerdings der Umstand, dass wie im Fall des NSU-Mordopfers Michèle Kiesewetter eine Ermittlungspanne unterlaufen war.

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-ermittler-folgten-falscher-dna-spur-a...

Der ganze NSU-Fall ist ernüchternd!
Er hätte längst zu einer Staatskrise auswachsen müssen.

Und nun haben wir die falsche Spur Nr.5!
Die NSU-Erfinder und ihre Marionetten in Politik, Justiz, Polizei und Medien halten die Bevölkerung seit 2011 zum Narren.
Das ist nun endlich mal keine falsche Spur!

mfG
nereus

Nicht peinlich, sondern hochnot-peinlich

nereus @, Freitag, 28.10.2016, 14:36 vor 3419 Tagen @ Durran 2722 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 28.10.2016, 16:33

Hallo Durran!

Thomas Moser hat sich bei TELEPOLIS Gedanken zur DNA-Spur und deren Beerdigung gemacht.

Die Nachricht, es könnte eine Verbindung zwischen dem NSU und dem Peggy-Mord bestehen, führte zu anhaltenden Erschütterungen und immer neuen Schockwellen. Die einsetzende Debatte war nicht im Interesse des Sicherheitsapparates. Ein ganz neues Feld öffnete sich im NSU-Komplex: das der organisierten Kriminalität (OK), möglicherweise geschäftsmäßiger Kindermissbrauch.
Auffällig war: Sofort setzten Abwehrreflexe ein. Vielleicht sei die Spur nur eine Tatortverunreinigung, wurde spekuliert, weil Peggy auf dem selben Tisch seziert worden war wie Böhnhardt. Das erwies sich schnell als falsch. Dann sorgte man sich um den Prozess. Der Fall Peggy werde wohl nicht das Verfahren in München tangieren, schrieben etliche Medien, eher ängstlich hoffend als tatsächlich beschreibend.

Doch es kam anders. Richter Manfred Götzl interessierte sich für den Fall Peggy und die mögliche Verbindung zu seinem Verfahren. Die Nebenklage formulierte Beweisanträge und forderte die Beiziehung der Peggy-Akten. Und in Berlin wollte sich gar der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages mit dem Fall befassen.
Am Mittwoch, 26. Oktober, fragte Götzl nun die Angeklagte Zschäpe explizit nach dem Fall Peggy. Er wollte wissen, ob sie über Informationen verfüge, die sie nicht aus den Medien habe. Und wie reagierte Zschäpe bzw. ihre Verteidigung? Nicht etwa so, sie habe damit nichts zu tun, oder sie könne dazu nichts sagen. Nein, ihr Anwalt Hermann Borchert kündigte eine schriftliche Stellungnahme an. Wer nichts mit einem Fall zu tun hat, muss nicht groß eine Erklärung formulieren, sondern kann das knapp und bündig verneinen. Alarmglocken müssen angegangen sein.

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/49/49840/1.html

Wenn es so war, dann kam die Spur ggf. von einer Seite, die dem System einen ernsthaften Schlag versetzen wollte.
Zumal ja auch die Vernichtung der Asservate im November droht (siehe anderes Posting).

Einen Tag, nachdem klar war, Zschäpe wolle sich zum Fall Peggy äußern, gibt es auf einmal die Verbindung von Peggy zu Böhnhardt und NSU nicht mehr. Nun wird ganz schnell und auf allen Kanälen nichts als eine Spekulation in die Welt posaunt: Vielleicht sei an der Spur doch nichts dran, vielleicht sei es eine Verunreinigung.
Doch während das nun erst noch umfassend überprüft werden soll, also überhaupt nicht feststeht, sind sich manche Beteiligte bereits sicher, dass eine Spurenverschleppung vorliegt.

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/49/49840/2.html

Herr Moser hakt an dieser Stelle nach und stellt die richtigen Fragen.

Ein Zollstock soll der Überträger der Böhnhardt-DNA an den Fundort von Peggy sein, so lautet die Spekulation. Böhnhardts Leiche wurde im November 2011 untersucht, Peggys Überreste im Juli 2016 gefunden, über viereinhalb Jahre danach. Was ist mit dem Zollstock in den viereinhalb Jahren geschehen? Wurde er nicht mehr bei der Spurensicherung eingesetzt? Wohl kaum. Warum soll sich DNA-Material eines Falles auf dem Zollstock befinden und kein weiteres von den vielen anderen Fällen im Laufe dieser Jahre? Wie gehen Ermittler prinzipiell mit ihrem Handwerkszeug um, gerade im Bewusstsein um das Problem von Spurenverschleppungen?
Wird es nach einem Fall etwa nicht gereinigt? Nie, viereinhalb Jahre lang? Handelt es sich also nur die 1001. Panne? Schon eher um den 1001. Vertuschungsversuch.
..
Eine Spekulation wird als Fakt verkauft. Doch gerade damit entpuppt sich das Ganze als dreistes Vertuschungsmanöver, bei dem als direkt Handelnder ausgerechnet ein Journalist beteiligt ist, ein "Terrorismusexperte der ARD". Das kritisiere ich vor allem als jemand, der seit über 25 Jahren ebenfalls für die ARD und auch den SWR arbeitet.

Die Erklärung Zschäpes vor Gericht zur möglichen Verbindung ihres Freundes Böhnhardt mit dem Mord an dem Mädchen ist nach diesen Entwicklungen möglicherweise allerdings vom Tisch. Das war schätzungsweise ein Ziel des Manövers.

Endlich mal jemand, der sich im Mainstream (Kann man Telepolis dazu zählen?) vernünftige Gedanken zur Thematik macht. [[top]]

Fazit: Die Spur war möglicherweise fingiert, aber einen Zusammenhang zwischen Kinderprostitution und dem Trio könnte es möglicherweise geben.

mfG
nereus

darum prüfe, wer sich bindet

schaumermal, wohnhaft, Freitag, 28.10.2016, 21:30 vor 3419 Tagen @ nereus 2416 Views

Hallo Durran!
...............
Fazit: Die Spur war möglicherweise fingiert, aber einen Zusammenhang
zwischen Kinderprostitution und dem Trio könnte es möglicherweise geben.

mfG
nereus


Hallo Nereus,

möglich ist Vieles.
Denkbar auch eine Verbindung zum KKK, wie jüngst eine kleine Anfrage an die Bundesregierung nahelegt.


Vier Ku-Klux-Klan-Gruppen in Deutschland
http://www.jenapolis.de/2016/10/26/vier-ku-klux-klan-gruppen-in-deutschland/


Kommentare bitte beachten, bspw. diesen:

James Chance #1 — vor 3 Tagen 12
Ku Klux Klan Mitglieder im NSU Komplex:

Der Vorsitzende des 2. NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages, Clemens Binninger,
erinnert an die Einbindung Marschners in neonazistische Netzwerke,
in deren Reihen weitere V-Leute des Verfassungsschutzes aktiv waren:

„Zwischen dem rechtsterroristischen NSU und dem Geheimbund Ku-Klux-Klan (KKK) im Südwesten
hat es nach Angaben des CDU-Innenexperten Clemens Binninger indirekt eine Verbindung gegeben.
Der zeitweilige V-Mann Ralf Marschner, der vorübergehend die mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Beate Zschäpe
beschäftigt haben soll, habe auch Kontakte zum Gründer des KKK-Ablegers im Südwesten gehabt,
sagte Binninger dem «Reutlinger Generalanzeiger» (Dienstag).
Beide hätten sich gut gekannt – und beide hätten auf der Gehaltsliste des Verfassungsschutzes gestanden.“

Quelle:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-10/rechtsextremismus-url-rechtsextre...

--
schaumermal

Zufälle gibt's aber auch

Mephistopheles @, Datschiburg, Freitag, 28.10.2016, 22:35 vor 3419 Tagen @ schaumermal 2477 Views

„Zwischen dem rechtsterroristischen NSU und dem Geheimbund
Ku-Klux-Klan (KKK) im Südwesten
hat es nach Angaben des CDU-Innenexperten Clemens Binninger indirekt eine
Verbindung gegeben.
Der zeitweilige V-Mann Ralf Marschner, der vorübergehend die
mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Beate Zschäpe
beschäftigt haben soll, habe auch Kontakte zum Gründer des KKK-Ablegers
im Südwesten gehabt,
sagte Binninger dem «Reutlinger Generalanzeiger» (Dienstag).
Beide hätten sich gut gekannt – und beide hätten auf der Gehaltsliste
des Verfassungsschutzes gestanden.“

[/i]

Quelle:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-10/rechtsextremismus-url-rechtsextre...

Aus dem Artikel der Laut Bundesregierung hatten auch Beamte Kontakt zum KKK: "Zwei Angehörige der Polizei Baden-Württemberg waren zumindest zeitweise in den Jahren 2001/2001 Mitglied des 'European White Knights of the Ku Klux Klan' (EWK KKK)", hieß es.Zeit:

und diese beiden Ku-Klux_Klan-Angehörigen der Polizei
[link=http://]Die zwei Beamten arbeiteten damals bei der Bereitschaftspolizei Böblingen, zu der auch Michèle Kiesewetter gehörte. Kiesewetter war im Jahr 2007 mutmaßlich von der Terrorgruppe NSU erschossen worden.[3][/link]
https://de.wikipedia.org/wiki/European_White_Knights_of_the_Ku_Klux_Klan

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Lügen haben lange Beine

D-Marker @, Donnerstag, 09.03.2017, 15:22 vor 3287 Tagen @ nereus 1574 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 09.03.2017, 15:29

Das ist nun endlich mal keine falsche Spur!

mfG
nereus

Wenigstens ein kleiner Hinweis.

Wir wissen ja, Spurensuche führt zur "Heiligsprechung".

Das einzig wahre am Artikel: Die Überschrift.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-untersuchungsausschuss-der-tod-des-zeugen-flo...

Was Keiner noch so wissen darf:

https://sicherungsblog.wordpress.com/page/218/

LG
Debitist

gelöscht

Mephistopheles @, Datschiburg, Freitag, 28.10.2016, 19:34 vor 3419 Tagen @ Literaturhinweis 2565 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 28.10.2016, 19:57

wurde von @nereus bereits behandelt.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Es stand im Gelben - Böhnhardt-DNA an Peggy-Kleidung eine Trugspur aufgrund Steuermüdigkeit der Bürger

Literaturhinweis @, Donnerstag, 09.03.2017, 00:13 vor 3288 Tagen @ Literaturhinweis 1998 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 09.03.2017, 00:26

Es war ja im Gelben Forum gleich zu Anfang vermutet worden, daß es sich um eine artifizielle Übertragung von Spuren handeln dürfte

(Peggy wurde ja vermutlich Opfer eines pädophilen Verbrechens) Nun sehe ich gerade, frühere Vermutungen haben sich bewahrheitet:

taz: "Es gibt doch keine Verbindung des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt zum Mord an der neunjährigen Peggy K. ... Die aufgetauchte DNA Böhnhardts am Leichenfundort Peggy K.s sei durch Spurensicherer übertragen worden. ...
Bei der Untersuchung von Gegenständen vom Leichenfundort stießen die Ermittler ... auf die Böhnhardt-DNA an einem Stofffetzen.
Der Fetzen – zwölf mal vier Millimeter klein – sei nun zuzuordnen, ... stamme von einem Kopfhörer Uwe Böhnhardts, der 2011 im zuletzt angemieteten Wohnmobil des Terror-Trios gefunden wurde.
Laut Untersuchungen könne das Stoffteil nur über die Thüringer Spurensicherer zu der Leiche gelangt sein, als diese am 3. Juli 2016 den Fundort untersuchten, ... Die Übertragung sei „auf wenige Stunden einzugrenzen“. Der „gute Erhaltungszustand“ des Fetzens schließe zudem aus, dass dieser am Fundort 15 Jahre bei Wind und Wetter überdauert hätte. ...
Spekuliert wurde, ob die Übertragung über einen Zollstock der Spurensicherer erfolgt sein könnte, der sowohl am Leichenfundort Peggy K.s als auch im letzten NSU-Wohnmobil verwendet wurde. ...
Woran haftete die Böhnhardt-DNA derart lange, dass sie schließlich am Fundort von Peggy K. auftauchte? „Die Tatortarbeit muss hinterfragt werden“, räumte Soko-Chef Ebner ein. „So ein Spurenübertrag darf nicht passieren.“"

Spiegel: "Dieses zwölf mal vier Millimeter große Teilchen habe inzwischen zweifelsfrei einem Kopfhörer Böhnhardts zugeordnet werden können,... Es habe eine Verunreinigung bei der Spurensicherung gegeben.
Weder das Baumwollgewebe noch die DNA hätten angesichts der Witterungsverhältnisse einen Zeitraum von 15 Jahren überstehen können ...
Der Spurenübertrag fand den Ermittlungen zufolge am 3. Juli 2016 am Grabungsort im thüringisch-bayerischen Grenzgebiet statt. Der Zeitraum habe auf wenige Stunden eingegrenzt werden können, ... Mehrere Ermittler seien auch mit dem Fall Böhnhardt befasst gewesen."

Den Vogel schießt aber das "Behördenmagazin ... für Polizei und Öffentlichen Dienst" ab (Ausgabe März 2017, Seiten 44 ff.): "Haben wirklich Tatortermittler im Fall Peggy/NSU eine verunreinigte Spur ins Spiel gebracht? Das würde bedeuten, dass bundesweite Regeln verletzt wurden."

Na ja, man kann halt nur bei wirklich wichtigen Fällen alle Register ziehen. Nicht bei Strafverfahren, deren Hauptverhandlung lediglich 350 Verhandlungstage aufweisen. Oder gar bei Kindsmord.

Es geht aber noch besser: "... ein möglicher Ermittlungsfehler könnte an Geldmangel liegen. «Viele Landeskriminalämter haben eben nicht viel Geld, weil die Steuerzahler und Steuerzahlerinnen eben nicht so hohe Steuern zahlen wollen.» Unter hohem finanziellen Druck könne es Sparmaß- nahmen oder Personalmangel geben. Dann steige die Fehleranfälligkeit."

Ach, es liegt an der Steuermüdigkeit bzw. Steuervermeidung. Und Staatsanleihen gibt es ja in Thüringen auch nicht.

Und man hat auch sonst keine Ermittlungsfehler begangen.

Wäre der Steuersatz bei 100%, würde Peggy heute noch leben! Schämt Euch!

--
Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften

#PopcornLong? (oT)

Broesler, Donnerstag, 09.03.2017, 00:15 vor 3288 Tagen @ Literaturhinweis 1769 Views

- kein Text -

--
* #PopcornLong
* Let's Chart
* "You can ignore reality, but you can't ignore the consequences of ignoring reality." Ayn Rand

Verantwortungsvolle Desinformation und Literaturtipp

Langmut @, Donnerstag, 27.10.2016, 22:22 vor 3420 Tagen @ Reffke 3636 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 09.03.2017, 12:08

Hallo in die Runde,

ich glaube, dass der tiefe Staat wieder einmal seine ganze Inkompetenz in Sachen "rückgratslose Aufklärung" demonstriert.

Da meine Wenigkeit schlappe 30 Jahre im Öffentlichen Dienst zubringen durfte, weiß ich leider nur zu gut, welche gewissenlose Kretins dort ihr Unwesen treiben.

Der von mir sehr geschätzte Herbert Rosendorfer hat Ende der 70er in "Das Messingherz" einen fulminanten Roman abgeliefert, der sich u.a. den Machenschaften der Geheimdienste widmet.

Sehenswert ist auch der Film der Coen-Brüder: "Burn after Reading".

Es ist immer viel, viel schlimmer als man denkt.

Ich befürchte nur, dass sich im Verlauf der Menschheitsgeschichte in den unteren Schichten der Dienste immer höchst mediokre Menschenkinder versammelt haben.

Gruß
Langmut

--
Skat- und Schafkopfweisheit: Besser geimpft als überhaupt keinen Stich.

Der Unterschied zwischen schlau und dumm.
Ein schlauer Mensch kann sich dumm stellen.

Arbeit finde ich gut, da könnte ich anderen stundenlang zuschauen.(Diogenes von Sinope)

Das Phantom 2.0.

Durran @, Donnerstag, 27.10.2016, 22:57 vor 3420 Tagen @ Reffke 3753 Views

Ich hätte nicht gedacht, dass man einen solch peinlichen Fauxpas wiederholen könnte. Doch es geht offensichtlich doch.

https://de.wikipedia.org/wiki/Heilbronner_Phantom

Meine ersten Gedanken nach diversen Meldungen zu Peggy und Böhnhardt gingen sofort in diese Richtung.

Die Medien sind natürlich sofort auf den Zug aufgesprungen. Alle Sokos wurden personell aufgestockt.

Logischerweise hat niemand ernsthaft die Frage gestellt wie die DNA von Uwe Böhnhardt nach Jahren dort auftauchen kann. Aber auch beim Phantom von Heilbronn war man sich jahrelang sicher, man sucht eine hochkriminelle Frau.

Am Ende waren es ja auch nur verunreinigte Wattestäbchen.
Offensichtlich hat man daraus aber immer noch nichts gelernt.

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Wandere aus, solange es noch geht.