Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis

burakumin @, Dienstag, 25.10.2016, 19:40 vor 3469 Tagen 2714 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 25.10.2016, 20:03

Der Archetyp des Ritters

In diesem Beitrag möchte ich einige Aussagen von @ebbes (von hier) aufgreifen.

Die in meinen Augen bemerkenswerten Aussagen sind für mich im Einzelnen:

1.
> Das Geistige ist für mich relevant.
2.
> Luxus und Bequemlichkeiten interessieren mich nicht. Machen nur schwach.
[quote]Natürlich sollten die Grundbedürfnisse abgedeckt sein.
[/quote]
3.
> Ich habe keine eigene Familie und nichts zu verlieren und
4.
> Lieber habe ich ein schweres Leben und einen Körper, der das meistert,
[quote]als ein leichtes Leben und der erste Krankenhausaufenthalt bringt mich in
das Grab
[/quote]
5.
> schlage auch zu, wenn es sein muss. Was aber zum Glück so gut wie nie vorkommt.

Bemerkenswert finde ich diese Aussagen deshalb, weil sie annähernd den Lebensregeln eines Ritters im archetypischen Sinn entsprechen:

(Zahlen entsprechend zu Oben:)

1. Völlige Unterordnung unter ein höheres geistiges Ideal.
2. Armut. Damit verbunden eine Unkorrumpierbarkeit durch Materielles.
3. Keuscheit bzw. sexuelle Enthaltsamkeit stellvertretend für die Herrschaft des Geistes über den Körper und seine Gelüste.
4. Körperliche Tüchtigkeit als Vorraussetzung für
5. Die Bereitschaft und der Wille zur Anwendung maßvoller Gewalt

Warum finde ich das Bekenntnis von @ebbes zu diesen Idealen bemerkenswert?

Weil meiner Ansicht nach der größte Verlust des Abendlandes durch die beiden Weltkriege die Ermordung unserer Ritterkaste, unseres Immunsystems, war. Dieses Ereignis stellt die dysgenische Katastrophe des Abendlandes dar und ermöglichte als Wegbereiter die heutige Kultur des Schacherns, des ungezügelten Hedonismus und des allumfassenden Götzendienstes am Mammon, welche die abendländische Seele infiziert und verdorben hat. Sie hat uns Menschen unter der Führung des fehlgeleiteten abendländischen Potentials zu einem alles verschlingenden Krebgeschwür auf der Erde werden lassen.

Das jüdisch-christliche Abendland fürwahr!

Die Kommentare auf den Beitrag von @ebbes haben mich traurig gestimmt, wiewohl sie sämtlich in ihrem Tenor nicht unerwartet kamen.

Die Zeichen der Zeit, so meine Wahrnehmung, werden nicht erkannt oder willkürlich ignoriert. Die Anbetung des Mammon ist Lebensziel. Ein "Genug" scheint nicht denkbar. Um diesem Gott zu dienen, werden sogar täglich fremde Ärsche geleckt, wie @BestAger1966 von sich und seiner Frau berichtet. Die Begriffe Opfer und Pflicht werden mit dem eigenen Selbstverständnis nicht mehr in Zusammenhang gebracht. Sie gelten nur für andere.

Ich bin sehr pessimistisch, was die kommende schicksalhafte Zeit betrifft. Dennoch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben.

Ein Schimmer der Hoffnung ist meiner Ansicht nach in Russland auszumachen. Dort hat sich die Ritterkaste in archetypischer Form erhalten können. Sie hat zudem nicht nur den Archetyp des weisen Herrschers hervor gebracht, sondern ihn bisher sogar erfolgreich beschützen können.

Dieser weise Herrscher hat zwar die Schacherer erfolgreich aus dem russischen Tempel verjagt, aber das Miasma ihres Geistes lingert noch im Äther.

Unser abendländischer Körper ist davon völlig durchdrungen. Er liegt im Sterben und mit ihm die ganze Welt. Diesen Prozeß werden nur Wenige überleben und wenn, dann nur Dank einiger Weniger, die dem ritterlichen Archetypus zuzuordnen sind.

Diese sind gegenwärtig Menschen am Rand der Gesellschaft. Sie werden geboren und nicht gemacht. Sie sind Außenseiter, denn ihnen fehlt die Motivation sich anzustrengen, um ein luxuriöses Leben führen zu können, nach dem sie kein Bedürfnis haben.

Es sind Menschen mit unerfülltem Pflichtgefühl in einer Welt ohne Pflichten. Menschen auf der Suche nach höheren Idealen in einer Welt der Beliebigkeit.

Es sind Aussenseiter, weil ihnen der Geruch des Blutes anhaftet, den andere instinktiv wahrnehmen. Und so werden die wenigen Hunde verstoßen, weil ihnen der Geruch eines Wolfes anhaftet. Der Hund aber ist ein Wolf und kann nichts anderes sein. Nur seine Ideale, die Liebe zum Hirten und sein Pflichtgefühl gegenüber seiner Herde, machen aus einem gewissenlosen Mörder einen Beschützer.

Der Lebensweg eines Ritters ist steinig und erfordert die Gemeinschaft als Rahmen und gleichzeitige als Bedingung - seine Bruderschaft. "Rockerbanden" und andere kriminelle Vereinigungen sind daher die pervertierten Ritterorden unserer Zeit. Statt den Ordensoberen vergangener Tage, welche die Ausbildung junger Brüder und die Einhaltung der Ideale überwachen, regiert auch dort der Mammon und sein Götzendienst steht im Mittelpunkt. Die wenigen echten Ritter, die ihr Weg dort hin verschlägt, werden durch die Mehrheit an ordinären Verbrechern verdorben.

In Russland wurden auch in diesem Fall die Zeichen der Zeit erkannt, denke ich.

Mit besten Grüßen

burakumin

--
Ein bisschen Spaß muß sein! Dann kommt das Glück von ganz allein! Drum singen wir tagaus und tagein - ein bisschen Spaß muss sein!

Nein, es ist ein völlig anderes Thema! Schnell gelöscht und gar nicht gelesen?!

burakumin @, Dienstag, 25.10.2016, 19:49 vor 3469 Tagen @ burakumin 1706 Views

Außerdem habe ich den Beitrag nicht mehr. Also bitte wieder herstellen!

Danke und Gruß

burakumin

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Ein bisschen Spaß muß sein! Dann kommt das Glück von ganz allein! Drum singen wir tagaus und tagein - ein bisschen Spaß muss sein!

Schade - hier wäre die schöne Antwort aus "Pulp Fiction"

Langmut @, Dienstag, 25.10.2016, 19:51 vor 3469 Tagen @ burakumin 1945 Views

"Der Pfad der Gerechten ist zu beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet. Denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder. Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, daß sie erfahren sollen. Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe." (Hesekiel 25,17)

Na dann bis zum nächsten Mal.

Gruß
Langmut

--
Skat- und Schafkopfweisheit: Besser geimpft als überhaupt keinen Stich.

Der Unterschied zwischen schlau und dumm.
Ein schlauer Mensch kann sich dumm stellen.

Arbeit finde ich gut, da könnte ich anderen stundenlang zuschauen.(Diogenes von Sinope)

o.k., leider sind die Formatierungen zum Teil weg. (oT)

Moderator @, Dienstag, 25.10.2016, 19:57 vor 3469 Tagen @ burakumin 1270 Views

- kein Text -

Danke! Ich hatte es noch in der Zwischenablage und habs berichtigt. (oT)

burakumin @, Dienstag, 25.10.2016, 20:04 vor 3469 Tagen @ Moderator 1253 Views

- kein Text -

--
Ein bisschen Spaß muß sein! Dann kommt das Glück von ganz allein! Drum singen wir tagaus und tagein - ein bisschen Spaß muss sein!

Muss das mal scheibchenweise kommentieren

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 26.10.2016, 07:06 vor 3469 Tagen @ burakumin 1337 Views

1. Völlige Unterordnung unter ein höheres geistiges Ideal.

Klappt bei mir nicht, - ich kann mich ggf. orientieren, aber niemals einem Ideal unterordnen.

2. Armut. Damit verbunden eine Unkorrumpierbarkeit durch Materielles.

Das ist mir zu oberflächlich. Der Begriff „Armut“ ist oftmals irreführend. Ich habe in entlegenenen Gebieten in Rumänien Lebensverhältnisse fälschlicherweise als „arm“ bezeichnet, die in Wirklichkeit eine Form der Genügsamkeit sind, die wir schon lange nicht mehr kennen.

3. Keuscheit bzw. sexuelle Enthaltsamkeit stellvertretend für die
Herrschaft des Geistes über den Körper und seine Gelüste.

Das sehe ich völlig anders. Mens sana in corpore sano. Dazu gehört auch eine (dem Alter angepasste) Form der Sexualität. Ich habe in meinem Leben viele Klöster besucht. Genauso habe ich mich mit den Theologen unterhalten, die diese Klöster unter ihrer Verantwortung haben. Welche Auswüchse da durch diese sog. „Enthaltsamkeit“ existieren, das ist oft unbeschreiblich. Bei den Frauen oftmals mehr als bei den Männern. Denke, darauf nicht ausführlicher eingehen zu müssen, in welchen ehrwürdigen Nonnenklöstern man in den Katakomben vergrabene Babyskelette gefunden hat.

Wir haben eine auf der Natur beruhende Grundkonzeption unseres Körpers. Wenn irgendwelche außergewöhnliche Einflüsse dazukommen (ich will darauf nicht eingehen, es würde zu weit führen), wobei ich da auch das Zölibat hier einschließe, dann verändert sich beim Menschen das natürliche und oft auch das prinzipiell heterosexuelle Verhalten. Damit will ich keinesfalls in Diskussionen oder Bewertungen eingreifen, - das ist meine – einfach gestrickte – Meinung.

Für mich steht jedenfalls fest, dass jeder Mensch ein Recht auf die im gesetzlichen Rahmen mögliche Sexualität hat, - der gesunde genauso wie der behinderte.

4. Körperliche Tüchtigkeit als Vorraussetzung für

Das ist eine Sache der Vernunft, - natürlich in vernünftigen Maßen betrieben, genauso wie Pkt. 3

5. Die Bereitschaft und der Wille zur Anwendung maßvoller Gewalt

Das ist mir viel zu diffus. Zu meinen Kindern, meinen Familienangehörigen einschl. meiner Frau, überhaupt zu Schutzbefohlenen (ich denke da an meine ehrenamtliche Jugendarbeit zurück), sowie zu meinen Haustieren, - da kenne ich das Wort „Gewalt“ überhaupt nicht. Anders ist es, wenn es sich um Schwache in unserer Gesellschaft handelt, denen in meinem Beisein Gewalt angetan wird. Da weiß ich nicht, wie ich mich verhalten würde, - es ist zum Glück noch nicht vorgekommen.

Aber eines weiß ich: Wenn es um ein Mitglied meiner Familie geht, und es ist zum Schutze derer in einer aktuellen Situation notwendig, das Wort „Gewalt“ in die Tat umzusetzen, da kann ich nicht dafür garantieren, dass das auch „maßvoll“ sein wird.

Die Zeichen der Zeit, so meine Wahrnehmung, werden nicht erkannt oder
willkürlich ignoriert. Die Anbetung des Mammon ist Lebensziel. Die Begriffe Opfer und Pflicht werden mit dem
eigenen Selbstverständnis nicht mehr in Zusammenhang gebracht. Sie gelten nur für andere.

Beispiel: Ein Zitat von Tagore:
Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude.
Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht.
Ich handelte, und siehe, die Pflicht war Freude.

Die meisten unter uns lächeln da nur drüber.

Unser abendländischer Körper ist davon völlig durchdrungen. Er liegt im
Sterben und mit ihm die ganze Welt. Diesen Prozeß werden nur Wenige
überleben und wenn, dann nur Dank einiger Weniger, die dem ritterlichen
Archetypus zuzuordnen sind.

Gut, man muss den angeborenen Überlebenstrieb des Menschen noch berücksichtigen. Das kann noch einige Kräfte mobilisieren. Natürlich ist derjenige klar im Vorteil, der die Zeichen der Zeit richtig erkennt und sich darauf einstellt. Das betrifft nicht nur die Geisteshaltung, sondern auch die Gewöhnung daran, was im Leben wichtig ist und was nicht, - genauso wie der zeitweilige Versuch, auf das vermeintlich „Wichtige“ im Leben mal ein paar Tage zu verzichten.

Beispiel: Nimm mal jemanden ein paar Tage sein Handy weg....

Genauso finde ich es sinnvoll, sich ständig mit einem gewissen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und anderen wichtigen Dingen des täglichen Bedarfs auszustatten und diese in bestimmten Intervallen auszutauschen.

Diese sind gegenwärtig Menschen am Rand der Gesellschaft. Sie werden
geboren und nicht gemacht. Sie sind Außenseiter, denn ihnen fehlt die
Motivation sich anzustrengen, um ein luxuriöses Leben führen zu können,
nach dem sie kein Bedürfnis haben.

Es sind Menschen mit unerfülltem Pflichtgefühl in einer Welt ohne
Pflichten. Menschen auf der Suche nach höheren Idealen in einer Welt der
Beliebigkeit.

Kann man auch nicht verallgemeinern. Es sind sicher Menschen dabei, die eine bestimmte – gezielte – Lebenseinstellung haben, die sich gegen das allgemeine Konsumverhalten richtet. Es sind aber auch andere dabei, die erkannt haben, dass sie aufdie bequeme Tour und durch das staatliche soziale Netz ohne viel Mühe und mit weniger hohen Ansprüchen genauso durchkommen. Daneben gibt auch wieder ganz andere, denen alles egal ist und die sich einfach hängen lassen.

Der Lebensweg eines Ritters ist steinig und erfordert die Gemeinschaft als
Rahmen und gleichzeitige als Bedingung - seine Bruderschaft. "Rockerbanden"
und andere kriminelle Vereinigungen sind daher die pervertierten
Ritterorden unserer Zeit. Statt den Ordensoberen vergangener Tage, welche
die Ausbildung junger Brüder und die Einhaltung der Ideale überwachen,
regiert auch dort der Mammon und sein Götzendienst steht im Mittelpunkt.
Die wenigen echten Ritter, die ihr Weg dort hin verschlägt, werden durch
die Mehrheit an ordinären Verbrechern verdorben.

Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Auch im Mittelalter haben sich so manche Ritterorden durch Intrigen und internes Machtstreben oft selbst vernichtet. Natürlich sind Gruppierungen, die sich gewisse Ideale zum Zielsetzen und das auch konsequent verfolgen, für viele (Mitmenschen und auch Regierung sowie MSM) suspekt und müssen in deren Augen bekämpft werden. Schon allein deshalb, weil sie „anders“ sind, und man automatisch dadurch konspirative Ziele unterstellt.


In Russland wurden auch in diesem Fall

die Zeichen der Zeit
erkannt, denke ich.

Stellt sich die Frage, von wem. Von der einfachen Bevölkerung her wohl kaum.

Mit besten Grüßen

burakumin

Gleichfalls beste Grüße - Helmut

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