Terror und dessen Abwehr für's Wohnzimmer
Hat jemand den Film „Terror“ gesehen, wo ein Pilot vor Gericht stand, weil er eine Passagiermaschine abschoss, um eine mutmaßlich größere Tragödie, den Tod von Zehntausenden in einem Stadion, zu verhindern?
Ein emotional hochbrisantes und daher heftig umstrittenes Thema.
Wie entscheidet man im Fall der Fälle oder wie gerecht kann Rechtsprechung sein?
Sinnigerweise stellte man dem sympathischen Angeklagten einen eitlen Anwalt zur Seite, um die Story auf Niveau zu halten.
87 % der Zuschauer plädierten (erwartungsgemäß) für Freispruch des angeklagten Majors.
Doch was wurde uns hier eigentlich präsentiert in Zeiten des gefakten und nachrichtendienstlich organisierten Verbrechens?
Die Propagandaschau hat die Thematik auf den Punkt gebracht.
Hinter der pseudo-aufklärerischen Inszenierung lauert ein perfides psychologisches Kalkül: Die Bürger werden zu Komplizen gewalttätiger Eliten gemacht, die in Wahrheit überhaupt erst die Ursachen für den Terror (Krieg des kleinen Mannes) gelegt haben.
Die Ursachen des Terrors aber sollen im inneren Konflikt um den Abschuss des Flugzeugs aus der Wahrnehmung verschwinden und die Bürger für militärische Handlungen emotional geöffnet werden – selbst wenn diese Handlungen eigene, unschuldige Opfer fordern.
Die Botschaft: Wir, die Guten, werden vom Bösen bedroht und müssen uns mit allen Mitteln dagegen wehren – wir dürfen selbst zum Bösen gegen Unschuldige greifen, weil wir – die Guten – ja nur noch Schlimmeres verhindern wollen.
Quelle: https://propagandaschau.wordpress.com/2016/10/17/wie-ard-zuschauer-zu-komplizen-des-mil...
Genau das war auch mein Eindruck, der schließlich in dem verräterischen Satz des Verteidigers gipfelte: Wir sind (schließlich) im Krieg!*
Haben das denn alle schon mitbekommen?
* an den exakten Wortlaut erinnere ich mich nicht mehr
In Schirachs Theaterstück erscheinen „wir“ als die Bedrohten. Attackiert von ruch- und vor allem geschichtslosen Terroristen, sollen die Zuschauer „Richter“ spielen und das Töten von Unschuldigen zur vermeintlichen Rettung von noch mehr Unschuldigen rechtfertigen. Es muss schon ein ganzes Fußballstadion mit 70.000 Besuchern herhalten, um die Zuschauer im Theater – oder jetzt eben in der ARD – moralisch auf „den richtigen“ Weg zu zwingen.
Moralisch richtig heißt: Rechtfertige das Töten!
Wenn es später einmal in einem vergleichbaren Fall in der Realität nur 100 waren, wirst du auch das akzeptieren.
Interessanterweise wollen die Kolumnenschreiber der Medien dem „Kriegsgeschrei“ aber diesmal nicht folgen. Die Kommentare sind erstaunlich und angenehm zurückhaltend.
Frage an den Regisseur des Films?
Wie hätte das Publikum eigentlich abgestimmt, wenn im Flugzeug die Fußballnationalmannschaft gesessen hätte oder gar eine Abordnung der Regierung inkl. der Kanzlerin? ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
mfG
nereus
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