Allerliebster Zara,
Das Beispiel ist lachhaft. Jedes Kind weiss, dass ein Schuhkauf diese und
jene Ursachen hat.
Es geht nicht um den Akt des Schuhkaufs (die aktive Potenz = Handlungsmoment), sondern um die Frage, ob der diesen Kauf verursachende Wille als Bewusstseinsinhalt diese oder jene Ursache haben muss. Wie ich bereits klar gemacht habe bist du in einem ausschließlich aktivischen Denken gefangen. Du versuchst ein System ausschließlich durch den Blick auf die Ereignissketten zu beschreiben (Beobachtung aktiver Potenzen), statt dir bewusst zu machen, dass der Wille kein solches Ereignis darstellt, dass er unabhängig von einem die Handlung ermöglichenden Potential entsteht. Dir wird nicht bewusst, dass die die aktiven Potenzen (Ereignisse) verfolgende Perspektive (das Bewusstsein) selbst Einfluss auf den Willen und die damit folgenden Ereignisse (den lauf der Welt) nimmt.
Und wie Prof. Dr. Dr. Brigitte Falkenburg richtig erklärt hat gibt es keinerlei wissenschaftlichen Beweis dafür, dass diese Einflussnahme des Bewusstseins kausal bzw. determiniert ist. Es gibt keine Brücken bauende Messgröße für das Bewusstsein.
Es ist völlig unnötig, Hirnströme von Mäusen zu messen, um zu wissen,
dass deren Flucht vor den Katzen Ursachen hat und nicht akausal und
beliebig geschieht. Auch das Libet Experiment ist völlig irrelevant, wie
Singer zurecht sagt. Entweder Physik oder Kreationismus. Jedem das Seine!
Du kommst nicht mehr mit. Es geht nicht um die einseitige Frage, ob wir kausale Ereignisketten (aktive Potenzen) feststellen bzw. messen können, sondern um die wissenschaftliche Frage, ob dieser Bewusstseinsinhalt des die Feststellung modellierenden Bewusstseins kausal und determiniert ist. Die Wissenschaft kann dies nicht messen, da es wie Prof. Dr. Dr. Brigitte Falkenburg richtig erklärt hat überhaupt keine gemeinsame Messgröße gibt. Sie kann es nur annehmen, weil es "offensichtlich" so ist. Zu deiner Offensichtlichkeitsliebe später mehr.
Es ist nicht bewiesen, dass das Bewusstsein den Willen kausal
zum Bewusstseinsinhalt macht.
Was wollen uns diese Worte sagen?
Das nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht ausgeschlossen werden kann, dass das menschliche Bewusstsein den Willen losgelöst von einem ursächlichen Bewusstseinsinhalt (akausal) vergegenwärtigt. Es gibt überhaupt keinen wissenschaftlichen Ansatz, um eine kausale Geschlossenheit des Bewusstseins mit seinen Bewusstseinsinhalten zu erklären. Würde man diese wissenschaftlich nachvollziehbare Tatsache berücksichtigen und sich nicht in Simulationen und blinden Analogien verirren, dann wäre unsere Logik und die gesamte Wissenschaft auf den Kopf gestellt. Und wenn man die Bedeutung von Prof. Dr. Dr. Brigitte Falkenburg's einwandfreien Erklärung erkennt, dann ist dies bereits gegenwärtig der Fall. Die Annahme, dass im Bewusstsein modellierte Ereignisse (Bewusstseinsinhalte, z.B. Messungen von Gehirnströmen) Rückschlüsse auf die Gesetze des Bewusstseins schließen lassen, ist nach derzeitigem Stand der Wissenschaft unhaltbar, unehrlich und dogmatisch.
Von einer Simulation von gemeinsamen Messgrössen ist ausser bei Dir hier
nirgends die Rede.
Der ganze Vortrag dreht sich um diese wissenschaftlich schlüssige Erklärung. Ich habe den Eindruck, dass du einfach nicht mehr mitkommst. Schau dir den Beitrag noch mal an, sonst erkläre ich es dir gerne noch genauer.
Deine Denkweise ist insofern logisch, aber
die Logik eben auf einer Simulation basierend.
Mitnichten.
Leider geil. Doch Zarathustra, du musst dir die gemeinsame Messgröße simulieren, um die Aussage zu treffen, dass das menschliche Bewusstsein kausal geschlossen bzw. deterministisch ist. Du kannst es nicht messen, sondern musst der blinden Analogie vertrauen. Ich habe keinen zweifel daran, dass du dies auch weiterhin schaffst. Wer den Willen mit der Macht gleichsetzt, der ist zu jedem Glaubenskrieg fähig.
Wir wissen nicht was die Willenskraft (auf ihren Qualitätsstufen)
entfacht.
Das muss man auch nicht wissen. Man weiss nur , dass sie 'entfacht' wurde;
andernfalls sie nicht da wäre.
Das wissen wir nicht. Niemand kann wissenschaftlich haltbare Aussagen darüber treffen, weshalb sich ein Wille im Bewusstsein aufdrängt.
Maus will weg laufen. Kausal, ursächlich, aus offensichtlich gutem Grund,
und ganz bestimmt nicht ohne Grund.
Wenn man wie du lediglich von aktiven Potenzen (Handlungen, Realisationen von Möglichkeiten) besessen ist und sogar den Willen mit der Macht gleichsetzt, dann bleibt nur das Mentalkonstrukt einer Vergangenheit übrig (Katze kommt -> Maus rennt weg).
Die Überlegung, dass sich der Wille in der Gegenwart aufdrängt, ohne dass es eine ursächliche Potentialentfaltung (aktive Potenz, Ereignis, Handlung) gibt, muss aufgrund der fehlenden wissenschaftlichen Aussagen, die wir über das Bewusstseins und die Bewusstseinsinhalte treffen können, leider akzeptiert werden. Alles andere kann aufgrund der fehlenden Messgrößen, egal welches Brückenprinzip man auch anwendet, nicht nachgewiesen werden, bleibt damit blinde Analogie bzw. simuliertes Wissen (Glaube).
Du beweist die Kausalität Deines Wollens sozusagen am Laufmeter, indem Du
hier stets ursächlich antwortest, und nicht grundlos.
In einer ausschließlichen Rückwärtsbetrachtung mag dies als ein Mentalkonstrukt im ersten Schritt logisch klingen, doch wenn man diese Annahme beweisen will, dann fehlt jeglicher wissenschaftlicher Ansatz, fehlt der Logik jegliches Fundament (keine gemeinsamen Messgrößen). Die kausale Geschlossenheit der Natur geht nämlich soweit, dass das die Perspektive erschaffende Bewusstsein für eine gültige Aussage mit eingeschlossen werden muss. Und dann wird es ähnlich schwammig, wie auf den kleinstmöglichen Ebenen unserer Bewusstseinsinhalte, der Quantenmechanik. Die Werte für den Impuls einer Ortsmessung sind vollständig indeterminiert, da die Wellenfunktion im Zeitpunkt der Messung zusammenbricht. Das Bewusstsein spielt eben eine Rolle, die wir noch nicht ansatzweise verstanden und gemessen haben.
Ich bitte um "wissenschaftliche Beispiele".
Maus läuft weg, aus gutem Grund, und ist erst noch wissenschaftlich
erwiesen. Bei offensichtlichen Determinismen (Maus läuft weg; Frau
Brigitte gelüstet es nach neuen Schuhen) braucht es nicht mal Statistik.
Nein, wissenschaftlich kann leider nur eine Aussage über das im Bewusstsein erweckte Ereignis getroffen werden (als Mentalkonstruktion und aus einer Mentalkonstruktion heraus), nicht über das Bewusstsein bzw. den Bewusstseinsinhalt (den Mentalkonstrukteur bzw. die Gesetzmäigkeit der Konstruktionen).
Mathematik ist eine von mehreren Möglichkeiten, Mechanismen zu
beschreiben.
Das ist ja der Witz, wir erkennen keinen Ansatz (keine Brücke), um einen durch Populärwissenschaft als bewiesen betrachteten Mechanismus des Bewusstseins zu beschreiben. Über die Kausalität und Determiniertheit der Bewusstseinsinhalte kann aufgrund fehlender gemeinsamer Messgrößen keine wissenschaftliche Aussage getroffen werden. Da helfen auch keine Mentalkonstrukte wie Mäuse oder Messdiener weiter.
Die Aussagen des
Determinismus gelten unter wissenschaftlichen Kriterien nur als
mathematisches Modell.
Njet.
Könntest du da bitte argumentativ eine Widerlegung meiner Behauptung zusammenstricken? Ich würde das Wesen der Messgröße, Messbarkeit und der Einheit anschließend noch deutlicher unterstreichen.
Dein Messdienerbeispiel ist zwar logisch, deshalb aber wissenschaftlich
noch nicht nachweisbar.
Was auch nicht nötig ist, da offensichtlich.
Na sieh mal einer an. Noch so ein Satz, der in meine Mindmap des Zarathustra wandert. Die Offensichtlichkeit als der wissenschaftliche Maßtab. Wie weit bzw. wohin die Menschheit wohl mit dieser Offensichtlichkeit in ihrer Geschichte gekommen wäre. Man kehrt die fehlende gemeinsame Messgröße, so wie jede Konzentration auf das mit einzubeziehende Bewusstsein weg und verliert sich in der Offensichtlichkeit. Offensichtlich wird das Geld ja auch produziert und haben die Wirtschaftsbosse die Obermacht des Systems. Ich verspreche, diese Diskussion wird noch bedeutend amüsanter.
Wenn es nicht so
wäre, und unser Wollen nicht determiniert wäre, dann wären wir – wie
Kurt bereits erwähnte, in puncto Freiheit noch viel blöder dran: „denn
meine Entscheidungen hängen jetzt vom Nihilo=gar nichts mehr ab -- sondern
sind beliebig, statistisch, zufällig, falsch.“
Wir wissen nicht, ob unsere Entscheidungen vom "Nichts" abhängig sind. Was wir wissen, ist, dass wir keine gemeinsame Messgröße haben, um Gesetze des Bewusstseins bzw. Gesetzmäßigkeiten der Bewusstseinsinhalte aufzustellen. Wir tappen im Dunkeln und simulieren uns das Licht, sowie einen Anfang und ein Ende des Tunnels. Das ist genauso schlimm, wie der Glaube an einen Gott dem langweilig war. Wir sollten uns nicht verschließen und irgendwelche Dogmen, ob nun über ein vor und nachher aufwartendes "Nichts", ein unser Bewussstsein umhüllendes "Nichts" oder einen seit 1999 wieder in Mode gekommenen, über uns aufwartenden Architekten, erstellen. Die Gesetze, nach denen das Bewusstsein die Bewusstseinsinhalte vergegenwärtigt könnten nämlich ebenso auf Grundlagen basieren, die sich gar nicht in Raum & Zeit, d.h. als Bewusstseinsinhalt, fassen lassen. Wir wissen es nicht. Und einzig diese Tatsache zählt.
Wir wären schlicht unberechenbar und damit lebensunfähig.
Wir sind (wissenschaftlich) unberechenbar und lebensunfähig. Dich ekelt die Willensfreiheit, ebenso wie der unbewertete Tod an. Doch genau dieser, nicht der symbolische Tausch (siehe Baudrillard) macht uns lebensfähig. Auch Du, der da hinter dem Zara sitzt, bist von einer solch tiefgreifenden Angst vor dem unbewerteten Leben gefangen, dass du vor Schmerz nach dem erstbesten, "offensichtlichen Wert" oder einer logisch klingenden Geschichte schreist.
Beweise? Ist doch alles piep schnurzegal. Die Offensichtlichkeit zählt, nicht wahr?!
Es will auch kein Mensch hier 'Gesetzmässigkeiten der
Bewusstseinsinhalte' definieren.
Du versuchst die Ereignisse vom Bewusstsein und den Bewusstseinsinhalten losgelöst zu denken. Gut dass es dein Bewusstsein gibt, sonst würde sich nämlich überhaupt nichts ereignen. Lieber weiterhin die Simulation einer in sich schlüssigen Beschreibung der Natur kräftigen. Vorzugsweise dadurch, dass lediglich kommunikative und produktive Prozesse durch autopoietische Systemanalyse beschrieben werden. So als ließe sich die Ursache des Wassers bereits durch die Wässrigkeit erklären.
Die diversen Interpretationen zur QM sind allesamt nebulös, aber am
absurdesten ist bei weitem die akausale, kreationistische Interpretation.
Die Tatsache, dass die Werte für den Impuls bei einer Ortsmessung vollständig indeterminiert sind, ist keine Interpretation, sondern eine wissenschaftlich korrekte Aussage. Ich kann auch nichts dafür, dass die Wellenfunktion im Zeitpunkt der Messung kollabiert. Wie diese Tatsachen interpretiert werden steht auf einem ganz anderen Blatt.
Herzlichst,
Ashitaka
--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.