Sind die deutschen Waffen einsatzbereit, oder bleiben diese
sicherheitshalber am Boden und/oder eingemottet.
Im Zweifel sind beim Eurofighter wieder ein paar Schrauben abhanden gekommen
Bisher hatte ich, trotz allen oberflächlichen Säbelrasselns, bei der Ukraine-Krise das Gefühl, dass die deutsche Außenpolitik in Verbindung mit Putins Kalkuliertheit wesentlichen Anteil daran hat, dass die Ukraine bisher nicht zu einem Haufen qualmender Asche zusammengeschossen wurde.
Steinmeiers Wutrede gibt (getroffene Hunde...) davon Zeugnis.
Zum Lohn soll er jetzt Präsident werden, statt Kanzler
Die SPD will stattdessen lieber mit Gabriel die eigene Marginalisierung vorantreiben. Vielleicht waren aber die transatlantischeren Genossen auch einfach vom abgesagten Krieg enttäuscht.
Mittlerweile ist die Eskalation aber auf einer anderen Ebene angekommen.
Die USA stehen in Syrien an einem Scheidepunkt mindestens der Nach-Kalt-Kriegs-Ära. Beiträge von Reffke und mir.
Dazu verlegt Russland den einzigen Flugzeugträger in die Region.
Während die USA vorerst überlegen, die Zwei-Kriege-Doktrin fallenzulassen, haben die Russen gar nicht erst das Potential dazu. Wenn die USA einen Flugzeugträger schicken, heißt es zwar stets "Obacht!",
für die Russen entspricht die Verlegung aber einem "All in", denn eine von den USA angedachte Etablierung einer Flugverbotszone wäre völkerrechtlich (im UN Rahmen) nicht durchsetzbar und müsste somit gegen die die in Syrien stationierten Flugabwehrraketen, Jets und nun auch den Flugzeugträger "durchgesetzt" werden.
Angenommen die Hütte würde versenkt, steht Russland zwar mit Hemd aber ohne Buxe da. Und dann ist wortwörtlich "Polen offen".
Die Kalkulation scheint seitens Russlands zu sein, genau in diese Situation zu steuern, d.h. bewusst das Risiko einer atomaren Eskalation heraufzubeschwören, hoffend darauf, dass sich im Westen die Friedensbewegung wieder regt. Oder wenigstens die Nationalisten. Oder Gabriel, das Irrlicht der deutschen Politik:
"Sigmar Gabriel wollte eine Friedensdemo für Syrien vor der russischen und amerikanischen Botschaft organisieren. Nach Kritik änderte er seinen Plan."
Die Eskalationsleiter in deeskalierender Absicht hinaufzusteigen kann allerdings in die Hose gehen.
Ob die USA mit ihrer Drohung einer Botschaft "zu einem Zeitpunkt unserer Wahl und unter den Umständen, die die größte Wirkung entfalten werden. Wir haben die Fähigkeiten, es zu tun." tatsächlich bereits lateral eskalieren, oder nicht doch ernsthaft über einen taktischen Atomkrieg nachdenken, bleibt derzeit offen.
Die Natur der Sache ist aber, dass wir derzeit eben kein Gleichgewicht der Mächte haben. Die "konventionelle" Rüstung liegt im Schwerpunkt deutlich bei den USA, was im Falle einer nichtatomaren Eskalation Russland schnell an die Wand spielen könnte und die Sache atomar werden ließe.
Selbst wenn sich innerhalb der NATO die Kräfteverhältnisse weiter auf die Seite der USA verschoben haben, sollte man doch nicht davon ausgehen in Deutschland ungeschoren davon zu kommen.
Dänemark hat seine U-Boot Flotte lieber mal gleich ganz abgeschafft
Das Pfand sind die in D stationierten US Basen.
So lange diese da sind, ist über den Hebel der Atomreaktoren (Dank an CrisisMaven für die umfangreichen Arbeiten) ein Entkommen aus der amerikanischen Strategie derzeit nicht machbar.
Unabhängig der wirklichen Hintergründe kann es allerdings kaum schaden, sich gelegentlich mal an die frische Luft zu begeben.
Augen auf und durch!