Braucht es doch keine dunkle Materie? Hubble-Teleskop findet Hinweise auf zehn mal mehr Galaxien als bisher vermutet wurde

Literaturhinweis, Freitag, 14.10.2016, 13:21 (vor 3416 Tagen) @ Literaturhinweis3245 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 14.10.2016, 13:26

Spiegel.de: "Das All hat zehnmal so viele Galaxien wie gedacht"

"Über mathematische Modelle schätzten sie dabei die Zahl solcher Galaxien, die mit der heutigen Generation von Teleskopen noch gar nicht beobachtet werden können. Dabei kamen sie zum Ergebnis, dass rund 90 Prozent der Galaxien für uns nicht erkennbar sind. ... Es zeigte sich, dass es im jungen Universum sehr viel mehr und dabei kleinere Galaxien gab, die vermutlich im Laufe der Zeit zu den großen Galaxien wie die Milchstraße verschmolzen sind."

Die Begründung für die Annahme, daß es zu der 'sichtbaren' Materie, die mit elektromagnetischen Wellen interagiert und daher gemessen/geortet werden kann, auch 'nicht-baryonische', d.h. Dunkle Materie' geben müsse, die nicht mit unserer Wahrnehmungswelt interagiert, bis auf ihre Gravitationswirkungen, war bisher, daß anders die Rotationseigenschaften der 'sichtbaren' Galaxien und Galaxienhaufen ('Cluster') nicht mit der in ihnen 'sichtbaren' Materie und deren Gravitationswirkung erklärt werden könnten.

Nun gibt es m.E. zwei Möglichkeiten:

a) Diese Rotationseigenschaften lassen sich mithilfe der nun 'zusätzlich gefundenen' sichtbaren Materie (besser) erklären und die evtl. fehlende Massen wird man evtl. noch mit selbst von Hubble derzeit nicht abschätzbaren Materiehaufen/'Nebeln', Gaswolken und vagabundierenden massereichen Teilchen der kosmischen Strahlung 'erklären' können

oder

b) die neu gefundenen bzw. rechnerisch vermuteten Galaxien brauchen zur Erklärung ihres Rotationsverhaltens zusätzlich auch noch eigene 'Dunkle Materie'. Dann wird's spannend, denn dann müßte man auch folgerichtig 'zehnmal mehr Dunkle Materie' postulieren (vorausgesetzt, die bisher nicht erkannten Galaxien seien alle durchschnittlich genauso massereich wie die bereits katalogisierten; vermutlich nicht [ganz], sonst hätte man einen Teil davon schon früher erkannt), jedenfalls massemäßig im Verhältnis genau so viel, wie an 'sichtbarer Materie' im Verhältnis hinzukommt.

Um dann aber die Ausdehnung(sgeschwindigkeit) bzw. deren Akzeleration des (sichtbaren) Universums wiederum zu erklären, müßte ähnliches zum Ausgleich dann auch wieder von der noch mysteriöseren 'Dunklen Energie' gelten.

Mal seh'n, ob weitere Verbesserungen bei der Auflösung, z.B. mittels neuer Teleskope, dann, quasi fraktal, immer noch weitere Galaxien(cluster) 'zutage' fördern, bis jeder eine(s) in der morgendlichen Kaffeetasse findet ...

Dann gibt es endlich Kosmos-Experimentierkästen zur Astronomie, Arbeitstitel 'Der kleine Demiurg'.

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