Hallo Rainer,
eine Schwalbe macht bekanntermassen noch keinen Sommer.
Meine Hauptfrage ist nun, wie verhält es sich aus eurer Erfahrung mit
Statinen? Sollte ich sie, wie verordet, einnehmen oder absetzen?
Daher würde ich gerne einen wissenschaftlichen Review zu dem Thema bringen:
Abstract
In contrast to the current belief that cholesterol reduction with statins decreases atherosclerosis, we present a perspective that statins may be causative in coronary artery calcification and can function as mitochondrial toxins that impair muscle function in the heart and blood vessels through the depletion of coenzyme Q10 and ‘heme A’, and thereby ATP generation. Statins inhibit the synthesis of vitamin K2, the cofactor for matrix Gla-protein activation, which in turn protects arteries from calcification. Statins inhibit the biosynthesis of selenium containing proteins, one of which is glutathione peroxidase serving to suppress peroxidative stress. An impairment of selenoprotein biosynthesis may be a factor in congestive heart failure, reminiscent of the dilated cardiomyopathies seen with selenium deficiency. Thus, the epidemic of heart failure and atherosclerosis that plagues the modern world may paradoxically be aggravated by the pervasive use of statin drugs. We propose that current statin treatment guidelines be critically reevaluated.
http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1586/17512433.2015.1011125
Also Selenenzyme und Q10.
Passend dazu aus dem aktuellen Mitgliederheft der Life Extension Foundation*: Selen in Kombination mit Q10 senkt das Herzsterblichkeitsrisiko. Deutlich!
Selen und Q10 sind also "Herzschutzmittel". Statine dagegen zerstören Selenoproteine und stören die Q10- und K2-Synthese und wirken somit über diese Pfade langfristig gegen die Herzkreislauf-Gesundheit- während sie gleichzeitig die Partikelzahl an Lipoproteinen und damit zusätzliche Artherioskleroseprozeße zu senken vermögen. Es dürfte eine Frage des persönlichen Stoffwechsels, der Risikolage und der "Stofflage" (Versorgung) sein, die darüber entscheidet, in welche Richtung die Waage bei Statineinnahme kippt. Immer weniger aber die einer abstrakten Zahl namens "Gesamtcholesterin" aufgrund derer der Rezeptblock meist gezückt wird.
Ausnahme: Sekundärprophylaxe, also nach dem ersten Infarkt. Hier schaut die Datenlage positiv zugunsten einer Verschreibung aus.
*
http://www.lifeextension.com/Magazine/2016/10/Combining-CoQ10-and-Selenium-Reduces-Card...
Interessant sind die dortigen Literaturangaben.
Und ebenfalls der Hammer, das Editorial des British Medical Journal (eines sehr häufig zitierten Blattes):
Statins: we need an independent review
http://www.bmj.com/content/354/bmj.i4992
Das ich aufhören muß zu rauchen, weiß ich. Habe ich mir bis Jahresende
fest vorgenommen. Die Triglyzeridwerte sollten dann runter gehen.
Ernährung stelle ich gerade um, auf mehr Fisch, weniger Schweinefleisch.
Einfache Kohlenhydrate, vor allem den Zucker und Backwaren, zu reduzieren, sollte hier noch viel mehr bringen. Fetter Fisch ist super- iss an jedem Tag, an dem du keinen isst, als Notersatz einige Omega-3-Fischölkapseln, denn der ganze Fisch is(s)t noch am Besten.
Was das Herzrisiko angeht würde ich folgende Baustellen messen und ggf. korrigieren:
-Homocystein <8,0 µmol/l ( Wenn höher, dann liegt wahrscheinlich ein Mangek an B6, Folat/Folsäure und/oder B12 vor)
-hsCRP <0,5 mg/l
-25OHD (="Vitamin D") >= 30ng/ml
Bitte deinen Arzt um die Meßwerte (Kardiologe kann es leichter abrechnen als der Hausarzt), zahle zur Not diese rund 80 Euro selbst als IGEL.
Nimm dazu genug Selen um auf einen Serumwert von >= 130 µg/l zu kommen. Hier in D sind dazu erfahrungsgemäß etwa 200 µg Selenmethionin notwendig. Und Vitamin K2 um eine Verkalkung der Gefäße zu mindern. 100 µg am Tag als Mk7 oder 500µg als Mk7 sind dafür ausreichend.
Meine zweite Frage wäre zum ASS 100.
Soll ich jetzt lebenslang zur Blutverdünnung einnehmen.
Ist das notwendig und sinnvoll? Oder gar gefährlich?
Die Gefahr von Magenblutungen und -geschwüren durch ASS ist reel. Ich etwa habe einen häufigen Genpolymorphismus (via 23andme festgestellt) aufgrund dessen ich dafür sehr prädisponiert bin. Fischöl wirkt ebenfalls blutverdünnend, siehe oben.
Weidenrindenextrakt hat für mich ebenfalls ein besseres Wirkungs/Nebenwirkungsprofil als Thrombozytenhemmer:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21226125
Rund 260 mg davon (bezogen auf den Salicingehalt) sind äquivalent zu 100 mg Aspirin.
ciao,
Sorrento