Der transatlantische Sklavenhandel (16.-19. J.h.)

Beo2, NRW Witten, Montag, 10.10.2016, 17:59 (vor 3484 Tagen) @ Reffke1159 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 10.10.2016, 18:32

Hallöchen @Reffke.

Verkauf in die Neue Welt betraf nicht nur Schwarze, und mehr Deutsche, als Viele vermutlich denken.

Ja, das kann mensch aber nicht im entferntesten mit der Sklavenjagd und dem -handel mit Schwarzafrikanern vergleichen. Es handelte sich um die Vermietung von deutschen Söldnern an die in Amerika im Unabhängigkeitskrieg kämpfende britische Krone, die in einigen deutschen Kleinstaaten teilweise auch zwangsrekrutiert wurden.

Es wurden vermutlich viel mehr "Weiße" verhandelt, als Schwarze!

Das mag in den Jahrhunderten vor der Entdeckung und Besiedlung der Neuen Welt gewesen sein.

Vollständigkeitshalber hier noch einige Zusatzinformationen zum Sklavenhandel mit Schwarzafrikanern im 16.-19. Jahrhundert:

https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantischer_Sklavenhandel
"Der atlantische Sklavenhandel begann Anfang des 16. Jahrhunderts. Afrikaner wurden in Afrika gekauft, mit Schiffen von Afrika nach Amerika transportiert und dort weiterverkauft. Die meisten dieser Schiffe befanden sich im Besitz von Europäern.
Die Jagd auf Sklaven und die Verbringung zu den Schiffen wurde in der Mehrheit der Fälle von arabischen und afrikanischen Händlern betrieben; die Europäer nahmen auf die Angebotsseite des Sklavenmarktes durch die Nachfrage nach Sklaven Einfluss, nicht aber durch eine direkte Beteiligung an der Sklavenjagd oder am innerafrikanischen Sklavenhandel.
Viele Sklaven waren Beute, Menschen, die in ethnischen Konflikten oder Kriegen gefangen wurden. Es war üblich, Gefangene zu töten, sie mit anderen Stämmen zu tauschen oder sie eben an der Küste an Sklavenhändler zu verkaufen ..."
"70 Prozent der Sklaven in der Neuen Welt wurden beim Zuckerrohranbau und dem arbeitsintensivsten Bereich der Getreidewirtschaft eingesetzt. Andere mussten bei der Kaffee-, Baumwoll- und Tabakwirtschaft sowie im Bergbau arbeiten.
Die gewonnenen Erzeugnisse wurden nach Europa oder Afrika verschifft. Aus Europa importierten die Schiffe dann veredelte Güter und Nahrungsmittel, aus Afrika Sklaven. Die gesamte Wirtschaft des atlantischen Bereichs hing von der Versorgung Westindiens mit arbeitsfähigen oder fortpflanzungsfähigen Sklaven ab, und dieser dreiseitige Handel (Atlantischer Dreieckshandel) über den Atlantik prägte den gesamten weltweiten Seehandel. Die Kolonien zählten zum wichtigsten Besitz europäischer Seemächte ..."

"Nachdem die Briten mit dem Slave Trade Act vom 24. Februar 1807 ihren eigenen Sklavenhandel beendet hatten, mussten sie auch andere Völker dazu bringen, da sonst die britischen Kolonien Wettbewerbsnachteile im Vergleich zu denen anderer Nationen gehabt hätten. So wurde auf britischen Druck auf dem Wiener Kongress die Ächtung der Sklaverei im Artikel 118 der Kongressakte durchgesetzt. Die Vereinigten Staaten verboten den Handel gleichzeitig mit Großbritannien (Act Prohibiting Importation of Slaves), ebenso Dänemark (ein kleiner Akteur im internationalen Sklavenhandel). Andere kleinere Akteure wie Schweden folgten bald, ebenso die Niederlande (sie waren im 19. Jahrhundert die drittgrößte Kolonialmacht hinter Großbritannien und Frankreich).
Vier Nationen setzten sich hartnäckig gegen das Aufgeben des Sklavenhandels zur Wehr: Spanien, Portugal, Brasilien (nach seiner Unabhängigkeit) und Frankreich. Großbritannien nutzte jedes Mittel, diese Nationen zum Einlenken zu bewegen. Portugal und Spanien, die bei Großbritannien nach den Napoleonischen Kriegen verschuldet waren, willigten erst allmählich nach großen Zahlungen ein, den Sklavenhandel einzustellen. 1853 hatte die britische Regierung an Portugal über drei Millionen Pfund und an Spanien über eine Million zur Beendigung des Sklavenhandels gezahlt. Brasilien willigte jedoch nicht ein, den Sklavenhandel zu stoppen, bis Großbritannien militärische Maßnahmen gegen seine Küsten ergriff und 1852 mit einer Blockade drohte ...
Für Frankreich suchten die Briten zuerst eine Lösung während der Verhandlung am Ende der napoleonischen Kriege, aber Russland und Österreich willigten nicht ein. Großbritannien verlangte nicht nur, dass andere Nationen den Sklavenhandel verboten, sondern verlangte auch das Recht, dieses Verbot polizeilich zu überwachen. Die Königliche Marine verschaffte sich die Legitimation, alle verdächtigen Schiffe zu untersuchen und die zu beschlagnahmen, die Sklaven transportierten oder für diese Zwecke ausgerüstet waren. Während Frankreich sich formal einverstanden erklärte, den Sklavenhandel 1815 zu verbieten, erlaubte es Großbritannien nicht die polizeiliche Überwachung, noch tat es viel, um es selbst zu erzwingen; so erfolgte ein ausgedehnter jahrelanger Sklaven-Schwarzmarkthandel ... Der französische Sklavenhandel kam erst 1848 zum vollständigen Erliegen
..."

https://de.wikipedia.org/wiki/Sklavenhandel#Neuzeit
"Der atlantische Sklavenhandel spielte sich dem lange Zeit als gesichert geltenden Modell des Dreieckshandels zufolge so ab, dass die europäischen Sklavenhändler an der afrikanischen Küste Manufakturwaren (Werkzeuge, Waffen und Textilien) gegen Sklaven tauschten, die nach Amerika transportiert und dort verkauft wurden, um als Arbeitskräfte auf Zuckerrohr-, Baumwoll-, Kaffee-, Kakao- und Tabakplantagen sowie in Bergwerken zu arbeiten. Die Sklavenhändler erwarben dann die Erzeugnisse dieser Plantagen und Minen und verkauften sie in Europa mit Profit weiter ..."
"Zuweilen gingen die Europäer selbst auf Sklavenjagd; die meisten Sklaven wurden aber von lokalen Herrschern und Händlern an der afrikanischen Küste verkauft. Da Krieg die wichtigste Quelle für Gefangene war, die sich als Sklaven an die Europäer verkaufen ließen, führte der Sklavenhandel auch zu mehr Konflikten in Afrika. Teilweise wurden Kriege gezielt geschürt, um mehr Sklaven zu bekommen. Nach der Überfahrt mit eigens umgerüsteten Sklavenschiffen kamen jene Sklaven, welche diese „Middle Passage“ des oben angesprochenen Dreieckshandels überlebt hatten, in die Plantagen und Bergwerke Amerikas, vor allem Westindiens. Die holländische Insel Curaçao vor der Küste von Venezuela wurde zum bedeutendsten Sklavenmarkt der Welt ..."
"Aufgrund von quantitativen Untersuchungen, die der amerikanische Historiker Philip Curtin bereits in den 1960er Jahren durchführte und die später von anderen Wissenschaftlern beständig erweitert wurden und 1998 schließlich in einer Datenbank kulminierten, in der etwa 27.000 transatlantische Sklaventransporte erfasst sind, geht die Fachwissenschaft heute davon aus, dass zwischen 1519 und 1867 etwa 11,06 Millionen Afrikaner im Rahmen des atlantischen Sklavenhandels nach Amerika verschleppt wurden, davon 3,9 Millionen nach Brasilien. Damit dürften ältere Schätzungen, die von 15 Millionen Verschleppten ausgingen, „an der Obergrenze des Realistischen liegen ... Die ungefähre Zahl der Menschen, die während des Transports über den Atlantik starben, wird auf bis zu 1,5 Millionen Menschen geschätzt
..."

Mit Gruß, Beo2


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