OT: Stalking oder 'Nachstellung'/'obsessive Verfolgung' - Vorbeugung, Abwehr, Therapieansätze, Rechtsratgeber, Polizeiarbeit

Literaturhinweis @, Sonntag, 02.10.2016, 17:42 vor 3441 Tagen 3669 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 03.10.2016, 06:43

Das sog. "Stalking", die "Pirsch" oder "Nachstellung" im deutschen Strafrecht ("beharrliche oder obsessive Verfolgung" im österreichischen Strafrecht, in der Schweiz wird noch um die rechtliche Ausgestaltung gerungen) betrifft Fälle, in denen eine Person permanent gegen den Wunsch des Opfers dessen Nähe aufsucht, so daß das Opfer sich dadurch belästigt bzw. in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt fühlt.

Darüberhinaus können schwerere Delikte damit verbunden sein, von Nötigung über Körperverletzung, Freiheitsberaubung bis hin zum Mord; Abhilfe ist je nach 'Geschick' des Täters oft schwierig. Aktuelles Beispiel war der Mord an einem Möchtegern-Lebenspartner eines Piraten-Politikers in Berlin und dessen anschließender Selbstmord, die nach Meinung des Bruders des Opfers hätten verhindert werden können. Allgemein wird kritisiert, daß die Polizei in Sachen Stalking-Strafanzeige des nun zu Tode gekommenen Opfers zu zögerlich ermittelt hätte.

Ein anderer Fall, der vor gar nicht allzulanger Zeit durch die Medien ging war der Fall einer liebestollen älteren Dame, die seit Jahren einem Pfarrer nachstellt.

Meist bewegen sich die Beeinträchtigungen der Opfer "irgendwo zwischen" diesen beiden Extremen, es kann jedoch passieren, daß der Opferschutz extreme Wege gehen und das Opfer und seine gesamte Familie in Analogie zum Zeugenschutzprogramm mit einer vollständig neuen Identität ausstatten muß!

Wer den deutschen Strafrechtspraragraphen 238 Nr. 3 liest, stellt fest, daß nunmehr auch der beliebte Schülerstreich, für den unbeliebten Lehrer auf dessen Namen Pizza bei zwanzig verschiedenen Lieferservices zu bestellen, unter die Strafandrohung des 'Stalking' fällt.

Problematisch will dagegen Abs. 1, Ziffer 5 "[oder] eine andere vergleichbare Handlung vornimmt ..." erscheinen, schließlich gibt es das strafrechtliche Analogieverbot; die Formulierung stellt sicherlich eine Gratwanderung dar, die irgendwann vor dem Bundesverfassungsgericht enden dürfte.

Wer davon betroffen ist oder Betroffene kennt, kann sich in den unten gelisteten Literatursammlungen weiter informieren.

Von Interesse könnten u.a. sein:

- Stalking in Deutschland : ein Handbuch für alle Praxisbereiche

- Seelische Gewalt in Paarbeziehungen. Interventionsformen und Bewältigungsstrategien

- Stalking-Ratgeber für Betroffene

- Stalking - (M)ein Leben im Kreislauf der Angst!: Erfahrungsbericht & Ratgeber

- Stalking und polizeiliche Eingriffsmöglichkeiten

Weiterhin sind unten auch Therapieansätze und sonstige Hilfsmöglichkeiten aufgeführt.

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Stalking-Literatur: Ratgeber, Therapieformen- und -möglichkeiten, Polizeiliche Intervention, Rechtslage, Betroffenenhilfe

Literaturhinweis @, Sonntag, 02.10.2016, 17:46 vor 3441 Tagen @ Literaturhinweis 2775 Views

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Stalking - Phänomenologie, Ätiologie/Ursachenforschung, Kriminologie

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Kriminologie des Stalking allgemein    |    Kriminologie des Stalking: Beschreibungen/Phänomenologie    |    Kriminologie des Stalking: Forschung    |    Kriminologie des Stalking: Risikobewertung/Risikoprofile

Stalking - Sonstiges    |    Stalking im Unterricht


Stalking allgemein, Stalking am Arbeitsplatz und in Paarbeziehungen, Stalking und Mobbing

Stalking am Arbeitsplatz    |    Stalking und Gewalt (in Beziehungen)    |    Stalking in Paarbeziehungen    |    Stalking und Mobbing    |    Sonstiges zu Stalking


Stalking-Ratgeber, polizeiliche Eingriffsmöglichkeiten

Stalking-Ratgeber für Betroffene

Recht des Stalking - Ratgeber für Betroffene    |    Vorbeugungsmaßnahmen gegen Stalking

Stalking-Biographien mit Ratgebercharakter    |    Stalking - Hilfe/Abwehr/Beistand

Stalking und Polizei

Stalking und polizeiliche Eingriffsmöglichkeiten    |    Recht des Stalking - Polizeiliche Aspekte


Stalking im Internet/in sog. 'sozialen' Medien - Cyber-Stalking

Cyber-Stalking-Ratgeber

Recht des Cyber-Stalking    |    Stalking im Internet/Cyber-Stalking    |    Beschreibungen zu Cyber-Stalking    |    Cyber-Stalking und Cyber-Mobbing

Cyber-Stalking - Polizeiarbeit    |    


Biographien von Stalking-Opfern, Romane zum Thema Stalking

Stalking-Biographien mit Ratgebercharakter    |    Stalking-Biographien allgemein

Belletristik/Krimis/Romane zu Stalking


Stalking: rechtliche Aspekte der Nachstellung/obsessiven Verfolgung

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Therapeutische und sozialpädagogische Ansätze - für Opfer und zur Behandlung von Tätern

Therapeutische Ansätze bei Stalking - allgemein    |    Therapeutische Ansätze bei Stalking - Psychotherapien    |    Therapeutische Ansätze bei Stalking - Sozialarbeit/Sozialpädagogik    |    Stalking als Objekt psychiatrischen Handelns

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Modern Stalking: die Nachstellungsgesetzgebung in Deutschland wird nachge(schlimm)bessert

Literaturhinweis @, Freitag, 16.12.2016, 12:16 vor 3366 Tagen @ Literaturhinweis 1924 Views

Wenn schon bei den Grünen jemand Bedenken gegen einen opferschützenden Gesetzentwurf hat, dann könnte was dran sein:

"... Katja Keul (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte die vorgeschlagenen Umwandlung des Tatbestands in ein Eignungsdelikt. Damit werde 'der Anwendungsbereich des Stalking-Paragrafen bedenklich weit gefasst und die Strafbarkeit erheblich vorverlagert'. Dies werfe mehr Fragen auf, als es löse. Denn wie solle ohne eine Reaktion des Opfers festgestellt werden, welche Reaktion auszulösen die Tat geeignet gewesen sein könnte?"

Bundestag: "Rechtsänderungen zur Verfolgung von Stalkern umstritten"

Vorneverteidigung nannte man das früher.

Und damit auch der deutschen Sprache weniger mächtige Stalker sich orientieren können, gibt es nun "Stalking-Informationen in Leichter Sprache".

Denn es hieß ja zu früheren Episoden deutscher Geschichte, keiner habe was gewußt, schließlich erschien Mein Kampf nicht in einfacher Sprache, und damals waren die Abiturnoten schlechter.

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