Antifamilienpolitik

Falkenauge, Sonntag, 02.10.2016, 16:39 (vor 3441 Tagen) @ Michael Krause2521 Views

Fast alle Kinder sind arm, weil sie entweder nicht arbeiten oder auch kein
Vermögen besitzen. Es werden aber immer mehr Kinder in armen Familien
geboren, weil der Staat hierfür Fehlanreize setzt. Wer keine Ausbildung
abgeschlossen hat, wird niemals das verdienen, was ein Hartz IVer mit
Kindern vom Staat bekommt. Die Folge ist, dass die Kinderzahl der Hartz IV
Bezieher wächst und damit auch die Kinderarmut.

Das ist ja nicht falsch. Aber der Artikel bei JF hat eine umfassendere Intention: die Familienfeindlichkeit des Systems.

"Sie alle (Berichte und Statistiken) haben festgehalten, daß Alleinstehende mit Kindern und kinderreiche Familien in den Armutsrankings seit Jahrzehnten ganz oben stehen. Die Politik hat sich stets wohlfeil empört und daraus das Mantra geschmiedet: Mehr Krippenplätze, damit auch die Mutter arbeiten könne – als ob sie zu Hause nicht arbeiten würde. Nie ging es um das Kindeswohl, das in der emotionalen Beziehung der Kinder zu ihren Eltern liegt, immer ging es darum, der Familie den Effizienzkult der Wirtschaft überzustülpen.

Liebe läßt sich aber nur schlecht zeitlich organisieren und eingrenzen, sie braucht eigentlich permanent Zeit für Zuwendung und Zärtlichkeit. Das wußte auch schon Pestalozzi, der seine pädagogischen Erkenntnisse eben in drei Z zusammenfaßte: Zeit, Zuwendung, Zärtlichkeit. Das wichtigste ist dabei die Zeit. Ohne sie keine Zuwendung. Zeit ist kein emotionaler Luxus. Es ist Investition in die Zukunft.

Denn die Liebe erzeugt die Eigenschaften, die Wirtschaft und Gesellschaft brauchen, jene berühmten Voraussetzungen, von denen der Staat lebt und die er selber nicht schaffen kann und die nur in der Familie geschaffen werden können. Es ist bezeichnend, daß â€“ folgt man der wissenschaftlichen Literatur – „die Erzeugung solidarischen Verhaltens“ als ein Grund für den verfassungsrechtlichen Schutz der Familie genannt wird. Es sei eine Leistung, schrieb der Nestor der Familienpolitik, Heinz Lampert, die in der Familie „in einer auf andere Weise nicht erreichbaren Effektivität und Qualität“ erbracht werde."

"Aber auch da geht es an der Wirklichkeit vorbei. Verbände und Experten weisen mit exakten Berechnungen seit Jahren darauf hin, daß eine Familie mit zwei Kindern bei einem Durchschnittsverdienst trotz Kindergeld unter dem steuerrechtlichen Existenzminimum liegt und bei drei Kindern an die Hartz-IV-Schwelle rückt. Hartz IV indes, so der Verband Familienarbeit, „ist kein geeignetes Mittel zur Bekämpfung der Kinderarmut.

Nur eine finanzielle Anerkennung der im Dienste der Allgemeinheit erfolgten Erziehungsleistung kann Gleichberechtigung für Eltern herstellen.“ Denn „im Rahmen unseres Sozialsystems wird der Gewinn aus der Kindererziehung vergesellschaftet, während die Kosten ganz überwiegend weiter den Eltern überlassen blieben“. Diese Enteignung der Eltern sei der „Hauptgrund für die zunehmende Kinder- und Familienarmut“.

Tichy beschreibt dieses Phänomen hier sehr richtig:

http://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/bertelsmann-studie-die-maer-von-der-kind...

Tichy behandelt einen anderen Aspekt, das HartzIV-Problem. Dass das HartzIV-Kindergeld von Familien ausgenutzt wird, mehr Kinder zu zeugen. Sie mögen damit zufrieden sein. Dass die Kinder damit aus der Armut herauskommen, darin folge ich Tichy nicht.
Natürlich ist der aufgeblähte Sozialstaat ein zentrales Problem:

Wenn es sozial ist, verarmten Menschen mit Steuergeldern zu helfen, was ist denn dann das Verhalten der verantwortlichen Politiker eines „Rechtsstaates“, offenen Auges eine solche immer mehr anschwellende massenhafte Verarmung überhaupt erst entstehen zu lassen?! Und zwar durch Rechtsverhältnisse, die sie selbst übernommen, geduldet oder geschaffen haben. Was ist das für eine gigantische Verlogenheit?! Rechtsverhältnisse, die eine gewaltige Schere zwischen Arm und Reich wachsen lassen, sind nicht Kennzeichen eines Rechtsstaates, in dem Gerechtigkeit für alle herrscht, eines Sozialstaates schon gar nicht. Dem liegen Privilegien für wenige zugrunde, die in den Mantel des Rechts gehüllt sind. Der Sozialstaat - Feigenblatt des sozialen Unrechts


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