OT: 'Peak Oil', das 'Flasche leer' des Pyrozäns? Hubberts' und anderer Voraussagen über die Erschöpfung der Ölvorkommen u.a.
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 02.10.2016, 17:51
'Peak Oil' war im alten Elliott-Wellen-Forum schon Thema, und im heutigen Gelben ist es das mit viermal so vielen Treffern erst recht, wie ohnehin sehr viele Energiefragen. Ohne Energie schließlich keine moderne Wirtschaft. Das römische Reich basierte noch i.W. auf Sonnenenergie (sowohl, was den Nahrungsanbau, die Tierzucht, als auch die Gewinnung von Brennmaterial und auch schon Passivheizungen betraf - vgl. den Badebetrieb). In den folgenden Jahrhunderten kam irgendwann der Kohleabbau hinzu (der zwar auch auf Sonnenenergie zurückgeht, aber eben nicht auf die zeitgleich zum Verbrauch eingestrahlte), ebenso wie Wind- und Wasserkraft, i.W. bei Getreidemühlen und dann auch im Bergbau.
Die Nutzung des Erdöls zur Energiegewinnung dagegen fällt schon in die Zeit nach der Aufklärung und seine kriegerische Geschichte hält bis heute an. Dabei sind heute auch die Landwirtschaft und die Chemieindustrie in hohem Maße ölabhängig, d.h. weder die heute verbrauchten Mengen an Kunstdünger noch die organische (Kohlenstoff-) Chemie (Plastik, Farben, Lacke, Schmiermittel u.a.) gäbe es (so) ohne Erdöl.
Und folglich wäre ein Wegfall dieser Quelle von überragender Bedeutung für das derzeitige Wirtschaftssystem und seine 'Leistungsfähigkeit'. Das Transportwesen würde sofort zusammenbrechen, und das meiste andere in Folge auch. (Die hier im Forum oft beispielhaft genannten 'Energiesklaven' lassen grüßen.)
Ob Elektroautos da "Abhilfe" schaffen könnten, hängt entscheidend davon ab, wo deren Strom herkommt - meist ist es ein Mix aus Kohle, ein wenig Wasserkraft, Kernenergie und eben Gas und Öl. Zu behaupten, Elektroautos seien keine ölgetriebenen Fahrzeuge, ist jedenfalls ein wenig blauäugig.
Was nun genau besagt die 'Peak-Oil'-These?
Hubberts Theorie kann man im wesentlichen darauf reduzieren:
Eine Zeitlang steigt jedes Jahr die Fördermenge an Erdöl (und natürlich der Verbrauch), aber 'irgendwann' erreicht diese Fördermenge einen Höchststand ('Peak' = Gipfel), und fällt danach nur noch, trotz evtl. erhöhter Anstrengungen, weiterhin mehr zu fördern.
Die Begründung dahinter ist, daß die Öllagerstätten endlich sind, und im Beobachtungszeitraum kein neues Öl mehr (in nennenswertem Umfang) gebildet wird.
Dem widerspricht z.T. die These von der 'abiotischen' Genese des Erdöls, deren unterschiedliche Vertreter z.T. auch theoretisieren, daß Erdöl laufend neu nachbgebildet wird (was nur für Methan nachgewiesen ist). Zur Untermauerung dienen neben theoretischen Überlegungen u.a. Beobachtungen, wonach manche Ölquellen nach scheinbarer Erschöpfung plötzlich wieder Öl abgeben. Natürlich gibt es hierfür auch andere Erklärungsansätze, etwa, daß dieses vorher schon vorhandene Erdöl aus anderen Nachbarbereichen oder z.T. tieferen Schichten nachfließt. M.E. ist die abiotische These nicht endgültig widerlegt, aber bisher auch nicht sonderlich gut durch Beobachtungen zu untermauern; und sollte solches Öl nur durch extreme Tiefbohrungen zu erschließen sein, kann man es behandeln wie 'nicht vorhanden'. Auf diese These wird daher hier nicht weiter eingegangen, der Exkurs dient nur dazu, zu illustrieren, daß es eine Mindermeinung gibt, für die Peak Oil logischerweise kein zwingender Schluß ist, jedenfalls nicht in den nächsten Jahrhunderten. (Vgl. auch ähnliche technologische Träumereien.)
Wenn man aber die Mehrheitsmeinung gelten läßt, wonach sich die derzeit auffindbaren Kohle- und Öllagerstätten über Jahrmillionen langsam aus abgestorbenem organischem Material gebildet haben, das heute schneller abgebaut bzw. gefördert wird, als es jemals aufgrund derselben chemischen Prozesse neu gebildet werden könnte, dann erscheint offensichtlich, daß diese Lagerstätten (auch bei der Kohle) irgendwann erschöpft sein müssen, bzw., daß irgendwann neue Lagerstätten nur noch mit einem Aufwand zu erschließen wären, die ihre (energetische und/oder finanzielle) Ausbeute übersteigt.
Spätestens dann ist unweigerlich Schluß mit dem Verbrauch des jeweiligen Energieträgers.
'Peak Oil' geht nun, mit logisch nachvollziehbaren Gründen, davon aus, daß es bereits weit davor einen Punkt geben muß, ab dem die Ölförderung wieder zurückgehen, die geförderten Mengen also Jahr um Jahr kleiner werden müssen.
Die Frage ist dann nur noch, 'wann'. Es gibt meiner Beobachtung nach (wenn man die abiotische These außer acht läßt) nur drei Möglichkeiten, mit der Peak-Oil-These umzugehen:
a) man pflichtet Hubberts ursprünglichen Szenarien bei, dann ist dieser Höhepunkt evtl. schon überschritten
oder
b) man stimmt der These zwar zu, aber sagt 'noch nicht jetzt' und behauptet also, 'Peak Oil' liege in einer anderen, näheren oder ggf. fernen Zukunft
oder
c) man postuliert irgendwelche parallel dazu eintretenden gesellschaftlichen Prozesse, die bewirken, daß Peak Oil keine Rolle spielt, weil 'rechtzeitig' die 'postfossile' Energiezukunft begänne (mit etlichen gesellschaftlichen Umbrüchen). Zu sehen ist davon wenig, insbesondere verbrauchen auch die sog. Erneuerbaren Energien im wesentlichen Erdöl, wenn man sich die gesamte Kette genauer anschaut. Ob ein 'Wasserstoffzeitalter' in ein paar Jahren beginnen kann, ist auch schwer zu bezweifeln. Die meisten als 'Abhilfe' genannten Verfahren haben derart unterirdische Wirkungsgrade (Ringwallspeicher, Power-to-Gas u.v.a.m.) oder Flächenverbräuche (Windkraft), daß man sie eigentlich vom wissenschaftlichen Standpunkt bisher nur ins Reich der Träume verweisen kann, auch wenn daran mittlerweile ein Haufen habilitierter Protagonisten 'forschen'. Aber das geschieht ja straflos auch schon lange im Bereich der Fusionstechnik.
Eine weitere Art Meinung ist die: "... genug Öl ist wohl durchaus vorhanden, nur soll es keiner wissen ..." und die natürlichen Vorkommen an Methanhydrat.
Betrachtet man neben der reinen Verfügbarkeit von irdischen Kohlenwasserstoffen den Aufwand, diese zu fördern (EROI), so landet man bei der Schlußfolgerung der Hills Group: "... die gesellschaftlich nutzbare Energie des Öls wird etwa 2030 bei Null angekommen sein".
In diesem Sinne hier einige Literaturhinweise zur Peak-Oil-Problematik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen (siehe auch den Schwesterbeitrag "Fracking (unkonventionelle Erdöl- und -Gasgewinnung) in geologischer, politischer, wirtschaftlicher, ökologischer Sicht").
Peak-Oil-Theorie und -Szenarien allgemein
Allgemeines zur Peak-Oil-Theorie und -Forschung    |    Zukunftsszenarien für 'Postfossile' Gesellschaften
Demographie und Städtebau nach Peak Oil    |    Mobilität nach Peak Oil - Elektrofahrzeuge u.a.    |    Mobilität nach Peak Oil - allgemein
'Nachhaltigkeit', Politische 'Lösungen', Rohstoffspekulation/Hedging usw.
Nachhaltigkeitsstrategien und Peak Oil    |    Peak Oil und Umweltfragen/Umweltbewegung/Klimaschutz usw.    |    Politik mit und nach Peak Oil    |    Sonstiges zur Peak-Oil-Thematik    |    Spekulation auf Peak-Oil-Basis
Fracking
Siehe auch Beitrag: "Fracking (unkonventionelle Erdöl- und -Gasgewinnung) in geologischer, politischer, wirtschaftlicher, ökologischer Sicht"
Fracking als Einflußgröße auf das Peak-Oil-Szenario
Alternativszenarien, Energiesubstitution, 'Survival' u.a.
Siehe auch "Die US-Bewegung zu 'Survival'/Überleben SHTF, TEOTWAWKI, 'Bug Out' etc."
Überlebensstrategien für Einzelne und Gemeinschaften nach Peak Oil    |    Energiealternativen, Wasserstofftechnik
Geschichte des Erdölzeitalters
Erdöl und Erdölwirtschaft allgemein    |    Geschichte des Erdölzeitalters
Sonstiges zu Peak Oil
Literarische Bearbeitungen des Themas Peak Oil
--
Literatur-/Produkthinweise. Alle Angaben ohne Gewähr! - Leserzuschriften
" />![[image]](https://assets.zerohedge.com/s3fs-public/styles/square/public/2021-10/rome-fire.jpg?itok=98EmFf6V)
)
.
? Damit ist klar, die deutsche Automobilindustrie, die Carnot-Könner dieser Welt.., dürfen abtreten oder verschwinden.
.
![[image]](http://i.imgur.com/sNgr9Fh.png)
![[image]](http://www.acting-man.com/blog/media/2014/04/repent-the-end-is-nigh-ye-must-be-cleansed.png)