Korrektur: Zu "nicht mehr Dünger als sonst verwendet":
Beim Zimt stimmt das nicht, da kam noch Kohle mit Rinderurin dazu. Die 208%+ beziehen sich auf den Stammdurchmesser (Zimt=Baumrinde).
Der Artikel ist ziemlich lang, hier noch ein paar Auszüge:
"Für den Einsatz in der Landwirtschaft ist Pflanzenkohle insbesondere als ein Trägermittel für Nährstoffe zu verstehen. Sie muss vor ihrem Einsatz im Boden zunächst mit (organischen) Nährstoffen aufgeladen werden. Damit die Pflanzen aber maximal von der angereicherten Pflanzenkohle profitieren, muss sie dahin appliziert werden, wo die Wurzeln die Nährstoffe auch aufnehmen können. Auf diese Weise genügt schließlich eine Hand voll Pflanzenkohle pro Pflanze, um erhebliche Ertragssteigerungen zu erreichen...
Wird jedoch eine kleine Menge in den Wurzelraum jeder einzelnen Pflanze appliziert, profitieren nur die jeweiligen Pflanzen und ihre Wurzelsymbionten, nicht aber die unerwünschten Beikräuter dazwischen...
Die in die (künftige) Wurzelzone applizierte Pflanzenkohle stimuliert zunächst das Feinwurzelwachstum und stellt ein zuverlässiges Nährstoff- und Wasserdepot für die Pflanze zur Verfügung. Die Nährstoffe in der Kohle werden auch bei starken Regenereignissen vor dem Auswaschen geschützt. Zudem sorgt die gespeicherte Feuchtigkeit im Wurzelbereich dafür, dass Mikroorganismen auch bei längerer Trockenheit länger aktiv bleiben und die Pflanzenwurzeln symbiotisch versorgen. Trotzdem werden sich die Pflanzen nicht auf das volumenmäßig letztlich kleine Kohle-Nährstoffdepot im Oberwurzelbereich beschränken, sondern nach der Stimulierung des Wurzelwachstums kräftig in den Unterboden ausschlagen (Abiven et al., 2015). So erschließen sich die Pflanzen weit besser den Boden, mobilisieren Mineralstoffe und Wasser aus dem Unterboden und Gestein, wachsen robuster und sorgen durch das stärkere Wurzelwachstum zudem für eine Anreicherung von Humus auch in tiefer liegenden Bodenschichten. Das Kohle-Nährstoffdepot kann für eine gleichmäßige Nährstoffaufnahme und Stimulation von Wurzelfunktionen sorgen, aber entscheiden ist auch, dass die Pflanze nicht allein vom Kohlesubstrat lebt, sondern die Wurzeln gesund bis tief in den Boden ausbreitet und damit all die wichtigen Ökosystemfunktionen erfüllt...
In unseren vielen Feldversuchen haben wir die Pflanzenkohle sowohl mit gelösten Chemiedüngern (NPK) als auch mit flüssigen organischen Düngern (vor allem Tierurin) beladen. Dabei hat sich sehr deutlich herausgestellt, dass insbesondere die Aufladung mit organischen Flüssigkeiten das Wachstum der Pflanzen stimuliert. Selbst bei vollkommen gleichen Aufwandmengen an Stickstoff, Phosphat und Kalium führten in unseren Versuchen (siehe Abb. 8ff) die mit organischen Flüssigkeiten beladenen Pflanzenkohlen zu durchschnittlich 50% höheren Erträgen als die Varianten mit chemisch beladenen Nährstoffen.
Es ist also offensichtlich – wenn auch wissenschaftlich noch nicht hinreichend bewiesen und mechanistisch erklärt -, dass der starke Wachstumseffekt, der durch die mit organischen Flüssigkeiten beladene Pflanzenkohle verursacht wird, nicht nur mit den Aufwandmengen der traditionellen Hauptnährstoffe (NPK) erklärt werden kann. Die Gesundheit und das Wachstum von Pflanzen sind eben nicht nur von drei düngenden Substanzen (NPK), Wasser und Luft abhängig. Während in den traditionellen synthetischen Düngern tatsächlich nur drei bis fünf mineralische Salze (N-P-K-Mg-S) enthalten sind, befinden sich z.B. im Urin über 3000 organische Substanzen (Bouatra et al., 2013), die allesamt auch Nährstoffe für Mikroorganismen sind. Zudem sind darin zahlreiche Signal- und Botenstoffe enthalten, die offenbar die mikrobielle Aktivität im Boden stimulieren und darüber wohl auch das Pflanzenwachstum.
Wir hinken, wie schon gesagt, mit fundierten wissenschaftlichen Erklärungen über die Funktion der Pflanzenkohle in Zusammenhang mit organischen Nährstoffen noch hinterher und müssen uns noch mit vielen (immerhin recht fundierten) Vermutungen begnügen. Die Beobachtungen aber sind klar:Die Kombination von Pflanzenkohle und organischen Nährflüssigkeiten verschafft den Landwirten (erstmals) einen organischen Dünger, der die Effizienz von Chemiedüngern nicht nur hinsichtlich der Pflanzengesundheit, sondern auch hinsichtlich des Pflanzenwachstums und der Erntemengen übertrifft.
Dies ist zugleich die vielversprechendste Perspektive für die Anwendung von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft. Es könnte zur Grundlage für eine optimierte biologische Landwirtschaft mit gleichen oder höheren Erträgen als die konventionelle, chemiebasierte Agrarindustrie werden...
![[image]](http://www.ithaka-journal.net/wpForschung1/uploads//2016/06/cabbage_farmer_trial_2.jpg)
In einem Farmer-Versuch wurde mit jeweils neun bzw. zehn Bauern in zwei verschiedenen Dörfern jeweils die traditionelle Variante mit nur Kompost und eingemischtem Rinderurin verglichen mit einer Variante, in der die gleiche Menge Kompost und Rinderurin verwendet wurde, der Rinderurin aber zuvor auf Pflanzenkohle geladen wurde. Die Aufwandmenge an Pflanzenkohle entspricht 1 Tonne pro Hektar.
![[image]](http://www.ithaka-journal.net/wpForschung1/uploads//2016/06/chili-tee.jpg)
Links sind die Ergebnisse eines Chili-Versuches zu sehen, wo verschiedene Applikationstechniken verglichen wurden. Es ist statistisch hochsignifikant, dass die unmittelbare Wurzelzonen-Applikation der organisch aufgeladenen Pflanzenkohle die beste Variante ist. Auf dem rechten Diagram sind die Ergebnisse eines Versuches in einer Teeplantage in Ilam zu sehen. Auch hier zeigt sich deutlich, dass der wachstumssteigernde Effekt auf die Kombination von Rinderurin und Pflanzenkohle zurückzuführen ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Nährstoffflüssigkeit auf die glühende oder auf die kalte Kohle appliziert wurde.
Edit: Nochmal die Quelle: http://www.ithaka-journal.net/wurzelapplikation
Beste Grüße