Probleme mit Pensionsrückstellungen in Kapitalgesellschaften
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 25.09.2016, 18:55
In den 80-iger Jahren waren sie ein Hit um zusätzliche Liquidität zu erlangen. Die Versicherungsgesellschaften schickten ganze "Hit-Teams" los, um die Vorteile dieser Möglichkeiten zu preisen und ihre "Absicherung" durch Rückdeckungsversicherungen in klingende Münze zu verwandeln.
Inzwischen läuft sowohl den Versicherungen als auch den Kapitalgesellschaften mit diesen Konstrukten "der Hintern auf Grundeis" um es einmal plastisch auszudrücken.
Die Zinsen und die Berechnungen der derzeitigen und zukünftigen Rückstellungserfordernisse (separate Handelsbilanz- und Steuerbilanz-Berechnungen, denn die unterscheiden sich z.Zt. erheblich) wurden seinerzeit mit einem Durchnittszinssatz von 6 % berechnet. Heute können wir uns auf Minuszinsen vorbereiten. Den Versicherungen fehlen die Zinsen, die Kapitalgesellschaften werden aufgrund des desolaten Zinsniveaus mit immer höheren Rückstellungen konfrontiert.
Dieses Problem betrifft alle! Sowohl die großen Kapitalgesellschaften als auch die kleinen GmbHs, sofern sie sich auf die "Verlockungen" der 80-iger eingelassen haben. Die "Kleinen" betrifft es noch in besonderem Maße, denn bei schwacher Konjuktur (2008 etc.) wurden in den Firmen vielfach die teuren Rückdeckungsversicherungen aufgelöst, um Liquidität zu haben.
Jetzt stehen viele dieser Firmen vor einem "schwarzen" Loch. Der Gesetzgeber und Draghi und die "Umstände" haben damit natürlich "nix" zu tun. Das Auflösen solcher Rückstellungen gestaltet sich oft als steuertechnischer Harakiri, denn die aufglösten Beträge müssen in der Firma als "Gewinne" versteuert werden und ggf. auch noch vom "Verzichtenden" als Einkommen, das zwar nicht fließt, aber "verschenkt" wird, versteuert werden 
Die Banken, die mit diesem Thema ebenfalls konfrontiet wurden, dürfen keine Überbrückungskredite geben.... 
Für den Verkauf von mittelständischen Firmen stellen solche "Pensionsansprüche" große Hinderisse dar. Sie können abgefunden bzw ausgelagert werden, aber zu sehr hohen Kosten. Für kleine Firmen fällt dies dann in der Regel sowieso flach.
Dieser Hotspot dürfte in den Bilanzen etlicher deutscher Kapitalgesellschaften schlummern.
Hat jemand dazu zusätzliche Informationen?
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