Probleme mit Pensionsrückstellungen in Kapitalgesellschaften

Olivia @, Sonntag, 25.09.2016, 18:50 vor 3447 Tagen 2364 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 25.09.2016, 18:55

In den 80-iger Jahren waren sie ein Hit um zusätzliche Liquidität zu erlangen. Die Versicherungsgesellschaften schickten ganze "Hit-Teams" los, um die Vorteile dieser Möglichkeiten zu preisen und ihre "Absicherung" durch Rückdeckungsversicherungen in klingende Münze zu verwandeln.

Inzwischen läuft sowohl den Versicherungen als auch den Kapitalgesellschaften mit diesen Konstrukten "der Hintern auf Grundeis" um es einmal plastisch auszudrücken.

Die Zinsen und die Berechnungen der derzeitigen und zukünftigen Rückstellungserfordernisse (separate Handelsbilanz- und Steuerbilanz-Berechnungen, denn die unterscheiden sich z.Zt. erheblich) wurden seinerzeit mit einem Durchnittszinssatz von 6 % berechnet. Heute können wir uns auf Minuszinsen vorbereiten. Den Versicherungen fehlen die Zinsen, die Kapitalgesellschaften werden aufgrund des desolaten Zinsniveaus mit immer höheren Rückstellungen konfrontiert.

Dieses Problem betrifft alle! Sowohl die großen Kapitalgesellschaften als auch die kleinen GmbHs, sofern sie sich auf die "Verlockungen" der 80-iger eingelassen haben. Die "Kleinen" betrifft es noch in besonderem Maße, denn bei schwacher Konjuktur (2008 etc.) wurden in den Firmen vielfach die teuren Rückdeckungsversicherungen aufgelöst, um Liquidität zu haben.

Jetzt stehen viele dieser Firmen vor einem "schwarzen" Loch. Der Gesetzgeber und Draghi und die "Umstände" haben damit natürlich "nix" zu tun. Das Auflösen solcher Rückstellungen gestaltet sich oft als steuertechnischer Harakiri, denn die aufglösten Beträge müssen in der Firma als "Gewinne" versteuert werden und ggf. auch noch vom "Verzichtenden" als Einkommen, das zwar nicht fließt, aber "verschenkt" wird, versteuert werden :-)

Die Banken, die mit diesem Thema ebenfalls konfrontiet wurden, dürfen keine Überbrückungskredite geben.... :-)

Für den Verkauf von mittelständischen Firmen stellen solche "Pensionsansprüche" große Hinderisse dar. Sie können abgefunden bzw ausgelagert werden, aber zu sehr hohen Kosten. Für kleine Firmen fällt dies dann in der Regel sowieso flach.

Dieser Hotspot dürfte in den Bilanzen etlicher deutscher Kapitalgesellschaften schlummern.

Hat jemand dazu zusätzliche Informationen?

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Renten: Managermagazin zu den Möglichkeiten bzw. "Kaum"-Möglichkeiten der Vorsorge.

Olivia @, Montag, 26.09.2016, 13:33 vor 3446 Tagen @ Olivia 1145 Views

Das Thema: Renten befindet sich an vielen Stellen in einem Schwelbrand.
Das Manager-Magazin greift dieses Thema auch für "Selbstvorsorger" auf. Zur Zeit geht es vielen "Alten", die von staatlichen Systemen abhängen, noch recht gut. Bei den Privaten hängt es vom Kapital, der Flexibilität und auch der Risikobereitschaft ab.

http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/die-sandwich-generation-a-1113615.html

Interessant der Punkt der "Vorwegnahme" der Gewinne der kommenden Jahre und der Notwendigkeit trotz dieser Schere zu "investieren". Über die Problematik der Immobilien in einer "alten" Gesellschaft wurde hier ja bereits ausführlich diskutiert. "Man" muss sie "später" auch verkaufen können, wenn viele "Immos" auf den Markt drängen, weil sich die "Alten" verkleinern wollen/müssen.

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Deckungslücke der Pensionskassen der Unternehmen.

Olivia @, Montag, 26.09.2016, 14:56 vor 3446 Tagen @ Olivia 1065 Views

http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/die-sandwich-generation-a-1113615.html

Der nachfolgende Textauszug stammt aus dem o.g. Link. Ich konnte ihn leider nicht mehr einfügen, da die Zeit bereits abgelaufen war.

"Ebenso schlimm trifft es die Pensionskassen der Unternehmen. Schon für das Jahr 2014 wurden die Pensionsdefizite der Dax- und MDax-Unternehmen von Flossbach von Storch auf 153 Milliarden Euro bzw. rund 27 Prozent des Eigenkapitals geschätzt. Wenig tröstlich, dass es um Unternehmen in den USA mit einer Lücke von mehr als 600 Milliarden noch schlimmer steht. Tiefe Zinsen wirken auch hier. Statt der erhofften fünf bis acht Prozent jährlicher Rendite werden nur noch ein bis drei Prozent erwirtschaftet. Wenn überhaupt. Bekanntlich ist nicht so kraftvoll wie der Zinseszinseffekt. Nur wirkt der eben in einem Nullzinsumfeld nicht mehr."

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