Bildungssystem

Falkenauge, Sonntag, 25.09.2016, 14:31 (vor 3446 Tagen) @ Leserzuschrift3813 Views

Es ist ja für sich genommen recht treffend, was der Prof. Lesch über die Schulen, die irren neuen "Kompetenzen" sagt, die den Menschen zu einem funktionierenden Teil der Wirtschaft machen sollen usw.
Dann kommt er an den entscheidenden Punkt: Er appelliert an das System, das die Lehrpläne usw. ändern müsse. Das System ist das staatliche Bildungssystem, dem er selber angehört, das er aber nicht ändern kann, weil er selbst angestellter Professor einer staatlichen Verwaltungshierarchie ist, von der die strukturellen und inhaltlichen Vorgaben kommen.

Wovon ist das Streichen des humboldtschen Ideals der Bildung zur in sich gegründeten Persönlichkeit ausgegangen?. Von der dafür nicht zuständigen EU in Zusammenarbeit mit der OECD, mit denen die einzelnen Staaten verflochten sind. Die Verflechtung ist personell, d. h. dieselben nationalen Leute sind auch in den Institutionen dieser übernationalen Organisationen, dieselbe internationale Herrschaftsclique. Und was von dort kommt, wird von den angehörigen Nationalstaaten, die die eigentliche Hoheit über das Bildungssystem ihres Landes haben, umgesetzt. Das kann man hier genau verfolgen: Der marktradikale Griff der EU nach der schulischen Bildung

Und für die Hochschulen lässt sich das Entsprechende übder den sogenannten Bologna-Prozess verfolgen.

Was von den globalistischen internationalen Institutionen kommt, kann aber in den Nationalstaaten nur umgesetzt werden, weil die dort herrschenden Komplizen das Bildungssystem als staatliches System in der Hand haben und über die Lehrpläne und Strukturveränderungen die Dinge nach unten zu den Untertanen durchsetzen können. Das ist der Punkt, auf den ich immer wieder hingewiesen habe.

Das Bildungswesen muss eine von Staat und Wirtschaft unabhängige eigene Verwaltungsorganisation haben, die nicht vertikal hierarchisch, sondern horizontal koordinierend wirken muss, damit die Freiheit der Institutionen, d. h. der Menschen, der Freiheit von Forschung und Lehre garantiert ist. Dieses freie Bildungssystem muss nur durch einen rechtlichen Rahmen eingefasst sein, der die Einhaltung der Grundrechte garantiert.

Man muss aus diesem eingefahrenen Denken in alten obrigkeitsstaatlichen Strukturen herauskommen, wenn man nicht länger in den Bevormundungen der Macht verharren und stöhnen will.


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