Nun ist es offiziell: Die Migranten sollen auf den griechischen Inseln bleiben. Sagt die EU

Gaby @, Mittwoch, 21.09.2016, 11:50 vor 3448 Tagen 4259 Views

Moin,

was sich schleichend einstellte, ist nun EU-Politik. Gestern hat die EU-Sprecherin Natasha Bertaud die Katze aus dem Sack gelassen.

"Meanwhile, European Commission spokeswoman Natasha Bertaud in Brussels said transfers from Lesbos to mainland Greece would remain limited.

An EU-Turkey deal requires migrants to stay on five islands before their asylum requests are processed. Under the deal, migrants who have their asylum requests denied are deported to Turkey.

"To avoid secondary movement to the rest of Europe, that means keeping asylum seekers on the islands for the most part," said Bertaud."

Da kann Mutti dann ja mal ganz entspannt "Entschuldigung" sagen, jetzt ist der Weg für die Obergrenzendebatte frei etc, etc, etc.

Nur wie Griechenland das alles verkraften soll, denn Hilfe gibt und gab es de facto keine. Aber ach, ist ja egal ...

Gruß

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

Warum sollten Wirtschaftsflüchtlinge bleiben?

twc-online @, Mittwoch, 21.09.2016, 12:09 vor 3448 Tagen @ Gaby 3253 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 21.09.2016, 12:19

Moin,

was sich schleichend einstellte, ist nun EU-Politik. Gestern hat die
EU-Sprecherin Natasha Bertaud die Katze aus dem Sack gelassen.

...
"To avoid secondary movement to the rest of Europe, that means keeping
asylum seekers on the islands for the most part," said Bertaud."

Da kann Mutti dann ja mal ganz entspannt "Entschuldigung" sagen, jetzt ist
der Weg für die Obergrenzendebatte frei etc, etc, etc.

Nur wie Griechenland das alles verkraften soll, denn Hilfe gibt und gab es
de facto keine. Aber ach, ist ja egal ...
...

Auf die Asylentscheidung warten werden doch nur diejenigen, die auch Chancen auf Asyl haben.

Griechenland nicht zu unterstützen ist genauso logisch wie die fehlende Unterstützung von Flüchtlingslagern außerhalb der EU - wenn die deutsche Regierung und die EU darauf hinarbeiten wollen, dass möglichst viele Flüchtlinge mittelfristig nach Deutschland kommen.

Wenn das so gehandhabt wird, dann ist mein Bauchgefühl, dass es in ein paar Monaten wieder genauso sein wird wie vor dem "Flüchtlingspakt" mit der Türkei. Alle Flüchtlinge werden nach Deutschland durchgewunken.

Bis dahin werden die Flüchtlinge und Griechenland noch mehr leiden müssen. Die deutsche Regierung will ja die Möglichkeit haben, so zu tun, als wollte sie die Flüchtlinge gar nicht.

Damit der Flüchtlingspakt mit der Türkei funktionieren würde, müsste er wahrscheinlich in etwa so ablaufen:
Entscheidung bei neu ankommenden Flüchtlingen über Rückführung in die Türkei innerhalb von 24 Stunden. Komplette Kostenübernahme durch die EU. Fehlende Infrastruktur für diese Abwicklung wird von der EU schnell aufgebaut.

Wo denn sonst sollten sie bleiben?

Volker @, Mittwoch, 21.09.2016, 14:47 vor 3448 Tagen @ Gaby 2481 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 21.09.2016, 16:36

Wenn man sie schon reinlässt, müssen sie das Asylverfahren nach Dublin in Griechenland durchlaufen. Wo denn sonst? Kopfschüttel.

Nirgendwo sonst. Was mich ankotzt, ist die Scheinheiligkeit. GR hat keine Flüchtlinge gerufen

Gaby @, Mittwoch, 21.09.2016, 20:05 vor 3448 Tagen @ Volker 2172 Views

Moin,

natürlich müssen die Menschen der Logik folgend auf den Inseln bleiben. Gesetzestreue verweisen auf Dublin, Klarköpfige auf den Abschreckungseffekt. Beides richtig.

Was mich so ankotzt: Die griechische(n) Regierung(en) hat/haben zwar viel Bockmist gemacht, aber Flüchtlinge ermuntert, nach Europa zu kommen, haben sie bestimmt nicht. Da hat die Meisterin aller Rauten getan.

Lange hieß es "wir schaffen das", ja, ja. Nun schafft die CDU die Landtagswahlen nicht mehr und die Welt schaut gleich ganz anders aus. Da wird dann mal eben eine halbwegs kuhäugige Entschuldigung abgegeben - und den Griechen durch die Blume mit geteilt, damit sind die Flüchtlinge (da schlecht für CDU-Werte bei Wahlen) ihr Problem, Hilfe gibt und gabe es keine.

So lässt sich echt super Politik machen. Wird schon dafür gesorgt werden, dass die deutschen Medien von dem Chaos und dem Elend in den Lagern und vor allem auf den Inseln (dort stehen die Bewohner vor dem absoluten GAR-NICHTS) nichts berichten. So lässt sich ein Millionenproblem auch elegant lösen.

Man kann gar nicht so viel ... wie man ...

Gruß

Gaby

--
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SNAFU Situation normal all fucked up

Volker @, Mittwoch, 21.09.2016, 20:26 vor 3448 Tagen @ Gaby 1788 Views

Genau so ist es, für niemanden ist die Situation erträglich, weder für die griechische Inselbevölkerung oder die Flüchtlinge. Übrigens auch für die Flüchtlinge, die hier in Deutschland in den Notunterkünften ihr Dasein fristen müssen.
Aber es ist schon alles zigfach zu diesem Thema gesagt worden, ich mag nicht mehr. Ich wünsche noch einen schönen Abend. Grüße nach Hellas.

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