Millionen und Abermillionen

Einsamer Mahner in der Wüste, Dienstag, 20.09.2016, 15:20 (vor 3450 Tagen) @ Dieter2764 Views

Hallo Dieter,

Du hast sicher recht, dass das Thema Vergewaltigungen durch West-Alliierte nicht so in der Öffentlichkeit steht, wie das, was die russischen Soldaten nach dem Krieg gemacht haben. Ich weiß allerdings nicht, ob es einfach daran liegt, dass es nicht erforscht ist, nicht medial publik gemacht wird oder ob ich es einfach nur nicht wahrnehme oder ob es sich am Ende doch nur um ein Randphänomen handelt. Ich weiß es einfach nicht.

Was mich an dem Ursprungspost und Deinem Kommentar aber stört: Es riecht für mich nach Revanchismus (gepaart mit Verharmlosung der deutschen Greueltaten).
Ich finde schon Deine Formulierung "Besatzer" da sehr interessant. Für die einen sind es Besatzer, für die anderen Befreier, für wieder andere einfach die Alliierten.
Dazu kommt dieses immer wieder durchgekaute Märchen, dass uns von irgendwelchen Geheimmächten ein schlechtes Gewissen eingeredet werden soll, indem man uns immer unsere Greueltaten ins Gedächtnis ruft (Ich habe das hier mal so, sicher auch etwas polemisch zusammengefasst).
Das ist aber nicht wahr: Die Holocaust-Aufarbeitung fand in Deutschland erst Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre in der breiten Öffentlichkeit statt. Davor wurde das Thema, wie fast das ganze NS-Reich, eher totgeschwiegen. Im Schulunterricht hörte deutsche Geschichte jahrzehntelang mit der Weimarer Republik auf. Das sollte man einfach mal zur Kenntnis nehmen. Es ist der Fernsehserie "Holocaust" zu verdanken, dass das Thema endlich breit thematisiert wurde: nämlich die systematische Vernichtung von Millionen von Menschen. Menschen, die kein Verbrechen begangen hatten, sondern einfach nur Homosexuelle, Juden, Sozialdemokraten, Kommunisten oder Juden waren.
Unsere Väter- und Großvätergeneration trägt die Verantwortung für unfassbare Greueltaten.
Können wir uns darauf einigen?


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