Mit 60 fängt das Leben erst an
Mir fällt mit 61 nichts wirklich Gescheites mehr ein...
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Hallo Hasso,
schreib doch mal einen neuen coolen Text für das SH-Lied (ich vermeide das
sperrige Wort). Etwas Kreativität wirkt dem Altersstumpfsinn entgegen. Du kannst
es dann auch selbst singen. Hasso hört sich zu sehr wie Heino an, Hossa ist auch
schon vergeben, aber da wird sich was finden lassen.
Ich überlege zur Zeit, ob ich mal eine vernünftige Fehmarn-Hymne schreibe. Doch
meine Idee funktioniert nur, wenn die Fehmarnbeltquerung als Tunnel realisiert
wird. Ob ich das noch erlebe ...?
Ich lese gerade ein Buch über das Leben im Altenheim.
Eierlikörtage
Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen
83 1/4 Jahre
(Handelt in den Niederlanden)
Samstag, 26. Januar
Am letzten Samstag im Monat ist Bingoabend: Spielsüchtige
Greise streiten sich um eine Schachtel Kirschbonbons. Der Vorsitzende der
Bewohnerkommission liest höchstpersönlich die Nummern vor. Und wehe, jemand
macht währenddessen einen Mucks. Wenn man "44" hört, dann sagt Frau Slöthouwer
jedes Mal "der Hungerwinter", und der ganze Saal schaut verdattert auf.
Samstag, 16. Februar
Unten im Kaffeeraum ist von zehn bis zwölf immer das Radio an. Wir müssen den
Krankenhaussender mithören. Niemand weiß warum, aber die meisten Bewohner können
sich mit dem holländischen Repertoire sehr gut identifizieren: Für die Kranken
wird nämlich viel niederländische Schlagermusik gespielt. Letztes Jahr gegen
Ostern hatte es jemand gewagt, morgens einen Klassiksender anzumachen: Prompt
wurde bei der Matthäus-Passion mitgeklatscht.
Man sollte aber einen ausgeprägten Sinn für Schwarzen Humor haben, wenn man das lesen möchte.
Insbesondere, wenn man schon etwas älter ist.
Meine Großmutter pflegte zu sagen: "Je oller, je doller"
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Der Streusand-Effekt reduziert nicht die Rutschgefahr!