nicht wirklich
Hallo Michael!
Du schreibst: Resch ist zu empfehlen, seine Informationen zu veröffentlichen, dann kann ihm nichts mehr passieren. Warum sollte ihn dann noch jemand umbringen?
Naja, das ist jetzt doch ein wenig simpel gedacht.
Geheimnisträger werden im Fall der Fälle immer bedroht oder beseitigt, egal, ob die Info schon durchgesickert ist oder ob nur Gefahr droht.
Es müssen Exempel statuiert werden, denn würde Deine Logik passen, könnten wir uns vor Enthüllungen nicht mehr retten, denn dann ist die Gefahr ja meistens vorbei, oder? ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Auch Reschs Auftraggebern geht es doch darum, die Wahrheit an's Licht zu bringen. Warum also die Geheimniskrämerei, nach dem Motto ich weiß was, sage aber nichts?
Weil es bei Informationen nie sicher ist, wie konsistent sie sind, gerade bei delikaten Angelegenheiten. Da können auch mal falsche Infos eingestreut werden, um die echten zu diskreditieren.
Wenn Resch mit scharfer Munition schießen will, dann muß er vorher äußerst sorgfältig prüfen.
Nun kann es Resch darum gehen, seine Informanten zu schützen. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Er spricht ausdrücklich davon, die BGH Ermittlungsrichter brächten ihn in Lebensgefahr.
Ja, und er begründet das auch.
Wir lesen: Resch hat dafür seine ganz eigene Theorie: Ende September wollen die internationalen Ermittler in Den Haag einen Bericht veröffentlichen, der sich mit den strafrechtlichen Konsequenzen der Tragödie um MH-17 auseinandersetzt. Was ist, wenn seine Informationen den offiziellen Bericht in Frage stellen oder gar widerlegen?
Angeblich, so schildert es Resch gegenüber "Capital", hätten ihm die Behörden nahegelegt, seine Informationen als erfundene Marketing-Aktion für sein Buch auszugeben. "Das wäre in meinen Augen eine klare Falschaussage."
Die Behörden, die doch angeblich erst ermitteln, bieten einen Deal an?
Man hat noch keine Infos – nach denen man ja noch sucht – und will diese Infos schon als Werbegag maskieren? Und das ist für Dich nicht wirklich sonderbar?
Doch Resch lehnt eine Zusammenarbeit ab - und beruft sich auf sein Aussageverweigerungsrecht. "Der ganze Fall MH-17 ist hochpolitisch", sagt er. Damit dürfte der Ermittler nicht ganz unrecht haben. Schließlich bietet der Bundesgerichtshof ihm und seinen Mitarbeitern bei einer Aussage die Aufnahme ins Zeugenschutzprogramm an. Es besteht also wohl tatsächlich eine Gefahr für Leib und Leben.
Ja ja, das allseits beliebte Zeugenschutzprogramm.
Das war auch das, wo die Eltern des Ali Sonboly untertauchen „durften“, zu denen aber BILD-Journalisten seltsamerweise Zutritt bekamen.
Wer in politisch brisanten Fällen davon Gebrauch macht, kann sich auch gleich selbst beerdigen.
Ich kann mich irren, aber das scheint mir mehr eine Marketing Aktion in eigener Sache zu sein.
Und das völlig zu recht.
Ihm und seinen Informanten droht Gefahr und genau deswegen geht er an die Öffentlichkeit.
Damit kommt er zwar nicht außer Gefahr, aber den potentiellen Auftraggebern wird es schwieriger gemacht, denn die mögen kein Licht - sie sind ja auch die Werkzeuge des Schattens. ![[[lach]]](images/smilies/lach.gif)
mfG
nereus