Ein Aussteiger im Odenwald

DDüsentrieb @, Samstag, 03.09.2016, 20:23 vor 3464 Tagen 4878 Views

In der Zivilisation geht der Mensch früher oder später als Person zu Grunde.
Es entstehen unzählige psychische und reale Abhängigkeiten und Unfreiheiten. Der Mensch hat keinen wirklichen Bezug mehr zu den Notwendigkeiten und Erfordernissen des Lebens. Das Essen kommt aus dem Supermarkt. Die schützenden vier Wände und das Dach vermittelt der Makler. Das Wasser kommt aus der Leitung, der Strom aus der Dose und der Partner findet sich über das Internet. Meinungen werden als Wahrheiten durch die Medien verbreitet und die eigene sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit, die der Ausgangspunkt für wirkliche Erkenntnis ist, stumpft ab.
Dabei wird der Mensch unglücklich und es gibt daher einige Menschen, die als Aussteiger auf diesem oder jenem Wege versuchen, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. Cascabel aus diesem Forum ist mit seinem Projekt in Panama ein Beispiel dafür.

Ich habe neulich ein Buch von einem anderen Menschen in die Hand bekommen, der sich seinen eigenen Weg aus der Zivilisationsjauche hinaus sucht. Marc Freukes war Golflehrer, zum Ende ein immer unglücklicherer, der Anfang 2014 in ein Tipi in den Odenwald zog. Seitdem lebt er dort. Im Sommer, wie im Winter. Er bietet Wildniskurse an und verkauft seine Bücher, womit er sein nötiges geringes Einkommen erzielt, welches ihm ausreicht, um im Wald zu leben. Er lernt von der Natur, stellt sich möglichst vieles selbst her und setzt sich den Elementen der Natur aus.

Er ist sicherlich noch abhängig von der Gesellschaft. Er benutzt Geld und muss sich das meiste Essen kaufen. Ist keineswegs Selbstversorger. Aber gewinnt er in seiner Zeit in der Natur trotzdem sehr viel psychische und reale Eigenständigkeit und ist vor allem glücklicher, als zuvor in der Zivilisation.
Man kann ihn in kurzen youtube-Videos sehen, wenn man mag. Bücher hat er auch geschrieben. Einfach Marc Freukes suchen. Für mich ist sein Projekt eine große Inspiration und gibt mir Vertrauen zurück, dass nicht alle Menschen verloren sind. Ich kenne Marc nicht persönlich.

Viele Grüße aus dem zivilisierten Wahnsinn,
DDüsentrieb

befriedigende Lebensweise

Dieter, Samstag, 03.09.2016, 20:33 vor 3464 Tagen @ DDüsentrieb 3574 Views

Hallo,
wenn man diesen Weg geht, dann muß schon jede Menge Frust zuvor vorhanden sein.

Andererseits ist es extrem befriedigend, wenn man durch eigenes Handeln in die Lage versetzt wird, selbst Dinge zu schaffen, zur Not ohne den ganzen Zivilisationsmüll auszukommen, festzustellen, daß man nicht viel benötigt um zufrieden zu sein, sofern man sich selbst diesen Weg vorgenommen hat.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie befriedigend es ist, sich einen Baum im (eigenen) Wäldchen auszusuchen, diesen zu fällen, selbst zu Bohlen je nach angedachter Verwendung aufzuschneiden, trocknen lassen, diese zu sägen, hobeln, schleifen, ölen bis zu den fertigen Möbeln, die nach kreativen Ideen den Räumen Ausdruck und Nützlichkeit verleihen.
oder ein Haus eigenständig zu bauen, oder, oder, oder .....

Gruß Dieter

Absolut. Etwas selbst herzustellen macht glücklich und genügsam. Und demütig. (oT)

DDüsentrieb @, Samstag, 03.09.2016, 21:30 vor 3464 Tagen @ Dieter 2492 Views

- kein Text -

Der entscheidende Faktor scheint die Nahrung zu sein, und das ist seit 100 Jahren bekannt

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 04.09.2016, 08:54 vor 3463 Tagen @ Dieter 2751 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 04.09.2016, 08:59

Hallo,
wenn man diesen Weg geht, dann muß schon jede Menge Frust zuvor vorhanden
sein.

Der Zahnarzt Weston Price fand vor über 100 Jahren durch Forschungsreisen heraus, dass die Ursache der Degeneration, zuerst der europäischen Völker und Nordamerikas, mittlerweile weltweit, an der Nahrung liegt.
Dabei hat das keinerlei rassische Hintergründe, sondern alle Völker degnerieren weltweit, sobald sie übergehen von ihrer althergebrachten Ernährung zur Zivilisationskost, wie er an vielen Beispielen zeigt, in dem er Fotos vom natürlichen Gebiss der Eltern zeigt, die noch, obwohl älter, voll über die artgerechten 32 Zähne verfügen ohne Karies, und ihren Kindern mit total ramponierten Gebissen, die sich von Zivilisationskost ernähren.

Der genetische Unterschied ("Rasse"; damals durfte man noch davon reden. [[lach]] ) ist NULL, der einzige Unterschied ist die Ernährung:
Das, was man selber gefangen, getötet oder angebaut und geerntet hat zu dem, was andere gefangen gehalten, getötet und geerntet haben.

Andererseits ist es extrem befriedigend, wenn man durch eigenes Handeln in
die Lage versetzt wird, selbst Dinge zu schaffen, zur Not ohne den ganzen
Zivilisationsmüll auszukommen, festzustellen, daß man nicht viel
benötigt um zufrieden zu sein, sofern man sich selbst diesen Weg
vorgenommen hat.

Unsere Zivilisation steht und fällt mit der Fähigkeit, Temperaturen von > 2000 Grad Celsius zu beherrschen.
Wenn das mal eines Tages nicht mehr gelingen sollte, weil das Wissen verlorengeht (Dark Ages), dann ist es aus und vorbei mit dem Märchenland von den schlauen Affen, genannt auch "Die Matrix", in dem wir derzeit existieren.

Also das würde mich schon interessieren, wie du es schaffst, durch eigenes Handeln Stahl herzustellen, den benötigst du nämlich für die Fahrzeuge und die Werkzeuge, mit denen du umgehst. [[smile]]

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie befriedigend es ist, sich einen Baum
im (eigenen) Wäldchen auszusuchen, diesen zu fällen, selbst zu Bohlen je
nach angedachter Verwendung aufzuschneiden, trocknen lassen, diese zu
sägen, hobeln, schleifen, ölen bis zu den fertigen Möbeln, die nach
kreativen Ideen den Räumen Ausdruck und Nützlichkeit verleihen.
oder ein Haus eigenständig zu bauen, oder, oder, oder .....

Gruß Dieter

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Ernährung nach Weston Price

DDüsentrieb @, Sonntag, 04.09.2016, 11:47 vor 3463 Tagen @ Mephistopheles 2263 Views

Die Forschungen von Weston Price sind interessant. Besonders beruhigend finde ich, dass zu seinen untersuchten und gesunden Gruppen z.B. auch isolierte Gebirgsdörfer der Schweiz gehören und nicht nur Stämme im Amazonas Regenwald oder dergleichen.
In den Schweizer Dörfern haben sie auch viel stärkehaltige Produkte gegessen (Roggen), Kühe gehalten und mindestens die Butter und das Fleisch und die Innereien verzehrt und sind damit gesund gewesen.
Man muss also ernährungsmäßig nicht bis in die Steinzeit zurückgehen.

Ich habe den Verdacht, gesunde Ernährung hilft nichts, sondern es kommt auf die Nahrung an

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 04.09.2016, 13:01 vor 3463 Tagen @ DDüsentrieb 2056 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 04.09.2016, 13:08

Die Forschungen von Weston Price sind interessant. Besonders beruhigend
finde ich, dass zu seinen untersuchten und gesunden Gruppen z.B. auch
isolierte Gebirgsdörfer der Schweiz gehören und nicht nur Stämme im
Amazonas Regenwald oder dergleichen.
In den Schweizer Dörfern haben sie auch viel stärkehaltige Produkte
gegessen (Roggen), Kühe gehalten und mindestens die Butter und das Fleisch
und die Innereien verzehrt und sind damit gesund gewesen.
Man muss also ernährungsmäßig nicht bis in die Steinzeit zurückgehen.

Was Price sehr schön herausgearbeitet hat: Die Ernährung könnte beiden Aborigines in Australien, bei den Eskimos, auf den Hebriden und bei den Alm-Öhis in der Schweiz nicht verschiedener sein; das Ergebnis ist jedoch dasselbe: Gesunde Menschen.
Und obwohl die Menschen seit Jahrtausenden gesund gelebt haben und die gesunden Gene weitervererbt haben, degenerieren sie nachweisbar innerhalb von 1-2 Generationen, sobald sie ihre Ernährung umstellen auf Zivilisationkost.

Es scheint also keine genetische Sache zu sein, sondern eine Sache der Epigentetik. Davon konnte Price allerdings noch nichts wissen.

Der Schluss daraus ist: Die Degenerierung ist umkehrbar, wir haben nach wie vor dieselben Gene wie unsere Vorfahren, nur die Expressionen dieser Gene ist verschieden.
Der wesentliche Unterschied zu heute ist, dass sich alle diese gesunden Völker, solange sie gesund waren,nur das und ausschließlich das gegessen haben, was sie sich selber verschafft haben, selber geerntet und selber getötet.
Price hat übrigens bei seinen Untersuchungen von über 100 Völkerschaften keinen einzigen Stamm gefunden, welcher vegan lebt.
Ob ich eine Henne verzehre oder ein Ei, eine Kuh oder Kuhmilch und Butter, kommt ernährungsmäßig auf dasselbe hinaus.

Auch habe ich weiters den Verdacht, dass, wenn man jedes Stück Nahrung, das man zu sich nimmt, vorher sich aussuchen, selber ernten oder töten muss, dass man sich dann völlig anders ernährt, wie wir es heute machen.
Ich habe mal einen Bauern gesprochen, die Kälber erhalten heute vorzugsweise Milchersatz. Als sie mal ein Kalb schlachteten und es verzehrten, da haben sie das "Milchkaibl" genommen, also das, das ausschließlich mit Muttermilch ernährt wurde. [[zwinker]]

Alle Lebewesen dieser Erde verzehren nur das, was sie sich selber ausgewählt haben, mit Ausnahme der Zivilisationsmenschen und seiner Haustiere.
Es ist vielleicht sogar schädlicher für das Fleisch, das wir verzehren, nicht dass die Tiere in Massentierhaltung gehalten wurden (Menschen halten die Massentierhaltung auch aus ohne größere Qualen, wenn es nicht auch sehr zuträglich ist für ihre Gesundheit), sondern dass sie sich ihre Nahrung nicht selber ausgesucht haben.
Jedes Rind, jedes Schwein, jedes Schaf, jedes Huhn auf der Weide sucht sich seine Nahrung selber aus.

Gruß Mephistopheles

--
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extensive Viehhaltung

Dieter, Sonntag, 04.09.2016, 13:24 vor 3463 Tagen @ Mephistopheles 2032 Views

Extensive Viehhaltung, so kenne ich es vom Alentejo, wird aber in vielen Regionen Europas auch heute noch so sein.
Letztens habe ich einen Bericht aus dem Osten Rußlands gesehen. Den Landwirten fehlte das Geld für Dünger und Spritzmittel, "hochwertiges" Saatgut. Die Erträge (z.B. Getreide) waren weniger als mäßig, aber meines Wissens von hervorragender Qualität.
Ähnlich verhält es sich bei der Viehwirtschaft. Rinder-, Schaf- und Ziegenherden, die in der Steppe oder in lichten Wäldern und vollkommen naturbelassenen Regionen weiden haben nun einmal eine andere Wertigkeit gegenüber dem schnell prodiziertem Fleisch hiesieger Landwirte.

Wenn man nicht selbst produziert/gesammelt hat, sollte man schon wissen, woher die Nahrung kommt, die man zu sich nimmt. - dann ist auch alles recht, worauf man gerade Appetit hat, bzw. was saisonal gerade angesagt ist.

Gruß Dieter

Intuitiv gesund essen

DDüsentrieb @, Sonntag, 04.09.2016, 15:04 vor 3463 Tagen @ Mephistopheles 1883 Views

Was Price sehr schön herausgearbeitet hat: Die Ernährung könnte beiden
Aborigines in Australien, bei den Eskimos, auf den Hebriden und bei den
Alm-Öhis in der Schweiz nicht verschiedener sein; das Ergebnis ist jedoch
dasselbe: Gesunde Menschen.

Ja, das ist sehr erbaulich.

Der Schluss daraus ist: Die Degenerierung ist umkehrbar, wir haben nach
wie vor dieselben Gene wie unsere Vorfahren, nur die Expressionen dieser
Gene ist verschieden.

Und das auch.

Der wesentliche Unterschied zu heute ist, dass sich alle diese gesunden
Völker, solange sie gesund waren,nur das und ausschließlich das gegessen
haben, was sie sich selber verschafft haben, selber geerntet und selber
getötet.

Neben einem ideellen Aspekt der Eigenständigkeit ist es den Menschen damals auch gelungen, objektiv gesunde Lebensmittel herzustellen, mit einem deutlichen höheren Teil an Mineralstoffen und Vitaminen.
Vermutlich gelingt das einem natürlichen Menschen intuitiv.
Der Zivilist aber schickt die Kühe nicht mehr auf die Weide, sondern baut Soja in Monokulturen in Argentinien an und füttert damit dann die Kühe in Europa. [[herz]]

einfache Rezepte

Dieter, Sonntag, 04.09.2016, 12:47 vor 3463 Tagen @ Mephistopheles 2215 Views

bearbeitet von Dieter, Sonntag, 04.09.2016, 13:13

Also das würde mich schon interessieren, wie du es schaffst, durch
eigenes Handeln Stahl herzustellen, den benötigst du nämlich für die
Fahrzeuge und die Werkzeuge, mit denen du umgehst. [[smile]]

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie befriedigend es ist, sich einen

Baum

im (eigenen) Wäldchen auszusuchen, diesen zu fällen, selbst zu Bohlen

je

nach angedachter Verwendung aufzuschneiden, trocknen lassen, diese zu
sägen, hobeln, schleifen, ölen bis zu den fertigen Möbeln, die nach
kreativen Ideen den Räumen Ausdruck und Nützlichkeit verleihen.
oder ein Haus eigenständig zu bauen, oder, oder, oder .....


Hallo Mephistopheles,

da denke ich nicht in Generationen, sondern nur meine Lebensspanne. Die Werkzeuge, Geräte habe ich nun mal, die müssen nicht mehr hergestellt werden, zur Not kann ich mit meinem Equipment vorhandenen Stahl und Schrott auch beliebig umformen. Viele Geräte lassen sich auch mit Wasserkraft betreiben, Fluß nebenan, andere mit Gasen. Ein dicker gefüllter Heizöltank hilft auch für das eine oder andere in der Not.

Auch habe ich nicht vor, mich von der Zivilisation zu verabschieden, ich versuche nur das für mich beste aus allen Welten nach meinen Möglichkeiten herauszusuchen und habe es gut getroffen, da ich relativ immun gegen gesellschaftl. Manipulationsversuche bin und relativ frei entscheiden kann.

Nahrung heißt bei uns viel selbst angebautes, aber nicht nur. Viel selbst gesammeltes in der Natur und selbst verarbeitet. Aber ich mag auch Zucker sehr gerne, bin nicht abgeneigt gegen einen guten Alentejo-Wein oder wenn sich der Körper erhitzt von schwerer körperlicher Belastung/Tätigkeit oder zu warmen Wetter auch ein Bier oder zwei. Dazu noch sehr gerne ein dickes Eis mit noch mehr Sahne drauf. Ich bin auch berüchtigt für meinen Kuchenhunger und der allgem. Fähigkeit Unmengen zu verschlingen mit regem Appetit. - und bin topfit.

Also:
1. befriedigende Tätigkeiten/Arbeiten, die den Körper und Geist fordern
2. den körperlichen und seelischen Gelüsten nachgehen, sonst entsteht Frust, Depression mit gesundheitl. Folgen
3. Natürliche Nahrung ist jeder anderen zu bevorzugen, allerdings unter Berücksichtigung von Nr. 2
4. keinesfalls belasten mit zu viel Theorie bei der Nahrung, mehr auf den Körper achten, ihn sensibilisieren, wie es Tiere bei der Verprobung ihrer Kost machen.
5. Beim Essen: Frische Zutaten, keinerlei Fertigprodukte, Grundstoffe möglichst guter Herkunft, gutes Salz, gute Öle.

und noch sehr wichtig:
mehr oder viel draußen (möglichst nicht städtisch) sein als in Wohnungen/Büros

Gruß Dieter

Gut aufgelistet, - noch ein paar Zusätze

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 04.09.2016, 17:27 vor 3463 Tagen @ Dieter 1807 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 04.09.2016, 17:32

Also:
1. befriedigende Tätigkeiten/Arbeiten, die den Körper und Geist fordern
2. den körperlichen und seelischen Gelüsten nachgehen, sonst entsteht
Frust, Depression mit gesundheitl. Folgen
3. Natürliche Nahrung ist jeder anderen zu bevorzugen, allerdings unter
Berücksichtigung von Nr. 2
4. keinesfalls belasten mit zu viel Theorie bei der Nahrung, mehr auf den
Körper achten, ihn sensibilisieren, wie es Tiere bei der Verprobung ihrer
Kost machen.
5. Beim Essen: Frische Zutaten, keinerlei Fertigprodukte, Grundstoffe
möglichst guter Herkunft, gutes Salz, gute Öle.

und noch sehr wichtig:
mehr oder viel draußen (möglichst nicht städtisch) sein als in
Wohnungen/Büros

Gruß Dieter

Hallo, Dieter, noch etwas Senf von meiner Seite dazu:

Zu 1): Natürlich nicht nur auf das tägliche Arbeitspensum bezogen, sondern auch außerhalb der Einkommenssicherung, - man nennt es auch "Freizeit". Es ist gut, wenn der Mensch sich da in seinen spezifischen Hobbies ausleben kann.

Zu 2): Du hast es zwar richtig angesprochen, aber man sollte es noch besser heraustreichen. Es gehört hier auch die Harmonie in der Familie dazu, natürlich in der Partnerschaft, bis zum Sex (in Art und Häufigkeit individuell unterschiedlich), aber vornehmlich das ständige und intensive Gespräch zwischen den Partnern.

Zu 3): Klar bevorzugt man natürliche Nahrung, aber - wie Du auch richtig sagst - alles, was schmeckt und dem Menschen nicht das Gefühl gibt, sich irgendwelchen Doktrien beugen zu müssen. Das Wichtigste bei jeglicher Nahrungsaufnahme ist (m.M.n.) die weitestmögliche Ausgewogenheit. Es soll die ganze Bandbreite, die ganze Vielfalt des Nahrungsangebotes realisiert werden, quer durch alle Sparten.

Dabei sollte man nur darauf achten, nicht irgendetwas ins Übergewicht zu bringen. Von jedem etwas, und das so ausgewogen wie nur möglich, und niemals sagen "Das esse ich nicht", was meistens auf falschen Vorurteilen oder Unkenntnis beruht. Manchmal auch auf schlechter Kochkunst. Obwohl jeder Mann naturgemäß die Kochkünste seiner Mutter in den Himmel hebt, muss ich z.B. zugestehen, dass meine Frau den Spinat wesentlich köstlicher zubereitet, als es meine Mutter gemacht hat. Nur als ein Beispiel. Seitdem esse ich ihn mit Vorliebe, früher nicht.

Zu 4): Die wichtigste Grundregel, die aus der Nahrungsaufnahme kommt und bis ins Gesundheitswesen hineingeht, ist die Selbstbeobachtung. "Der Mensch muss sein eigener Arzt sein", - das ist hier eine Grundregel in Siebenbürgen bei den Bauern. Damit ist die Selbstbeobachtung gemeint, die bei vielen nur mäßig oder gar nicht vorhanden ist. Daraus ergibt sich ja bereits, wenn irgendeine Speise oder ein Getränk das Wohlbefinden stört, dass man das entweder reduziert oder abstellt.

Sollte man dann doch irgendwie ernsthaft erkranken, dann ist gerade diese Selbstbeobachtung die Grundvoraussetzung für die Anamnese des Arztes, - aufgrund des überwiegenden Fehlens dieser Informationen kommt es ja zu den häufigen Falschdiagnosen. Und im heutigen 10-Minuten-Takt-System der Untersuchungen, was schon von den Krankenkassen so beschränkt wird, hat der Arzt ja gar nicht mehr die Zeit, lange nachzufragen.

Zu 5): Diese Ausage ist vollkommen klar.

Fehlt noch 6): Gesunde und altersangepaßte Körperertüchtigung (ich vermeide extra das Wort "Sport"). Das beginnt bereits mit 10 Minuten Morgengymnastik, kann bis zum regelmäßigem Schwimmen oder Radfahren gehen.

Als freibleibenden Zusatz noch 7): Wenn ich den Pkt. 3) komplett auslebe, auch sonst kein Kostverächter bin (im nicht übertriebenen Rahmen) und auch die Dinge in mich reinziehe, die mir zwar schmecken, aber vielleicht nicht das Gesündeste sind, dann sollte man etwas logisch denken. Der Körper nimmt auf, und scheidet auf verschiedenstem Weg aus. Aber nicht alles. Gewisse Substanzen bleiben und sammeln sich, - meist dort, wo sie es nicht sollen.

Als logischen Vergleich: Wenn ich eine Arbeitsmaschine mit einem Verbrennungsmotor habe (auch der Mensch "verbrennt" ja seine Nahrung), die ich ziemlich in Anspruch nehme, dann stelle ich die Tätigkeit in bestimmten Intervallen ab, wechsle Öl und Filter und führe eine Motorspülung durch. Damit wasche ich alle Substanzen (z.B. Eisenfeilspäne) aus dem Motor heraus, die dort nichts verloren haben und unter ungünstigen Umständen Schäden anrichten können.

Nun zum Menschen: Was für die Maschine recht ist, kann für den menschlichen Organismus nur billig sein. Nun hat der Mensch aber nicht die Möglichkeit, sein "Öl" und seinen "Filter" zu wechseln. Aus dieser Grundüberlegung habe ich mich vor Jahrzehnten schon mit der einschlägigen Literatur befaßt und betreibe regelmäßiges Heilfasten, wobei ich in dieser Zeit nur Wasser (oder im Winter, wenn der "Appetit" aufs Wasser fehlt, halt Kräutertee) trinke. 3 - 4 lt. pro Tag. Das ist meine persönliche Motorspülung. Mit dem einfachen Effekt, dass ich seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr krank war.

Der Zusatz nach dem letzten Punkt mit dem "viel draußen sein" bezieht sich nicht auf den Biergarten, sondern auf die in jedem Nahbereich befindliche Natur. Wenn man z.B. eine angestrengte Tätigkeit am PC beendet hat und danach mal so eine Stunde im Wald oder am Waldrand spazieren geht und dabei seinen Blick auf das vorhandene Grün richtet, wird jeder feststellen, wie das als Balsam für die Augen wirkt. Und da gibts noch ganz andere Beispiele.

Fazit: Wir brauchen uns nicht so sehr über die zunehmende "Vergiftung" der Lebensmittel beschweren, - eher über unsere Sorg- oder Gedankenlosigkeit. Jeder hat - in seinem persönlichem Rahmen - die Möglichkeit, hier für seine individuellen Verbesserungen/Erleichterungen zu sorgen. Natürlich ist das oftmals ortsspezifisch und von der Gegend abhängig, wo man wohnt. Ich habs hier in Siebenbürgen einfacher. Kann noch unbehandeltes Gemüse und Obst am Markt kaufen, krieg noch die Rohmilch direkt vom Bauern, schlachte die Tiere, die auf den Küchenzettel meiner Familie kommen, selbst, nachdem ich sie vorher danach ausgesucht habe, wie sie ernährt wurden.

Der letzte Schrei: Durch Zufall bin ich an eine Ziege und ein Ziegenkitz (ein Böcklein) gekommen, weil der Vorbesitzer es nicht mehr halten wollte. Ab Herbst, wenn ich wieder jemanden ständig auf dem Lagerplatz habe, wird die Ziege hier gehalten und morgens und abends gemolken (derzeit habe ich sie einem Schäfer "ausgeborgt"), das Böcklein befindet sich schon auf dem Platz, frißt dort auf den Grasflächen und wird mit etwas Maismehl und Gerste gemästet. Im Spätherbst kommt dann der Schlachter (ich selbst kann es nicht schlachten, weil mir das Tier nachläuft wie ein Hund, - das ist der Nachteil, wenn man sich zu intensiv mit den Viechern abgibt).

Das bedeutet für die Zukunft, dass in den Gefriertruhen nicht nur Schwein, Kalb, und Truthahn (manchmal auch Fisch, wenn irgendwo ein Weiher entleert wird) vorhanden ist, sondern in Zukunft auch Fleisch vom Ziegenkitz (bevor es geschlechtsreif wird und dadurch den spezifischen Geschmack annimmt). Was aber wichtiger ist, - ich werde von Kuhmilch auf Ziegenmilch für meinen persönlichen morgendlichen Bedarf umstellen. Kostet hier das Doppelte im Vergleich zur Kuhmilch, aber wenn man so ein Tier selbst hat, - warum denn nicht. Soll angeblich wesentlich gesünder sein. Aber hier kommt wieder Pkt. 4) zur Anwendung.

Wie heißts so schön? "Jeder ist seines Glückes Schmied".
Ist schon was dran, an dem Spruch....

Gruß - Helmut

Nicht jeder kommt in der Wildnis klar: Christopher McCandless

SevenSamurai @, Samstag, 03.09.2016, 20:40 vor 3464 Tagen @ DDüsentrieb 4787 Views

In der Zivilisation geht der Mensch früher oder später als Person zu
Grunde.

In der Wildnis kommt das ebenfalls vor:

Christopher McCandless

https://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_McCandless

Zugegebenermassen ist Alaska nicht mit Deutschland vergleichbar. Aber ein radikaler Ausstieg ist nicht für jeden etwas.

Beispiele wie deins gibt es auch aus anderen Teilen Deutschlands:

Wolfgang Ködel lebte drei Jahre lang versteckt im Wald

http://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/geretsried-ort46843/mann-wald-wolfgang-koed...

Er war ein Aussteiger und lebte seit 24 Jahren im Wald: Nun ist Anton Maier, in der Region nur als der Knogl-Toni bekannt, eines natürlichen Todes gestorben.

http://www.idowa.de/inhalt.sankt-englmar-anton-maier-der-einsiedler-vom-knogl-ist-gesto...

--
Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

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