Größte koreanische Reederei in argen Turbulenzen (mL)

so_gesehen @, Donnerstag, 01.09.2016, 08:30 vor 3466 Tagen 3265 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 01.09.2016, 08:35

Hab hier noch nichts dazu gefunden :

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/hanjin-pleite-ein-container...

Der Drang nach immer größer werdenden Schiffen, in Kombination mit dem im ersten Halbjahr 2016 und letzten Quartal in 2015 schwachen Export aus China, hatte in der Vergangenheit zu drastischen Preiseinbrüchen für Containerverxchiffungen geführt.

Der bisher niedrigste -mir bekannte- Kurs für den Transport eines 40´HQ Containers lag bei gerade einmal 300USD für die Überfahrt von China nach
Europa.

Auch wenn die Pötte zigtausende container befördern können, ist die schon lang anhaltende Tiefpreisphase bei den Verschiffungen nicht nur für Hanjin ein Problem.

Entweder springen nun die Regierungen und Banken mit ein oder es wird dann doch ein bereinigender Domino-Effekt kommen und die Preise für Verschiffungen steigen dann auf die "benötigten" 2400USD pro 40´HQ Container an.

UPDATE - Hanjin stellt Insolvenzantrag - 4,7Mrd USD

so_gesehen @, Donnerstag, 01.09.2016, 11:19 vor 3466 Tagen @ so_gesehen 2558 Views

Die größte südkoreanische Reederei Hanjin Shipping Co. Ltd hat einen Insolvenzantrag beim zuständigen Gericht in Seoul eingereicht.

http://finanzmarktwelt.de/heute-groesste-pleite-eines-container-reeders-in-der-geschich...

Das Gericht wird nun entscheiden, ob und wie die Geschäfte von Hanjin Shipping weitergeführt werden. Dieses Verfahren dauert normalerweise 1-2 Monate, aber das Gericht hat bereits angedeutet, dass es in diesem Fall eine schnellere Entscheidung geben wird.

Mal schauen, was da noch passiert.

Hyundai (Nummer zwei unter den Reedereien in Korea) hat zwar shcon Interesse an Hanjin bekundet, jedoch gibt es auch bei Hyundai immer wieder Gerüchte um die Liquidität.

Rekordstände an den Börsen und dann so etwas

SevenSamurai @, Donnerstag, 01.09.2016, 13:22 vor 3466 Tagen @ so_gesehen 2279 Views

Entweder springen nun die Regierungen

Und ich dachte immer, der Ruf nach dem Staat ist BÖSE, weil sozialistisch...

doch ein bereinigender Domino-Effekt kommen

Den hätten wir 2009 gebraucht. Zugleich mit Haftstrafen für die Ganoven-Banker.

Damals wurde eine grosse Chance vertan, um die Wirtschaft wieder kapitalistisch zu machen und den Staat kleiner.

--
Zitat des Jahres: "We have put together I think the most extensive and inclusive voter fraud organization in the history of American politics."

It's a big club, and you ain't in it.

mal sehen, wohin die Reise der Reedereien geht

so_gesehen @, Donnerstag, 01.09.2016, 21:22 vor 3466 Tagen @ SevenSamurai 1544 Views

Natürlich ist diese Entwicklung nicht ur an Hanjin hängen geblieben, sondern auhc alle anderen Reedereien sind von der Entwicklung der letzten Jahre betroffen.

Entsprechend haben sich im Frühjahr diesen Jahres die Großen mal wieder an zwei Tische gesetzt und zwei Allianzen auf den Weg gebracht, um ab Frühjahr 2017 alle mehr Sicherheit zu haben.

Anmerkung : gab es früher schon und hat immer nur in den Ziten funktioniert, wenn für alle genug Ware zum Verladen da war. Bei sinkenden Container Lieferungen aus China wird es nur zu einem weiteren Aussieben (auf Zeit) kommen.

Die Insolvenz der Hanjin Reederei brigt aber paar weitere Gefahren :

1. die Schiffe der Hanjin-Reederei werden in den Häfen zT festgesetzt und/oder nicht entladen (zumindest nicht die Container, die über Hanjin selber gebucht worden sind.

Container, die zB über Evergreen oder Cosco auf Hanjin mitgefahren sind, werden entladen (zumindest sollte es so sein)

2. Hanjin hat bei den größten Containerschiffe - wie andere auch - die Finanzierung über Kapitalgeber finanziert. Da nun die Schiffe nicht genutzt werden, fallen die täglichen Kosten (alleine Betriebskosten ca. 14.000€ pro Tag - ohne Liegeplatzgebühren) dennoch an und das wiederum können sie die Geldgeber nicht lange leisten.

Zudem fällt der Wert der Schiffe natürlich auch. Der Neupreis der 40m langen Pötte, die mehr als 19000 Container aufnehmen können liegt bei ~ 150Mio €

Also kommen nun viele große Kähne auf den Markt, die sich ein finanzkräftiger Investor kaufen könnte...

3. Hanjin hat mi 21+3 Tagen die weitaus schnellste Containerroute von China nach Europa (Hamburg). Alle anderen Reedereien brauchen 26-28 Tage.
Zuerst erscheint das nicht als großer Unterschied. Dennoch wird es beim Import nach Europa bei einigen Produkten zu Verzögerungen oder zur nicht Lieferfähigkeit kommen.

4. Die anderen Reedereien werden nun natürlich versuchen höhere Raten im Markt durchzusetzen. Aufgrund des schwachen € wird sich das auch auf die Einstandspreise und zuletzt auch auf die Endkundenpreise auswirken.

Aber der schwache € ist ja eh gut für D´s Export-Wahn *ironie aus*

Ein starker € macht nicht nur das Benzin für die Verbraucher günstiger, sondern läßt es auch zu, das Produkte in Asien zu attraktiven Preisen eingekauft und hier verkauft werden können.

Ein nicht Verkauf der Waren bringt der deutschen Wirtschaft gar nichts. Zumal - nicht wie früher noch - die Chinesen günstige (Entschuldigung früher auch als billige) Arbeitskräfte gestellt haben.

Desweiteren ist ein schwacher € aus meiner Sicht nur dazu da, um D´s Exportwahn zu befriedigen, auhc wenn die meisten Geschäfte auf Kredit gemacht werden und die Rückzahlung der Kredite dann im Rahmen von Rettungspaketen vom
deutschen Steuerzahler selber bezahlt werden.

So genug geschrieben... bei den Reederein wird/bleibt es spannend.

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