Hallo BerndBorchert,
es fängt schon damit an, dass wenn man 5 unterschiedliche Personen fragt, die im Bereich der Computersicherheit ihr Geld verdienen, man 6 Unterschiedliche Definitionen bekommen kann.
Ich hatte 2013 mal die Gelegenheit Teil einer solchen Runde zu sein. Am Mittagstisch ein CISO eines sehr bekannten Chip Herstellers in der Nähe von Los Angeles, sein oberster Security-Vorturner, ein Cisco Security Architekt und ein Herr der Malware Research bei Palo Alto Networks in der Unit 42 macht.
5 Leute, mit jeweils mehr als 15 Jahren IT Sicherheit auf dem Buckel. Glaub mal nicht, dass wir eine eindeutige Definition von "Sicher" hatten.
Das Beste worauf wir uns einigen konnten, war die Definition von Dan Geer:"Security is the absence of unmitigatable surprise".
Mit anderen Worten eine Software ist gut, wenn sie das, was sie machen soll, auch tut.
Eine Software ist sicher, wenn sie das, was sie machen soll, auch tut UND sonst nichts anderes.
Ich denke, und kann nichts dergleichen belegen, dass wir in dieser Spirale gefangen sind.
Der Markt verlangt nach dem neusten Elektronikspielzeug, weil wir uns ja alle auf Minutenbasis neu erfinden müssen und das klappt eben am Besten mit dem neusten Android,iPhone...Blackberry?
Zum einen wollen die Kunden Freiheiten haben, diese Rufe sind in der Android Welt sehr laut, zum anderen wollen sie auch Sicherheit haben, was je nach Umfang der Freiheit sehr schwer zu realisieren ist.
Wie du ja schon an der Preisliste der widerlichen Arschgeigen von Zerodium siehst, ist iOS Exploitation verdammt gut bezahlt, eben weil es hart ist. Apple hat mit dem Sicherheitsmodell etwas Brauchbares geliefert. Android nebenbei bemerkt auch, nur hat man da die Linux Langbärte am Start, die nach Freiheit und root schreien und eine komplett fragmentierte Gerätebasis.
![[image]](http://thenextweb.com/wp-content/blogs.dir/1/files/2015/08/Screen-Shot-2015-08-04-at-12.09.16-PM.png)
Die Verwendung von anderen Programmiersprachen, wie allem was aus der Ecke "Funktionale Programmierung" kommt, kann sehr viele Problemklassen direkt erschlagen, z.B. alle Sicherheitsprobleme die daraus entstehen, dass wir den Zustand eines Programmes managen müssen. Nur werden iPhones eben in ObjektiveC und Swift und nicht in Haskell programmiert.
Da die Unternehmen zur "Innovation" verdammt sind, kommen mit jedem neuen Softwarerelease neue Features und neue APIs und damit implizit mehr Code und damit im statistischen Mittel mehr Sicherheitsprobleme. Dazu gibt es genug Studien.
Wohin das geht... keine Ahnung, aber mein iPhone ist zumindest aktualisiert. :)
VG,
QFT